Behandlung mit Vor- Urteilen

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fluuu
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon fluuu » Mo 26. Apr 2010, 11:49

...echt spannend zu lesen, bin schon gespannt auf die Fortsetzung?
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fluuu
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon fluuu » Di 27. Apr 2010, 11:22

Interessant ist wenn Patienten besser wissen wie mit ihnen und der Krankheit umzugehen ist
als angeblich Ärzte und Therapeuten. Warum sind sie dann Patienten geworden?
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Laura
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon Laura » Di 27. Apr 2010, 11:56

Hallo inka!

Da kann man echt nur mit den Ohren wackeln, in was für Schubladen dich einige Ärzte gepackt haben, und das ist noch mild ausgedrückt. Dabei wehren sich doch Ärzte normalerweise gegen dieses Hellseher-Klischee. Mir ist es nur mal passiert, dass mir Ärzte oder andere Therapeuten aufgrund ein paar Stichpunkten aus meiner Biografie (zu der mein Nachname leicht zu Fantasien inspirieren kann) gleich was auf den Kopf zusagen wollten, das zwar auch in irriger Annahme, aber immerhin halbwegs wohlwollend. Was? Spanischer Migrationshintergrund? Dann bin ich ja sicher sehr katholisch erzogen worden und das kann ja auch ein gewisser Halt sein. Oder: Dann habe ich als "südländisch-unterdrückte" Frau sicher nichts davon mitbekommen, dass eine Frau auch eigene Entscheidungen treffen darf. Die können sich schon ganz schön blamieren, diese Fuzzis, wenn sie einem ihre Scheinbildung offerieren.

In Deinem Fall wäre ich auch sehr verletzt. Es kann nicht angehen, dass Behandler rein nach Fantasie gehen. Und: Was einmal in der Akte steht, wird vom nächsten Behandler leider gerne mal als hieb- und stichfest genommen und so kann sich das durchaus perpetuieren. Schon bitter, wenn einem das so passiert. Über mich wurde auch schon in der Krankenakte gelogen, z. B. damit Ärzte gewisse Kunstfehler vertuschen und mir den Fehler zuschieben konnten.

Dennoch glaube ich, dass diese Ärzte erst dann "gewonnen" hätten, wenn Du ihretwegen Deine Souveränität verlieren würdest. Ich setze bei solchen vertuschten Ungerechtigkeiten, gegen man die sich nicht wehren kann, auf die ausgleichende Gerechtigkeit.

@fluuu: Was ist das denn schon wieder für eine billige Weisheit von Dir? inka hat doch gar nicht bestritten, dass sie Hilfe brauchte oder noch braucht und somit zu einer Patientin wird. Aber halt Du Dich mal an Deine Selbststigmatisierungspredigten und sprich Du einem anderen Betroffenen nicht das Recht ab, die Behandlung, die an ihm durchgeführt wurde, als qualitativ schlecht zu bewerten. Oder würdest Du behaupten, eine psychiatrische Behandlung ist immer gut, denn es steckt ja immer ein guter Wille dahinter? Gut gemeint ist noch lange nicht gut getan :!:

Viele Grüße

Laura
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon cake » Di 27. Apr 2010, 12:43

ICH habe eben unter meiner gelitten und mich mit Drogen zugeballert.
Ja, aber ich merke, dass es mir gut tut, mich darüber auszutauschen.

Ich werde auch nur noch mit ner Psychose in die Klinik gehen,
inka könnte das Eine verantwortlich für das Andere gewesen sein? :-k :-k :wink:
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon cake » Di 27. Apr 2010, 18:44

Ich meine dass Drogen ja bekanntlich Psychosen verursachen können.
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon cake » Di 27. Apr 2010, 19:24

Na, aber mit so langen Pausen kann man doch leben oder? :wink: :wink: :wink:
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon cake » Di 27. Apr 2010, 20:02

[-( [-( Na, das ist doch ordentlich :lol:
Wieso klappts mit dem Job nicht
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon Laura » Mi 28. Apr 2010, 00:50

Hi inka!

Nimm Dir die Ruhe, die Du brauchst und auch in dem Zeitrahmen, in dem Du sie brauchst.

Alles Gute Dir und gute Erholung!

Liebe Grüße

Laura
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon fluuu » Fr 30. Apr 2010, 13:18

Hallo Doris,

genau, meine Verwunderung ist, wenn der Patient immer alles besser weiß als der Arzt,
warum ist dann der Patient krank und der Arzt nicht in dem konkreten Fall?
Natürlich sollte jeder für sich der Experte sein aber wenn das Experte sein innerlich krank macht
ist es doch dringend notwendig sich gesunde Dinge von außen zu holen.
Das innere Kranke wird nicht besser wenn es im eigenen Saft schmort.
Dafür gibt es ausgebildete Fachkräfte an die man sich wenden kann um die Möglichkeiten
zu erfahren wie man das Kranke in etwas produktives Gesundes umwandeln kann.
Zum Beispiel Methoden um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, das schafft man oft
nicht alleine wenn man in der Krise steckt und so benutzt man den Arzt z.B. als Fachexperten
um zu erfahren wie man selbst die Konflikte lösen kann.
So gibt es keinen zerstörerischen Feind sondern nur hilfreiche Assistenten, selbst ein unsympathischer
Mensch wird zum Helfer für die gesunde Entwicklung der Psyche, denn er lässt einen Spüren wo es hängt
und wo es noch Probleme gibt bei der eigenen Persönlichkeit.
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon Franz Engels » Fr 30. Apr 2010, 15:11

Hallo
fluuu hat geschrieben:selbst ein unsympathischer
Mensch wird zum Helfer für die gesunde Entwicklung der Psyche, denn er lässt einen Spüren wo es hängt
und wo es noch Probleme gibt bei der eigenen Persönlichkeit.
Ein interessanter Gedanke auch für den besseren Umgang mit unsympathischen Menschen.

Freundliche Grüsse
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon fluuu » Mo 3. Mai 2010, 14:30

Hallo inka,

Du hast völlig Recht, darum heißt es nicht in der Alltagsentwicklung ohne akuten Schub,
der Patient sollte mitarbeiten, sondern der Arzt/Therapeut arbeitet beim Betroffenen mit
als Experte. Nicht das Glück des Therapeuten durch den Klienten ist das Ziel, der Therapeut
muss sich sein Glück auch wo anders holen können, sondern das glückliche Leben des
Klienten ist das Thema und die Eigenverantwortung das Ziel.
Nur in akuten Fällen von Psychose sollte der Betroffene das Vertrauen zum Arzt haben
und die Regie ein Stück weit überlassen.
gruß fluuu

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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon cake » Di 4. Mai 2010, 10:11

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fluuu hat geschrieben:
selbst ein unsympathischer
Mensch wird zum Helfer für die gesunde Entwicklung der Psyche, denn er lässt einen Spüren wo es hängt
und wo es noch Probleme gibt bei der eigenen Persönlichkeit.

Ein interessanter Gedanke auch für den besseren Umgang mit unsympathischen Menschen.
Na ja, also bei mir ginge da gar nix :-k :-k :-k
Kann man einem unsympathischen Menschen trauen?
Also ich möchte das nicht. :wink:
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon Franz Engels » Di 4. Mai 2010, 10:34

cake hat geschrieben:

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fluuu hat geschrieben:
selbst ein unsympathischer
Mensch wird zum Helfer für die gesunde Entwicklung der Psyche, denn er lässt einen Spüren wo es hängt
und wo es noch Probleme gibt bei der eigenen Persönlichkeit.

Ein interessanter Gedanke auch für den besseren Umgang mit unsympathischen Menschen.
Na ja, also bei mir ginge da gar nix :-k :-k :-k
Kann man einem unsympathischen Menschen trauen?
Also ich möchte das nicht. :wink:
Franz Engels hat geschrieben:Ein interessanter Gedanke auch für den besseren Umgang mit unsympathischen Menschen.
Das muss ich doch ironisch gemeint haben...
Im Ernst: ohne Sympathie geht nach meiner Erfahrung tatsächlich gar nichts.

Freundliche Grüsse
Franz Engels
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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon fluuu » Di 4. Mai 2010, 11:40

...ha ha, die Meinungen und Positionen wechseln ja wie die Gezeiten.
Natürlich ist für Vertrauen Sympathie (mit-empfinden, -leiden) eine Voraussetzung aber dieser Zustand
ist nicht unverrückbar gegeben, es ist möglich ein Gefühl der Nicht-Sympathie mit etwas Mühe in ein
positives Gefühl zu gestalten. Das sind die lebendigen Entwicklungen in zwischenmenschlichen Beziehungen,
sie sind wandelbar, entwicklungsfähig und lassen sich selbst gestalten. Glaube nicht an die einmal
gegebene unveränderbare Wesenheit oder Gehirnstruktur, sie ist wunderbar lernfähig.
Genauso kann eine vertraute und sympathische Beziehung ganz schnell enttäuschen und dann ist das
Geschrei und der Schmerz groß denn es kommt völlig unerwartet.
Ein unsympathischer Mensch enttäuscht kaum, man leidet nicht mit ihm, da kann unter Umständen
Vertrauen wachsen und gestaltet werden.
Wenn ohne ehrlich empfundene Sympathie mit Vertrauen als Voraussetzung gar nichts geht, dann geht
fast immer gar nichts außer Oberflächlichkeit.
Seelische Konflikte finden in der Tiefe statt und sie sind einem selbst meist unsympathisch, was tun?
Da geht gar nichts? ... traurige Lebensumstände.
Besser ist es zu Lernen sich mit dem Unsympathischen ganz bewusst auseinander setzen zu können
so meine These als Selbstheiler und Therapeut.
Sympathie ist ein Geschenk, der Umgang mit Unsympathischen Arbeit.
gruß fluuu

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Re: Behandlung mit Vor- Urteilen

Beitragvon Lydia » Di 4. Mai 2010, 11:54

Ich kann durchaus auch von Unsympathischen etwas annehmen. Aber nur, wenn sie ehrlich sind und es ihnen um Kritik und nicht um reine Profilierungssucht und Lehrmeisterei geht. Bei Leuten, die sich so geben, geht bei mir in der Tat auch nichts und zwar unverrückbar! Da gibt´s halt Unterschiede bei den Unsympathischen. :wink:
Sympathie ist ein Geschenk, der Umgang mit Unsympathischen Arbeit.
Japp, aber bei manchen unnütze Arbeit. Und die schenke ich mir dann.

Gruß
Lydia
Zuletzt geändert von Lydia am Di 4. Mai 2010, 12:02, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe jeden Tag als wäre es ein neuer Tag!
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