Erwachsene Tochter psychotisch

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cake
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Fr 26. Mär 2010, 21:52

Oh je, da hast Du grad wirklich viel zu schultern.
Er meint, es käme vom Kiffen.
Ja, durch das kiffen können bei manchen Menschen Psychosen entstehen-leider.

Es ist natürlich schwer, Deine Tochter im Moment in Ruhe zu lassen, aber wenn Du grad Ihr "Feindbild" bist besser so.

Gibt es nicht noch eine Freundin, mit der sich Deine Tochter gut versteht?

Zur Uni geht Deine Tochter noch?
Liebe Grüße
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snow
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon snow » Sa 27. Mär 2010, 00:22

Hallo Mondin,
ich sage gleich vorweg das ich keine Erfahrung und auch nur wenig Ahnung von Psychosen habe. Meine Psychischen Probleme ranken sich mehr um DIS, Depressionen, Derealisationen, Dissoziationen, Halluzinationen, SVV, und seltenen Manischen Schüben. Das nur vorweg.

Ich musste gerade meinem Bruder 4 Monate lang dabei zusehen, wie er immer stärker manisch wurde. Von daher glaube ich das ich deine Situation etwas nachfühlen kann. Eltern haben von Anfang an versucht meinen Bruder vor seinen Handlungen zu warnen, Haben versucht ihm die Realität vor Augen zu führen und ihm gleichzeitig immer wieder versichert, das sie ihn auffangen, wenn seine ganzen hochtrabenden Träume zusammenbrechen. Da ich selber nicht gesund bin und Eltern sich nicht auch noch sorgen um mich machen wollten/sollten war mein Part mich zurück zu halten und einfach nur den Kontakt zu meinem Bruder zu halten. Diese Aufgabenteilung war zwischen mir und meinen Eltern abgesprochen.

Im laufe der Zeit hat sich mein Bruder immer weiter von Eltern zurückgezogen, hat ihre Warnungen als Vorwürfe aufgefasst und möchte jetzt nichts mehr mit Eltern zu tun haben. Ich bin also in letzter Zeit die einzige aus der Familie gewesen, die noch Zugang und Kontakt zu meinem Bruder hat.

Jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung das ich während der Manischen Phasen auch nicht einsichtig bin, was meine Handlungen oder eine Krankheitseinsicht betrifft. Von daher habe ich einfach nur weiter Kontakt gehalten und ihm gesagt das ich gerne bereit bin ihm zu helfen wenn er mir sagt oder fragt wobei ich ihm helfen soll. Z. B. seine Tiere einhüten, Blumen gießen, beim aufräumen helfen usw. also Angebote bei ganz Alltäglichen Dingen. Das hat er abgelehnt. Das schafft er alles mit links. Die ganze Welt hat nur auf ihn gewartet. usw Dabei war offensichtlich das er es nicht mehr schafft. Ungebügelte Hemden, dreckige Klamotten, kaotische Wohnung – alles Sachen wo mein Bruder sein ganzes Leben lang immer sehr pingelig war.

Letztes Wochende habe ich dann mehr durch Zufall erfahren, das mein Bruder die Woche über weg fahren will. Also habe ich ganz gezielt gefragt: Soll ich dann deine Tiere versorgen? Diesmal hat er ja gesagt. Ich habe dann nur noch gefragt, ob die Sachen für die Tiere da liegen, wo sie immer liegen. Antwort: Ja, nur das Futter liegt auf dem Käfig. Den bräuchte ich auch nicht sauber machen, das hätte er gerade erst gemacht.

Er ist dann los und ich habe seine Wohnung nach langer Zeit richtig betreten. Also nicht wie vorher nur kurz im Flur. Die Tiere waren völlig vernachlässigt, hatten weder Wasser noch Futter, der Käfig war seit sehr langer Zeit nicht gesäubert und so zog sich das durch den Rest der Wohnung.

