Was ist nur mit mir los?!

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Spyss
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Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Spyss » Mo 21. Jun 2010, 12:25

Hey hey :)

Wie der Thread Titel schon sagt, gibt es da einige Dinge die mir auf dem Herzen liegen und mit denen ich einfach mal mit irgentwem Sprechen muss, bzw Rat brauche...

Zu meiner Person: Ich bin 20 Jahre und habe gerade mein Abitur hinter mich gebracht, wo wir schon gleich zum ersten großen Problem kommen... ich weiß nicht wie es weiter gehen soll.

Es ist nicht so, als hätte ich keine Ideen. Ich habe viele interessen und Male mir oft aus wie meine Zukunft aussehen könnte. Der Haken dadran, ich habe Angst. Angst vor jeglichen neuen Herausforderungen. Eigentlich hatte ich vor gegen Ende des Jahres mit einer Freundin nach Australian zu gehen ala Work & Travel. Sie hat nun aber andere Pläne womit ich mit meinem Auslandsaufenthalt alleine dastehe. Nun denkt ihr euch vielleicht :"das alles hört sich ja noch nicht wirklich nach irgentwelchen Psychischen Problemen an..." womit wir zum zweiten Problem und der (meiner Meinung nach) eigentlichen Ursache für meine Ängste kommen.

Mir fällt es extrem schwer mich anderen zu öffnen, mich verwundbar zu zeigen, so zu sein wie ich bin. Wenn ich alleine irgentwo bin bin ich stets total unsicher. Ich denke viel zu viel nach, über das was ich anderen sage, wie ich es sage. Denke darüber nach ob das jetzt richtig ist, wie mein Gegenüber das aufnimmt.
Das ist, als wäre man ständig in einem Gefängnis aus dem man keinen Ausweg findet. Man will so sein wie man ist - kann es aber nicht weil einen irgentwas davon abhält den Mund aufzumachen, auf die Menschen zuzugehen.
Ich lebe wie in einer Trance, es gibt kaum Dinge die mir wirklich Freude bereiten (damit meine ich dieses wirklich GEFÜHL freude). Ich tue die Dinge die eben getan werden müssen, aber empfinde dabei nichts.

Der einzige Weg den ich für mich gefunden hab, der wenigstens Zeitweise aus diesem Gefängnis rausführt ist, ja, der Alkohol. Ich trinke nicht übermäßig oft oder viel, aber könnte es mir zb nie vorstellen Nüchtern in einer Disco zu sein. Ich BEtrinke mich auch nicht , sondern nur soviel, dass die Mauer um mich herum zusammen bricht und ich endlich so sein kann wie ich bin. Wenn diese Mauer zerbrochen ist verschwinden alle gedanken die mich sonst den ganzen Tag quälen, ich gehe offen auf Menschen zu, habe einfach spaß, fühle mich frei...

Es ist schon mehrfach vorgekommen das Menschen mir gesagt haben, dass ich auf Partys und Feiern ein anderer Mensch sei. Offen, fröhlich, Selbstbewusst, Sozial. Genau die Menschen haben mir auch gesagt das sie nicht wüssten wie das kommt, weil ich nicht betrunken wirke (und auch nicht bin), sondern einfach nur ein anderer Mensch (ich).

Das komische daran ist, dass ich früher total anders war. Ich habs genossen im Rampenlicht zu stehen, war in der Schule der Spaßmacher, gehörte zu den beliebtesten Jungen (ja, da liefen die Mädels noch scharenweise hinter einem her *gg* ;),
habe ohne darüber nachzudenken Verantwortung getragen, und andere haben sie mir ohne zu fragen zugesprochen. Stand ein Sport Tunier an, war ich automatisch der "Kapitän", der die Aufstellung bestimmt hat, die Spieler motiviert hat ...

Danach kam eine 2 jährige Zeit in der ich mehr Zeit vor dem Bildschirm als mit Schlaf zugebracht hab (ja, da konnte man definitiv von einer Onlinespiel sucht reden), in der sich meine sozialen fähigkeiten und mein damals so groß vorhandenes Selbstbewusstsein völlig in Luft aufgelöst haben.

Ich weis nicht ob man bei mir von einer psychischen Erkrankung reden kann, ich weis auch nicht ob ich hier bei der richtigen Adresse bin, ich weiß nur das mich all diese Gedanken, der drang danach so sein zu wollen wie ich bin und auf der anderen Seite die Barriere die mich dadran hindert innerlich zerreist. Sie nehmen mir den Spaß am leben, hindern mich dadran das zu tun was ich tun möchte, zerstören mir meine berufliche Zukunft und zwingen mich dazu den ganzen Tag etwas zu spielen das nicht ich bin.Dazu kommt (um nochmal auf Problem 1 zurückzukommen), dass ich mich natürlich entscheiden muss etwas zu tun. Meine Eltern üben langsam aber sicher immer mehr Druck aus ala "Was willst du denn jetzt eigentlich machen?" , was die Gedanken nurnoch verstärkt.Ich würde alles dafür tun um den "freien" Zustand den ich auf Partys habe, bzw vor dem Pc Scheiss dauerhaft hatte, wieder dauerhaft zu erlangen...

Sry das der Text solang ist, es musste einfach mal alles raus, würde mich freuen wenn mir irgentjemand irgentwelche Tips geben könnte,

Mfg Spyss

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Laura
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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Laura » Mo 21. Jun 2010, 13:51

Hallo Spyss!

Ich schätze, Du wirst vom Ernst des Lebens umzingelt und noch willst Du Dich verbarrikadieren und Dich ihm mit Alk verweigern. Der Ernst des Lebens fällt für jeden anders aus, ich will hier nix dramatisieren und von großen Schicksalswegen erzählen, die man nur aus dem Fernsehen oder aus den Zeitungen kennt. Aber okay, Dein bisheriger Lebensweg sieht für mich so aus, dass Du lange Zeit ein Sonntagskind warst, das mit vielen Talenten gesegnet ist. Dafür hast Du sowohl Spaß als auch Bewunderung bekommen. Soweit so gut, so egoistisch dürfen Kinder und Jugendliche eben sein. Und jetzt bist Du gefordert, Deine Talente nicht nur für Spaß und Bewunderung einzusetzen, nicht nur zu Deinem eigenen Vergnügen. Betrachte es als Vorbereitung für den Fall, dass Du Dich mal wirklich verlieben solltest. Da würdest Du sicher auch nicht nur dafür geliebt werden, dass Du so ein fabelhafter Entertainer und "Kapitän" sein kannst. Nicht zuletzt deswegen greifen doch so viele Promis zum Alkohol oder zu Drogen, weil sie eben nicht so gemocht werden, wie sie sind, sondern immer lustig und stark sein müssen. Oder weil sie ausbeuterisch mit ihrem Ruhm und Geld umgehen.

Wie Du es schaffst, auch anders mit Leuten zurechtzukommen als immer nur der angehimmelte Platzhirsch zu sein, gehört zu Deiner Freiheit als junger Erwachsener dazu. Wenn Du da Ältere um Tipps bittest, kriegst Du gleich deren Lebenserfahrungen mitserviert, während bei Dir alles noch ganz offen ist und Du Dir Deine Vorbilder selber aussuchen kannst, falls letzteres noch nötig ist. Eins steht fest: Wenn schon Alphatier sein wollen, dann nach der Devise "Adel verpflichtet".

Viele Grüße und keine Angst, so schrecklich ist der Ernst des Lebens nun auch wieder nicht und schließt auch spaßige Zeiten nicht aus! :wink:

Alles Gute

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Spyss » Mo 21. Jun 2010, 16:56

Danke erstmal für deine schnelle Antwort :)

Naja mir kommt es garnicht so sehr darauf an der "Platzhirsch" oder "Kapitän" zu sein. Ich will einfach nicht mehr vor neuen Dingen, Dingen die mich eigentlich interessieren kneifen aus Gründen die mit der Sache an sich nichts zu tun haben...
Die Geschichte mit dem "Kapitän" hab ich eignlt nur dazu geschrieben um zu verdeutlichen, dass ich damals bereit dazu war Entscheidungen zu treffen und Verantwortung auch für andere zu übernehmen, während ich heute ja nichtmal Verantwortung für mich selbst übernehme.

Ich will einfach, dass die Angst ausschließlich von fremden Menschen umgeben zu sein und mit ihnen, auf diese aber offen und aktiv zuzugehen und sich nicht zu verstecken, mich nicht mehr dadran hindert das zu tun , was ich tun möchte.... und ich weiß beim besten Willen nicht wie ich das erreichen kann, ich weiß nur das ich nicht ewig so weiter machen kann wie im moment...

Ich schätze eine gewisse "Vorsicht" gegenüber neuen Situationen und Menschen hat jeder, der eine mehr der andere weniger. Aber das was mir da Tag für Tag durch den Kopf schießt ist einfach nichtmehr normal und ja, ziemlich belastend...

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Laura » Mo 21. Jun 2010, 17:21

Hallo Spyss!

Na ja, es steht doch jedem zu, nicht auf jeden fremden Menschen offen zuzugehen ohne sich deswegen gleich vor allen zu verstecken. Und wenn Du Gedanken hast, die Dich fertigmachen, solltest du jemanden zum Reden haben, der ein wenig Deine Last mitträgt. Tja, heutzutage findet das nicht unbedingt im Freundeskreis statt, sondern beim Pyschotherapeuten. Oft geht man nur deswegen zum Psychotherapeuten, weil nahestehende Menschen den Kummer, über den man reden möchte, nicht aushalten oder/und verletzend reagieren. Oder man hat erst gar keine Menschen, die einem nahestehen und die als Vertrauenspersonen in Frage kämen.

Viele Grüße

Laura
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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Spyss » Mo 21. Jun 2010, 20:25

Du hast recht, in meinem Umkreis gibt es niemanden mit denen ich darüber reden würde, weil es denke ich einfach niemanden gibt der mein Problem da richtig auffassen würde. Ich wette da würde sowas kommen wie "Du? Erzähl doch keinen scheiss, als ob" etc etc. Das ganze würde halt runtergespielt werden, obwohl es mich wirklich beschäftigt...

Ich möchte ja auch nicht auf ALLE Menschen zugehen, oder für alle offen sein, oder das jeder mich mag. Aber diejenigen die mir symphatisch vorkommen und von denen ich denke dass es sich lohnen würde sie näher kennen zu lernen, die machen mir eben genau so Probleme. Und das kotzt mich an. Wenn man sich ständig gedanken über den nächsten Schritt macht, was man jetzt sagt, was danach etc pp dann ist der Kopf einfach irgentwann voll mit dem Quatsch und man hat garkeine lust mehr sich überhaupt noch alleine in irgentne Umgebung zu begeben wo man ausschließlich mit Fremden konfrontiert ist, obwohl man eigentlich genau da hinwill. Mh, klingt ein bisschen verwirrend, aber so isses eben...

Naja, danke für die Antworten Laura ;)

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Laura » Mo 21. Jun 2010, 22:16

Hallo Spyss!

Es ist eine mühsam erlernbare Kunst, die Reaktionen seiner Mitmenschen nicht zu sehr ahnen oder auch berechnen zu wollen, ohne gleich mit dem Schlimmsten zu rechnen! Deswegen grübelt man und will möglichst tolle Dinge sagen, damit die anderen möglichst toll reagieren. Und wenn man z. B. denkt "Egal, was ich sage, die anderen reagieren ja doch abweisend", kann man erstmal eine einsame Zeit verbringen. Diese kann man aber auch positiv nutzen, um ein bisschen selbstgenügsamer zu werden, obwohl man es natürlich eigentlich gerne geselliger und geborgener hätte. Aber Menschen, die keine Einsamkeit aushalten können, was können die eigentlich aushalten? Und apropos mit dem Schlimmsten rechnen: Den "Existenzberechtigungsschein" kann einem jedenfalls keiner nehmen, auch wenn es auf der Welt zuweilen so aussieht, als würden sich die Nervenkriege einzig und allein darum drehen...iss aber vielleicht auch nur mein Problem und das einiger anderer, die vor lauter Angst vor dem Leben irgendwann in die Psychiatrie mussten! :wink:

Du wirst Deinen Weg schon machen. Worin Du Dir jetzt sehr anders vorkommst als andere, wird Dir später mal im Leben sehr normal und allgemein menschlich vorkommen, mit dem nötigen Gleichgewicht zwischen dem, was Dich mit anderen verbindet und dem, was Dich von anderen unterscheidet (und letzteres muss man auch bei den Sympathischen "aushalten"). Was kamen da nicht alles für Bekenntnisse zutage, wenn ich Jahre später meine Jugendfreundinnen wiedertraf und endlich mal Tacheles geredet wurde, wie beschissen die Jugend eigentlich war. Und das auch von solchen, die damals am laufenden Meter Spaß zu haben schienen und die so unheimlich offen und siegreich wirkten. Aber damals steckten wir zu tief drin, um uns das zu erzählen, dafür war die Popmusik da, besonders die mit den kritischen Texten. :wink:

Liebe Grüße

Laura
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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon fluuu » Mi 23. Jun 2010, 13:59

Hallo Spyss,

Laura hat schon viele gute und interessante Dinge angesprochen.
Was mir noch eingefallen ist beim Lesen Deines Textes, vielleicht hast Du von Dir eine Vorstellung wer Du sein möchtest
und das trifft mit der Realität nicht überein wer Du gerade im Moment wirklich bist. Du hast eine falsche Vorstellung von Dir.
Alltagsängste in Deutschland haben und nach Australien gehen wollen passt nicht zusammen, es ist entweder Flucht
oder Größenwahn. Wenn Du Dich mit Deinem Verhalten nur unter Wirkung von Alkohol aushältst, dann stimmt mit
Deinem realen Bild im Alltag von Dir selbst etwas nicht und dieser Zwiespalt kann Ängste hervorrufen.

Du könntest Dich in Zukunft damit beschäftigen zu Lernen die Dinge die Dich betreffen so zu spüren wie sie wirklich sind
und damit dann einen gesunden Umgang finden. Du hast die Qualitäten und Fähigkeiten Deiner Kindheit und frühen Jugend
einfach verlernt oder besser gesagt verspielt.
Warum Du spielsüchtig geworden bist ist ein analytisches, psychologisches Thema, lässt sich hier nicht klären, dazu
könntest Du einen Therapeuten vor Ort aufsuchen.
Spielsucht ist eine psychische Erkrankung und wird in der Klassifizierung als pathologisches Spielen aufgeführt.
Es hat Dein Leben verändert, wahrscheinlich im Negativen, das solltest Du Dir bewusst machen und Deine Erwartungen
darauf ganz realistisch ausrichten. Mit anderen Worten, kleine Schritte machen und kleine Brötchen backen...
Lerne als erstes wieder Dich und die Umwelt so zu spüren und anzunehmen wie sie wirklich ist und nicht unter Rausch...
gruß fluuu

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon Spyss » Sa 26. Jun 2010, 13:51

Danke erstmal für eure Antworten :)
Ich würd nich sagen das ich mich anders sehe als ich eignlt bin, sondern eher, dass ich wenn ich auf mich alleine gestellt bin wer anders bin als normalerweise. Wenn ich unter Freunden bin habe ich ja auch keine "Alltagsängste". Und auch keine Ängste davor mich anderen sofort so zu zeigen wie ich bin. Selbst wenn ich mit nur einer Person die mich gut kennt unterwegs bin , dass reicht schon aus um mir diese Ängste fast voll ständig zu nehmen.

Das Problem ist halt wirklich dieses auf sich alleine gestellt sein. Denn sobald das so ist verschließe ich mich, und dann kommen wieder diese ewig nervenden Gedanken auf die mich komplett blockieren.

Mit Australien dachte ich könnte ich diese Gedanken und Ängste vlt auslöschen. Dort bin ich auf mich alleine gestellt, aber auch auf andere Angewiesen. Dort MUSS ich mich ja quasi meinen Ängsten stellen, kann nich in meinen Freundeskreis oder Familie flüchten. Dort MUSS ich mir diese Sicherheit die ich hier von Leuten die mich kennen bekomme ja irgentwann selbst geben können. Ich will ja nicht mein ganzes Leben so weiter machen wie bisher (nach der Spielsucht).

Und da Ängste (zu mindest für mich) , nicht zur Persönlichkeit gehören sollte man sie doch auch iwie besiegen und dauerhaft ablegen können... oder meint ihr nicht?

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon fluuu » Mo 28. Jun 2010, 11:12

Hallo,
Deine Äußerungen klingen zu schlüpfrich als das ein konkretes drauf eingehen möglich ist.
Du sprichst eine Problematik an und gleichzeitig meinst Du es ist alles in Ordnung.
Wenn Du ein Problem hast gestehe es Dir ein und suche nicht Ausflüchte, mache es Dir
bewusst und verändere etwas realistisch im Leben, übe und trainiere es vor Ort.
Es ist mühsam den Alltag zu verändern und es gibt zunächst keine Siegestrophäen dafür.
Erst nach und nach stellt sich in der Stimmungslage ein besseres Wohlbefinden ein mit sich selbst.
Sich selber aushalten und mögen ohne Ablenkung und Sucht ist ein wichtiger Umstand um
Lebensqualität zu erfahren und um frei bzw. unabhängig zu sein.
Man kann die Eigenliebe fördern indem man sich so nimmt wie man ist ohne negative Gefühle
und die Gesellschaft mit sich selbst, den eigenen Gedanken und Gefühlen zu schätzen weiß
und dankbar dafür ist, dass so das Dasein eine Sinn hat.
gruß fluuu

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon theMentalist » Fr 10. Mär 2017, 20:41

Hey Leute :)
das ganze hier liest wahrscheinlich sowieso keiner mehr aber trotzdem:

ich kann nur sagen dass es mir genauso geht.
ich bin erst 15 und trinke fast keinen alkohol. Irgendwie habe ich Angst davor, welchen zu trinken, weil ich die Kontrolle über mich nicht verlieren will. ich sehe alkohol nicht als lösung für mein problem aber ich würde gerne mal mit meinen freunden feiern gehen, weil ich mich sonst ja quasi selbst von der gruppe ausschließe, aber ich trau mich nicht mich dann zu öffnen #-o

ich bin eigentlich schon seit der volksschule so allerdings hab ich da natürlich nicht darüber nachgedacht, ob das normal ist
in letzter zeit beschäftigt mich das thema ständig, ich hab immer das gefühl, dass ich eine psychische störung habe weil ich irgendwie ständig nur Selbstgespräche führe, oder mir vorstelle mit eine person zu sprechen, weil ich halt irgendwie mit niemand anderem darüber sprechen kann.
bin ich schizophren?! :silly:
mein problem ist, dass ich weis dass ich ein problem habe, aber null ahnung hab was überhaupt das problem ist, falls das irgendwer verstehen kann :silly:
ich lebe halt irgendwie nur in so einer traumwelt, habe quasi keine eigene Identität (kommt mir zumindest so vor), ich weis weder wer ich bin noch weis ich was ich überhaupt sein möchte und hab im großen und ganzen sowieso null plan was ich mit meinem leben anfangen will...


jaaaaa ist irgendwie schon ziemlich lang der text aber ich wollts halt einfach mal schreiben wenn ich schon nicht drüber reden kann :roll:
war einfach grade so erleichtert, dass ich nicht der einzige mensch auf dieser welt mit so einem ähnlichen problem bin :D

kann mir mal jemand sagen warum die smileys nie da sind wo sie sein sollten sondern immer einfach am anfang vom text auftauchen?! :>

irgendwie ist der ganze text ein wenig sinnlos aber für den fall dass ihn jemals jemand liest:
Glg
Jojo

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon mamschgerl » Fr 10. Mär 2017, 23:31

hallo jojo,
der satz " ich bin erst 15 und trinke fast keinen alkohol" ist irgendwie bezeichnend dafür, wie es heutzutage abgeht.
abgesehen von mir und meinen erfahrungen in dem alter sollte es doch eher normal sein, mit 15 keinen alkohol zu trinken und wie du schon richtig erkannt hast, eben aus diesem grund, nicht die kontrolle zu verlieren.
aber jetzt mal zu dem phänomen, was alle in dem alter überkommt. es ist nichts anderes als die oft und auch zu recht verfluchte pubertät.
zu erkennen, daß man kein kind mehr ist aber trotzdem noch nicht erwachsen, ist schwer zu händeln. man weiß, daß man so langsam mal beginnen sollte, sich wenigstens im ansatz mal um die zukunftigen ziele im leben zu kümmern, aber um welche, wird einem leider nicht gesagt und bis dahin musste man sich auch darum nicht kümmern.
das leben bekommt mit einem mal einen touch, der der sorglosigkeit der kindheit risse beibringt und man erkennt, daß der spaß ein ende hat. sich plötzlich mit dem leben in der zukunft auseinandersetzen zu müssen, wenn man eigentlich noch halb in den kinderschuhen steckt, kann einen schon schockieren und angst einjagen.
vorherige unbefangenheit wandelt sich plötzlich zu unsicherheit, auch denkt man nun vermehrt an andere, ob man sie verletzt oder verärgert, man denkt darüber nach, wie man selbst auf andere wirkt, alles, was vorher völlig selbstverständlich war, sieht man mit anderen augen und die sicherheit ist dahin.
diese zeit der selbsterkenntnis und der sozialen entwicklung dauert mitunter jahre und da muss man durch.
jeder reagiert da anders und gute ratschläge, wie man diese zeit am besten übersteht, gibt es nicht wirklich,der einzige trost, diese erste zeit der fragen, des umdenkens, des erkennens und des lernens, die einem da noch angst einjagt und in der man sich oft fragt, ob man noch bei verstand ist, geht auch wieder zu ende.
im späteren leben sollte man zwar auch oft genug umdenken, erkennen und lernen, aber dann passiert das unter anderen umständen und nicht mehr unvorbereitet.
sich mit 15 oder auch mit 20 die frage zu stellen, was man eigentlich mit seinem leben anfangen soll, ist zu weit in die zukunft gedacht. da geschehen noch so viele dinge, daß man sich überhaupt nicht festlegen kann, ohne überhaupt von all den möglichkeiten nicht wenigstens ein bischen angeschaut zu haben.
in dem alter nicht zu wissen, wohin man will, ist vollkommen normal, woher sollte das wissen kommen?
sich nicht wie die anderen auf feten zu verhalten oder sich nicht zu öffnen, ist ein charakterzug. vielleicht ändert sich das, vielleicht auch nicht. muss man wie die anderen sein?
und daß man glaubt, niemandem zum reden zu haben, ist auch normal. fast alle haben gedanken, von denen sie glauben, sie nicht mitteilen zu können aus angst, sowieso nicht verstanden oder als völlig verdreht abgestempelt zu werden,also redet niemand darüber.
fazit, sind wir nicht alle ein bischen bluna?
also, nicht den kopf hängen lassen, pubertät und jugend ist keine krankheit.
alles gute
mamschgerl

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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon theMentalist » Do 16. Mär 2017, 18:43

hallo mamschgerl :)

danke für deine antwort!
(es hat ja wirklich noch jemand gesehen :D :silly: )
sie hat meine probleme zwar nicht geklärt, was ja vermutlich unmöglich ist, aber sie hat mir echt weitergeholfen O:)

noch mal kurz wegen dem alkohol:
ein "natürlich" habe ich mir in dem satz mit dem alkohol erspart, weil das eben leider nicht mehr so selbstverständlich ist. mit "fast" meine ich übrigens nur an Sylvester ein glas sekt und ein radler am maturaball meines bruders. das wars dann auch schon so ziemlich für ein jahr.
bei größeren festen wie zum beispiel fasching (fasching ist bei uns ein muss) gehen dann fast alle meine freunde noch ein bisschen feiern und ich fahre dann eben nach Hause.
Am nächsten tag reden dann alle in der schule nur über den fasching und ich bin ein ziemlicher außenseiter :/

naja nochmal danke und glg
jojo

mamschgerl
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Re: Was ist nur mit mir los?!

Beitragvon mamschgerl » Do 16. Mär 2017, 20:03

hallo jojo,
fasching ist sowieso ein thema für sich...
ich habe mit fasching ungefähr in deinem alter abgeschlossen, als mir klar wurde, daß es immer auf ein kampfbesäufnis und hemmungsloses grapschen hinausläuft, was letztendlich einfach nur noch widerlich war.
wenn man bekannte hat, die einfach nur lustig beisammen sein wollen, ist es noch erträglich, auch, wenn man selbst keinen alk trinkt, kann es dann richtig gut laufen, man muss nicht selbst beschwipst sein, um mitlachen zu können.
und zum themaprobleme lösen, es ist ganz klar, daß ich das nicht kann und ich will auch keine ratschläge geben, es sollte lediglich ein gedankenaustausch sein.
dir also auch alles gute
grüße
mamschgerl


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