Selbsthass und Kindererziehung

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Mavros
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Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon Mavros » So 27. Apr 2014, 10:49

Wissenswertes über Grundlagen psychischer Störungen - Selbsthass, und wie er an nächste Generationen weiter gereicht wird.

http://www.pm-magazin.de/a/wie-gef%C3%A ... hle-werden

LG Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Remedias
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Re: Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon Remedias » So 27. Apr 2014, 16:57

Daraus erklärt sich leider nicht, weshalb die meisten Täter männlich sind. Mädchen durchlaufen diesen Kreislauf des Selbsthasses doch genauso; zumindest der Artikel ist neutral beschrieben.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

Mavros
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Re: Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon Mavros » So 27. Apr 2014, 20:36

Hallo Remedias,
das ist richtig, das Thema wird im Artikel nicht angesprochen. Es stellt sich die Frage, wenn wir als Täter bezeichnen wollen. Jemand, der eine anerzogene Selbstverleugnung aus zu stehen hat, wird seine Aggressivität im Kindesalter nach Innen, gegen sich selbst, dann womöglich stellvertretend gegen andere richten. Hier beginnt die Projektion der eigenen "verbotenen" Teile auf andere und deren vermeintliches Bekämpfen in der Person des anderen.

Männer und Frauen haben jeweils eine andere Veranlagung beim Umgang mit ihrem Aggressionstrieb. Männer sind ursprünglich die Vertreter der Familien und Gruppen im äußeren Bereich gewesen, sie jagten, verteidigten, führten ritualisierte Kämpfe gegeneinander. Genetisch bedingt neigen sie also dazu, ihre Aggressivität durch offene Gewalt auszuleben. Frauen bedienen sich mehrheitlich der subtileren Formen wie der verbalen Gewalt, des manipulativen Verhaltens, der Ausgrenzung, Schikane der Kinder usw. Ähnliches Verhalten kann man sicher auch bei den Testosteron-schwachen Männern beobachten.

Bei der Autoaggression "wählen" Männer unbewusst die aggressiveren Formen der Psychischen Störungen - Suchterkrankung, Antisoziale -, Narzisstische -, Borderline und andere, mit Gewaltexzessen verbundene Störungen - also wieder Extraversion -, während Frauen vermehrt unter Angststörungen und Dissoziation leiden.

Verbale und Körperliche Gewalt haben ähnliche Auswirkungen, ziehen i. d. R. weite Kreise. Alle Menschen leben untereinander in Beziehungen, in direkten oder indirekten. Einer Indirekten verdanken wir z. B. unser Leben - der Beziehung unsere Eltern, einer anderen dieser Art unsere Bildung. Stellt sich ein Glied der Kette quer, hat das immer Wirkung auf Viele und für lange Zeit.

Grüße,
Mavros
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Re: Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon fluuu » Mo 28. Apr 2014, 10:00

Habe den Artikel gelesen, er ist typisch für populäre Magazine,
oberflächlich, reißerisch, halbherzig und zeigt nur die halbe Wahrheit.
Das Thema Gewalt in der Natur und somit unter Menschen ist so vielschichtig,
facettenreich und umfassend, es lässt sich mit einem Begriff wie Selbsthass
nicht ausreichend erfassen.
Werde jetzt auch keinen Erklärungsversuch machen, das wäre ein Vortrag von
mehreren Stunden, will nur zu bedenken geben, dass solche Artikel nicht das
humanistische Menschenbild in ihrer ganzen Bandbreite des Daseins abbilden.
Sie geben dem Leser schnelle Bewertungsfähigkeiten ohne selber nachdenken
zu müssen an die Hand, kurz gesagt, sie schüren Vorurteile.
Halte schnelle Begründungen bei solchen komplexen Themen für unsachlich,
fachlich irre führend und somit eher verdummend als aufklärend.
gruß fluuu

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www.seelegut.de

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Re: Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon Mavros » So 4. Mai 2014, 01:13

Und nun ein Link zur Seite des zitierten Arno Gruen:

http://www.irwish.de/Site/Biblio/ArnoGruen.htm

Grüße
Mavros
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Re: Selbsthass und Kindererziehung

Beitragvon Lieblingsuli » Sa 7. Mär 2020, 05:36

Mavros hat geschrieben:
So 27. Apr 2014, 20:36
Jemand, der eine anerzogene Selbstverleugnung aus zu stehen hat, wird seine Aggressivität im Kindesalter nach Innen, gegen sich selbst, dann womöglich stellvertretend gegen andere richten. Hier beginnt die Projektion der eigenen "verbotenen" Teile auf andere und deren vermeintliches Bekämpfen in der Person des anderen.
Die eigene Kindheit ist ein schwer zu entdeckendes Betätigungsfeld für alle Fachleute und nicht zuletzt für den Betroffenen selbst. Dabei empfehle ich eine Beschäftigung mit dem Thema "Schuld" und "Kirche". Soviel wurde zerstört ...
„Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“


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