DER ADVENTSKALENDER 2010

Hier gehört all das hinein, was sonst keinen Platz hat.
cake
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon cake » Di 14. Dez 2010, 08:08

Sorry- Ich hoffe es geht jetzt :cool: :cool:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Feuerchen
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Feuerchen » Do 16. Dez 2010, 00:23

16. Türchen:
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Die sieben Weltwunder

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.
Folgende Rangliste kam zustande:

Pyramiden von Gize
Taj Mahal
Grand Canyon
Panamakanal
Empire State Building
St. Peters Dom im Vatikan
Grosse Mauer China

Die Lehrerin merkte beim einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.
Sie antwortete: "Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen.
Es gibt so viele Wunder."
Die Lehrerin sagte:
"Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen."
Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.

"Für mich sind das die Sieben Weltwunder:
Sehen
Hören
sich Berühren
Riechen
Fühlen
Lachen ...
... und Lieben
Im Zimmer wurde es ganz still.

Diese alltäglichen Sachen, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.
Beachte es, genieße es, lebe es, und gib es weiter.

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cake
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon cake » Do 16. Dez 2010, 21:28

Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Laura » Fr 17. Dez 2010, 20:06

edit: 18. Türchen. Überlest den nächsten Abschnitt einfach, hatte mich vertan, für heute gab's ja doch was, von cake.

Hu? Für heute hat's ja noch kein Leckerli gegeben, also schwing ich mich mal in die Hufe und tippe Euch ein Geschichtchen, das mein Betreuer seiner Weihnachtskarte an mich beigefügt hat:

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Ein Bild vom Frieden

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstler ein, den Frieden zu malen, und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen. Die Künstler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Aber von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König nur zwei. Zwischen denen musste er sich entscheiden. Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. In dem See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten, und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an Frieden.

Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Über den Bergen jagten sich am grauen Himmel wütende Wolkenberge und man konnte den Regen krachen hören. An dem Berg stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe. Keiner, der das Bild sah, kam auf die Idee, dass es hier um Frieden ging.

Aber der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest - in perfektem Frieden.

Welches Bild gewann den Preis?

Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: "Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben."

(Verfasser unbekannt)


Noch eine schöne Vorweihnachtszeit :x-mas: :x-mas: :x-mas: Bild

das Laurale
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Adventskalender - Lied

Beitragvon lordi » Sa 18. Dez 2010, 23:41

19. Türchen

Hi zusammen,
obwohl der Verkehr bei Schnee zusammenbricht, ist er für Kinder doch das Schönste.
Gegen Kälte kann man sich ja anziehen und stundenlang sollte man bei minus 7 Grad sowieso nicht rumlaufen.

Darum ein Winterlied von Nena mit Kindern und ein Weihnachtslied

http://www.youtube.com/watch?v=RvbUOKGj ... ture=email

Einen schönen Adventssonntag wünscht
Lordi

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Feuerchen
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Feuerchen » Sa 18. Dez 2010, 23:52

19. Türchen:
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Nach einer wahren Begebenheit: Ein Schüler in Bayern schrieb folgenden Aufsatz:

Adpfent

Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meistn Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und mit K. Drei Wochen vorm Christkindl stellt der Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen dabei helfen. Viele Krippen sind fad, unsere aber nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin.
Ich habe einmal den Josef und das Christkindl aufn Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist ganz schwarz wordn und den Josef hats zrissen. Ein Haxn von ihm ist bis in den Keksteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat ma a Watschn gegeben und gesagt, dass net amal de Heiligen vor meiner Blödheit sicher san. Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut des net guat aus.
Aber ich habe Gottseidank viele andere Figuren und der Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klan ist, dass er in den Futtertrog passt. Da hat aber meine Mama gesagt, da Asterix is koa Christkindl, da is des schwarze Chrindkindl noch gscheiter. Es ist zwar verbrannt, aber immerhin a Christkindl.
Hinterm Chrstinkindl stehen 2 Oxn, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier habe i hingestellt, weil dass de Oxn und der Esel net so allein san.
Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim Putzen abigefallen und er war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz. Normal haben die heiligen Könige eine Haufen Zeug fürs Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Püree. Von den unseren hat einer stattn Gold a Kaugummipapierl dabei, des glänzt a so schön. Der andere hat a Malboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Malboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat a Pistole dabei. Des is zwar kein Geschenk fürs Christkindl, aber er kann es vorm Saurier beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kaasiger Engel. Dem Engel fehlt ein Fuß, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben dem Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Flaschen Gösser für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurgt hinterm Baum eine Sau als Ersatzwolf hervor. Mehr steht in unserer Krippe nicht. Aber das reicht voll.
Am Abend schalten wir die Lampen ein und dann erst ist unsere Krippe richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Adpfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu fad.
Mein Opa hat mir ein Lied vom Adpfent gelernt, das geht so: "Adpfent, Adpfent, da Obstler brennt. Erst saufst oan, daun zwoa, drei oder vier, daun hauts'de mit da Birn' auf Tür!"
Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir nicht merken darf (der Papa singts aber auch oiwei!). Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und so geht das Jahr dahin.
Aber eins ist gwiss: Der nächste Adpfent kommt bestimmt!


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cake
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon cake » Sa 18. Dez 2010, 23:58

:lol: :lol: Pfundig :lol: :lol:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Feuerchen » So 19. Dez 2010, 23:29

20. Türchen:
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Für die Schleckermäulchen:


Bratäpfel mit Vanilleeis

Zutaten:

4 große, aromatische Äpfel
75 g Marzipanrohmasse
1 Messerspitze Zimt
3 Esslöffel Sahne
4 Kugeln Vanilleeis

Zubereitung:

Den Backofen auf 180° vorheizen. Die Äpfel waschen und trocken tupfen und das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher herausschneiden.

Die Marzipanrohmasse mit dem Zimt und der Sahne verquirlen und die Äpfel damit füllen.

Die Bratäpfel in die Auflaufform setzen und in den Ofen ( Mitte, Umluft bei 160° ) ca. 30 Minuten backen.

Warm mit jeweils einer Kugel Vanilleeis servieren

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Und die Deko-Idee für die Festtage!

Butter in Weihnachtsbaum-Form

Mit dieser kleinen, unkomplizierten Tischdeko-Idee ist auf Ihrer festlichen Tafel im wahrsten Sinne des Wortes "alles in Butter". Gerade solche liebevollen Details machen die Weihnachtsstimmung perfekt. Schneiden Sie zunächst kalte Butter in Scheiben, und stechen Sie dann mit einer Plätzchenform Tannenbäume aus der Butter aus. Vor dem Servieren muss die weihnachtliche Butter kühl gestellt werden. Natürlich funktioniert die Butter-Deko auch mit anderen Formen wie Halbmond, Stern oder Engelchen.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Feuerchen » Mo 20. Dez 2010, 21:40

