Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Hier können Sie sich austauschen, Tips geben und Fragen stellen zu allen seelischen Problemen, Lebenskrisen und Erkrankungen, zu Medikamenten, Psychotherapie, anderen Therapien, Therapeuten, Kliniken etc.
N-wie-Name
Beiträge: 7
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 12:28

Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon N-wie-Name » Sa 31. Dez 2016, 12:54

Liebes Forum,

am liebsten würde ich mich mit dem, was ich hier schreibe, gar nicht beschäftigen, und erst recht nicht an Sylvester. Es widerstrebt mir, mir selbst einzugestehen, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist, aber ohne Hilfe komme ich da nicht raus. Ich bin für jede Antwort und jeden konstruktiven Vorschlag dankbar.

Allgemein zu mir: Ich bin eine Frau, 30 Jahre alt.

Ich habe an eine Psychotherapie gedacht - wüsste aber nicht einmal, welche die richtige Therapieform für mich ist. Ich habe vor ca. 10 Jahren einmal eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht und vor ca. 7 Jahren eine Verhaltenstherapie. Das war damals wegen Depressionen, die ich mittlerweile nicht mehr als problematisch empfinde. Das jetzt ist anders als damals und weniger grundlegend/allumfassend. Trotzdem ist es quälend, und ich will da raus.

Ich glaube, zwei Dinge sind an mir irgendwie verkehrt. Das Erste ist schwierig zu erklären, und das Zweite eine Folge vom Ersten, aber einfacher.

Also erstens bin ich irgendwie dünnhäutig. Ich bin schnell traurig und unsicher, ich reagiere emotional heftiger als die meisten. Ich habe Angst, nicht zu genügen, Leute zu enttäuschen. Ich fühle mich nicht komplett, irgendwie als Außenseiter. Ich habe das Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören, und das war schon immer so. Meine Freunde, kann ich nicht wirklich ernst nehmen, immer wieder werte ich sie in meinen Gedanken ab, sie scheinen mir auch irgendwie nicht in Ordnung. Das würde ich ihnen aber natürlich so nie sagen. Bei der Arbeit habe ich manchmal irgendeinen Sinnmangel, ich empfinde das, was ich tue nicht als sinnvoll. Meistens hinterfrage ich Dinge, Umstände und Menschen so lange, bis ich etwas Schlechtes an ihnen finde. Dieser Mangel/Fehler ist mir dann immer sehr bewusst, kaum auszuhalten sogar. Am schlimmsten ist es natürlich bei meinen eigenen Problemen, die ich nicht so einfach lösen kann, daher das Gefühl, irgendwie falsch zu sein.

Das zweite sind meine Liebesbeziehungen. Ich wünsche mir eine feste Beziehung und auch Kinder. Ich hatte eine große Liebe, die Beziehung ist aber nach 5 Jahren aus gutem Grund zerbrochen. Er hatte mich geohrfeigt, das war für mich das Aus. Seitdem sind 3 Jahre vergangen, und in der Zeit hatte ich zwei Beziehungen nacheinander, die beide sehr ähnlich waren. Beide Männer stehen fest im Job und haben schon ein Kind, rein zeitlich/organisatorisch war da kein Platz für mich, und keinem von beiden war ich wichtig genug, um Platz zu schaffen. Das kann ich gut verstehen, weil es große Veränderungen in ihrem Leben gefordert hätte. Die Frage ist nur: warum habe ich mich auf sie eingelassen, warum war ich so naiv? Ich habe doch von keinem der beiden die Bestätigung bekommen, die ich brauche, mich ständig unverstanden gefühlt. Die Antwort ist wohl, dass ich nicht allein sein kann, das ist eben eine Folge aus meinem ersten falschen Ding, dass ich nach einer Beziehung gleich die nächste suche. Und das ist seit 17 Jahren so.

Ich hab keine Lust mehr, ständig unglücklich zu sein. Mein Leben ist nämlich toll, ich mag meinen Job, Wohnung, Hobbys, Freunde - alles das kann ich durch meine Selbstzweifel und sonstiges ständiges Hinterfragen nicht richtig genießen.

Für mehr Infos von mir, um mir einen Tipp zu geben, einfach fragen.

Ich wünsche Ihnen allen ein rauschendes Fest zu Sylvester und ein glückliches Jahr 2017!

N.

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon mamschgerl » Sa 31. Dez 2016, 14:27

hallo n,
ich glaube nicht, daß es eine ganz speziell darauf ausgerichtete therapie gibt, sondern eher eine aus verschiedenen methoden speziell auf dich angepasste form.
du schreibst, daß du mit deiner depression mittlerweile ganz gut klar kommst, doch gleichzeitig ist das, was du beschreibst, eben typisch für eine.
dein 'nicht dazugehören' ebenso wie die sinnlosigkeit in vielen bereichen, deine empfindlichkeit und eben alles, was du aufgeführt hast, sind so offensichtlich für eine depression, daß du das nicht von ihr trennen und als selbstständige 'krankheit' benennen kannst.
das gehört eben alles dazu und macht die depression aus.
leider wird gar nicht soviel an behandlungsmethoden angewandt, daher muß man sich hier auf die drei gängigen beschränken, zwei hast du ja schon erwähnt.
wie du da raus kommen kannst, kann ich dir nicht sagen, wüsste ich es, wäre ich selbst ein 'glücklicherer' mensch.
woher dein mangelndes selbstbewußtsein kommt, könnte man vielleicht mal ergründen, um einen ansatz zu finden.
alles zu bewerten rührt meistens auch daher, daß man selbst immer negativ bewertet wurde und so zu positiven eigenschaften kaum mehr zugang findet.
weswegen ich keine beziehungen mehr führen kann, weiß ich, aber warum du immer wieder in dieses verhaltensmuster zurückfällst und männer suchst, die dir nur schaden können und du eigentlich schon im vorfeld weißt, daß deine wünsche in keinster weise erfüllt werden, solltest du unbedingt herausfinden.
ich kenne das sehr gut, etwas vermeintlich postives solange zu zerpflücken, bis der haken daran gefunden ist, nur um die bestätigung zu finden, daß es nichts gutes auf der welt gibt oder geben kann.
es ist ein extrem selbstzerstörerisches verhalten, das aber irgendwo seine ursache hat.
ich hoffe, du findest einen geeigneten therapeuten, der die richtigen fragen stellt und mit dir zusammen einen weg findet.
alles gute für dich
und im neuen jahr.
l.g. mamschgerl

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon mamschgerl » Sa 31. Dez 2016, 14:37

p.s.
zu den beziehungen wollte ich noch sagen, daß du dich extrem niedermachst.
immer bist du diejenige, die niemandem wichtig genug ist, für die kein platz ist, die am ende eher stört als daß man sich überhaupt die mühe machen sollte, sich mit ihr abzugeben.
versuch wirklich mal, herauszufinden, wieso du dich selbst nicht ausstehen kannst und dir an allem zuerst selbst die schuld gibst und stell bis dahin die wünsche nach einer heilen familie mit kindern noch zurück.
zum glück kann man heute noch etwas älter werden als frau, bis man sich zur schwangerschaft entschließt, daher ist es nicht schlimm, wenn du das noch etwas verschiebst und vorher versuchst, dich selbst annehmen zu können, damit du mit dir einigermaßen im reinen bist.
dann findet sich vielleicht der richtige von selbst und alles andere fügt sich dann schon.
mamschgerl

Benedikt24
Beiträge: 16
Registriert: Do 22. Dez 2016, 18:21

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon Benedikt24 » Sa 31. Dez 2016, 14:44

Hallo n,
es wäre gut, wenn Du einen Therapeuten(in) findest- dem Du gut vertrauen kannst. Welche Therapieform angeboten wird, ist nicht ganz so wichtig. Vielleicht wäre gut einen Therapeuten zu finden, welcher Dich erstmal stabilisiert. So eine Art Kumpeltyp, der das Selbstbewustsein wieder aufbaut. Und Dir den Druck von den Schultern nimmt. Das kann dann befreiend wirken. Zum Thema Beziehung möchte ich Dir zu Silvester einen Lesetipp geben. "Die Beziehungsfalle" von Hans Joachim Maaz. Das Buch behandelt das Thema sehr gründlich und ist verständlich zu lesen. Um eine Therapie kommst Du aber nicht. Das Buch hilft verstehen, warum wir uns immer ähnliche Partner suchen - mit denen wir unglücklich sind.

Das fiel mir in aller Kürze ein.

Ich wünsche Dir einen guten Rutsch.

Benedikt.

N-wie-Name
Beiträge: 7
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 12:28

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon N-wie-Name » Do 5. Jan 2017, 07:58

Hallo ihr beiden,

ganz lieben Dank für eure Antworten! Ich hätte gern früher geantwortet, aber irgendwie habe ich gar keine Mail-Benachrichtigungen über eure Antworten bekommen, obwohl ich es extra eingestellt habe. Ich werde mich ab jetzt einfach hier im Forum angemelden und nachsehen.

Das Buch werde ich mir mal angucken, was du schreibst klingt interessant, Benedikt.

Zu der Depression möchte ich noch etwas ergänzen.
Ich sehe die Bezeichnung als Kurzform, die ein Problem sehr grob einkreist, und vor allem zur Kommunikation von Psychologen/Psychiatern untereinander gut ist. Das System von Krankenkassen und Pharmaherstellern fordert auch das Denken in solchen Diagnosen, man braucht ja zu jeder Therapie eine Einwilligung mit Angabe der Diagnose. Allerdings fühle ich mich mit dem Wort "Depression" ungefähr so gut beschrieben wie mit dem Wort "Deutsch", die Aussagekraft ist einfach äußerst eingeschränkt.
In meinen depressiven Phasen früher gab es etwas anderes als jetzt, nämlich die Unfähigkeit, Gutes wahrzunehmen, zu lachen, sich wohl und geborgen zu fühlen. Das ist jetzt vergleichsweise zu damals vorhanden, und Hoffnungslosigkeit nicht mehr. Unwohlsein grenze ich ein, auf ein konkretes Thema und lasse es nicht mehr ausufern und um sich greifen wie früher. Das meinte ich mit "nicht mehr so grundlegend". Ich fühle mich viel stärker und stabiler als damals. Entsprechend ist auch meine Lebenssituation viel stabiler, und ich nehme das Gute daran auch wahr.

An Therapieformen gibt es ja noch mehr als die von Krankenkassen geförderten, und ich kann es mir zum Glück mittlerweile leisten, auch privat einen Therapeuten zu bezahlen. Kassenpsychologen schließe ich prinzipiell nicht aus, aber ich frage mich einfach, ob eine andere Therapieform vielleicht einfach angemessener für mich wäre.

Ich möchte einen Therapeuten aus nicht als Kumpeltyp sehen. Die Therapie ist für mich eher ein Training, und den Therapeuten sehe ich als Trainer. Wenn mich der Therapeut stabilisiert, dann lerne ich selbst das weniger gut. Ich glaube, ich brauche Techniken, die ich üben kann, um meine Sichtweise zu ändern. Soweit zumindest meine Vermutung. Natürlich ist Vertrauen sehr wichtig, eben für die Analyse, woher das alles bei mir kommt.

Liebe Grüße!
N.

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon mamschgerl » Do 5. Jan 2017, 11:55

hallo n.,
alles nicht so einfach und mit sicherheit wäre da ein wirklich flexibler und einfühlsamer mensch nötig, um mit dir gemeinsam etwas zu erarbeiten, was dich in deinem sinne weiterbringt und vor allem in der art und weise, wie du sie dir vorstellst.
da jemanden zu finden, könnte schwierig werden, zumal bei therapeuten gerade die stabilisierung eine zentrale rolle spielt, um sich eben auf alles, was erarbeitet werden muss, innerlich gefestigt einlassen zu können.
( nicht meine worte, sondern nur wiedergegeben...)
deine wünsche gehen eher in richtung personaltrainer, vielleicht gibt es seminare, die sich um deine themen drehen oder workshops oder irgendwas in der art, alles zwar wohl auf die psyche und das mentale ausgerichtet, aber eben nicht in der üblichen psychotherapieform, um die von dir angesprochenen techniken, um deine stabilisierung bei bedarf selbst in die hände zu nehmen, zu erlernen.
die übliche vorgehensweise der psychotherapeuten steht dem entgegen, da für jene mit deinem ansinnen das pferd von hinten aufgezäumt wird.
da weiß ich leider, von was ich rede, denn mir kann diesbezüglich auch niemand helfen, aber das ist eine andere geschichte.
ich finde es toll, daß du dich aus deiner ursprünglichen verfassung derart befreiend herausgearbeitet hast und daß du diesen zustand weiter verbessern willst, logisch, ich würde da auch nicht mehr die üblichen therapien mitmachen wollen, da diese sich in dem stadium eher kontraproduktiv auswirken könnten.
ich drück dir die daumen auf deinem weg und hoffe, du findest das richtige angebot.
l.g. mamschgerl