Er liebt seine Tiere und hat sie vorher immer vorbildlich versorgt. Und mir war klar, das ich nicht mehr länger zuwarten kann, nicht wenn die Tiere darunter leiden. Vor ein paar Stunden kam er nach Hause und ich habe ihn wegen seinen Tieren zur Schnecke gemacht und ihm gedroht, die Tiere ins Tierheim zu bringen wenn ich das noch mal mitbekomme. Er war ziemlich erschüttert (wie gesagt: er liebt seine Tiere) nach seinem Empfinden hat er die Tiere versorgt. Also habe ich ihm genau geschildert, was ich vorgefunden habe und wie seine Tiere reagiert haben, als sie endlich wieder Wasser und Futter bekamen. Ich bin ziemlich zuversichtlich das ich damit jetzt zu ihm durchdringen konnte, denn wir haben danach noch ein längeres dann auch ruhiges Gespräch geführt, in dem ich ihm auch erklärt habe das ich ihn „für in Richtung Manisch“ gehend halte. Und zwar aufgrund von den und den Vorkommnissen und Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen in Manischen Phasen. Am ende dieses Gespräches war er zumindest so einsichtig, das er in bestimmten Bereichen jetzt Hilfe von mir annimmt. Das er einsieht, das er da Sachen angefangen hat, die er unmöglich alle auf einmal bewältigen kann. Und das er einsieht das er die letzten Monate doch wohl etwas am „zu hoch fliegen“ war. Er wirkte nach dem Gespräch auch nicht mehr so euphorisch und großtuerisch, wie in der Zeit davor. Von daher bin ich jetzt zuversichtlich, das unser (der der Familie) Vorgehen, im Falle meines Bruders richtig war. Auch wenn die Sache noch nicht ausgestanden ist.

Unsere Eltern haben es beide versucht, konnten aber nicht zu ihm durchdringen. Ich habe abgewartet und Kontakt gehalten, mehr nicht. Als der Zeitpunkt günstig war (er liebt seine Tiere und ich wusste das es ihn treffen muss, wenn ich es schaffe ihm klar zu machen wie stark er sie vernachlässigt hat) habe ich ihn damit konfrontiert wie sein Verhalten der letzten Zeit auf mich wirkt. Also: ich habe den Eindruck das du dich mit dem und dem und dem gerade etwas übernommen hast und zwar aus den und den Gründen. Wobei ich immer die Möglichkeit offen gelassen habe, das ich mich irre.

Diesmal bin ich damit durchgekommen. Ich hoffe das es auch weiterhin klappt.

Wenn dich deine Tochter momentan ablehnt, dann würde ich an deiner Stelle sie auch nicht bedrängen. Ihre Brüder haben ja nach deiner Schilderung noch Kontakt zu ihr. Diesen Kontakt halte ich persönlich für sehr wichtig. Den gilt es zu erhalten. Über diesen Kontakt weiß die Familie zumindest, wie es ihr ungefähr geht. Kontakt halten, Zuhören, Hilfe anbieten – aber auch akzeptieren wenn sie die Hilfe ablehnt. Ich hatte das Hilfsangebot meist allgemein gehalten: „Wenn ich dir irgend wobei helfen kann, dann sage mir das, ich mache das gerne.“ Seltener auch mal gezielt auf alltägliche Dinge: „Ich gehe eh noch einkaufen. Brauchst du etwas? Soll ich dir etwas mitbringen?“. Vertrauen ausbauen, vertrauen erhalten. Evtl. hört sich das jetzt einfach an, aber es ist immer wieder ein Balanceakt. Da ihre Brüder noch Kontakt zu ihr haben, wäre das nach meinem Empfinden deren Part.

Du selber solltest nach meiner persönlichen Meinung versuchen Stabil zu bleiben oder es zu werden. Zumindest würde ich es so handhaben und habe es auch so gehandhabt. Was spricht dagegen, vorrübergehend auf die Unterstützung von Medikamenten zurück zu greifen? Du bist durch äußere Umstände in einer Krisensituation in welche du nicht direkt eingreifen kannst. Und nichts hindert dich daran, die Ads wieder aus zu schleichen, wenn sich die äußeren Umstände wieder beruhigt haben. Deine Söhne werden deine Unterstützung benötigen. Die brauchen jemanden bei dem sie sich aussprechen können, den eine solche Situation ist für die gesamte Familie nicht leicht. Da sehe ich aus meiner Sicht bei euch deine Aufgabe: Für deine Söhne und den Rest der Familie da sein. Die unterstützen. Und da wäre es nun mal von Vorteil wenn du stabil bist.

Für mich hört sich dein Text so an, als wenn du Erfahrung mit Ads hast. Haben sie dir in der Vergangenheit geholfen? Wenn ja. Was spricht dagegen vorübergehend diese Hilfe wieder an zu nehmen? Und wer weiß wie sich das weiter entwickelt. Vielleicht wirst du in Zukunft noch an einer anderen Stelle gebraucht. Und das vielleicht sogar recht plötzlich. Da wäre es schon besser, wenn du dann auch einsatzfähig bist. Ich würde da an deiner Stelle kein Risiko eingehen wollen, mit vielleicht bekomme ich es ja auch noch so hin stabil zu bleiben/wieder zu werden. Was du im Endeffekt machst, musst du selber wissen/entscheiden. Ich persönlich habe mir jede Unterstützung geholt, die ich bekommen habe und bin bis jetzt ziemlich stabil geblieben. Nicht so stabil wie in einer ruhigeren Zeit, aber stabil genug um eingreifen zu können, als der Zeitpunkt mir günstig erschien.

Ich hoffe das dir mein Beispiel und die daraus von mir gezogenen Schlussfolgerungen, zumindest in Teilen hilfreich sein können. Du kennst dich selber und deine Familie viel besser, als ich es durch deinen Text auch nur erahnen kann. Gucke also einfach ob und was du von meinem Text gebrauchen kannst.
LG, Snow
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snow
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon snow » Sa 27. Mär 2010, 14:23

Du hast es selbst wahrlich nicht leicht, doch aber du siehst alles mit einer solchen Realität.
Ich habe Probleme zu fühlen. Ich kann eine gewisse Distanz zu meinen eigenen Gefühlen nicht überbrücken. Das versuche ich mit Realitätssinn zu kompensieren. Meine Art alles etwas distanziert und realitätsbezogen zu sehen, ist bei mir also auch Krankheitsbedingt. Du dagegen kommst in deinen Texten sehr gefühlvoll bei mir an. Das ist zum Beispiel etwas was ich bewundere.
Einfach da sein.... dazu gehört viel viel Kraft. Hast du denn jemand, der dich ein wenig unterstützt auch?
Ja, habe ich. Ich habe meine Betreuerin, meine Psychiaterin, meine Bezugsperson in der Tagesstätte (Sozialtherapeutin) welche mich sehr stark unterstützen und ich habe meine Eltern wo wir uns gegenseitig stützen. Hast du auch dafür gesorgt, das du ein Umfeld hast, welches dich stützt? Du brauchst jetzt auch sehr viel Kraft. Aufgrund deiner momentanen Situation, aber auch um für deine Söhne und den Rest der Familie da zu sein.
Habe nicht überlesen: Du ziehst dich selbst zurück, weil deine Eltern schon genug belastet.
So wollte ich das gar nicht ausdrücken, vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, das wir uns untereinander beraten haben, das wir untereinander geregelt haben wer welche Aufgaben übernimmt und auch übernehmen kann. Und aus welchen Gründen wir es so geregelt haben, das ich mich zum Anfang zurückgehalten habe. Nämlich zum Selbstschutz für mich, gleichzeitig aber auch um meine Eltern nicht noch zusätzlich zu belasten. Also beides.
Ich wollte dir damit auch etwas den Denkanstoß geben, ob solche Absprachen nicht vielleicht auch in deiner Familienstruktur hilfreich sein könnten. Z.B. deine Söhne versuchen den Kontakt zu deiner Tochter zu halten, während du dann die Anlaufstation für deine Söhne bist. Die Familie zu einem Team machen, Wo jeder bestimmte Aufgaben übernimmt. Ich wollte zum Ausdruck bringen, das ich auch in der Abwarteposition durchaus meine Aufgaben innerhalb dieses Familienteams hatte und weiterhin habe. Genauso wie ich innerhalb eurer Familie sehe, das du nicht einfach nur „Hilflos zusehen musst“, sondern das du bereits aktiv eine Rolle innerhalb eures „Teams“ übernimmst/übernehmen kannst. Den für den Rest der Familie in so einer Situation da zu sein ist eine sehr wichtige und große Rolle. Sicherlich ist dieses „Hilflos mit zusehen müssen Gefühl“ aus der Gefühlsperspektive richtig. Ich wollte lediglich zeigen, das man es auch aus einer anderen Perspektive betrachten kann.