21. Türchen

„ Am Kürzesten Tag“


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Agnes Sapper

Es war der 21. Dezember, der kürzeste Tag des Jahres, zugleich der Thomastag, ein Feiertag für die Schuljugend. Überall wurden Weihnachtseinkäufe gemacht. Auf dem Christbaummarkt, inmitten großer und kleiner Tannen, stand der kleine Frieder Sapper, der für seinen Vater etwas in der Musikalienhandlung besorgt hatte. Vom Anblick eines Bäumchens, nicht größer als er selbst, saftig grün und buschig, konnte er sich nicht trennen.
“Du, Dich meine ich, hörst du denn gar nichts; so wirst du nicht viel verdienen!” sagte plötzlich eine rauhe Stimme. “Pack an, Kleiner, du sollst der Dame den Baum heimtragen.” Und schon fühlte Frieder die Last auf seinen Schultern.
“Ist der Junge nicht zu klein, um den Baum soweit zu tragen?” fragte die Käuferin, eine Dame mit Pelz und Schleier.
“O bewahre”, meinte die Händlerin, “der hat schon ganz andere geschleppt. Sagen Sie ihm nur die genaue Adresse!”
“Luisenstraße 43 zu Frau Dr. Heller”, sagte die Dame. “Sieh, auf diesem Papier ist es auch aufgeschrieben..”
Frieder, den Baum mit der einen Hand haltend, den Zettel in der anderen, trabte der Luisenstraße zu. Er hatte so eine dunkle Ahnung, dass er mehr aus Missverständnis zu diesem Auftrag gekommen war, wusste es aber nicht gewiss. Eigentlich war er stolz, dass man ihm einen Christbaum anvertraut hatte.
Wie die Zweige so komisch am Hals kitzelten, wie harzig die Hand wurde! Allmählich drückte der Baum auch unbarmherzig auf die Schulter, man musste ihn oft von der einen auf die andere legen. Bei solch einem Wechsel entglitt Frieder das Papierchen mit der Adresse, ohne dass die steife, von der Kälte erstarrte Hand es empfunden hätte.
Endlich war die Luisenstraße glücklich erreicht. Freilich die Adresse war abhanden gekommen; aber Frieder hatte sich das wichtigste gemerkt, Nr. 42 oder 43, im zweiten Stock bei einer Frau Doktor. In der 42a wollte niemand etwas von dem Baum wissen; aber in 42b wusste das Dienstmädchen ganz gewiss, dass der Baum nach Nr. 47 gehörte. Dort erfuhr Frieder, dass in der Luisenstraße nur ein Doktor wohne, Doktor Weber in Nr. 24, dort müsse er hin. Er hätte nun lieber in Nr. 43 angefragt, aber er traute immer allen Leute mehr zu als sich selbst, so ging er an Nr. 43 vorbei bis an Nr. 24 und hörte dort vom Dienstmädchen der Frau Dr. Weber, sie hätten längst einen Baum. Jetzt tropften Frieder die dicken Tränen herunter, und als er wieder auf der Straße stand, wurde ihm auf einmal ganz klar, wo er jetzt hinwollte - heim zur Mutter.
Endlich stand er vor der Tür, den Christbaum auf der Schulter und hörte, wie Mutter freundlich sagte: “Stell ihn nur ab, du glühst ja.” Da wurde ihm leicht ums Herz. Sie meinten alle, der Baum gehöre ihm. “Nein, nein”, sagte er, “ich muss ihn einer Frau bringen, ich weiß nur nimmer, wie sie heißt und wo sie wohnt.” Da lachten sie ihn aus und wollten alles genau hören.
Beim Mittagessen wurde beraten, wie man den Christbaum zu seiner rechtmäßigen Besitzerin bringen könne. “Einer von euch drei Großen muss mit Frieder gehen, ihm tragen helfen”, sagte Frau Pfäffling.
“Aber wir Lateinschüler können doch nicht in der Luisenstraße von Haus zu Haus laufen wie arme Buben, die Christbäume austragen”, entgegnete Karl.
“Wenn mir da zum Beispiel Rudolf Meier begegnete”, sagte Otto, “vor dem würde ich mich schämen.”
“Kinder”, sagte Herr Pfäffling, “fangt das gar nicht an. Mit solch kleinlichen Bedenken kommt man schwer durchs Leben, fühlt sich immer gebunden und hängt schließlich von jedem Rudolf Meier ab.”
Mit Hilfe des Adressbuchs und Frieders Erinnerung war bald festgestellt, dass der Baum in die Luisenstraße Nr. 43 zu Frau Dr. Heller gehörte, und Mutter bestimmte Otto zu Frieders Begleitung, denn “deinem alten Mantel schadet es am wenigsten, wenn der Baum wetzt.”
Das duldete keinen Widerspruch, und sie näherten sich beide der Luisenstraße, als Otto plötzlich seinem Frieder dem Baum auf die Schulter legte und sagte: “Da kommen ein paar aus meiner Klasse, die lachen mich aus, wenn sie meinen, ich müsse den Dienstmann machen. Das letzte Stück kannst du doch den Baum selbst tragen?”
“Gut, kann ich”, sagte Frieder und ging allein seines Weges. Wie einfach war das nun. Am Glockenzug von Nr. 43 stand angeschrieben: “Dr. Heller”. Diesmal war Frieder an der rechten Tür.
Otto, der nicht früher als Frieder nach Hause kommen wollte, wartete in der Frühlingsstraße eine Weile vergeblich auf diesen und vermutete, dass er längst daheim war. Aber das war nicht so, denn Otto wurde von allen Seiten gefragt, wie es mit dem Baum gegangen sei. Nun musste er bekennen, dass er diesen nur bis in die Nähe des Hauses Nr. 43 getragen hatte und dann mit einigen Freunden umgekehrt war. Jetzt hörte man jemanden vor der Tür. Sie machten auf. Da stand Frieder, der kleine Unglücksmensch ... und hatte wieder seinen Christbaum im Arm.
Um seinen Mund zuckte es, er würgte an den Tränen und presste hervor:
“Neunmal geklingelt, niemand zu Haus.” Sie waren alle voll Mitleid, konnten aber nicht verstehen, warum er nicht bei anderen Hausbewohnern angefragt hätte. Daran hat er nicht gedacht. “Deshalb schickt man einen größeren Bruder mit”, sagte Frau Pfäffling, “aber wenn der so treulos und vorher umkehrt, dann ist der Kleine schlecht beraten.”
Jetzt fasste der Älteste, Wilhelm, den Baum, der freilich schon ein wenig von seiner Schönheit eingebüßt hatte, und versprach, die Sache endgültig in Ordnung zu bringen. In der Luisenstraße 43 wurde ihm aufs erste Klingeln aufgemacht, und Wilhelm erzählte von den Wanderungen, die der Baum mit verschiedenen jungen Pfäfflingen gemacht hatte.
“Der Kleine dauert mich”, sagte Frau Dr. Heller. “Das zweite Mal, als er kam, war ich wohl wieder auf dem Markt, um einen anderen Baum zu holen. Was mache ich nun mit diesem? Habt ihr wohl schon einen zu Haus?”
“Wir haben noch keinen”, sagte Wilhelm.
“Also, das ist ja schön, dann nimm ihn nur wieder mit, und deinem kleinen Bruder, der soviel Not gehabt hat, möchte ich noch einen Lebkuchen schenken, den bringst du ihm, nicht wahr?”
Der kurze Dezembernachmittag war schon zu Ende und die Lichter angezündet, als Wilhelm heim kam. Die Schwestern öffneten, als er klingelte, und riefen entsetzt: “Der Baum kommt wieder!”
“Unmöglich”, rief die Mutter. “Gelt”, rief Frieder, “es wird nicht aufgemacht, wenn man noch so oft klingelt.”
Aber Wilhelm lachte, zog vergnügt den Lebkuchen aus der Tasche und gab ihn Frieder: “Der ist für dich von deiner Frau Heller, und der Baum, Mutter, der gehört uns, ganz umsonst!”

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Laura » Di 21. Dez 2010, 18:40

Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Laura » Mi 22. Dez 2010, 01:31

22. Türchen Bild

Es war einmal eine Glocke

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum...
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum...
Die fiel dazu wie im Traum....
Die sank so leis hernieder,
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.
Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum...
Und dazu fiel eine Flocke
so leis als wie ein Traum...
So leis als wie ein Traum...
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.
Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.

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Christian Morgenstern (1871 - 1914)
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Laura » Mi 22. Dez 2010, 21:34

Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon lordi » Mi 22. Dez 2010, 22:27

Hallo zusammen,
zwei von meinen Bekannten sind bei der Glätte schon gestürzt: verstauchtes Handgelenk und gebrochener Oberarm waren die Folge. Also Vorsicht unterwegs.
Anbei ein lustiges Gedicht:

Tannengeflüster

Wenn die ersten Fröste knistern,
in dem Wald bei Bayrisch-Moos,
geht ein Wispern und eine Flüstern
in den Tannenbäumen los,
ein Gekicher und Gesumm
ringsherum.

Eine Tanne lernt Gedichte,
eine Lärche hört ihr zu.
Eine dicke, alte Fichte
sagt verdrießlich: "Gebt doch Ruh!"
Kerzenlicht und Weihnachtszeit
sind noch weit!

Vierundzwanzig lange Tage
wird gekräuselt und gestutzt
und das Wäldchen ohne Frage
wunderhübsch herausgeputzt.
Wer noch fragt: Wieso? Warum? -
der ist dumm.

Was das Flüstern hier bedeutet,
weiß man selbst im Spatzennest:
Jeder Tannenbaum bereitet
sich nun vor aufs Weihnachtsfest,
denn ein Weihnachtsbaum zu sein:
das ist fein!

Wenn du Polarbären Fußball spielen sehen willst, klicke auf
http://www.youtube.com/watch?v=btO9fCvE ... ture=email

Weihnachtsgrüße von Lordi

lordi
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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon lordi » Mi 22. Dez 2010, 22:46

Hi nochmal,
ich habe noch was vergessen. Es ist ein extrem witziges Video. Man muss auf "Hilf mir" klicken und verschiedene Minus- und Plusgrade einstellen - auch den Zeiger links und rechts bis zum Anschlag der Heizung drehen erzeugen lustige Videos:

http://www.youtube.com/watch?v=hV7S9Ql-R14

Grüße von Lordi

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Re: DER ADVENTSKALENDER 2010

