Erfahrungen mit der Klinik Ginsterhof und eine Frage zu Drogentests

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HurziBurzi
Beiträge: 1
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Erfahrungen mit der Klinik Ginsterhof und eine Frage zu Drogentests

Beitragvon HurziBurzi » Mo 20. Mär 2017, 01:10

Moin moin und hallo,

Ich bin neu in diesem Forum und hoffe auf ein paar Antworten zu meinen Fragen.
Erstmal zu mir: Ich bin 22 Jahre alt und habe wahrscheinlich ungefähr seit etwas über 10 Jahren große Probleme damit alltägliche Aufgaben und Verpflichtungen nachzugehen, in einem gewissen Maße eigenverantwortlich zu handeln (Stichwort: Vermeidungsverhalten), sowie ein ziemlich angeknabbertes Selbstbewusstsein. Das mangelnde Selbstbewusstsein führt auch dazu dass ich häufig vielzu zurückhaltend bei sozialer Interaktion (besonders mit dem weiblichen Geschlecht) bin und aus Angst schlecht anzukommen mich lieber zurückhalte...obwohl mir immer wieder gesagt wird wie toll und sympathisch ich doch sei. Seit ich 13 bin habe ich Typ 1 Diabetes und auch damit große Probleme bezüglich einer vernünftigen Behandlung meiner Krankheit und diese zu akzeptieren.
Die Kombination dieser Probleme führt außerdem dazu dass ich je nach aktueller Lebenssituation unterschiedlich starke depressive Phasen durchlebe, die stärkste davon wohl als ich ausgezogen bin und studieren wollte, aber nichts geschissen bekommen habe und nach 1-2 Monaten nur noch in meinem chaotischen WG Zimmer saß, nichts sinnvolles getan habe und letztlich extrem depressiv wurde inkl. teils dunkler Gedanken, wobei ich bei diesen zum Glück immer zu dem Schluss gekommen bin dass das ne verdammt beschissene Idee ist.

Seit meinem 18 Geburtstag kiffe ich zudem, allerdings äußerst unregelmäßig und kaum allein sondern quasi immer mit Freunden von mir.

Nachdem ich nun bereits eine Verhaltenstherapie und eine tiefenpsychologische Therapie hinter mir habe, möchte ich es nun mit der psychosomatischen Klinik Ginsterhof (Tötensen, bei Hamburg) probieren, allerdings habe ich sowohl von einem Psychologen und meinem Hausarzt bereits vollkommen unterschiedliche Dinge über diese Klinik gehört und bin sehr unsicher ob eine 6-10 wöchige stationäre Behandlung wirklich das Richtige ist.
Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem Ginsterhof und kann mir etwas mehr zu seinen Erfahrungen oder auch nur den Erfahrungen von Freunden/Bekannten sagen?

Zudem habe ich das Problem dass dort bei Aufnahme ein Drogentest verlangt wird, da ich meinen Cannabiskonsum blöderweise angegeben habe. An sich kein großes Problem, ich kiffe ja jetzt auch nicht mehr, allerdings halten sich THC-Abbauprodukte ja bekanntlich ewig im Körper und da ich auf der "spontanen" Aufnahmeliste ( spontane Aufnahme im Falle des plötzlichen Freiwerdens eines Behandlungsplatzes ) stehe, kann es theoretisch passieren dass ich morgen angerufen werde und mir gesagt wird ich könne in den nächsten paar Tagen dort antanzen.
Ich selber kann jedoch aufgrund meines unregelmäßigen Konsummusters (mal nen Monat lang 3-4 Mal pro Woche, mal mit mehreren Woche Pause dazwischen und dann wieder öfter) absolut nicht einschätzen wie lange sich das Ganze nachweisen lässt und welche Ansprüche die Klinik dort überhaupt stellt (ähnlich wie bei den blödsinnigen Verkehrstests mit 1 nanogramm/ml oder vielleicht doch etwas darüber). Es kann halt sein dass das Ganze bei mir nach 3 Wochen komplett raus ist oder eben erst nach 2 Monaten.
Hat jemand mit diesem Thema etwas Erfahrung und kann mir vielleicht sagen wie sowas normalerweise gehandhabt wird?

Einen schönen Abend noch!
Hurzi

mamschgerl
Beiträge: 1104
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Erfahrungen mit der Klinik Ginsterhof und eine Frage zu Drogentests

Beitragvon mamschgerl » Di 21. Mär 2017, 09:00

hallo,
deine angaben bezüglich gelegentlichen kiffens sind vor allem für die bluttests relevant, die aufgrund deiner diabetes und der wirkung bzw wechselwirkung der medikamente, auch hinsichtlich der auswirkungen auf die leber, durchgeführt werden.
wichtig ist dann natürlich, daß du in einem zustand aufgenommen wirst, der eine behandlung in der klinik möglich macht, denn wenn du unter drogen stehst, bist du nicht zugänglich und offen für die therapien, geschweige denn, daß sich irgendein arzt auf deine angaben einlassen könnte, die dann völlig verwaschen sind.
es gibt bei den meisten kliniken die auflage, eben genau darauf und auf alkohol während des aufenthaltes zu verzichten, bei zuwiderhandlung droht auch der abbruch.
aber da du angibst, ein gelegenheitskiffer zu sein, der nicht täglich und von morgends bis abends konsumiert, kannst du auch ohne weiteres für die dauer der behandlung darauf verzichten.
schwerst drogenabhängige und aktive alkoholiker werden in der regel in darauf spezialisierten kliniken aufgenommen, die psychosomatischen kliniken nehmen diese patienten gar nicht erst und geben das auch so an.
also, da wird nichts passieren und du solltest dir keine zu großen gedanken machen, ich weiß übrigends genau, von was ich rede.
ansonsten habe ich in deinem alter schon einiges an die wand gefahren und abgesehen von mir, weiß ich ganz genau, daß noch einiges dazu kommen wird.
ausprobieren, solange es geht, bis man das gefunden hat, was einem liegt, das ist das leben.
unsicherheit, selbstzweifel, ängste gehören dazu, sonst wärst du ja ein völlig gefühlskalter eisblock und gerade das scheinst du eben nicht zu sein, sonst würde dir das nicht so zu schaffen machen.
schön, daß du freunde hast, dir die sagen, daß du ein guter typ bist und nicht alles so stimmt, wie du selbst glaubst.
mein sohn ist jetzt 21 jahre alt, hatte auch noch nie eine freundin, hat zwei lehrstellen sausen lassen und leidet unter extremer selbstunterschätzung. er lebt noch bei mir und das wird wohl noch eine zeitlang so bleiben.
ich bin die letzte, die ihm helfen könnte, doch gebe ich den glauben daran, daß er irgendwann seinen weg finden wird, nicht auf.
es gibt nämlich dinge, die unabänderlich sind wie z.b. die zeit, die ständig neues bringt und man müsste sich schon in ein erdloch verkriechen, um dem zu entkommen.
es gab bei mir mal die zeit, beginnend in deinem alter, in der ich allem unbekannten mit spannung entgegensah und ausprobiert habe, ich habe keine gedanken daran verschwendet, ob ich irgendetwas kann oder nicht, ich habe einfach gemacht. sicherlich hatte ich dafür meine gründe und auch mein innenleben ist nicht mit deinem zu vergleichen, doch diese art hat mir letztendlich zu einer führungsposition verholfen mit über hundert angestellten und viel kontakt zu kunden, im grunde war es genau mein ding.
daß meine psyche da nicht mehr mitspielte, ist ein anderes thema, doch meine neugier, wie manche dinge im leben laufen und auch enden, ist immer noch da, ungeachtet meiner krankheiten.
ich hoffe, dir kann der klinikaufenthalt, auch mithilfe der kontakte zu anderen patienten und deren geschichten, helfen, über dich selbst etwas milder zu urteilen.
viele grüße
mamschgerl

Linax7
Beiträge: 1
Registriert: So 10. Jun 2018, 17:08

Re: Erfahrungen mit der Klinik Ginsterhof und eine Frage zu Drogentests

Beitragvon Linax7 » So 10. Jun 2018, 17:12

Huhu.

Ich hoffe du hast die Zeit gut überstanden und profitierst noch davon. Könntest du vielleicht mal berichten wie es dort war? Ich werde dort auch bald eine Therapie machen.

LG Lina


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