Das sind auch meine Gedanken, wenn meine Tochter endlich sich Hilfe sucht, Hilfe zulässt - dass sie mich dann braucht und dann will ich auch für sie dasein.
Diese Richtung ist auch einer meiner Gedanken, allerdings nicht der alleinige. Zusätzlich denke ich auch an die Möglichkeit, das sie evtl. erst mal nur Hilfe von einem ihrer Brüder annehmen könnte. Der wiederum wäre dadurch stark belastet und bräuchte dich dann vermehrt. Dadurch wärst du dann auch stärker belastet. Du müsstest dann also für einen oder beide deiner Söhne vermehrt da sein können.
Oder auch einfach Ereignisse welche man vorher nicht abschätzen kann und welche dann ja zusätzlich zu der jetzt schon belastenden Situation dazu kommen würden. So wie du jetzt ja auch schon 2 belastende Ereignisse hast. (den Tod deiner Mutter und die Situation deiner Tochter). Bei mir kam zu der Situation mit meinem Bruder, das eine gute Bekannte von mir letzte Woche umgebracht wurde. Also ein unvorhergesehenes Ereignis, welches zusätzlich belastet. Auch für solche Eventualitäten ist es hilfreich wenn man vorher eine gewisse Grundstabilität hat und sich bereits vorher schon nach möglichst viel Unterstützung und Hilfe umgesehen hat. Wenn man sie dann nicht braucht, ist es gut. Wenn man sie braucht ist sie schnell greifbar. Ich brauchte diese Hilfe jetzt z.B. und es war sehr gut das ich sie nicht erst suchen musste, sondern das sie schon jederzeit greifbar bereit stand.
ich habe abgesetzt. Und es war wirklich als würde ich plötzlich durch ein geputztes Fenster sehen, wo vorher alles verschliert und verschwommen.
Aus dieser Erfahrung heraus wehrt sich in mir eigentlich alles wieder mit AD anzufangen.
Das kann ich gut verstehen. So wie du es beschreibst, wäre es für dich evtl. auch wieder schwierig „Klar zu sehen“ wenn du mit den Ads wieder anfängst.
Ich erlebe die Wirkung der Ads bei mir anders. Mehr so als wenn ich ohne Ads nur mit einem Auge sehen kann, mit den Ads aber auf einem Auge voll und mit dem anderen Auge etwas.
Zudem habe ich die Ansicht, dass meine Traurigkeit nach dem Tod meiner Mutter nur zu normal ist. Meine Sorge jetzt um meine Tochter ist auch real. Dass mir da mal die Kraft ausgeht ist ebenfalls normal. Oh das ist schwer zu schreiben, ich hoffe sehr du verstehst mich jetzt nicht falsch mit meinen ganzen "normal".
Es ist auch meine Ansicht, das Trauer, Sorge und Ängste in solchen Situationen normal und ich würde sogar sagen: auch richtig sind. Sie sind in solchen Fällen auch wichtig. Man braucht sie. Ich z.B. hatte bei mir bemerkt, das es mir gar nicht gut tat, das ich den Tod meiner Bekannten nicht beweinen konnte. Ich wollte, aber ich konnte nicht. Dadurch hat sich bei mir ein innerer Druck aufgebaut. Ich hatte mich dann entschlossen an der Trauerfeier teil zu nehmen. (Ich war erst unsicher ob ich das durchstehen kann) und es hat sich als richtig erwiesen, den ich konnte durch die Trauerfeier endlich weinen. Nach diesem weinen geht es mir wieder besser. Das meine ich, wenn ich sage das Trauer auch wichtig ist.
Du sorgst und schaust auf deinen Bruder, achte darauf auch ein wenig Kraft für dich zu behalten, hmm?
Das ist es, was ich auch zu dir rüberbringen wollte. Du kannst es nur irgendwie viel schöner ausdrücken.
LG, Snow
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » So 28. Mär 2010, 20:48