Beitragvon Feuerchen » Do 23. Dez 2010, 22:21

24. Türchen: Heilig Abend

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Die heilige Nacht

Selma Lagerlöf

Es war an einem Weihnachtstag, alle waren zur Kirche gefahren, außer Großmutter und mir. Ich glaube, wir beide waren im ganzen Hause allein. Wir hatten nicht mitfahren können, weil die eine zu jung und die andere zu alt war. Und alle beide waren wir betrübt, dass wir nicht zum Mettegesang fahren und die Weihnachtslichter sehen konnten. Aber wie wir so in unserer Einsamkeit saßen, fing Großmutter zu erzählen an.
“Es war einmal ein Mann” , sagte sie, “ der in die dunkle Nacht hinausging, um sich Feuer zu leihen. Er ging von Haus zu Haus und klopfte an. “Ihr lieben Leute, helft mir!”
sagte er. “Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer anzünden, um sie und den Kleinen zu erwärmen.”
Aber es war tiefe Nacht, so dass alle Menschen schliefen, und niemand antwortete ihm.
Der Mann ging und ging. Endlich erblickte er in weiter Ferne einen Feuerschein. Da wanderte er dieser Richtung zu und sah, dass das Feuer im Freien brannte. Eine menge weiße Schafe lagen rings um das Feuer und schliefen, und ein alter Hirt wachte über die Herde.
Als der Mann das Feuer leihen wollte, zu den Schafen kam, sah er, dass drei große Hunde zu Füßen des Hirten ruhten und schliefen. Sie erwachten alle drei bei seinem Kommen und sperrten ihre weiten Rachen auf, als ob sie bellen wollten, aber man vernahm kein Laut. Der Mann sah, dass sich die Haare auf ihrem Rücken sträubten, er sah, wie ihre scharfen Zähne funkelnd weiß im Feuerschein leuchteten und wie sie auf ihn losstürzten. Er fühlte, dass einer von ihnen nach seinen Beinen schnappte und einer nach seiner Hand, und dass einer sich an seine Kehle hängte. Aber die Kinnladen und die Zähne, mit denen die Hunde beißen wollten, gehorchten ihnen nicht, und der Mann litt nicht den kleinsten Schaden. Nun wollte der Mann weiter gehen, um das zu finden, was er brauchte. Aber die Schafe lagen so dicht nebeneinander, Rücken an Rücken, dass er nicht vorwärts kommen konnte. Da stieg der Mann auf die Rücken der Tiere und wanderte über sie hin dem Feuer zu. Und keins von den Tieren wachte auf oder regte sich.”
So weit hatte Großmutter ungestört erzählen können, aber nun konnte ich es nicht lassen, sie zu unterbrechen. “ Warum regten sie sich nicht, Großmutter?” fragte ich. “Das wirst du nach einem Weilchen schon erfahren”, sagte Großmutter und fuhr mit ihrer Geschichte fort.
“Als der Mann fast beim Feuer angelangt war, sah der Hirt auf. Es war ein alter, mürrischer Mann, der unwirsch und hart gegen alle Menschen war. Und als er einen Fremden kommen sah, griff er nach einem langen, spitzigen Stabe, den er in der Hand zu halten pflegte, wenn er seine Herde hütete, und warf ihn nach ihm. Und der Stab fuhr zischend gerade auf den Mann los, aber ehe er ihn traf, wich er zur Seite und sauste an ihm vorbei weit über das Feld.”
Als Großmutter so weit gekommen war, unterbrach ich sie abermals. “Großmutter, warum wollte der Stock den Mann nicht schlagen?” Aber Großmutter ließ es sich nicht einfallen, mir zu antworten, sondern fuhr mit ihrer Erzählung fort.
Nun kam der Mann zu dem Hirten und sagte zu ihm: “Guter Freund, hilf mir und leih mir ein wenig Feuer. Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer machen, um sie und den Kleinen zu erwärmen.”
Der Hirt hätte am liebsten nein gesagt, aber als er daran dachte, dass die Hunde dem Manne nicht hatten schaden können, dass die Schafe nicht vor ihm davongelaufen waren und dass sein Stab ihn nicht fällen wollte, da wurde ihm ein wenig bange, und er wagte es nicht dem Fremden das abzuschlagen, was er begehrte. “Nimm, soviel du brauchst”, sagte er zu dem Manne.
Aber das Feuer war beinahe ausgebrannt. Es waren keine Scheite und keine Zweige mehr übrig, sondern nur ein großer Gluthaufen, und der Fremde hatte weder Schaufel noch Eimer, worin er die roten Kohlen hätte tragen können.
