Was kann ich tun?

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mike88
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Was kann ich tun?

Beitragvon mike88 » Sa 2. Aug 2008, 19:33

Hallo zusammen,

mein Psychiater will mir nichts diagnostizieren, die neuropsychologische Untersuchung ergab:

"Insgesamt weist die Leistungsuntersuchung auf einen weitgehend altersentsprechenden Befund, bei hohen Intellektuellen Kapazitäten hin....
....Hinweise für psychotisches Erleben ergaben sich nicht. n überdauerenden Persönlichkeitsmerkmalen ließen sich vor allem Strukturen einer schizoiden Person manifestieren, die jedoch angesichts des Alters des Patienten primär im Sinne eines akzentuierten Verhaltensstilles interpretiert werden sollten"

Mein Psychotherapeut meint ich wäre einfach etwas "überdreht"

Aber ich bin seit etwa 1 1/3 Jahren nicht mehr der, der ich davor war. Meine Geschichte kann man hier nachlesen:

http://www.psychiatriegespraech.de/phpB ... sc&start=0

http://www.psychiatriegespraech.de/phpB ... ght=#44507.

Im Moment glaube ich ich könnte auch ein andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung haben, in meinem Fall schwerer Stress der sich vor Beginn der Erkrankung immer mehr zugespitzt hat.

Im allgemeinen haben zwar die Derealisation und die Depersonalisation erheblich nachgelassen aber ich bin einfach nicht mehr der Alte.
Ich denke und empfinde nicht mehr so wie früher, bzw empfinde fast gar nichts. Meine Warnehmung ist irgendwie gedämpft, bin nicht mehr so reizoffen, kann nicht entspannen, übersehe oft alles mögliche...
In meinem Hirn habe ich ständig das Gefühl, als stände es ständig irgendwie unter Druck, schwer zu beschreiben. Zwangsgedanken habe ich auch, vor allem sexuelle und zwar mit Personen jedlichen Alters und Geschlechts. Wobei ich nicht mal weiß ob das Zwänge sind oder einfach nur Gelüste.
Ich kann mich auch nur noch ganz schlecht an die Vergangenheit erinnern. Ich war als Kind ganz anders.

Normale Leute machen doch beim Heranwachsen eine Entwicklung durch, die in der Kinndheit gemachten Erfahrungen und erworbenen Charakterzüge tragen zum Bilden der Persönlichkeit bei. Ich habe das Gefühl dass das bei mir nicht so war, dass alles was ich als Kind war sich auf meine Entwicklung nicht ausgewirkt hat.

Medikamente nehme ich seit ein paar Wochen nicht mehr, hab das Seroquel nicht gut vertragen und es hat meine Warnehmung nur noch mehr gedämpft. Überhaupt sind viele meiner Symptome erst im Laufe der Einnahme aufgetretten.

Was kann ich tun um wieder der Alte zu werden, falls das möglich ist?

Homoöpathie?
Ernährung?
Tiefenpsychologie?

bin dankbar für Anworten!

Lg, mike

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Sa 2. Aug 2008, 19:58

Hallo Mike, hattest du nicht eine Schizophrenie mit Negativsymptomen? Und jetzt sagt der Psych das doch nicht? Habe ich das richtig verstanden. Dann würde ich mich erstmal darüber freuen.
Aber was kannst du jetzt tun, das es dir besser geht? Erstmal musst dui die Seroquelfolgen überwinden; die Reizabschirmung, die du bisher hattest. Jetzt kann es sein, dass du erstmal reizüberflutet bist. Das dauert eine Weile.
Dann brauchst du dringend Seelenarbeit, um wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen. Bist du in therapeutischer Behandlung?
lieber Gruß Remedias

mike88
Beiträge: 46
Registriert: So 21. Okt 2007, 10:19

Beitragvon mike88 » So 3. Aug 2008, 10:08

Hallo Vision0,

ja, manchmal weiß ich auch nicht ob es nicht zumindest teilweise eine positive Veränderung war die ich gemacht habe, dass ich jetzt irgendwie mehr im realen Leben stehe als früher und ich jetzt nicht mehr so große Probleme im Umgang mit anderen Menschen habe. Alles andere als positiv sind leider vor allem die sexuellen Gelüste, aber vieleicht legen die sich auch wieder. Vor ein paar Wochen hatte ich intensive Mordgedanken gegenüber einfach jedem Menschen, die sind jetzt auch zu 90% verschwunden.

Remedias hat geschrieben:Hallo Mike, hattest du nicht eine Schizophrenie mit Negativsymptomen? Und jetzt sagt der Psych das doch nicht? Habe ich das richtig verstanden. Dann würde ich mich erstmal darüber freuen.
Hallo Remedias,

Mein Psychiater hat sich immer davor gehütet mir eine Diagnose zu stellen. Die schizophrenie mit Negativsymptommatik war eher so eine Idee von mir.
Wobei ich immer noch glaube dass ich doch irgendwie schizophren bin. Vor allem wegen meiner Gedanken und weil sich eben alles so verändert hat. Und ich fühle mich irgendwie so schrecklich dumm.

Seroquel nehme ich seit, glaube ich, drei Wochen nicht mehr. Habe es von 200mg je 50mg alle 2 Wochen reduziert und dann noch eine Woche 25mg genommen. Kann das Seroquel da noch Auswirkungen haben? 200mg war ja eh eine sehr niedrige Dosis.
Remedias hat geschrieben:Dann brauchst du dringend Seelenarbeit, um wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen. Bist du in therapeutischer Behandlung?
Ich weiß gar nicht ob ich in den letzten Jahren oder überhaupt jemals Kontakt zu mir selbst hatte. Eine Psychotherapie mache ich wegen diverser Probleme schon zwei Jahre lang im Moment hat mein Therapeut leider keine Zeit.
Ich mache zur Zeit ein Vorpraktikum fürs Studium, dass heißt 6 Wochen neun Stunden am Tag schuften. Das ist sicher nicht das schlechteste in meinem Fall und sehr gut bezahlt wird es auch :wink:

lg, mike


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