geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Cleo31
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geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon Cleo31 » Mo 27. Jan 2014, 00:49

Hallo! Meine erste Frage lautet, warum ist eigentlich Selbstgefährdung strafbar? Jeder Mensch ist doch für sich selbst verantwortlich! Ich z.B. verbrachte viele Jahre in verschiedenen geschlossenen Psychiatrien, was mir im Endeffekt nichts genutzt hat. Nur, weil ich eine Überdosis an Schlaftabletten und andere Teile wie z.B. Plastiktüten schluckte, mich absichtlich verletzte usw., vergoldete ich meine Zeit in diesen "Anstalten" und wurde ohne weiteren Grund zwangsmediziert, fixiert und das fast jeden zweiten, jeden dritten Tag. Ich meine, diese Medikamente sind nicht ohne...die machen den Körper kaputt. Konnte auch schon nach einiger Zeit die Nebenwirkungen spüren: Meine Blase konnte ich nicht richtig entleeren, hatte furchtbare Blickkrämpfe, habe furchtbar viel zugenommen und und und. Was sollte das alles? Hat man denn als Patient in der Psychiatrie keine Rechte? Jetzt bin ich zwar draußen, habe aber immer noch einen gesetzlichen Betreuer und alle zwei Monate muss ich mich beim Psychiater vorstellen. Alle Psychopharmaka habe ich abgesetzt und mittlerweile auch schon 28 kg abgenommen :) Die Ärztin denkt , ich wäre magersüchtig. Jetzt stelle ich die zweite Frage: Kann sie mich einfach so wegsperren? Denn die Ärzte haben mir damals folgende Diagnosen gestellt: Schizophrenie, Borderline-Symptomatik sowie eine Anpassungsstörung. Und wenn jetzt auch noch die vierte Diagnose gestellt wird: Anorexie? Denn abnehmen will ich noch auf jeden Fall...LG. Cleo

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fluuu
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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon fluuu » Mi 29. Jan 2014, 11:26

Hallo,
das sind mehrere Themen auf einmal, merkwürdig und widersprüchlich ist, ein völlig normales menschliches Verhalten,
dass Du anführst, was Du alles an Suizidversuchen unternommen hast um Dich zu zerstören und Dein Leben zu beenden,
dann gerettet wirst, Medikamente gegen die psychischen Symptome bekommen hast und Dich über die Nebenwirkungen die
etwas unangenehm sein können ärgerst.
Suizid ist nicht strafbar aber unterlassene Hilfeleistung ist strafbar wenn der Therapeut von den Suizidabsichten weiß
und keine Leben rettenden Maßnahmen wie z.B. wenn es nicht anders geht, Zwangseinweisung, organisiert.
Wer mit Beendigung des Lebens droht wird nicht weggesperrt sondern er wird gerettet, das verlangt das Gesetz,
sonst macht sich das Gegenüber strafbar wegen Unterlassung.
Das ist grundsätzlich von der Gesellschaft so gut eingerichtet denn wie viele Menschen wollten sich auf Grund
einer Kränkung im Affekt suizidieren, wurden gerettet, auch gegen ihren Willen und konnten anschließend nach
einer Psychotherapie oder Krankenhausaufenthalt ein schöneres und bewussteres Leben führen als je zuvor.
Es gibt jedoch auch als Krankheitsbild den chronischen Suizidversuch um Alarm zu schlagen, das ist eine spezielle
Form der Gratwanderung und es ist sehr schwer von außen damit umzugehen, oft wird weggesperrt.
Sinnvoll wäre es Verhaltensweisen für den Alltag zu lernen, besonders bei Krisensituationen, die nicht automatisch
als einzige Reaktion einen Suizidversuch bedeuten. Leben bewältigen heißt die Lösung und weniger Zerstörung.
gruß fluuu

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Cleo31
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Nur ICH darf bestimmen, was mit meinem Körper passiert!!!

Beitragvon Cleo31 » Do 30. Jan 2014, 13:20

Hallo, an meinem zusammengefassten Text ist nichts merkwürdiges und auch nichts widersprüchliches dran. Dass ich mich umbringen wollte, stimmt auch nicht. Ich wollte damals an meinem Körper nur etwas rumexperimentieren, nichts weiter. Dass solche Experimente schief gehen können, weiß ich doch. Nur, warum mischen sich dann die Ärzte ein?????? Wer hat sie denn um Hilfe gebeten? Ich? Nein!!!! Bin volljährig und somit trage ich die Verantwortung für meinen Körper. Keiner hat das Recht, mich einzusperren, mich zu fixieren und mir irgendwelche Drogen zu verpassen!!! Wenn sich jemand krank fühlt und freiwillig in eine Klinik geht, alles mit sich machen lässt, dann bitte schön! Ist seine Entscheidung. Ich bezeichne mich jedoch NICHT als krank und tat es auch nie. Also, was soll die ganze Zwangstherapie dann bringen? Nichts!!! Ich mache diese ganzen Experimente NICHT mehr, und warum? Weil ich nicht wieder untergebracht werden will, nur aus diesem Grund. Die Ärzte haben mir kein bisschen geholfen, eher geschadet würde ich sagen. Mein Körper sieht jetzt ganz schön hässlich aus nur weil diese Gestalten mir die ganzen "Dickmacher" verpasst haben. Konzentrationsprobleme habe ich ebenfalls. Nur ICH trage die Verantwortung für meinen Körper, sonst keiner!!!

Jetzt ein Beispiel: Jemand würde einen Hund fixieren, eine Nacht lang. Wäre das human? Nein, das wäre Tierquälerei und diese ist strafbar. Das Gesetz sollte sich schleunigst ändern und die ganzen Zwangsmaßnahmen verbieten. Was die Ärzte in diesen Kliniken treiben, ist unmöglich, lächerlich und keineswegs human. Gegen Fremdgefährdung sollte etwas unternommen werden, nicht gegen Selbstgefährdung!!!!

Und noch etwas: Warum stellen mir die Ärzte Fehldiagnosen? Die Psychiatrie ist ein rechtsfreier Raum. Die Richter tun, was die Ärzte sagen. Und die lügen und betrügen, die behaupten was sie wollen. Aufgrund dieser Lügen und blödsinnigen Diagnosen werden Körperverletzungen begangen. Aber keinen interessiert's leider :(

Mavros
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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon Mavros » Fr 31. Jan 2014, 11:18

Das Problem des absurden Umgangs mit Betroffenen wurde schon vor langer Zeit erkannt, nur hinkt die Durchsetzung der Reformmaßnahmen weit hinter dem Erkenntnisstand her, weil wie auch auf anderen Sektoren wirtschaftliche Interessen diesen Prozess verhindern. Im Moment sieht die Situation ganz anders als in den 70-ern aus, als z. B. der Einsatz von Neuroleptika Elektro- und Eiswasserschocks ersetzen sollte und als das als ein Wundermittel gepriesen wurde. Das Fazit: Ungenügendes Wissen über Langzeitfolgen (Langzeitstudien beanspruchen eben eine lange Zeit) und Erkenntnisse über gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen, die sich bereits während der Einnahme ergeben. Über gesundheitliche und juristische Fragen, Möglichkeiten und Alternativen sowie Schutzmaßnahmen kannst du dich auf der Seite des BPE aufklären lassen. Ich wünschte es wäre möglich weitaus mehr zu unternehmen. Alles Gute für dich.

LG
Mavros
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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon Mavros » Fr 31. Jan 2014, 11:32

In manchen Fällen übernimmt KK nach einer radikalen Gewichstabnahme wie in deinem Fall Kosten für Eingriffe der Plastischen Chirurgie, vielleicht kannst du das bei Bedarf durchsetzen...

LG
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Die Ärzte sind schuld!!!!!

Beitragvon Cleo31 » Di 11. Feb 2014, 13:00

Ich glaube kaum, dass man Dehnungsreifen jeder Art so einfach weg bekommen kann. Ja, nur wenn sie vielleicht noch frisch sind. Meine sind schon ein paar Jährchen alt und verblasst, die kriegt man nicht mehr weg :( :( Und an allem sind nur die Ärzte schuld!!!!!!!!!!!!! Ich sollte mit denen das gleiche tut, was sie mir angetan haben!!!!!

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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon Mavros » Di 11. Feb 2014, 22:12

Das tut mir leid, Cleo, und ich bin der gleichen Meinung wie du. Ich denke allerdings mit Streifen kommt man noch im Vergleich zur Gewebeschwäche, wenn die Haut sich nicht mehr zurück bildet, relativ gut davon. Schön ist das natürlich nicht, wenn man sich das doch ganz anders gewünscht hätte. Aber vielleicht hast du jetzt ein etwas besseres Gefühl und keine Fluchtgedanken mehr? Wenn die Lust zum Abnehmen irgendwann zwanghafte Formen annimmt, sollte man sich helfen lassen. Eine Zwangseinweisung droht dir, denke ich, deshalb nicht.

Liebe Grüße
Mavros
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Zwangseinweisung aufgrund einer psychischen Krankheit....

Beitragvon Cleo31 » Mi 12. Feb 2014, 00:42

Doch, ich denke schon, dass ich wegen dem Gewichtsverlust zwangseingewiesen werden kann. Dies berichtete nämlich die Psychiaterin meiner Betreuten, die ebenfalls am Gespräch teilnahm und ich war auch anwesend. Aufgrund der angeblichen psychiatrischen Diagnosen (meiner Meinung nach Fehldiagnosen) kann sie mich ohne Probleme unterbringen. Ihrer Meinung nach könnte es sein, dass ich langsam zu einer Magersüchtigen werde. die vierte Diagnose würde sie bald stellen: Anorexie. Sie kann mich jedoch erst dann wegsperren,
sobald ich 40 kg. oder 39 kg. wiege und alles was darunter liegt. Aber irgendwie kann sie mich langsam mal......denn ich finde mich immer noch zu dick und ich habe auf jeden Fall vor viel
abzunehmen. Nachdem wir gehen wollten, sagte die Ärztin noch ganz ernst: "Wenn was sein sollte, bitte sofort den gesetzlichen Betreuer kontaktieren..."
Mittlerweile finde ich meinen ganzen Körper so was von ätzend!!! Wirklich. Ich kann mir keine dicken Menschen mehr anschauen. Die ekeln mich einfach an!!!!!
ICH MUSS ABNEHMEN!!!!! Meine 46 kg bei einer Größe von 163 cm sind noch zu viel zu viel!!!! :( :( :( :( und eklig!!!!

LG. und danke für Deine Antwort, Mavros :)

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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon Mavros » Mi 12. Feb 2014, 19:09

Cleo,
danke auch dir, wir verstehen uns aber nicht, :cool: 46 kg sind zu wenig!
Und ja, du hast recht, in dem Fall muss man wahrscheinlich bald im KH aufgepeppelt werden, also versuch doch bitte auf deine Therapeutin zu hören, damit du frei leben kannst. Dicke Menschen tun mir auch sehr leid. Zu dünne aber ebenso. Es ist gut Kraft zu haben um genügend Sport treiben zu können.

:wink:

Liebe Grüße
Mavros
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Bin sehr fit und nicht zu dünn!

Beitragvon Cleo31 » Mi 12. Feb 2014, 23:48

Hi, ich bin jetzt aber sehr gut in Form, auch mit meinen 46 kg. Zweimal die Woche gehe ich zum Training. Bin echt fit. Klar, bin ich das eine oder das andere Mal geschwächt. Aber das sollte ja auch normal sein. Bin doch kein Roboter!
Wenn ich z.B. nicht trainieren kann, weil die Müdigkeit daran hindert, haue ich mir zwei, drei Dosen Red Bull rein. Dann geht's :) Zum schlafen nehme ich Schlaftabletten, weil es leider Gottes nicht anders geht. Na ja, egal. Zu dünn bin ich jedenfalls noch lange nicht!!!!

LG. Cleo
PS: Ich hoffe, du verstehst mich wenigstens nur ein bisschen :) oder auch nicht :( :(

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Re: geschlossene Psychiatrie und Zwangsmedikation

Beitragvon eraserhead » Mo 30. Mär 2015, 18:03

ich persönlich sehe das so: wer wirklich sterben will, findet die Möglichkeit, selbst hierzulande dies ohne Agonie durchzuführen.

wer - wie du offenbar - nur um Hilfe ruft, dem möge geholfen werden. nichts anderes ist es doch, wenn man sich schädigt.


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