Benötige Hilfe zu epidemiologischen Fragen

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Ich2106
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Benötige Hilfe zu epidemiologischen Fragen

Beitragvon Ich2106 » So 14. Mai 2017, 13:30

Hallo!

Ich bin noch recht neu hier und hoffe jemand kann mir weiterhelfen =)

Zurzeit mache ich eine Weiterbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und stecke allerdings gerade bei zwei Fragen fest...
Vielleicht mag mir jemand noch neue Denkanstöße geben, denn bislang drehen meine Gedanken sich im Kreis...

Folgende Aussagen sollen auf Korrektheit geprüft werden:
1) Die genaue Kenntnis der Phänomenologie der Störung erlaubt im Einzelfall keinen Rückschluss auf die Nosologie oder Ätiologie der Störung.
2) Die Mortalität der symptomatischen organischen Psychosen sollte aus Längsschnittbeurteilungen abgeleitet werden und nicht aus Evaluationsstudien.
(Beides entnommen aus: Psychotherapie Studienheft 3, Dr. Björn Migge)

Schon mal im Voraus vielen Dank und einen schönen Sonntag!

Jenny

mamschgerl
Beiträge: 1104
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Re: Benötige Hilfe zu epidemiologischen Fragen

Beitragvon mamschgerl » Mo 15. Mai 2017, 06:34

hallo jenny,
wie ich aus deinem beitrag ersehen kann, machst du gerade ein fernstudium.
in diesem forum klinkt sich zwar hin und wieder jemand ein, der ebenfalls eine weiterbildung absolviert hat, doch überwiegend tauschen sich betroffene aus.
psychisch kranke, zu denen du nicht gehörst, weil du ansonsten diese weiterbildung nicht machen dürftest, könnten also allenfalls vor ihrer erkrankung eine solche ausbildung genossen haben und dir vielleicht eine detaillierte antwort geben können, doch ich empfehle dir eher ein anderes forum, in dem sich therapeuten ( oder solche, die es werden wollen ) über solche themen auslassen.
andererseits gibt es bei einem fernstudium ansprechpartner, die du um unterstützung bitten kannst und plattformen für andere studienteilnehmer, wo du mit deinem anliegen besser aufgehoben sein dürftest, daher wundert es mich ein wenig, daß du dich in diesem forum meldest.
gedankenanstöße über die korrektheit der aussagen wirst du hier schwerlich bekommen.
ich wünsche dir viel erfolg
mamschgerl

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fluuu
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Re: Benötige Hilfe zu epidemiologischen Fragen

Beitragvon fluuu » Fr 2. Jun 2017, 14:29

Die Vorrednerin hat mal wieder vorschnell die Betroffenheit betont aber die Psycho-Szene ist groß, denn es gehören alle Betroffenen,
Angehörigen und Fachleute dazu. So bin ich als psychosozialer Online Berater sehr gut fähig diese Fragen zu beantworten denn sie
kamen in meiner Ausbildung auch vor. Jedoch werden diese Bereiche häufig nachgefragt und führen zur Verunsicherung.
Die erste Aussage "Die genaue Kenntnis der Phänomenologie der Störung erlaubt im Einzelfall keinen Rückschluss auf die Nosologie oder Ätiologie der Störung" ist richtig, denn man kann von Symptomen (Phänomenologie) allein nicht komplett auf die Diagnose (Nosologie oder Ätiologie) schließen, es sind dazu weitere Informationen und Befunde notwendig.

Die zweite Aussage "Die Mortalität der symptomatischen organischen Psychosen sollte aus Längsschnittbeurteilungen abgeleitet werden und nicht aus Evaluationsstudien." die zu dem Bereich der organischen Psychosen gehört und somit immer wieder Verwirrung erzeugt da sie praktisch so selten vorkommen ist falsch denn die Krankheitshäufigkeit lässt sich am ehesten durch Evaluationsstudien ableiten, dem sachgerechten Bewerten und Beurteilen der vorliegenden Symptome. Längsschnittbeurteilungen lassen eher Aussagen über den weiteren Verlauf der Erkrankung zu.

Vielleicht noch eine Anmerkung in eigener Sache, die Beantwortung solcher Fragen muss man können wenn man die Prüfung beim
Gesundheitsamt bestehen möchte aber in der praktischen Arbeit eines HPP kommt das so gut wie nie vor. Da ist Empathie auf der
einen Seite und eine gewisse Strenge auf der anderen Seite viel wichtiger möchte man psychisch kranke Menschen auf dem Weg der
Gesundung begleiten. Medizinisches Detailwissen wie es abgefragt wird hilft beim Umgang mit dem Gegenüber kaum weiter zumal
es ohne einen Psychiater der die Medikamente verschreibt nicht geht aber es klingt toll wenn man es drauf hat.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

mamschgerl
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Re: Benötige Hilfe zu epidemiologischen Fragen

Beitragvon mamschgerl » Fr 2. Jun 2017, 14:55

...das war jetzt aber sehr hilfreich, ich bin beeindruckt.
Mit dieser Antwort, daß man das alles in der Praxis nicht mehr braucht, macht man bestimmt den Abschluss.
Ich habe mich in entsprechenden Foren umgesehen und tatsächlich Antworten auf die Fragen gefunden, womit sich mein Tipp, sich dorthin zu wenden, nicht ganz daneben gewesen sein dürfte.
Aber ich darf mich ja dazu nicht äußern, ich bin ja nur ein kleines Dummerle... :mrgreen:


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