Wenn man nicht an die eigene Zukunft denken kann

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mike88
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Wenn man nicht an die eigene Zukunft denken kann

Beitragvon mike88 » Fr 22. Feb 2008, 18:08

Hallo,

ich konnte noch nie in meinem Leben wirklich an meine eigene Zukunft denken und mir überhaupt vorstellen, dass es für mich eine Zukunft gibt.
Ich möchte gerne von euch wissen ob ihr so etwas kennt oder selber an euch festgestellt habt.
Bei welcher Erkrankung kommt es zu solchen Symptomen?
Dass das Symptome der Schizophrenie sein können weiß ich, aber sonst habe ich eigentlich nichts gefunden.
Es wäre also sehr nett, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

Lg,
Mike

Gella
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Registriert: Fr 14. Dez 2007, 19:22

Beitragvon Gella » Fr 22. Feb 2008, 18:14

Das leben geht immer weiter :) Es endet nie und es hat auch keinen anfang, wir müssen nur die Zeit nutzen, die es noch hat.

Und wir müssen sehen, dass alles seinen Sinn ergibt.

bye

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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 22. Feb 2008, 23:53

Hallo Mike!

Zukunftsängste? Hm, Angst vor weiteren Enttäuschungen? Angst vor Verlust? Angst vor dem Untergang/Tod oder was auch immer der persönliche GAU sein könnte? Was kann einem denn schlimmstenfalls passieren? Und wenn man diese Angst nicht loswird, was kann man tun, um die Gefahr, wie real oder irreal sie nun sein mag, abzuwenden? Als Schizophrener hat man doch sehr mit Ängsten und Katastrophenszenarien zu leben. Und gerade wenn man sich so schutzlos und ausgeliefert auf der Welt empfindet, was kann man zu seinem Schutz unternehmen? Man kann doch eigentlich immer nur versuchen, sein Bestes zu geben und vor sich selbst gerade zu stehen.

In die Zukunft schauen kann sowieso keiner, aber was immer sein wird, es entwickelt sich aus dem Hier und Jetzt. Das Hier und Jetzt mag schwer auszuhalten sein, aber mit der Hoffnung, dass es später einmal besser sein wird, lässt es sich doch leichter leben als wenn man es als gegeben annimmt, dass man sowieso untergehen wird. Hoffnung und Optimismus sind der erste Schritt auf dem Weg zum Glück, aber man muss immer wieder mit sich ringen, um seine Hoffnung am Leben zu erhalten. Und dazu gehört, dass man das Positive, dass bereits im eigenen Leben ist, erkennt. Es ist doch seltenst alles nur Scheiße und man sollte auch die so genannten kleinen liebenswerten Dinge im Leben wertschätzen und sie nicht als zu popelig empfinden oder denken, ich freu mich jetzt nur an meinem schönen Kakao, weil ich zu doof bin, mir Champagner leisten zu können.

Also, ich sehe viel Konkurrenzkampf unter uns Menschen, aber würde ich genauso zufrieden sein wie ein so genannter "Winner", wenn ich dafür Verhaltensweisen anwenden müsste, die ich weder an mir noch an anderen aushalte, gerade als sensibler Mensch? Man kann sich seine Dünnhäutigkeit ja nicht einfach wegmachen, aber man kann achtgeben, sich nicht korrumpieren zu lassen.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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mama-ines
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Beitragvon mama-ines » Sa 23. Feb 2008, 08:45

huhu...

DEJAVU

Ich glaube, das jeder irgend wann mal ein dejavu, oder?

Ich meine Du bist sicher, das dieses Situation schon mal da war, oder die Reaktion, oder das Bild, oder die Szene....

Ich glaube auch nicht an Wahrsagerei aber ich glaube an Gott und an die existenz an Engel.

Und das eine oder andere Dejavu kann ich mich erinnern, aber erklären kann ich es nicht.

Und an meine eigene Zukunft zu denken? ist glaube ich eine Art Traumwelt zu erschaffen.....

Ich kann nicht an meine eigene Zukunft denken und möchte es nicht, denn wenn ich an meine Zukunft denke, denke ich schön, und ich möchte nicht Enttäuscht sein, wenn es nicht so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe.
(auch mein Schreibprogramm hat eine Legasthenie *zwinker*)

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evo
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Beitragvon evo » Sa 23. Feb 2008, 12:26

bei mir war das bisher immer so, dass wenn ich mal einen guten Moment hatte und mental den Dreh bekommen habe und nun vorhatte wieder die zukunft anzupacken und ein Ziel zu haben bzw. etwas zu erreichen oder aber auch etwas bestimmtes schönes in der Zukunft zu erleben, dann bekam ich wieder leichte Symptome und Anwandlungen aus meiner Psychosezeit. Einfach weil ich immer solche Gedanken hatte, dass ich das in der Zukunft ja noch mit voller geistiger und körperlicher Stärke bzw. Verfassung erleben will oder diese eben weiterhin brauche um ein Ziel zu erreichen. Die Symptome die sich dann wieder zum Vorschein brachten waren eben ähnlich wie in der Psychose... Ängste in Bezug auf geistige und körperliche Verfassung und dementsprechend übervorsichtiges und ängstliches Verhalten im Alltag und eben immer diese Gedankengänge diesbezüglich.

Seit langem ist es aber den größten Teil der Zeit so, dass meine innere Einstellung die ist, dass ich keine besonderen Ansprüche mehr ans Leben stelle und nicht wirklich besonders tolle Aussichten für meine Zukunft sehe... Es ist eine gewisse Gleichgültigkeit vorhanden. Solange ich diese Einstellung beibehalte und wenn dann manchmal auch noch so Gedanken da sind nach dem Motto ..." Ist auch egal ob du noch 5 Jahre lebst und dann wegen deinem hohen Zigarettenkonsum stirbst oder 10 oder 20 Jahre oder was weiss ich"... dann schaffe ich es mehr oder weniger unbeschwerter zu Leben und mir nicht um alles so einen Kopf zu machen ...auch bei Kleinigkeiten im Alltag z.B.

Gruß evo


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