Suizidversuch aufgrund Diabetes 1?

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Lorelei99
Beiträge: 1
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Suizidversuch aufgrund Diabetes 1?

Beitragvon Lorelei99 » Sa 23. Mai 2020, 12:21

Liebe Alle,

meine Tochter, 16 Jahre, hatte Ende Jänner einen Suizidversuch. Sie wurde 2 Wochen im Spital untersucht und es wurde folgendes festgestellt:

"Die Ergebnisse der Persönlichkeitsuntersuchung vermitteln ein Bild einer ressourcenreichen, jedoch emotional belasteten und irritierten Jugendlichen, welche ausgeprägte intellektualisierende Verhaltensweisen sowie eine narzisstisch kompensierende Symptomatik aufweist. In den Selbstbeurteilungsböden und exploartiven Gesprächen zeigt sich aktuell eine internaliesierende und vor allem sozial "rückzüglich-depressive" Erlebnisverarbeitung sowie ein misstrauischen, zurückhaltenden Persönlichkeitsstil verbunden mit einer wenig optimistischen Lebenseinstellung" - es wird auch eine Psychotherapie empfohlen (welche sie derzeit widerwillig absolviert)

Im April 2020 wurde bei ihr Diabetes 1 festgestellt mit einem Langzeitzucker von fast 12.

Daher ist anzunehmen, dass sie seit mehreren Monaten schon Diabetes hat - vermutlich seit Oktober 2019 - da fingen die gesundheitlichen und psychischen Probleme an (Konzentrationsschwächen, allgemeines schlechtes Wohlbefinden, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, schlechte schulische Leistung - vorher 1er Schülerin auf einmal 5er Schülerin, etc.)

Die Ärzte vom Krankenhaus und der Psychiatrie haben die Hinweise auf Diabetes übersehen, bei den Laborwerten im Jänner beim Suzidversuch - sie haben sich dafür entschuldigt.

Wie ernst kann ich dann diese psychiatrische Diagnose nehmen? Jetzt mit Insulineinnahme ist sie wieder die "Alte" ...hängt der Suizidversuch damit zusammen? Die Ärzte der Psychiatrie meinen, dass der Suizidversuch nicht mit dem Diabetes in Verbindung zu bringen ist.

Danke für Antworten!

LG Lorelei
PS: Sorry, bin mir nicht sicher, ob dieses Forum für mein Problem das Richtige ist (vielleicht Diabetesforum?) also bitte ich um Nachsicht!

mamschgerl
Beiträge: 1138
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Suizidversuch aufgrund Diabetes 1?

Beitragvon mamschgerl » Mi 1. Jul 2020, 18:52

Hallo Lorelei,
ich wollte auf deinen Beitrag schon viel früher antworten, habe aber momentan andere Sorgen...trotzdem oder gerade weil ich mich jedoch hier auch als Mutter angesprochen fühle, möchte ich dir meine Meinung darüber schreiben, bzw. darüber, wie sich mir das Ganze darstellt...
Mittlerweile ist hinreichend bekannt und ebenso belegt, daß Diabetes ( wie auch etliche andere physische Krankheiten ) sich desolat auf die Psyche auswirken kann.
Schnell wird bei nicht diagnostizierten und daher nicht bekannten körperlichen Ursachen eine psychische Erkrankung befundet; allzu viele Symptome scheinen dies ja dann auch zu bestätigen.
Eine Ernährungsumstellung oder auch die richtigen Medikamente, um die körperlichen Erkrankungen in den Griff zu bekommen, bewirken meistens gleichzeitig eine psychische Verbesserung.
Beispiele dafür gibt es genügend, aber zu glauben, daß ein Psychiater zugeben würde, daß es gar keine psychische Erkrankung gegeben hat und diese Symptome eben aufgrund physischer Erkrankung in Erscheinung getreten sind, wäre naiv.
Es gehört eine Menge Rückgrat dazu und auch das Wissen und die Akzeptanz ob der eigenen Fehlbarkeit, dann zuzugeben, daß man sich wohl getäuscht haben könnte.
Solche Ärzte gibt es leider sehr, sehr selten...
Ich an deiner Stelle würde davon ausgehen und auch die Tochter darin bestärken, daß aufgrund der Diabetes die Psyche halt kurz mal "verrückt" gespielt hat und diese ach so herrlich kompliziert beschriebene Seelenanalyse im Grunde nix anderes war, als eine Momentaufnahme im Leben einer Jugendlichen, die bestimmt noch nicht völlig der Pubertät ( was das alles ohnehin noch verkompliziert ) entwachsen ist.
Wird in diesem Alter, auch heutzutage, nicht alles um ein Vielfaches schlimmer empfunden, als es später im Erwachsenendasein empfunden wird?
Genau deshalb sollte sie sich diese Diagnose von Psychiaterseite bloß nicht zu Herzen nehmen und vor allem weiterhin ihre eigene Persönlichkeit entwickeln.
Ich drück euch die Daumen, daß es ihr bald wieder richtig gut geht und sie sich nichts "andoktor'n" lässt...
L.G. mamschgerl


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