N-wie-Name
Beiträge: 7
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 12:28

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon N-wie-Name » Fr 6. Jan 2017, 22:10

Hallo Mamschgerl und alle anderen,

habe heute 8 Therapeuten durchtelefoniert, und mit einem tatsächlich ein Erstgespräch für Montag verabredet. Und die Therapeuten sind querbeet verteilt, Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Gestalttherapie, sogar ein Theologe ist dabei. Ich probier die jetzt, wie ich Schuhe anprobiere. :) Prinzipiell mit der Annahme, dass sie nicht passen, aber dass ich halt den oder die Beste nehmen werde, bei der ich ein Erstgespräch bekomme.

Werde euch dann berichten, wo ich gelandet bin.

LG
N.

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon mamschgerl » Fr 6. Jan 2017, 23:36

hallo n.,
das ist wohl die beste art, die es gibt, einen guten therapeuten zu finden und den vergleich mit den schuhen finde ich irgendwie passend... :D
dann bin ich ja mal gespannt, was du am montag berichten wirst.
schönes wochenende
l.g. mamschgerl

N-wie-Name
Beiträge: 7
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 12:28

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon N-wie-Name » So 15. Jan 2017, 22:22

Hi :)

Mittlerweile habe ich "Die Liebesfalle" von Hans Joachim Maaz zu Haus. Ich vermute, das meintest du, Benedikt, "Die Beziehungsfalle" von dem Autor habe ich nämlich nicht gefunden. Habe gerade erst angefangen, es zu lesen, es ist auf jeden Fall sehr angenehm geschrieben, und voll zu meinem Thema. Danke nochmal für den Tipp!

Ich war am Montag beim Erstgespräch, bei einem Tiefenpsychologen. Es war erstmal ok, oder sagen wir, er hat nichts gesagt, was mich abgeschreckt hätte.

Er arbeitet ergänzend zur tiefenpsychologischen Herangehensweise mit Körpertherapie. Bei ihm beruht das auf dem nutzen körperlicher Empfindungen als Weg zu Emotionen. Das geht nicht um therapeutische Berührungen/Massagen oder Entspannungstechniken, sondern darum, körperliche Empfindungen wahrzunehmen, die bei bestimmten Themen auftauchen, und sie als Anhaltspunkte für schwer ausdrückbare Emotionen zu nehmen. Diese Perspektive gefällt mir erstmal sehr gut, ich bin ja eh ziemlich körperorientiert nach jahrelangem Yoga und vertraue meinem Körper auch.

Ich konnte auch ziemlich klar meine Bedürfnisse äußern zur Therapie, zum Inhalt, zu welchen Zeiten ich kann, und auch meine Selbsteinschätzung (z.B. Einsamkeit/Zweifel als Ursache statt als Symptom) loswerden. Er hat auf jeden Fall erstmal verstanden, was ich will und was nicht, aber letztendlich meinte er, er wüsste noch nicht, ob ich für ihn als Patientin in Frage komme, weil er vielleicht mit meiner "resoluten Art" nicht klarkommt. Er hat dennoch zwei weitere Probetermine mit mir vereinbart, also ganz abgeschreckt war er nicht. Ist sicher ungewohnt für Therapeuten, wenn da eine Patientin ankommt, die weiß, was sie will. Und (auch wenn er es selbst noch nicht weiß) eigentlich hat er ja schon meine klar feststehenden Infos und Ansprüche gehört, also fühlt er sich das nächste Mal vielleicht nicht so bevormundet. :mrgreen: Mal sehen ob das gut läuft, wenn ja, dann wäre es ja echt ein Glückstreffer, das erste Paar Schuhe und schon passend..?!

