Kognitive Einbußen

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mike88
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Kognitive Einbußen

Beitragvon mike88 » So 17. Feb 2008, 14:32

Hallo zusammen,

ich leide zur Zeit an ziemlichen kognitiven Schwierigkeiten in ziemlich allen Bereichen. Meine
kognitiven Fähigkeiten haben sich in den letzten vier bis fünf Jahren zunehmend verschlechtert. Ich sitze zum Beispiel in der Schule und kann dem Lehrer nicht folgen. Ebenso geht produktives Denken gar nicht mehr, Konzentration geht gegen Null. Wenn ich versuche etwas zu beschreiben, dann Fehlen mir oft die Worte.

Bei welchen Krankheiten außer der Schizohrenie kann so was vorkommen? (Mein Arzt glaubt nämlich nicht, dass ich die habe).
Wird das durch das Seroquel verstärkt? Kann man was dagegen tun? Wird das mal wieder besser?
Früher war ich eine Intelligenzbestie und jetzt geht gar nichts mehr :sad:

Also, weiß wer Rat?

Lg
Mike

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PIA
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Beitragvon PIA » So 17. Feb 2008, 22:02

Hallo!

Also in der Packungsbeilage steht nichts von möglichen kognitiven Einschränkungen.
Ich habe allerdings auch eine zeitlang Seroquel eingenommen (zw. 400 und 600mg) und war dadurch insgesamt ziemlich gedämpft. Hab nicht mehr so viel wahrgenommen als sonst (auch gefühlsmäßig). Ich könnte mir schon vorstellen, dass es so auch Auswirkungen auf die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit hat.

lg
N.
PS: Einfach mal Arzt fragen. Oder googlen.

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Mo 18. Feb 2008, 02:04

Hallo Mike,

mein Schwager nimmt momentan auch Seroquel und berichtet auch dass er stark gedämpft und starke Konzentrationsschwächen hat.

Sollte es bei dir ein Symptom sein, kann es durch Seroquel sehr wohl verstärkt werden.

LG Tom
„Ich möchte immer so sein, wie diesen Morgen: mich einfach nur normal fühlen!“ Xcat

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fluuu
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Beitragvon fluuu » Mi 20. Feb 2008, 12:36

Hallo,
es gibt ja in psychiatrischen Einrichtungen das kognitive Training, es ist nicht zur Spielerei, sondern weil bei psychischen akuten Krisen dieser Bereich des Gehirns nicht angesprochen wird, zunächst eine Dämpfung und Beruhigung erfolgt und die Gefahr groß ist diese Gehirntätigkeiten zu vernachlässigen, wofür dann das Training wichtig ist um das Gehirn an diese Leistungen und Fähigkeiten wieder heranzuführen.
Natürlich haben Psychopharmaka eine dämpfende Wirkung auf den Stoffwechsel im Gehirn und dienen somit vorbeugend gegen Psychosen und andere psychische Krisen. Da muss man für die kognitiven Fähigkeiten gegensteuernd Trainieren, Üben und immer wieder angehen. Das bedarf einer zusätzlichen Mühe und einem zusätzlichen Aufwand aber der Preis und Gewinn ist frei von Symptom und geistig rege trotz Medikamenten.
Also, nicht sich berieseln lassen von Medien sondern selbst aktiv etwas zustande bringen, den Geist im Gehirn freiwillig Herausfordern auch durch das Absolvieren des kognitiven Trainingsprogramms.

gruß fluuu
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paine 22
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Beitragvon paine 22 » Mi 20. Feb 2008, 18:32

da muß jeder seine eigene methode finden und ich lasse mir von irgendwelchen ärzten net erzählen wie ich zu denken habe. ich studiere zwei sprachen und muß noch einen latinumschein machen und mein hirn arbeitet genug in der hinsicht.. bei mir setzt die konzentration meistens aus, wenn ich mit zu vielen leuten oder mir einer besonders wichtigen person zu oft in der weise zusammen bin.. @fluu, du klingst wie ein arzt und willst einfach nichts an dich ranlassen... das ist schade..

Ston3D
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Beitragvon Ston3D » Mi 20. Feb 2008, 23:43

Hi mike88,

bei mir war es unter Risperdal so das meine kreativität toal im Eimer war und das es mir wesentlich schwerer viel z.B. dem Fernsehprogramm oder Menschen in gesprächen zu folgen. Ich dachte immer es seinen Symptome, aber als ich es dan absetzte war ich erstaunt wie gut ich zuhören konnte.

Bei Schizophrenie entwickeln sich mit der Zeit kognitive Defizite, dies geschieht allerdings wie du gesagt hast über einen längeren Zeitraum hin. Aber diese können durch NL verstärkt werden, ich habe es selber erlebt obwohl ich nicht unter Schizophrenie leide. Kognitive Defizite habe ich aber leider auch.
Einen lieben Gruß,

Ston3D

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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 24. Feb 2008, 12:38

paine 22 hat geschrieben: @fluu, du klingst wie ein arzt und willst einfach nichts an dich ranlassen... das ist schade..
Das ist nicht schade, was ich nicht an mich ranlassen will in mitten von Betroffenen sind krankhafte Symptome, ansonsten bin ich mir mein bester Arzt der zur Heilung hilft, natürlich nicht ohne den Kontakt mit vielen anderen Leuten und Selbstreflexionen. Meine Gefühlswelt lebt sich in der kreativen Arbeit mit Bildern aus, nicht im virtuellen Forum.

Die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren halte ich für eine wichtige Aufgabe im Leben. Bei den meisten psychisch Betroffenen ist das Gemüt erkrankt aber nicht das Gehirn, das ist organisch voll funktionsfähig, nur siegt oft die Bequemlichkeit, der Krankheitsgewinn und sich nicht Mühe geben wollen. So lässt man sich hängen und schiebt es auf Krankheit und Tabletten. Wer etwas lernt trainiert die kognitiven Fähigkeiten, da ist auch Fehler machen völlig o.k. aus denen kann man am besten Lernen.

Bin davon überzeugt, dass Psychose und Tabletten den Stoffwechsel im Gehirn negativ beeinflussen können aber genauso durch Üben und Training eine positive Beeinflussung möglich ist. Es ist möglich mit kognitivem Training dagegen zu steuern. Wer es nicht glaubt bleibt im nicht Können verhaftet.
Finde Aufgaben, Problemstellungen und Konflikte versuchen zu Lösen macht so viel Spaß, da hat man was vom Leben, auch wenn es manchmal schwer ist oder gar scheitert.

gruß fluuu
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bernd12
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Re: Kognitive Einbußen

Beitragvon bernd12 » Mo 25. Feb 2008, 20:13

mike88 hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich leide zur Zeit an ziemlichen kognitiven Schwierigkeiten in ziemlich allen Bereichen. Meine
kognitiven Fähigkeiten haben sich in den letzten vier bis fünf Jahren zunehmend verschlechtert. Ich sitze zum Beispiel in der Schule und kann dem Lehrer nicht folgen. Ebenso geht produktives Denken gar nicht mehr, Konzentration geht gegen Null. Wenn ich versuche etwas zu beschreiben, dann Fehlen mir oft die Worte.

Bei welchen Krankheiten außer der Schizohrenie kann so was vorkommen? (Mein Arzt glaubt nämlich nicht, dass ich die habe).
Wird das durch das Seroquel verstärkt? Kann man was dagegen tun? Wird das mal wieder besser?
Früher war ich eine Intelligenzbestie und jetzt geht gar nichts mehr :sad:

Also, weiß wer Rat?

Lg
Mike

Hallo ich glaube das kommt durch die Krankheit selber, das Seroquel hilft eigentlich damit es besser wird. Ich nehme auch Seroquel und Solian weiß aber als ich die Medikamente ganz am anfang genommen auch stärker zu kämpfen hatte mit Einbußen, es ist irgendwie von selber besser geworden ohne die Dosierung zu verändern. Ich hab mein Studium komplett mit krankheit beenden können, weiß aber das ich bei der letzen Prüfung im Hauptstudium schon probleme bekommen habe mir wurde nach 120 minuten schwindelig habe aber so gut wie es ging durchgehalten ist zwar nur ne 4 geworden aber ich habs geschafft. Meine damit ich glaube nicht das ich irgendwie dümmer geworden bin nur vielleicht ein bißchen weniger Leistungsfähiger wegen dem Schwindel nachher. Ich hab über Seroquel auch gelesen das es ein gutes Medikament ist um die Kognitivität wieder zu erhöhen im Gegensatz zu den alten Neuroleptikern.
Ich muß aber zugeben ich nehme eine kleine Dosis Seroquel 50mg.

Dani2
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Beitragvon Dani2 » Mo 25. Feb 2008, 21:02

hallo Mike,
ich bin noch sehr jung und ich weiß nicht ,
ob ich davon schon irgendwie so' n wenig so verstehe
und so.
aber ich gelte eben auch als dumm.
weißt du ich habe gemerkt bei mir ist das besonders ausgeprägt an tagen, wenn ichmir einrede ich wäre blöd und dass alle leute darauf achten würden.
und das merkt der andere sofort.
telepathie ist das .
dann behandelt man mich wie einen idiot und ich mache noch mehr fehler.und ich fühle mich noch dümmer und denke über den fehler nach und schon habe ich nicht gehört, dass wieder einer etwas wichtiges gesagt hat.fühle ich mich sicher , dann klappt es auch.
nicht nur für mich selbst, sondern auch nach außen.
na ja so ist da bei mir.
man muß auch nicht jedem unsinn der erzählt wird folgen.
vielleicht mußt du dich ja auch mit vielen traumas
auseinandersetzen.
denn das Dumm- gefühl , das sie dir übergestüöpt haben oder du dir selbst ist ja allein schon eine
riesen belastung und ach wenn da erst noch etwas anderes hinzukommt wie katastrohale nbeleidigungen
wegen der dummheit,.
dann ist das dumm.

Dani2
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Beitragvon Dani2 » Mo 25. Feb 2008, 21:05

Ich war mal bei nem arzt ,
der hielt mich für eher "undifferenziert".
so hat er das genannt.
und er haz irgendetwas gemurmelt von wegen:
man kann auch läuse und Flöhe haben.
ich glaube soetwas darf man gar nicht sagen.
das war so n' rechtsradikaler glaube ich.

bernd12
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Beitragvon bernd12 » Di 26. Feb 2008, 15:55

Dani2 hat geschrieben:Ich war mal bei nem arzt ,
der hielt mich für eher "undifferenziert".
so hat er das genannt.
und er haz irgendetwas gemurmelt von wegen:
man kann auch läuse und Flöhe haben.
ich glaube soetwas darf man gar nicht sagen.
das war so n' rechtsradikaler glaube ich.
Hallo Dani
ich will dir nicht zu nahe treten aber was du schreibst hört sich komisch an von den Läusen und dem rechts radikalen Arzt, man kann jetzt nicht ausschließen das er es ist, aber der Zusammenhang fehlt.
Bist du beim Psychiater und nimmst Medikament und wenn was, ich frag dich weil ich solche Gedankengänge kenne das hat nichts mit Dummheit zutun.
Ich hatte das auch gerade mit rechts radikal und nazi kram sowas hatte ich auch mal, das ist für kranke menschen nicht gut das sowas ständig im Fernsehen kommt, ich weiß auf kranke können die Fernsehsender keine Rücksicht nehmen.

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fluuu
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Beitragvon fluuu » Mi 27. Feb 2008, 12:46

Lina hat geschrieben:Hallo,
Ehrlich gesagt verstehe ich dann nicht, weshalb Du Dich in diesem Forum bewegst.
Viele Grüße, Lina
Hallo Lina,

wollte Dir eine PN Schicken aber es funktioniert nicht, also doch hier im Thread.
Lernen wie man die psychische Erkrankung heilt kann man ja nur von denen die gesund geworden sind, von denen die immer in ihrer chronisch psychischen Betroffenheit verbleiben kann man es nicht lernen, höchstens andere Dinge.
So ist für den Umgang mit der Krankheit der Weg zur Genesung oder den Zustand nicht zu verschlechtern der einzig mögliche Weg um das Leben zu gestalten.
Ich arbeite ehrenamtlich bei der Diakonie mit psychisch chronisch Kranken, habe selbst die Diagnose bipolare Störung. Kaum jemand von diesen Betroffenen nutzt das Internet oder schreibt in Foren. Diese schwer Betroffenen tauchen meiner Meinung nach hier im Forum nicht auf. Wer hier schreibt ist auf der Suche nach einem Umgang mit der Krankheit um einen Weg zur Gesundung zu finden. Alles Andere hätte auch keinen Sinn virtuell zu Kommunizieren. Zu schreiben im Forum, bin Krank, bleibe Krank, lasst mich doch alle in Ruhe, macht virtuell keinen Sinn.
So schreibe ich hier im Forum nach meinen Erfahrungen und Erlebnissen um mich mit der Krankheit auseinander zu setzen und mich gleichzeitig zur Gesundheit hin von der Krankheit weg zu distanzieren.
So geht es mir bei der ehrenamtlichen Arbeit auch.
Lebe gerne als Betroffener in der Psychoszene aber lebe genauso gerne die Normalität in der 'gesunden' Welt. Da bleibt manchmal das Oberlehrerhafte im Forum um vor mir selbst Texte zu schreiben die meine Gedanken wiedergeben und die ich Glauben möchte, nicht aus. Diese Kritik muss ich dann akzeptieren, mir geht es darum einen Umgang mit der Krankheit zu finden die den Weg zur Gesundung ermöglicht...und das möglichst ohne Schuldzuweisungen nach außen.

gruß fluuu
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