Qualitätssicherung???

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Franz Engels
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Qualitätssicherung???

Beitragvon Franz Engels » So 22. Sep 2002, 10:00

Hallo. Da das Forum erst anläuft (wie Sie richtig bemerkt haben :wink: ), möchte ich Sie als Administrator dieser Website erst einmal begrüssen und selber eine kurze Stellungnahme abgeben: nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem QM besteht vielfach tatsächlich die Gefahr, dass fachliche Inhalte am Ende wegrationalisiert werden könnten. Die reine Erfassung von Daten hat wohl noch keine direkte Auswirkung auf die Arbeitsqualität. Allerdings gibt es indirekte negative Effekte dadurch, dass das "Messen" und "Dokumentieren" der Arbeit und der erbrachten Tätigkeiten von den PflegerInnen und ÄrztInnen grossenteils selber erbracht werden muss und dass die dafür benötigte Zeit für die eigentlichen "Inhalte", also die Betreuung der Patienten (und Angehörigen) nicht mehr zur Verfügung steht. Was sich nach meiner Erfahrung aber häufig direkt negativ auf die fachliche Qualität auswirkt, dass sind die Konsequenzen und Schlussfolgerungen, die aus den erhobenen Daten abgeleitet werden und die dann die Arbeitswirklichkeit und die Art der Arbeit in der Psychiatrie sehr unangenehm verändern können. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass häufig überschätzt wird, wozu die erhobenen Daten wirklich taugen.
Zuletzt geändert von Franz Engels am Di 5. Nov 2002, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.

windy
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Re: Qualitätssicherung???

Beitragvon windy » Di 12. Mär 2013, 23:26

Hy...
Also die Sache mit der Qualitätssicherung hat auch mit Konkurrenzdenken zu tun...eine gute Psychiatrie hat viele "Kunden" damit sich der "Laden" haelt setzt man die eigene Messlatte so weit um deren Folgen wiederum behandeln zu koennen. Dh. Die Probleme die durch die Qualitätssicherung entstehen werden auch wieder "therapiert"
Meiner Ansicht nach hat diese Form von Leistungsdenken gerade in der Psychiatrie nichts zu suchen wenn man die Mitarbeiter nicht verlieren will sei es in Form von Entlassungen aber vielmehr der gesundheitliche Aspekt ...denn gerade deshalb müssen Patienten ja erst aus diesem Grund das Kranken :-k haus aufsuchen....
:bad-words:

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fluuu
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Re: Qualitätssicherung???

Beitragvon fluuu » Fr 15. Mär 2013, 12:45

Hallo,
Qualität sollte immer oberstes Ziel sein, besonders wenn es um seelische Dinge geht, nur diese Qualität ist für jeden etwas Anderes.
Die Psychiatrie ist eine Institution, ein Betrieb und funktioniert mit den inneren Strukturen wie jeder Betrieb in dem es um Menschen geht
und in dem Menschen arbeiten. Es 'menschelt' und das bedeutet, es gibt Konflikte, es werden Fehler gemacht und es entstehen Krisen
aber es gibt auch Glücksmomente, Erfolgserlebnisse und das Besiegen des inneren Schweinehundes.
Damit in möglichst ausgeglichener Form umzugehen ist Qualitätsmanagement in einer sozialen Einrichtung für alle beteiligten Menschen.
gruß fluuu

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windy
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Re: Qualitätssicherung???

Beitragvon windy » Sa 16. Mär 2013, 12:07

Hallo fluuu
Mit dem ersten Satz gebe ich Dir noch recht...auch mit dem zweiten ....aber beim inneren Schweinehund ...naja..den kann man ja sehen wie man meint....ich denke nicht das mit dem Schweinehund immer alles belegbar ist.....kommt darauf an wo die eigene Ermessensgrenze liegt .....denn der "Schweinehund" ist schon eine recht seltsame Mischung .... :morning:

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fluuu
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Re: Qualitätssicherung???

Beitragvon fluuu » Fr 22. Mär 2013, 11:16

Hallo,
dass höre ich öfter, dass es nicht der innere Schweinehund sein soll der für Unbehagen und Schmerz sorgt,
denn das hieße, das Problem ist innen und auch dort zu behandeln.
Die meisten Menschen mit seelischen Problemen benennen die Schuld im Außen, sie können nichts dafür
und es ändert sich nichts denn das Außen ist kaum veränderbar, nur die eigene Sicht darauf lässt sich ändern.
So heißt die Formulierung oft, Du musst es mir Recht machen, dann geht es mir besser und nur selten,
mein innerer Schweinehund muss es mir Recht machen durch überwinden, dann erfahre ich Ausgeglichenheit.
gruß fluuu

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