Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

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lordi
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Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon lordi » Do 31. Jul 2014, 22:25

Hallo,
mein Mann und ich wohnen in Münster in einem Mietshaus, wo das schlimmste Unwetter seit 40 Jahren verlief. Wir haben bei Gewitter und Starkregen einen See von 60 cm vor dem Kellereingang weggeschippt. Alle Kellerräume waren überflutet, die Heizung stand gerade einen Zentimeter höher als das Wasser auf einem Podest. Wir waren allein in dem Haus und mussten den großen Keller trockenlegen.
Die Feuerwehrsirene ertönt seit 3 Tagen, Tag und Nacht, jedenfalls bin ich total entnervt. Die Aufräumarbeiten sind anstrengend, alles stinkt, überall Schlamm.

Dann kamen noch zwei Rechnungen von EON (Strom und Gas - das nicht mehr fließt für das leere Haus) dazu und ein aggressiver Mitarbeiter da am Telefon. Die Betreuerin meiner Mutter hat mich da als Vertragspartner eingetragen, ohne es mir zu sagen. Ich habe meiner Mutter vor über 32 Jahren Nießbrauch über mein Haus gegeben und nun ist meine Mutter ausgezogen.

Da ich nur noch rumweine, meinte meine Ergotherapeutin, ob mich meine Psychiaterin nicht aus dem Ganzen raushalten könnte. Meine Psychiaterin ist aber ziemlich hart. Ich weiß auch nicht, wie man mich da raushalten könnte. Fällt euch da was zu ein?

Jedenfalls werde ich mit meiner Minirente die vielen Rechnungen vom Haus nicht bezahlen können. Die Betreuerin will mir nicht gestatten das 62jährige Haus zu verkaufen, weil sie keine Zeit hätte zum Amtsgericht zu gehen.

Alles Liebe
Lordi

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fluuu
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon fluuu » Fr 1. Aug 2014, 11:03

So wie Du Deine Lage selber als ausweglos und hilflos darstellst ist guter Rat teuer.
Du möchtest nun von außen Zuspruch und Energie haben damit Dein Leben mit viel
Abhängigkeiten und Verstrickungen versehen weiter funktioniert. Aus dem Leben
aussteigen für eine gewisse Zeit geht nicht, Du könntest eine Kur beantragen um für
ein paar Wochen Erholung zu bekommen aber danach geht es weiter wie bisher.
Naturkatastrophen hin oder her, wer daran psychisch zerbricht kommt in die
Akutstation zur medizinischen Behandlung, ansonsten hat das Aufzählen von belastenden
Umständen wenig Sinn wenn man selbst der einzige Verantwortliche ist sie zu lösen.
Wenn man aus Gründen von psychischer Krankheit auf einen Betreuer angewiesen ist
nutzen tolle Ratschläge dritter nichts, gemacht wird was der Betreuer sagt,
das ist seine Aufgabe, er hat dann die Verantwortung übernommen.
Man könnte Dich jetzt mit viel Mitleid trösten weil es Dir so schlecht geht wegen dem
Wasser, den Kosten, dem Betreuer und überhaupt aber nutzen würde das nichts,
Du würdest Dich dann noch schwächer fühlen als ohnehin schon.
Versuche eine Bilanz aufzustellen die alle Umstände beim Namen nennt, mach es Dir
bewusst und beschönige nichts und versuche dann positive Aspekte zu formulieren
die Dir dann Stück für Stück raus helfen aus dem psychischen Sumpf (auch wörtlich)
oder begebe Dich in medizinische Behandlung als schwer krank.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon Remedias » Mi 13. Aug 2014, 18:13

Hallo Lordi,
klar brauchst du eine Pause.
Andere Menschen haben Urlaub, verreisen, haben schöne Ausflüge, gehen essen , gehen shoppen etc. und gönnen sich Auszeiten.
Psychisch Kranke haben diese "Fluchten aus dem Alltag" oft wegen Geldmangel nicht zur Verfügung.
doch was nützt das, wenn du dich überanstrengst und in eine neue Psychose rauschst?
Wenn deine Psychiaterin so hart ist wie du schreibst, kann dich auch der Hausarzt "rausnehmen". Als ich damals meinen Burn-out hatte, hat mich meine Hausärztin erstmal einen Monat krankgeschrieben. Und nach dem Monat in die Tagesklinik geschickt - auch weil es dort Sozialarbeiter gibt, die mit einem solche Probleme wie Geldprobleme lösen. Diese Burschen kennen viel mehr Tricks als unsereiner :wink:
Wünsche dir gute Besserung und dass du Unterstützung findest.

liebe Grüße Remedias

lordi
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon lordi » Mi 13. Aug 2014, 19:32

Danke für deine Tipps.
Mein Arzt ist bis zum 25. in Urlaub und er kennt mich eigentlich auch nicht.
Leider wird nach meinen Erfahrungen der letzten Jahr im Psychiatriebereich und in der Tagesklinik immer mehr gespart, vor allem Personal wird eingespart usw.
Da müsste ich auch die Klinik wechseln, um einigermaßen behandelt zu werden.

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Laura
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon Laura » Do 14. Aug 2014, 09:19

Liebe lordi!

Ich kann Dir nur alles Gute wünschen und ansonsten nichts zu Deinen konkreten Problemen sagen. Einen Wasserschaden am Haus habe ich persönlich noch nie miterleben müssen und meine nun mehr oder weniger demente Mutter ist in einem Altenheim untergebracht, dass in etwa 2000 km Entfernung von mir liegt, so dass ich aus Schwierigkeiten um ihre Person herum gut herausgehalten werde und mich selbst auch gut heraushalten kann. Zwei, drei Telefongespräche im Monat und Päckchen an sie an Weihnachten und zum Geburtstag. Noch erkennt sie mich wieder.

Das sind jetzt sicherlich ein paar Klöppse auf einmal, die Du bewältigen musst, aber Du schaffst das schon. In absehbarer Zeit wird es Dir hoffentlich wieder besser gehen.

LG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

lordi
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon lordi » Fr 15. Aug 2014, 21:08

Hi Laura,
danke für deine lieben Worte.
Das wird wohl noch länger dauern, bis sich das bei meiner Mutter alles geklärt hat und ich keinen Stress mehr wegen ihr habe.

Alles Liebe
Lordi

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monikaa
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon monikaa » Fr 16. Jan 2015, 19:28

Ist jetzt alles ok?
Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das schlechte Gedächtnis.

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fluuu
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Re: Depressionen durch demente Mutter und Unwetter

Beitragvon fluuu » Mo 19. Jan 2015, 19:13

Nein wahrscheinlich nicht, sicherlich ist das Beklagen der Umstände wie immer, jedoch es erleichtert den Druck
oder wie es in der Beratungsstelle heißt, "Schreiben tut der Seele gut", Gefühle formulieren per Ausdruck, besonders die Schlechten, hilft sehr.
gruß fluuu

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