Qualität in der Medizin

Benutzeravatar
Franz Engels
Site Admin
Beiträge: 900
Registriert: Mi 12. Jun 2002, 20:18
Wohnort: CH-3011 Bern
Kontaktdaten:

Qualität in der Medizin

Beitragvon Franz Engels » Fr 14. Mär 2003, 17:05

Hallo liebe Forumsbesucher,

auf der Suche nach einer geeigneten Darstellung des Qualitätsproblems in der Psychiatrie bin ich auf eine Reihe von Artikeln in der "Zeit" gestossen, die zwar die Verhältnisse in der Organmedizin beschreiben, in der Tendenz aber sicher auch auf die Psychiatrie zutreffen, die sich mit "Standardisierung" und "Professionalisierung" bei gleichzeitigem ökonomischem Sparzwang in genau die beschriebene Richtung entwickelt. V.a. wegen der vielen Widersprüchlichkeiten in den Erwartungen an die richtige, gute und moderne Medizin (also auch Psychiatrie) finde ich die Texte interessant als Lektüre und Diskussionsgrundlage dafür, was eigentlich Qualität in der Medizin ausmacht, ob es in der Psychiatrie auf dieselben Dinge ankommt wie in der Organmedizin und darüber, wie sich die Widersprüchlichkeiten in vernünftigen Bahnen auflösen lassen könnten.

Als Einstiegstext empfiehlt sich vielleicht der Text mit dem Titel: "Wie geht’s uns denn heute?", erschienen in der Zeitausgabe 38/2000. Die Autorin ist Christiane Grefe:

http://www.zeit.de/2000/38/Wissen/20003 ... tient.html

Die weiteren Artikel dieser Serie sind dort ebenfalls verlinkt.

Ebenfalls findet sich dort eine Debatte zum Thema, ob Ärzte den Patienten die finanziellen Beweggründe der gewählten Behandlung offen legen müssen oder nicht:


Herzlich
Franz Engels (Webmaster)

Benutzeravatar
Angelita
Beiträge: 305
Registriert: Di 7. Jan 2003, 10:11

Guter Rat teuer!

Beitragvon Angelita » So 16. Mär 2003, 19:39

Guten Tag/Abend

Die Artikel in der "Zeit" beziehen sich auf Deutschland - ich lebe in der Schweiz. Aber auch in CH krankt das Gesundheitswesen. Persönlich finde ich das System der Fallpauschale sehr fragwürdig :shock: , Wie kann da ein Arzt oder Psychiater dem Einzelnen gerecht werden? Auf der andern Seite frage ich mich, ob die Deutschen bereit wären unsere Krankenkassenbeiträge zu bezahlen. Viele können in der Schweiz, die Beiträg nicht mehr bezahlen und werden so zu Sozialhilfeempfänger.

In der Psychiatrie denke ich gilt noch mehr als in der Somatik, dass der Therapeut Empathie und Zeit hat. Die Therapie darf nicht einfach auf so und so viele Stunden begrenzt sein; doch soll sie auch nicht ins Uferlose an Stunden ausarten. Die Balance zu finden zwischen zu wenig und zu viel wird wohl schwierig sein. Auf keinen Fall dürfen die Stunden vom Therapeuten so ausgelegt werden, dass er einfach ein sicheres Einkommen hat :?

Die Krankenkassenkostenexplosion ist sicher nicht nur den Patienten zu überantworten; da gibt es viele Faktoren: teure Apparate, Pharmaloby (die exorbitanten Preise der Medikamente, besonders in der Schweiz), Aerzte, die zu viel verdienen (15 Min. beim Ohrenarzt mit Höhrtest Fr. 180.--, Kardiologe 60 Min. mit Apparatetests Fr. 460.--), Zahnarzt 30 Min. 3 Röntgenbilder, Vitalitätstest an 6 Zähnen Fr. 207.40 (wird vom Schweizer selbstbezahlt) :twisted: .

Ich kenne den Weg auch nicht aus dem Dilemma :roll:

Hilfreich war für mich das Buch "Das Geheimnis therapeutischer Wirkung" von Peter Hain. Sehr empfehlenswert :idea: Zuwendung, Kompetenz, Empathie, Zeit und auf den Patienten eingehen, ihn als Partner sehen; dies alles würde wahrscheinlich zu weniger Arztbesuchen führen. Vorallem wären die Patienten zu friedener :D

Vielleicht bin ich auf dem falschen Dampfer - ich bin froh um Hinweise und Anregungen.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal


Zurück zu „Qualitätsmanagement in der Psychiatrie - Wie sind Ihre Erfahrungen?“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast