Entgiftung in der Psychiatrie?

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Hekate
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Entgiftung in der Psychiatrie?

Beitragvon Hekate » Do 4. Sep 2008, 16:59

Hallo Fories,
meine Schwester möchte wegen eines psychischen Problems in eine Klinik gehen, was von ihrem Therapeuten auch gutgeheißen wird. Sie ist aber auch alkoholabhängig und soll nun zuerst in die Psychiatrie zur Entgiftung. Ist das eine übliche Vorgehensweise? Warum muss man zur Entgiftung in eine Psychiatrie?? Sie hat große Panik davor und spricht jetzt schon davon dass sie nicht mehr dieselbe sein wird wenn sie da raus kommt und äußerte auch schonmal Suizidgedanken. Kann mir jemand sagen ob es in der Psychiatrie wirklich so furchtbar ist? Da sie einmal dort ein Praktikum gemacht hat sprach sie von Leuten, die einfach mit Medikamenten so zugedröhnt wurden dass sie nur noch sabbernd da saßen und dies nicht mal selbst bemerkten. Aber die unterschiedlichen Krankheitsbilder werden doch sicher auch verschieden behandelt oder? WAs hat man als Alkoholabhängiger in der Psychiatrie tatsächlich zu erwarten, hat hier jemand Erfahrungen? Ich wäre sehr dankbar für Antworten. Viele Grüße, Hekate

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Angelita
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Beitragvon Angelita » Do 4. Sep 2008, 18:07

Hallo Hekate
meine Schwester möchte wegen eines psychischen Problems in eine Klinik gehen
In was für eine Klinik möchte sie gehen? Für psychische Probleme sind normalerweise psychiatrische Kliniken o. psychosomatische zuständig.

Es ist einer übliche Vorgehensweise bei einer Suchtproblematik, dass zuerst diese behandelt wird bevor mit einer Psychotherapie begonnen wird. Solange ihre Schwester alkoholkrank ist, wird immer zuerst die Sucht im Vordergrund sein u. wird sich nicht wirklich auf die Lösung der weiteren psychischen Probleme konzentrieren können. Auch in der Schweiz ist diese Reihenfolge üblich.

In guten psychiatrischen Kliniken werden die Patienten nicht einfach mit Medikamenten vollgepumpt! Doch können Medikamente - gerade bei Alkoholsucht - helfen davon loszukommen, helfen die Entzugserscheinungen zu mildern, helfen zu stabilisieren.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

Hekate
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Beitragvon Hekate » Fr 5. Sep 2008, 23:11

Hallo,
lieben Dank für Eure Antworten :-)
Mir leuchtet durchaus ein, dass die Sucht zuallererst behandelt werden muss, da sie doch alle Lebensbereiche massiv beeinflusst.
Was ihr hier schreibt beruhigt mich nun doch etwas und gibt eigentlich das wieder was ich selber mir so vorstelle. Da ich bislang ohne irgendwelche Erfahrungen in der Richtung bin war ich schon nahe dran, selbst zu befürchten dass dort lauter Unmenschen zugange sein könnten, die aus Bequemlichkeit die Patienten in jedem Fall erstmal mit Medikamenten ruhigstellen...
Fazit: Mit Sicherheit wird es nicht angenehm sein aber es wird nicht allzu lange dauern (von ca. 2 Wochen war die Rede). Das müsste doch zu schaffen sein.... und danach kann sie in die psychosomatische Klinik überwechseln .. vielleicht sollte man es als Chance betrachten. Denn ohne Hilfe wird es wohl nicht gehen.
Vielen Dank an euch
Hekate


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