Bis zum nächsten Update!

mamschgerl
Beiträge: 1105
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon mamschgerl » Mo 16. Jan 2017, 04:48

hallo n.,
ja, da gibt es wenige, die mit einer resoluten art umgehen können, wobei ich persönlich deine einstellung nicht so sehe, sondern eher als die tatsache, daß patienten in der regel eher unwissend mit ihrer lage überfordert und therapeuten eigentlich diejenigen sind, die den patienten dann sagen, was ihnen fehlt und was sie brauchen als, wie in dieser situation, umgekehrt.
verständlich, daß er daher etwas zurückhaltend reagiert, das passiert einem nicht alle tage.
wie schon erwähnt, habe ich auch aus diesen gründen meinen zweiten klinikaufenthalt nach nur drei wochen abgebrochen, nicht nur, weil die angewandten methoden einer besserung meines zustandes entgegenwirkten sondern auch, weil die ärzte nicht darauf eingehen konnten, wenn ich genau definierte, was mir hilft und was nicht und daß ich eben techniken bräuchte, um die symptome in den griff zu bekommen und nicht, um die ursachen herauszufinden, weil die längst bekannt und in ihrer tragweite nicht zu ändern sind.
es ist eben nicht üblich, daß ein patient vorgaben zu seiner eigenen behandlung macht und dem therapeuten sozusagen das zepter aus der hand nimmt.
bleibt abzuwarten, ob er diese rolle, die du ihm zugedenkst, annehmen kann, aber zumindest gibt er dem ganzen eine chance mit weiteren terminen.
aber nochmal, ich sehe dich nicht als resoluten, sondern als klar denkenden menschen, der sich annäherungen seitens des therapeuten, die in richtung bevormundung gehen könnten, sowie du ihm vertrauen entgegenbringst, erwehren möchte.
ein mensch kann nur bis zu einem gewissen grad sein innertes einem anderen unterordnen und dadurch entwerten, irgendwann platzt er einfach und will als individium erkannt werden. daß du also von diesem arzt genau das erwartest, da er von vornherein eine außergewöhnliche vertrauensposition einnimmt, die du quasi ohne prüfung anzuerkennen genötigt bist, ist für mich vollkommen verständlich und hat nichts mit resolut zu tun.
im grunde sollte der therapeut dankbar sein, einen patienten mit klaren vorstellungen vor sich zu haben, dem er grundlegende sachverhalte nicht mehr erklären muss und gleich mit der eigentlichen arbeit beginnen kann.
ich hoffe, er sieht sich also nicht seiner position beraubt sondern als einen menschen, der, wenn er es richtig anstellt, dir in deinem sinne helfen könnte und dich nicht als ein dummerchen, das die welt nicht kennt, behandelt.
aber vielleicht versteht er den sinn des wortes 'resolut' für sich anders und ich rege mich umsonst auf... :lol:
ich drück dir die daumen!
liebe grüße
mamschgerl

Benedikt24
Beiträge: 16
Registriert: Do 22. Dez 2016, 18:21

Re: Therapieform für Unsicherheit, ständiges Zweifeln?

Beitragvon Benedikt24 » Mo 16. Jan 2017, 16:31

Hallo n,

mein Fehler. Die Liebesfalle ist das richtige Buch. Als ich fertig war, ist mir so Einiges klar geworden. Warum meine Beziehungen immer gescheitert sind. Ich finde einen tiefenpsychologischen Therapeuten mit Körperarbeit als sehr gut an. (das hat auch Herr Maaz viele Jahre in der Klinik in Halle praktiziert) Weil es eben ums Fühlen geht. Und nicht immer was man sagen will. Oftmals decken wir durch das kraftvolle Auftreten - Empfindungen zu. Interessant ist, was unter dieser resoluten Schicht ist. Will sie was zudecken?
Der Therapeut wird wissen wollen, ob er dort unten drunter mit Dir arbeiten kann.

Entschuldige, ich möchte Dir nicht zu nahe treten.

LG Benedikt.


Zurück zu „Zu allen Fragen der Psychiatrie und Psychotherapie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast