Psychose oder nicht?

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Alanis 74
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Psychose oder nicht?

Beitragvon Alanis 74 » Mo 4. Nov 2013, 17:39

Hallo,

ich bin 39 und an einer Psychose, sowie an Epilepsie erkrankt. Wohne seit 13 Jahren in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Nehme 2 versch. Neuroleptika und ein Mittel gegen Epilepsie.

Folgendes Problem: Ich glaube ich habe eine Art Schub meiner Erkrankung, bin mir aber nicht ganz sicher. Es ging vor knapp drei Wochen los, ich bin auf einmal so lärmempfindlich geworden, alles war so laut, ich konnte auch schlecht raus gehen, hatte Ängste, auch vor Menschen. Dann fing es an, dass die Stimmung schwankte, von weinerlich/depressiv bis gereizt und schlecht gelaunt und minimale Verfolgungsgedanken. Ich hab das dann versucht selber irgendwie in den Griff zu kriegen, weil ich inzwischen nach soviel Jahren Therapie auch ganz gut in der Lage bin.

Es wurde dann allerdings schlimmer, sodass ich zu meiner Psychiaterin gehen wollte. Leider war sie da im Urlaub und eine Vertretung da. Ich habe dem Arzt meine Symptome geschildert, er sagte ich könne sehr gut damit umgehen und auch klar sehen was da läuft. Er hat dann meine Medikamente erhöht.

In den letzten Tagen dachte ich es wird besser, leider verschlechtert sich aber nun die Situation. Ich verstehe bestimmte Dinge nicht mehr warum sie so sind und nicht anders.

Beispiel: Ein Mitbewohner von mir hat letzte Woche in der Gruppentherapie gesagt, dass er jetzt nicht mehr in seine Tagesstätte gehen wird und sich da abmelden wird. Dann hab ich mir gedacht, ok er geht da jetzt nicht mehr hin und das wars. Heute erzählt er wieder von seiner Tagesstätte, dass er da hin geht. Letzte Woche hat er gesagt, er meldet sich da ab.

Und solche Dinge beschäftigen mich jetzt ständig. Ich erlebe es irgendwie so, dass die Leute heute irgendwas so sagen zu einem Thema und am nächsten Tag komplett was anderes bzw. das Gegenteilt.

Ich beziehe auch viel auf mich, aber dass weiss ich ja, das erkenne ich.

Ich komme einfach nicht mit den Aussagen von meinen Mitmenschen klar. Heute so und morgen ganz anders.

Versteht ihr was ich meine? Hattet ihr auch schon mal solche Zustände? Ist das normal oder nicht? Bin etwas durcheinander.

Ich bin für jede Antwort dankbar!

LG Alanis

Kesh
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Kesh » Mo 4. Nov 2013, 18:03

Liebe Alanis,

vieles von dem was Du berichtest erkenne ich wieder. Bei mir sind es Vorboten einer Psychose. Hast Du schon mal bei einer Psychoedukation mitgemacht? Dort lernt man vieles über seine Psychose, Vorboten und und wie man ihnen entgegenwirken kann. Bei mir hilft zum Beispiel eine Erhöhung der Medikation um nicht mehr so durchlässig zu sein. Und außerdem hilft sonst bei mir noch die Vermeidungsstrategie. Alles was mir nicht gut tun könnte vermeiden.

Du schreibst, dass Du manches missverstehst. Wenn Du so etwas wieder entdeckst, frag doch den Jenigen einfach noch mal, ob Du es, so wie Du es verstanden hattest, richtig oder falsch verstanden hast. Vielleicht hat er sich falsch oder ungeschickt ausgedrückt und es liegt daher gar nicht an Dir.

Aber auf jeden Fall solltest Du es, wenn Dein Arzt wieder da ist, es ihm erzählen.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Kesh

Alanis 74
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Alanis 74 » Mo 4. Nov 2013, 18:39

danke

cake
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon cake » Di 5. Nov 2013, 08:03

Hallo Alanis 74 !

Würdest Du Dich auch als hochsensibel beschreiben wollen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t

Liebe Grüße cake
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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Alanis 74
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Alanis 74 » Di 5. Nov 2013, 09:37

Hallo cake,

ja so könnte man es auch evtl. sehen... Ich habe aber die Diagnose Psychose/schizoaffektive Störung und Epilepsie.

Ich hab manchmal das Gefühl ich kann "riechen und spüren" wo sich Leute die ich kenne, aufhalten oder wo sie hingehen. Oder was sie für Gedanken haben, oder ob sie gar nix denken. Ich beziehe alles auch mich, im Moment eben sehr verstärkt. Ich denke, wenn ich keine Medikamente nehmen würde, würde sofort wieder eine Psychose auftreten, mit ausgeprägtem Verfolgungswahn und dann hab ich das Gefühl, dass man meine Gedanken lesen kann.

Meine Konzentration ist im Moment sehr stark gestört, ich kann Leuten schlecht zuhören, wenn sie was erzählen. Und wenn doch, verstehe ich die Zusammenhänge nicht, oder wie sie das meinen und bin dann sehr stark irritiert.

Im Großen und Ganzen ist das auch unangenehm, ich meine diese ausgeprägte Feinfühligkeit.

Alanis

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fluuu
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon fluuu » Di 5. Nov 2013, 10:38

Hallo,
sensibel sind alle Menschen auch hoch sensibel manchmal oder desensibilisiert, je nach Situation.

Die Umwelt als besonders auf sich bezogen wahrzunehmen ist ein Zeichen von innerer Unsicherheit,
wenn man nicht in sich ruht und das ist bei psychischen Schüben der Fall egal ob sie stark oder schwach ausfallen,
dann ist die Suche nach äußerem Halt gegeben und das führt zur besonderen Aufmerksamkeit auf die Umwelt
und weniger auf den inneren Kern.
Medikamentöse Behandlung ist in der akuten Situation auf jeden Fall gut um nicht weiter in die Psychose
flüchten zu müssen aber darüber hinaus auch das eigene Verhalten ganz bewusst kontrollieren und versuchen
mit den Gedanken bei sich zu bleiben auch wenn es unsicher ist, die Eindrücke von außen verunsichern
offensichtlich noch viel mehr denn die anderen Menschen sind auch auf der Suche nach einem Halt.

Man kann das Bild von zwei Ertrinkenden verwenden die versuchen sich aneinander hoch zu ziehen,
es geht nicht, sie drücken sich immer wieder gegenseitig runter, sich lösen und mit ruhigen Schwimmbewegungen
sich in Richtung Rettungsring bewegen ganz bei sich und auf das Ziel konzentriert ermöglicht mehr
Chancen heil anzukommen als die Hoffnung durch andere Ertrinkende gerettet zu werden.

Eine Wohngemeinschaft ist gut, es gibt Gesellschaft und wenig Einsamkeit aber manchmal ist Abgrenzung
oder innerer Rückzug notwendig, das muss nach außen nicht groß auffallen.
Bloß sich nicht an etwas in der Gemeinschaft hängen was genauso labil ist wie man selbst oder noch labiler
wenn man selber gerade eine kleine Krise mit der eigenen Position durch macht, dann besser Distanz wahren,
sich selber festigen und stabilisieren und dann schauen was die Anderen machen.
gruß fluuu

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Mavros
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Mavros » Di 5. Nov 2013, 10:47

Hallo,
kennst du schon diese Adressen?
......... weitere Adressen hier, auf der letzten Seite:
http://www.psychose.de/downloadarchiv/P ... -Leben.pdf

.......... und Tipps...

Wichtig ist, dass man lernt zu begreifen, dass Vorstellungen davon, was andere denken, beabsichtigen, tun, auf eigenen Wünschen, Befürchtungen, Erfahrungen und Schlüssen beruhen. Das kann den Druck mindern, der als Resultat dieser Vorstellungen den Alltag belastet. D. h. wenn das Denken in anderen Bahnen verlaufen würde, gäbe es das Problem der Durchlässigkeit nicht. Die Erkenntnis muss man sich leider oft hart erarbeiten, und Tabletten helfen dabei kaum. Wenn man die gesamte Situation berücksichtigt, kann das "das Gehirn ruhig stellen" nicht viel bewirken, und neben unerwünschten körperlichen und psychischen Nebenwirkungen schürt der Konsum weitere Ängste, so wie du schreibst...
Ich denke, wenn ich keine Medikamente nehmen würde, würde sofort wieder eine Psychose auftreten...
Eigentlich ist sie aber schon da, dann warum nicht nach einer geeigneten Therapie suchen. Krankheiten kommen und gehen, oder man lernt mit der Zeit sie in sein Leben gut zu integrieren und kann dadurch sogar eine höhere Lebensqualität erreichen im Vergleich zu den Menschen, die gesund sind und sich vor Krankheiten oft krankhaft fürchten. Der Zustand der Krankheit ist eigentlich ein Ruhepunkt, denn der worst case ist bereits eingetreten. Was bedeuten Krankheitssyptome? Sie haben eine Signal- und Warnfunktion in dem Sinn, dass gut geraten wäre, entweder eigene Lebensweise, oder sie betreffende Einstellungen zu ändern.

Alles Gute, Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Feuerchen
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Feuerchen » Di 5. Nov 2013, 13:51

Mavros hat geschrieben: ....und Tabletten helfen dabei kaum.
Um erst mal zu Erkenntnissen kommen zu können, ist ein Beruhigung des Systems zu erreichen. Und das geht in einer Psychose vor allem mit Medikamenten

Was bedeuten Krankheitssyptome? Sie haben eine Signal- und Warnfunktion in dem Sinn, dass gut geraten wäre, entweder eigene Lebensweise, oder sie betreffende Einstellungen zu ändern.
Wenn dann die Erstberuhigung erfolgt ist, stimme ich dem bei, daß die Krankheitssymptome eine Signal und Warnfunktion haben. Dann geht es daran Erkenntnisse zu gewinnen, seine Lebensweise oder Einstellungen zu verändern. Das braucht meistens Zeit!
Durch das Erkennen und verändern, erreicht man mehr Stabilität, evtl. sogar Heilung!

Wenn man stabiler ist, kann man auch langsam versuchen die Medis zu reduzieren bis zum Ausschleichen. Allerdings gelingt das nicht jedem.

Liebe Grüße
Feuerchen

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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Alanis 74 » Di 5. Nov 2013, 13:58

Hallo, vielen Dank für die Antworten und auch die Adressen!

Ich war grad bei meiner Psychiaterin, sie hat meine Medikamente erhöht und ich bin erstmal zwei Wochen krank geschrieben.

In meiner Wohngemeinschaft sind die Bewohner alle sehr zurückgezogen, jeder ist meistens in seinem Zimmer. Das ist auch eine Situation worunter ich sehr leide, weil ich gerne außerhalb der Gesprächsgruppen auch mal mit den anderen Gespräche führen würde. Daran haben die kein Interesse und deswegen fühle ich mich manchmal sehr einsam.

Ich hoffe die Medikamente schlagen an.

LG Alanis

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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Mavros » Di 5. Nov 2013, 15:13

Hallo,
es ist wichtig, aktiv zu werden. Falls du noch nicht probiert hast - in jeder größeren Stadt findest du Verbände wie z. B. den Sozialpsychiatrischen Dienst -

(Beispiel Fürth)

http://www.sozialpsychiatrischer-dienst ... gebot.html

Zum Thema Alternativ-Behandlung -
Psychopharmaka-Beratung des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener, Wittener Str. 87, 44 789 Bochum, Tel/Fax 0234 / 640 5102, Matthias.Seibt@psychiatrie-erfahrene-nrw.de. Erstkontakt: 0234 / 68 70 5552. http://www.bpe-online.de. Dieser Text steht unter http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de, dort Lesenswertes.
Nach Möglichkeit - zeitweilig raus aus dem Dornröschenschlaf in deiner Wohngruppe, viel Erfolg!

LG Mavros
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon cake » Di 5. Nov 2013, 18:14

Alanis 74 nun hat Dir deine Psychiaterin die Dosis für eine Zeit erhöht.

Dann wünsche ich Dir, dass die Medikamente anschlagen.

Möchtest sagen, wie oft Du bei Deiner Psychiaterin bist und was Du für Hobbies hast. :wink:

Grüße cake
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fluuu
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon fluuu » Do 7. Nov 2013, 11:01

Hallo,
warum eine Wohngemeinschaft keine Gemeinschaft ist obwohl alle dicht beieinander wohnen kann verschiedene Gründe haben.
Wenn alle psychisch betroffen sind ist jeder mit sich und seiner Krankheit beschäftigt und hat Angst vor zu viel Nähe da
Beziehungen schnell zu Verletzungen führen können. Vielleicht geht es Dir auch so und Du willst zwar reden aber keine
verpflichtende Beziehung eingehen, dazu stellt sich niemand zur Verfügung. (Abladen, Mülleimer, Auskotzen)
Wenn Du ernsthaft Interesse an Kontakt hast in der WG dann mache den ersten Schritt und lade jemanden oder alle ein zu etwas
ganz konkretem woran der Andere interessiert ist, z.B. sich über ein konkretes Hobby oder Interessengebiet austauschen.
Wenn Du wartest, dass jemand kommt und Dich abholt und alle anderen machen es genauso passiert nichts,
wenn Dein Leidensdruck in der WG groß ist, dass es keine kommunizierende Gemeinschaft ist kannst Du um dem Leid
entgegenzuwirken den ersten Schritt machen und es wenigstens versuchen, Du hilfst Dir selbst dabei so oder so.
Nur beklagen, dass in der Gruppe nichts passiert und weiter auf ein Wunder hoffen ist wenig Fürsorge für sich selbst.
Das geflügelte Wort heißt: Versuch macht klu(ch)(g)....
gruß fluuu

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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Alanis 74 » So 10. Nov 2013, 13:17

Hallo fluuu,

das habe ich schon ein paar Mal gemacht, die Bewohner angesprochen ob sie Lust auf einen Kaffee und Kuchen haben. Den Kuchen hab ich selber mit Liebe gebacken. Alle haben nein gesagt, auch mal ein Versuch gemeinsam ins Kino zu gehen, scheiterte.

Die sind halt extrem zurückgezogen, sitzen in ihren Zimmern vor dem TV und wollen halt mit der Welt nix zu tun haben. Auf der anderen Seite ist das auch irgendwie entspannend, weil keiner Stress macht. Wir hatten hier schon einige Bewohner, die aggressiv und laut waren und sich hier aufgeführt haben, das war auch nicht lustig.

Ich denke halt die Mischung machts. Wenn wenigstens ein Bewohner da wäre, der Interesse an einem losen Kontakt hat, in der Form, dass man mal den anderen fragt, wie es dem geht und so, oder mal gemeinsam frühstücken.

Ich erwarte da nicht viel, ich meine mich strengt jeder Kontakt zu Menschen ziemlich an, wie Du auch schreibst, man wird verletzt.

Hier in der WG fände ich es halt schön, einmal die Woche ein Hallo wie gehts. Aber selbst dazu sind die nicht in der Lage.

Ich habe jetzt eh schon meine Kontakte nach außen verlagert.

DAnke für deine Antwort

Gruss alanis

cake
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon cake » So 10. Nov 2013, 14:48

Ich habe jetzt eh schon meine Kontakte nach außen verlagert.
Na das ist doch schon mal ein toller Anfang. :wink:
Liebe Grüße cake
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Laura
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Re: Psychose oder nicht?

Beitragvon Laura » So 10. Nov 2013, 20:51

Hallo Alanis!

Für meine Begriffe führen gemischte Gefühle zu gemischten Aussagen, bzw. dieses "heute so, morgen so" und es setzt sich dann fort, dass gemischte Aussagen zu gemischten Gefühlen bei anderen führen usw.. Daran knappse ich selber noch, halte mich aber an der Hoffnung hoch, dass es einem eines Tages so gut gehen wird, dass einen nichts mehr wirklich verunsichern und deprimieren kann. Außerdem glaube ich, dass das Universum auf verrückte Weise gestrickt ist und man erstmal soweit kommen muss, diese Verrücktheit als eine gute Verrücktheit erkennen und genießen zu können. Aber dass man daneben auch ein paar Leute braucht, auf die man sich verlassen kann und die einem die selbst erbrachte Zuwendung zurückerweisen, stimmt natürlich auch. Aber in Deiner WG sind die Leute wohl schon froh, dass sie ein Dach über dem Kopf haben und möchten vielleicht nicht allzu viel Nähe zu den Mitbewohnern riskieren, da dies auch Konflikte mit sich bringen kann, die man ja möglichst nicht in der eigenen Wohnung haben möchte, schon gar nicht als labiler Mensch.

Du tust sicher Dein Bestes, um mit Deiner eigenen Erkrankung klarzukommen und auch um den Menschen um Dich herum ein wenig Freude ins Leben zu bringen. Aber konzentrier Dich damit lieber auf die Leute, von denen etwas zurückkommt und die hast Du ja außerhalb der WG.

Für Deinen gegenwärtigen Notzustand wünsche ich Dir viel Kraft, auch wenn dazu ein kleines Maß an Einzelkämpfertum dazugehört. Eines Tages wird sich das lange Abstrampeln gelohnt haben. Wenn ich das nicht glauben würde und auch für mich selbst hoffen würde, wäre ich sonstwo.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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