Für mich bedeuten Drogen die Botschaft, kapiert endlich, dass ich bereits 18 bin und war.
Das ist richtig.

Aber manche Menschen werden durchs kiffen psychotisch.
Da verändern sich die Botenstoffe im Gehirn.
(meines kann vielleicht mehr aushalten- das am Rande)
Aber ich kenne tatsächich Fälle bis zur Einweisung.
Verfolgungswahn etc.
Leider muß man die Geduld haben, dies abzuwarten, denn dann geht der Patient von alleine. Mondin dann bekommst einen Anruf eventuell, aber eben erst dann.
Oder jemand anderes.
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cake
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Mo 29. Mär 2010, 09:34

Später erfuhr ich durch seine Schwester, dass er verwirrt am Bahnhof war, und auf Anruf von mehreren Leuten wurde er in eine Klinik gebracht.
Genau so könnte ich mir das mit Deiner Tochter vorstellen.
Entweder Sie sieht die Notwendigkeit selbst, oder sie fällt auf, und dann wird Sie "Patient".
Denn Ihr muss geholfen werden.

Ich verstehe Deine Sorge, aber es geht bestimmt gut aus.
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cake
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Mi 7. Apr 2010, 11:57

Mondin, vielleicht meint kleinbuchstabe ja den männlichen Bezugspunkt :-k
Hat sie auch diese so große Angst? Hört sie Stimmen? Kann sie auch nicht schlafen, kommt nicht zur Ruhe?
Sie ist allein und ich weiß dass es immer ihre größte Angst war einmal allein zu sein.
Könnte sehr gut sein, dass Sie Angst hat.
Dass Sie Stimmen hört könnte auch sein.
Dass Sie nicht schlafen kann ist sehr wahrscheinlich. Dadurch werden Ihre Nerven "dünn".

Sie fühlt sich wohl sehr alleine und das ist es auch, was Ihr Angst macht. Durch Drogen noch sehr verschärft.

Es kommt der Tag, da wird der Leidensdruck wohl übermächtig, dann erst nimmt Sie Hilfe in Anspruch.
Wünsche auch Dir viel Kraft.
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon Nachtigall » Mi 7. Apr 2010, 12:07

Hallo Mondin,

Du bezeichnest deine Tochter als krank, sagst über sie lauter Sachen, von denen unbeteiligte Mitleser auf den Gedanken kommen könnten, sie wäre verrückt "Teufelsfratzen in den im allgemeinen mit "böse" assoziierten Farben "schwarz und rot". Sie würde "einfach so"(=völlig unverständlich also "verrückt") keinen Kontakt mehr wollen.

Deine Tochter ist 31. Sie hatte wahrscheinlich Probleme mit ihrem Freund. Was weißt du davon wie sehr sie ihn liebt und wie sehr sie sich ansonsten gut verstehen und miteinander leben können.
Du stellst sie hier für seltsam hin, weil sie sich von ihrem Freund trennt und mit Dir nichts mehr zu tun haben will.
Was weißt du schon von deren Beziehung? Meine Exbeziehung wegen der ich jetzt noch mit PTBS zu tun habe war nach außen voll toll und die große Liebe. Und bloß weil man jemanden liebt heißt das noch lange nicht, daß dieser jemand einen auch gut behandelt.

Die Frau ist 31. Niemand ist deswegen "krank", wenn er mit dir keinen Kontakt mehr wünscht.
Lass deine Tochter in Ruhe und achte ihre Persönlichkeitsrechte.
Bloß weil du nicht verstehen kannst warum jemand auf einmal mit Leuten die du nett findest keinen Kontakt mehr wünscht ist der/diejenige nicht krank.
Würde meine Family mir im Zuge dessen, daß ich mit Leuten die meine Mutter gut findet und ich nicht und ich mit denen den Kontakt abbreche, mit Psychiatrie drohen, würde mich das ehrlich auch ziemlich fertig machen.

Laß sie einfach in Frieden. Sie ist groß, auch wenn du ihr das nicht glaubst. Es ist ihr Leben.
Mir selber ist was ähnliches passiert mit meinen Eltern. Grausig, ehrlich.
Mit denen will ich auch nichts mehr zu tun haben.

Hört sich hart an, ich weiß.

Gruß
Nachtigall
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Do 8. Apr 2010, 02:37

Die Frau ist 31. Niemand ist deswegen "krank", wenn er mit dir keinen Kontakt mehr wünscht.
Lass deine Tochter in Ruhe und achte ihre Persönlichkeitsrechte.
Bloß weil du nicht verstehen kannst warum jemand auf einmal mit Leuten die du nett findest keinen Kontakt mehr wünscht ist der/diejenige nicht krank.
Nachtigall ich hör Dich rauschen. :wink:
:wink: :wink:
Zuletzt geändert von cake am Do 8. Apr 2010, 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
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cake
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Do 8. Apr 2010, 11:56

Jetzt habe ich deswegen arge Schuldgefühle, frage mich ob ich bei meiner Tochter es hätte merken müssen, ihr vielleicht helfen hätte können bevor es so schlimm wird?
Doch ich war mit meiner Mama beschäftigt die an Krebs sterben musste und mit mir selbst damit umzugehen.
Ich habe es nicht bemerkt.
Mondin, Du kannst nicht alles auf Deine Schultern laden- das geht nicht. :???:
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon fluuu » Do 8. Apr 2010, 19:25

Vor allem werte Mutter Mondin hast Du keine Macht über Deine erwachsene Tochter,
lasse sie endlich los und benutze sie nicht für Deine bekümmernden Gefühle.
Ob sie lebt oder nicht liegt nicht mehr in Deiner Hand, das entscheidet sie selbst und
Du musst Dich damit abfinden. Es ist das Ergebnis Deiner Erziehung und wenn es bedeutet,
das sie die erfolgreiche Lust am Leben nicht mitbekommen hat, dann schafft sie es entweder
alleine oder gar nicht. Finde Dich damit ab, es geht um das Leben der Kinder und nicht um das
eigene Leben als Elternteil auf Kosten der Kinder. Kinder leben nicht um die Eltern zu befriedigen
sondern sie leben um etwas Neues in die Welt zu tragen und wenn es sein muss auch ohne
Eltern oder Familie ganz selbstständig.
Bekümmere Dich selber werte Mutter Mondin und lass Deine Tochter autonom über ihr Leben
oder Sterben entscheiden.

'Verrückt' ist übrigens ein sehr nützlicher Begriff, er bedeutet sich verrücken vom alten Platz
auf einen Neuen und von dort den alten Standpunkt aus einer guten Perspektive beurteilen
zu können. Sehr hilfreich um das Leben eigenverantwortlich und gesund zu meistern.

PS: Natürlich spielt die Abwesenheit des Vaters eine Rolle, die Mutter-Tochter-Beziehung
ist einseitig ohne väterliche Bezugsperson und das führt wie es ausschaut zum Klammern bzw.
zu einem mangelnden Grundvertrauen.
gruß fluuu

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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon Molly » Do 8. Apr 2010, 22:21

Hallo Mondin!

Deine Tochter hat einen langen, schweren Weg vor sich. Da ist es ganz klar, dass sie Angst hat aufzubrechen.

Molly
...and the soul afraid of dying that never learns to live

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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon Franz Engels » Fr 9. Apr 2010, 12:14

Hallo Mondin
Mondin hat geschrieben:Danke an cake und snow, wünsche euch beiden alles Liebe.
Wenn ich Ihre Äusserung richtig deute, haben Sie sich zumindest von snow und cake verstanden gefühlt. In einem offenen Forum wie diesem erhält man natürlich z. T. sehr verschiedene Antworten und muss immer selber entscheiden, welche man als hilfreich und welche als weniger hilfreich empfindet. Es liegt auch immer drin, dass ein Forum in einer bestimmten Fragestellung gar nicht weiterhilft.

Ihr Thema fand ich jedenfalls interessant.

Freundliche Grüsse und alles Gute
Franz Engels
Das Gegenteil ist nur die Rückseite derselben Medaille.

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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon Feuerchen » Fr 9. Apr 2010, 17:18

Nach dieser traurigen Reaktion, möchte ich mich auch zu diesem Thema melden...

Ich stehe voll auf der Seite von Mondin... und habe mich ebenso über bestimmte Antworten geärgert...
Wenn es meine Tochter wäre... wäre ich auch besorgt, und wenn ich irgend etwas tun könnte, um ihr zu helfen, würde ich das umgehend in die Wege leiten.. Für michwäre das sogar eine moralische Pflicht...

Ich hoffe Mondin kann das noch lesen... denn sie braucht sich nicht rechtfertigen für etwas, was das Herz einem eingibt, was meine Erachtens auch total richtig ist.

Wie sie nun an Ihre Tochter rankommt und sie unterstützen kann, dazu hab ich leider auch keinen Plan, weshalb ich mich hier auch zuerst nicht gemeldet habe. Ich sehe nur die Besorgnis der Mutter, und kann es voll verstehen...
Meine Achtung und Respekt haben Sie Mondin...

Bitte geben Sie nicht auf...

Alles Liebe
Feuerchen

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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon Nachtigall » Sa 10. Apr 2010, 01:12

Moin,

auf welcher Seite wem gegenüber?
Mein Mitgefühl gehört der Tochter und der Mutter nur Mitleid hab ich keins.
Und vom 4. Gebot halte ich nichts wenn es von Leuten verlangt, sich für die Familie, gegen sich zu entscheiden und "Ist doch die Mutter" rechtfertigt garnichts.

LG Nachtigall
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Re: Erwachsene Tochter psychotisch

Beitragvon cake » Sa 10. Apr 2010, 17:39

Na toll Nachtigall ich hör Dich mittlerweile trapsen.
Du bist wahrscheinlich keine Tochter, und hast selber keine Kinder oder?
Da schwingen wohl noch Mutter-Tochter Konflikte bei Dir mit oder?
War Deine Mutter so übergriffig? :-k :-k
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