Als der Hirt dies sah, sagte er abermals: “Nimm, soviel du brauchst!” Und er freute sich, dass der Mann kein Feuer wegtragen konnte. Aber der Mann beugte sich hinunter, holte die Kohlen mit bloßen Händen aus der Asche und legte sie in seinen Mantel. Und weder versengten die Kohlen seine Hände, als er sie berührte, noch versengten sie seinen Mantel, sondern der Mann trug sie fort, als wenn es Nüsse oder Äpfel gewesen wären.”
Aber hier wurde die Märchenerzählerin zum dritten Mal unterbrochen. “Großmutter, warum wollte die Kohle den Mann nicht brennen?”
“Das wirst du schon hören” , sagte Großmutter, und dann erzählte sie weiter. “Als dieser Hirt, der ein so böser, mürrischer Man war, dies alles sah, begann er sich bei sich selbst zu wundern: “Was kann dies für eine Nacht sein, wo die Hunde die Schafe nicht beißen, die Schafe nicht erschrecken, die Lanze nicht tötet und das Feuer nicht brennt?” Er rief den Fremden zurück und sagte zu ihm: “Was ist dies für eine Nacht? Und woher kommt es, dass alle Dinge dir Barmherzigkeit zeigen?”
Da sagte der Mann: “Ich kann es dir nicht sagen, wenn du selber es nicht siehst.” Und er wollte seiner Wege gehen, um bald ein Feuer anzünden und Weib und Kind wärmen zu können. Aber da dachte der Hirt, er wolle dem Mann nicht ganz aus dem Gesicht verlieren, bevor er erfahren hätte, was dies alles bedeutete. Er stand auf und ging ihm nach, bis er dorthin kam, wo der Fremde daheim war.
Da sah der Hirt, dass der Mann nicht einmal eine Hütte hatte, um darin zu wohnen, sondern er hatte sein Weib und sein Kind in einer Berggrotte liegen, wo es nichts gab als nackte, kalte Steinwände. Aber der Hirt dachte, dass das arme, umschuldige Kindlein vielleicht dort in der Grotte erfrieren würde, und obgleich er ein harter Mann war, wurde er davon doch ergriffen und beschloss, dem Kinde zu helfen. Und er löste sein Ränzel von der Schulter und nahm daraus ein weiches, weißes Schaffell hervor. Das gab er dem fremden Mann und sagte, er möge das Kind darauf betten.
Aber in demselben Augenblick, in dem er zeigte, dass auch er barmherzig sein konnte, wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, was er vorher nicht hatte sehen können, und hörte, was er vorher nicht hatte hören können.
Er sah, dass rund um ihn ein dichter Kreis von kleinen, silberbeflügelten Englein stand. Und jedes von ihnen hielt ein Saitenspiel in der Hand, und alle sangen sie mit lauter Stimme, dass in dieser nacht der Heiland geboren wäre, der die Welt von ihren Sünden erlösen solle.
Da begriff er, warum in dieser nacht alle Dinge so froh waren, dass sie niemand etwas zuleide tun wollten.
Und nicht nur rings um den Hirten waren Engel, sondern er sah sie überall. Sie saßen in der Grotte, und sie saßen auf dem Berge, und sie flogen unter dem Himmel. Sie kamen in großen Scharen über den Weg gegangen, und wie sie vorbeikamen, bleiben sie stehen und warfen einen Blick auf das Kind.
Es herrschte eitel Jubel und Freude und Singen und Spiel, und das alles sah er in der dunklen Nacht, in der er früher nichts zu gewahren vermocht hatte. Und er wurde so froh, dass seine Augen geöffnet waren, dass er auf die Knie fiel und Gott dankte.”
Aber als Großmutter so weit gekommen war, seufzte sie und sagte: “Aber was der Hirte sah, das können wir auch sehen, denn die Engel fliegen in jeder Weihnachtsnacht unter dem Himmel, wenn wir sie nur zu gewahren vermögen.”
Und dann legte Großmutter ihre Hand auf meinen Kopf und sagte: “Dies sollst du dir merken, denn es ist so wahr, wie dass ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Lichter und Lampen kommt es an, und es liegt nicht an Mond und Sonne, sondern was not tut, dass wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können.”

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