Zwangsmassnahmen

Benutzeravatar
Franz Engels
Site Admin
Beiträge: 899
Registriert: Mi 12. Jun 2002, 20:18
Wohnort: CH-3011 Bern
Kontaktdaten:

Zwangsmassnahmen

Beitragvon Franz Engels » Di 21. Jan 2003, 18:49

Immer wieder befinden sich Ärzte in der Situation, Menschen gegen deren erklärten Willen in eine psychiatrische Einrichtung zuweisen oder behandeln zu müssen. Häufig kommt es dabei auch zur Anwendung körperlicher Gewalt, weshalb es zur Durchführung solcher Massnahmen auch spezieller Legitimationen bedarf. Manche dieser Massnahmen spiegeln sehr deutlich das Spannungsfeld zwischen dem Wohl des Patienten einerseits und dem gesellschaftlichen Auftrag andererseits, dem die Psychiatrie als Einzige der medizinischen Fachdisziplinen in dieser besonderen Weise ausgesetzt und sogar verpflichtet ist. Zwangsmassnahmen sind, das darf wohl unterstellt werden, in aller Regel für alle Beteiligten belastende Ereignisse. Sie gefährden die Arzt-Patienten-Beziehung und stellen ein nicht unerhebliches Traumatisierungspotential dar. Trotz erheblicher Fortschritte der modernen Psychiatrie in Richtung menschenwürdiger Behandlungsmethoden sind Massnahmen gegen den Willen des Patienten offenbar immer noch gelegentlich unumgänglich. Zumindest gehören sie noch zum psychiatrischen Alltag. Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema als Betroffener, Arzt, Pfleger oder Angehöriger? Wie sollte mit Massnahmen gegen den Willen verfahren werden? Sehen Sie grundsätzliche Alternativen?

Zurück zu „Archiv Diskussionsthemen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast