Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

schoefli
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Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon schoefli » Mi 26. Jan 2011, 16:46

Hallo zusammen

Ich schreibe gerade ein Buch (bzw habe erst gerade angefangen) über meine negativen Erfahrungen in Psychiatrien in den vergangenen 7 Jahren. Leider habe ich viele Erfahrungen gemacht, ich war in diversen Kliniken und auch immer wieder zu "Gast" (bin eine typische Drehtürpatientin).
Jetzt wäre ich absolut total froh, wenn es Betroffene gäbe, die mir auch ihre Erfahrungen mitteilen, die dann in das Buch fliessen werden. Es gibt aber einige Punkte, die ich zu Bedenken bzw zur Information gebe:

1. Das Buch dient lediglich als Aufklärung und eine Einsicht "hinter der Türen der Psychiatrie". Ich werde auch positive Aspekte einfliessen lassen und daher distanziere ich mich vor allen antipsychiatrischen Bewegungen. Es geht mir nicht um Schuldzuweisung, nur um Anregung um Verbesserungen herbei zu führen. Diese Ansicht solltet ihr mit mir teilen

2. Euer Beitrag wird selbstverständlich anonym bleiben. Wenn ihr aber unbedingt wollt, dass euer Name drunter steht, dann lässt sich das arrangieren :-) ich werde auf jeden Fall meinen Namen angeben

3. Die Garantie, dass das Buch tatsächlich veröffentlicht wird, gibt es nicht und die gebe ich auch nicht. Es wird dann veröffentlicht, wenn ich absolut dahinter stehen kann und natürlich wenn es ein Verleger annimmt :-)

4. Persönliche Namen von Pflegepersonen, Ärzten und sonstigen Therapeuten werden nicht erwähnt, wie geschrieben geht es mir nicht um Schuldzuweisungen oder Rachegelüsten. Der Name der betroffenen Klinik wird aber erwähnt

5. Bevor das Buch mit euren Beiträgen veröffentlicht wird, kriegt ihr das gesamte Exemplar zu lesen und ihr könnt euch immer umentscheiden. Das ist absolut kein Problem. Ihr werdet auch über den aktuellen Zustand informiert

6. Es wird kein Platz für eure gesamte Lebensgeschichte sein. Je nachdem, wieviele sich melden, werden eure Erfahrungen abgekürzt. Wichtig dabei ist aber immer, dass ihr einverstanden seid. Es soll eure Erfahrung werden. Ich werde mir einfach die Freiheit nehmen, grammatikalisch, rechtschreiberisch und mit Nachsicht auf Form und Darstellung die Sätze anzupassen.

7. In dem Buch werde ich meine Meinungen angeben zu diversen Themen. Ihr müsst nicht diesselbe Ansicht haben. Meine Erfahrungen werden ein Teil des Buches machen, eure ein anderer Teil. Wenn ihr eure Erfahrungen äussert über eine negative Erfahrung und dann vielleicht erklärt, weshalb es für euch eine negative Erfahrung war (manchmal liegt die nicht auf der Hand), dann ist dann natürlich von Vorteil. Wünsche und Verbesserungsvorschläge sind immer willkommen. Es geht für einmal um eure reine subjektive Wahrnehmung.

8. Wenn das Buch veröffentlicht wird, gehe ich gerne mit euch aus das zu feiern :-) Natürlich nur, wer möchte, kein Zwang. Vielleicht ist es euch einfach wichtig, Beispiele zu statuieren und einen Platz zu erhalten für eure Erfahrungen

In dem Sinne freue ich mich total auf Zuschriften!

Liebe Grüsse euch allen

P.S. @ Franz Engels: ich hoffe ich breche mit dem Beitrag nicht gegen eine Bestimmung. Hab die zwar gelesen und verstanden, aber wäre trotzdem froh um Rückmeldung - danke!

Noch drei weitere Ergänzungen:
- Falls ihr nicht möchtet, dass der Namen der Klinik erwähnt wird lasse ich diese natürlich aus. Bei meinen Erfahrungen bleibe ich aber dabei
- Wenn es euch lieber ist, eure Erfahrungen mündlich mitzuteilen, dann können wir das arrangieren. Vielleicht behagt euch das Schreiben nicht so
- Wollt ihr zuerst wissen, mit wem ihr es zu tun habt? Ihr könnt mir gerne auch zuerst Fragen stellen zu meiner Person und Hintergrund

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Remedias
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Remedias » Mi 2. Feb 2011, 19:06

hallo schoefli,
das hört sich interessant an.
Ich hätte beides zu berichten; negatives wie positives.
Aber fände es passender per pn.
Bist du aus der Schweiz? (wegen deinem nick)?
liebe Grüße Remedias

schoefli
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon schoefli » Di 22. Feb 2011, 14:49

Hallo zusammen

Danke für eure Antwort und tut mir Leid wegen meiner verspäteteten Antwort, hatte bisschen Probleme mit meinem Router, war dann noch in den Ferien und und und... aber hab Freude, dass ihr mir geschrieben habt.
Ja, ich bin aus der Schweiz :-)

Hab auch gedacht, dass man das lieber über pm macht, weil es doch sehr persönlich wird. Und auch gute Erfahrungen sind willkommen :-)
ihr dürft mir unter kleinepinga@gmx.ch schreiben... und loslegen :-)

bis bald

Die Sonne
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Die Sonne » Do 7. Jul 2011, 11:18

Hallo,

Ich war vor 8 Jahren in Düsseldorf-Grafenberg und habe schwere psychische Schäden von diesen gegen die Menschenrechte verstoßenden "Behandlungsweisen" davongetragen.
Mir ist absolut handfest bekannt, dass es sich bei den angewendeten Methoden nicht um legale Mittel gehandelt hat.

1. wurde ich mit einem Alter von nur 12 Jahren auf die Jugend-station (16-21 Jährige) gelegt,

2. hat eine Pflegerin namens "Hatscher" oder "Heatcher" mich in Abwesenheit aller anderen Pfleger geschlagen und mir Medikamente verabreicht, was hinterher vor meiner Mutter verleugnet wurde.

3. Wurde ich in einen Glasraum gesperrt, dort wurde mir jeder Kontakt zur Aussenwelt verboten, mehrere Tage lang musste ich in völliger Dunkelheit starr auf meinem Bett sitzen, es gab KEINE Gespräche, Therapien oder Ähnliches. Eine andere Pflegerin gab zur Begründung an: "Wir wollen dir zeigen, was es heisst, TOT ZU SEIN" (ich war wegen Suizidversuch dort, weil meine Mutter unter starken Depressionen und Suizidgedanken litt. Obwohl das sicher nicht ihr Ziel war, teilte sie mir oft [Schon als ich 7 war] mit, dass dieses Leben hier "beschissen" ist.)

4. Wurden alle Bilder, die ich dort zur Selbsttherapie malte, VON DEN PFLEGERN ZERSTÖRT, genauso wie meine Musik-CD´s, diverse Kettenanhäger (Pentagramme), Bücher u.s.w, weil ich einmal den Rat meiner Zimmergenossin befolgte, mir in den Arm zu schneiden, um meine Schmerzen los zu werden.

5. Auch die bitte, auf ein anderes Zimmer verlegt zu werden, weil die Zimmergenossin mich zu Drogenkonsum anregte und mir drohte, wurde ohne Begründung abgewiesen.

6. Ich wurde mehrfach von der genannten Pflegerin "Hatscher" schwerstens beleidigt ( Wörter wie FOT*E, blöde Kuh, dummes Kind, fettes SCHEI*-Kind u.s.w ), wenn keine Zeugen da waren.

7. Mir wurde über 7 Wochen jeglicher Ausgang (auch in den Garten) verweigert, sowie das Musik-hören, das Schreiben, hinterher auch das Malen und das Kommunizeieren mit den anderen Patienten.

8. Es gab für mich in 10 Wochen nur 2 mal je eine halbe St. "Kunsttherapie".
Die Gruppentherapie (die 1 mal stattgefunden hätte) habe ich abgelehnt, da die mich bedrohende Zimmergenossin anwesend war. Dafür wurden mir meine Musik-CD´s abgenommen, ich habe sie nicht wieder bekommen.


Ich habe absolut keinen Schimmer, wie man diese Leute verklagen könnte, denn ich war minderjährig, als unzurechnungsfähig erklärt und alle anderen Zeugen (Patienten) ebenfalls (ein einziger war zu dem Zeitpunkt 21, aber als geistig behindert deklariert).
Ich weiss nicht, wie lange ich die aufgestaute Wut noch ertragen kann. Meine Mutter ist kurz vor meiner Einweisung krank geschrieben worden, von einem Psychiater. Das wussten die Pfleger.
Jetzt ist sie schon seit 4 Jahren in Betreuung und voll Erwerbsunfähig.
Naja, ich hoffe wenigstens, mal jemanden von damals wiederzutreffen.
Schon das allein würde mir bei der Verarbeitung helfen.

Ich war auf der Station 12 a, meine ich, wenn ich mich richtig erinnere.

Zu der Zeit war ich total kaputt, man kann sich denken, warum.
Ich habe mich sehr verändert.
An eine Vanessa kann ich mich ganz deutlich erinnern, zu der Zeit war sie 16 und wegen Borderline dort.
Ich freue mich über jede Meldung und werde auch nach Jahren noch auf diese Seite zurückkommen, falls die Antwort (so wie meine) lange auf sich warten lässt.
Dieses Vergehen der Psychiatrie verjährt erst in 30 Jahren (!)
..........

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Remedias
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Remedias » Do 7. Jul 2011, 16:18

Hallo die Sonne,
das ist ja ganz schrecklich
und macht mich sehr traurig, dass so was vorkommt. Ich habe selber eine Tochter und es würde mir total weh tun und mich wütend machen, wenn man sie so behandeln würde. Konntest du dein Trauma in einer Psychotherapie aufarbeiten oder hast du sonst irgendwie Hilfe bekommen?

liebe Grüße Remedias

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Mirjam » Do 7. Jul 2011, 17:27

Vor 8 Jahren!? Großer Gott, das liest sich, als sei das vor zweihundert Jahren passiert! Unglaublich, entsetzlich und absolut frustrierend, so etwas lesen zu müssen.
LG
Mirjam

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Die Sonne » Di 12. Jul 2011, 19:16

Hai...
Nein bisher habe ich nichts unternommen,
da sich aus der Erfahrung dort nur Mist ergeben hat.
Dadurch, dass meine Mutter am Ende war,
hatte ich keine Probleme damit, die Schule für 2 Jahre zu schwänzen.
In dieser Zeit war ich in meinem 13. Lebensjahr auf der Straße.
Danach war ich bei der Begabtenförderung und mir wurde zumindest ein Fernstudium finanziert,
weil ich nicht mehr in der Lage war, die Schule zu besuchen.

Habe eigendlich für mich mit der Sache abgeschlossen. Bin aber dadurch sehr tief gefallen, das heisst, ich wohne seit meinem 17. Lebensjahr alleine und mache jetzt den Realschulabschluss nach.

Habe weder Geld zum Leben noch zum überleben,
was mich wütend macht.

Schließlich war ich bis vor Grafenberg noch so gut in der "Startbahn" zum sorgenfreien Leben..
Ich verlange von diesen Kreaturen eine Wiedergutmachung.
Keine Rache.

Meine Pupertät und mein Teeanager-dasein sind jetzt zuende, ohne dass ich sie auf irgend eine Weise leben oder genießen konnte.

Neben harter Schwarzarbeit und ständigem Sorgen habe ich jetzt keine Nerven mehr, um richtig zu arbeiten. Ständig muss ich mit Nervenzusammenbrüchen kämpfen, und das kann ich nun nicht mehr.

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fluuu
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon fluuu » Mi 13. Jul 2011, 10:15

Hallo,
habe die Geschichte in diesem kurzen Telegramm-Stiel gelesen. Sie weckt Emotionen.
Selbst verfasse ich in literarischer Form Geschichten um das Thema Suizid bzw. Trauma zu beleuchten.
Es sind jedoch keine anklagenden Tatsachenberichte sondern das Leben hinterfragende Phantasie-Bilder.
Seelisch grausame Dinge lassen sich kaum von außen beschwichtigen, sie lassen sich nur von innen lösen.

Deinem letzten Post ist zu entnehmen Du lebst noch, hast keinen erfolgreichen Suizid begangen,
finde es ist eine sehr positive Entwicklung. Viele andere Menschen leben nicht mehr und haben aufgegeben.

Es gibt für die eigene schreckliche Biographie keine Wiedergutmachung von außen, die einzige
Möglichkeit Glück und Frieden zu finden ist innerlich zu verzeihen, den Schmerz und die Wut in kreative
und produktive Bahnen zu lenken und nach der Zerstörung wieder neu aufbauen.

Den Prozess von Werden und Vergehen kann niemand aufhalten aber man kann das Vergehen akzeptieren
lernen und nicht nur das Werden, dann ist ein ausgeglichenes Gefühl möglich egal was passiert ist.

Man kann weder Eltern verklagen für die Geburt oder ihre Behandlung, man sollte auch Betreuer und
Erzieher nicht verklagen um Genugtuung zu bekommen oder materielle Entschädigung, man sollte
versuchen mit allen traumatisierenden Lebenssituationen einen aufarbeitenden Umgang zu finden
und die Situationen klären.
Dazu gehört nicht nur das vertraute Gespräch mit den Eltern sondern in diesem Fall auch der aktuelle Besuch
dieses Heimes um durch Kommunikation mit dem Personal eigene Aufarbeitung zu erleben.

Meine Erfahrung mit Mitte Vierzig ist, wenn es für das Opfer möglich ist den Ort des Schreckens aufzusuchen
und die Kommunikation mit dem Täter zu praktizieren ist eine Heilung des Schmerzes vorstellbar und die Hoffnung
auf ein qualitatives Leben trotz alledem ohne selbst zum Täter werden zu müssen nimmt Gestalt an.
gruß fluuu

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Die Sonne » Fr 15. Jul 2011, 14:26

Hallo

Das ist mir klar.
Es gibt keine Schuld, nur Verantwortung.
Alles, was du bist, was du tust,
resultiert aus deinen Erfahrungen.
Dein Weltbild setzt sich aus deiner Wahrnehmung zusammen,
die von dem abhängig ist, was du wahr genommen hast.

Das ist mir schon klar.

Mir gehts darum, dass ich eine rechtliche Entschädigung bekomme.
Da ich nämlich schon von vielen Menschen gehört habe, die sie bekommen haben.
Und auch Grafenberg-Düsseldorf ist schon erfolgreich verklagt worden.
Desshalb bin ich mit dem Aufruf darauf erpicht, Gleichgesinnte zu suchen.
Am besten die, die mit mir in dieser Station 12 a waren, da diese Leute mir versichert haben,
nach der "Traumapie" äh Therapie.. Gegen Grafenberg vorzugehen.

Leider ... War ich selbst danach im Chaos versunken...
Habe also viel zu viel Zeit verstreichen lassen,
die gegebenen Handy-Nummern sind schon lange nicht mehr aktuell.

Dies hier ist ein (wahrscheinlich erfolgloser) Versuch, diese "Mitinsassen" zu finden und mit ihnen
Grafenberg zu verklagen.
Gefolgt bin ich dem Aufruf: "Leute die in D-Grafenberg waren bitte melden" auf einer anderen Seite dieses Forums.
Ein Beitrag, der schon sehr alt ist. Desshalb habe ich auch in diesem Treat meine Erfahrungen gepostet,
damit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass zumindest einer der Leutchen von damals meinen Eintrag sieht.

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Remedias
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Remedias » Fr 15. Jul 2011, 14:44

Hallo Sonne,
um dieses Trauma zu verarbeiten ist s wichtig dass es eine Gerichtsverhandlung und ein Urteil gibt, das ist so ähnlich wie bei einer Vergewaltigung.

liebe Grüße Remedias

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon lordi » Sa 16. Jul 2011, 21:57

Hallo Schoefli,
falls Sie nicht genug Teilnehmer haben, könnten Sie den Fragebogen ja noch an andere Foren senden:

http://www.kompetenznetz-schizophrenie.info/forum/

http://www.psychosomatik-austausch.de/forum/

Gruß
Lordi

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon fluuu » Mo 18. Jul 2011, 10:20

Hallo,
dieser Ansicht bin ich nicht, dass wenn einem Leid widerfahren ist und man ein Trauma
erlebt hat für die Verarbeitung ein Verklagen und Schuldig sprechen vor Gericht notwendig ist.
Es hat eher etwas mit Rache zu tun durch die Macht des Gerichtes Vergeltung zu üben.

Es gibt so viele Formen des Leides im Leben, oft hängt es mit der eigenen Persönlichkeit
zusammen bzw. mit dem was die Eltern und die Umwelt vermittelt haben.
Man kann den Schöpfer nicht verklagen dafür, dass man lebt, man macht des Beste daraus.

Das Verklagen einer Psychiatrie-Station bringt eventuell materielle Entschädigung, Geld
aber was nutzt das der behinderten Seele? Bringt Geld Trost?
Wenn das so ist willkommen im Kapitalismus und kauf Dir was schönes...
Das schmerzliche Trauma in der Psyche hat sich dadurch nicht verändert.
Das verändert sich nur wenn Verzeihen vom tiefsten Inneren der Seele möglich ist
um dadurch letztendlich als gefühlter Sieger aus der Situation hervor zu gehen.
gruß fluuu

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Mirjam » Mo 18. Jul 2011, 14:42

................................................................................................
LG
Mirjam

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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon Die Sonne » Mi 20. Jul 2011, 23:06

ja, das stimmt.
Durch das, was mir passiert ist bin ich aber in die Schwierigkeiten gekommen, die mich zu dem Punkt gebracht haben, an dem ich heute stehe.
Wenn sie die Auswirkungen erkennen/ sie und ihr handeln als negativ empfinden würden, würden sie auch nicht so handeln.
Die "Wahrheit" einer Person, die auch Weltbild heissen kann,
bildet sich aus den Einflüssen der Umwelt, welche ebenso durch Vohergehende geprägt sind u.s.w.
Ein Anfang und ein Ende kann nicht sein, denn Nichts wäre davor oder danach, denn Alles folgt aufeinander, also auf sich selbst...
Blub..

Das soll im Prinzip sagen, dass ich eine Art Entschädigung der sachlichen Nachteile als einzig mögliches, ethisch vertretbares und absolut gerechtfertigtes Mittel sehe, einen Punkt Lebensqualität wieder einzufordern.
Aber auch weil ich weiss, dass es möglich ist.


Ich finde deinen Einwand sehr interessant.
Will Sozialpädagogik studieren und fange nächstes Jahr an.
Über das Thema fällt mir einiges ein.

LG

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fluuu
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Re: Suche Betroffene mit negativen Erfahrungen in Kliniken

Beitragvon fluuu » Do 21. Jul 2011, 10:29

Hallo,
der Kampf um Geld ist gesellschaftlich gefördert, es gibt viele Einrichtungen und Dienstleister die dabei unterstützen,
sie verdienen mit um der Geldsumme zum Sieg zu verhelfen. Alles schön und gut, mit Geld kann man viel machen nur eine
behinderte Seele heilen kann man damit nicht, man kann sich Ablenkung kaufen um den Schmerz weniger zu spüren
aber sobald der Geldfluss nachlässt ist das Gefühl wieder da.
Viele Beobachtungen haben gezeigt, dass wenn das Geld wieder alle ist der Schmerz noch stärker empfunden wird als vorher.
Der Kampf ums Geld bleibt nicht aus aber man sollte nicht der Illusion verfallen damit die Psyche heilen zu wollen.
Mit einer Geldsumme kann man sich Genugtuung und Befriedigung verschaffen wenn man es geschickt einsetzt aber
es löst seelische Schmerzen und Traumatisierungen nicht auf. Der Kick von Geld im Gehirn ausgelöst ist heftig aber nur
von sehr kurzer Dauer und der Wunsch nach mehr entsteht...
Der Kick im Gehirn auf das Vertrauen eigener Fähigkeiten und mit vielen schmerzlichen Situationen umgehen und
verzeihen zu können ist zwar nicht so heftig aber wird über lange Zeit immer wieder ausgeschüttet.
So schafft eine materielle Entschädigung ein kurzes starkes Glück und das Lernen mit den seelischen Schmerzen
umzugehen eine längere schlichte Zufriedenheit mit gelegentlichen Highlights.
Mir alleine wird es nicht gelingen die Sehnsucht nach Geld in Sehnsucht auf gute Fähigkeiten durch Lernen umzuwandeln.
gruß fluuu

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