Vom Helfersyndrom zur Hybris

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Laura
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Vom Helfersyndrom zur Hybris

Beitragvon Laura » Sa 2. Sep 2006, 21:29

Hallo!

In meiner Stadt gibt es einen telefonischen Dienst für psychisch Kranke, wenn man gerade depri etc. ist, parallel zu den konfessionellen Telefonseelsorgen. Ich nutze ihn schon seit 11 Jahren und bin sicher, dass die Gespräche so manchen Klinikaufenthalt verhindert haben. In letzter Zeit, d. h. seitdem die Dienstzeiten verlängert worden sind und viele neue Mitarbeiter eingestellt worden sind, habe ich mich aber immer häufiger über die neue Mitarbeiter-"Generation" geärgert. Ich habe an sich kein Problem, mit jemandem am Telefon ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, einfacher ist es natürlich, wenn man den Diensthabenden vorher persönlich in der Institution kennen gelernt hat, in der er hauptberuflich arbeitet. Der Krisendienst arbeitet, wenn andere frei haben und es hat immer nur ein einziger Mitarbeiter Dienst. Dieser telefonische Krisendienst beschäftigt in der Regel Sozialarbeiter und Pflegepersonal, die in der Psychiatrie (im weitesten Sinne) arbeiten und auch für ihren Dienst bei diesem Telefon bezahlt werden. Eben hatte ich wieder so ein dumm gelaufenes Gespräch mit so einer von der selbstzufriedenen Deppensorte. Deswegen habe ich mir die e-mail-Adresse des Leiters dieses Dienstes erbeten und ihm eben diese e-mail geschickt. Was haltet Ihr davon?

Sehr geehrter Herr X,

wir kennen uns nicht. Ich bin langjährige Klientin des Psychosozialen Krisendienstes und wende mich an Sie in Ihrer Eigenschaft als Leiter dieses Dienstes.

Ich habe mich bisher erst einmal über zwei Mitarbeiter des Krisendienstes bei Ihrer Vorgängerin beschwert. Ich bin nicht darauf erpicht, andere Menschen anzuschwärzen. Allerdings bin ich seit der neuesten Ausweitung des Angebots des Krisentelefons zunehmendst unzufrieden, um nicht zu sagen verärgert über die Qualität der Leistung von vielen der neueren Mitarbeiter. Ich habe in einigen Fällen versucht, mit den einzelnen Mitarbeitern zu klären, was mich an ihrer dienstlichen Vorgehensweise stört, um nicht zu sagen verletzt. Bei der leisesten Kritik von meiner Seite und war sie noch so sachlich vorgetragen, wurde in der Regel mit sturer Arroganz reagiert, zumindest nie mit dem Argument, man habe meine Kritik zur Kenntnis genommen und würde über sie nachdenken (eine Ausnahme bildet dabei Herr Y, der es immerhin ernst nahm, dass ich mich über ihn geärgert hatte)

Eben hatte ich Frau Z am Apparat, der ich die Rückmeldung gab, dass mich ihr dahingehauchtes, ständiges "hmmmmmm" störe (solche Sprechakte wirken auf mich wie geheucheltes Verständnis und als wolle man mich wie ein kleines Kind mit einem Schnuller trösten), die nur lapidar sagte, ich könne ja dann mit einem Kollegen sprechen, es sei ja "etwas Freiwilliges". Mit anderen Worten, da der Psychosoziale Krisendienst eine Art Monopolstellung hat, zusammen mit der Telefonseelsorge, muss man sich dort nicht um Klienten bemühen und muss sich auch nicht um Reklamationen scheren, so kam Frau Z's Reaktion bei mir an. Andererseits darf man als Klient nicht den Dienstplan erfahren, nach dem die Mitarbeiter eingeteilt sind, denn wenn es einem schlecht geht, dann ist es angeblich egal, wer gerade Dienst hat, so lautet das Credo. Ich versichere Ihnen, wenn es mir schlecht geht, und ich habe die geballte Inkompetenz von Berater beim Krisendienst am Apparat, dann geht es mir in der Regel hinterher noch schlechter. So habe ich vor ca. drei Wochen versucht, Herrn B meine Stimmung zu schildern und der wollte mir nur sagen, was ich zu tun und zu lassen hätte. Er sagte mir mit Ungeduld und der Ich-als-Sozialarbeiter-weiß-sowieso-alles-besser-"Gewissheit" in der Stimme, ich solle nicht mehr ins Internet gehen, sondern ins Bett und reagierte mit keinerlei Einsicht, als ich ihm sachlich sagte, ich bräuchte keine verhaltenstherapeutischen Maßregelungen von ihm. Er versteifte sich im Gegenteil auf seine Aussage und fischte sich irgendwelche haltlosen Argumente aus dem Ärmel, um nur ja im Recht zu bleiben.

Neulich hatte ich eine Frau A am Apparat, die mit einer Stimme sprach, als sei sie gerade dabei, einen Ochsen zu schlachten und mir, kaum, dass ich angefangen hatte zu erzählen, mich mit einem ganzen Fragenkatalog bombardierte und mich nach drei Sätzen von mir schon auf eine "Ursache" meines aktuellen Problems festnageln wollte. Sie reagierte zickig, als ich ihr erklärte, dass ich das Gespräch lieber langsam angehen wolle und beharrte darauf, dass sie mich doch fragen müsse, "was mein Problem sei". Man kann natürlich über Höflichkeitsformeln in diesem Bereich streiten und vielleicht bin ich da ein wenig überempfindlich, aber mit der Frage begrüßt zu werden "Was haben Sie für ein Problem?", noch dazu in einem grobschlächtigen Tonfall gestellt, löst ungute Assoziationen bei mir aus, so als ob der Helfende förmlich nach den Problemen anderer Menschen giere und sich an ihnen weide.

Sie können nicht jeden Schritt Ihrer Mitarbeiter beim Krisendienst überwachen, eigentlich können Sie in keinem Fall wissen, was diese unbeobachtet treiben und wie sie mit Klienten umspringen. Ich hoffe dennoch, dass Sie meine Beschwerde ernst nehmen. Ich könnte Ihnen noch einige Mitarbeiter aufzählen, deren Helfer-Arroganz - oder solch ich neutral von Unfähigkeit sprechen? - mir schon die Sprache verschlagen hat. Vielleicht können Sie Ihren Mitarbeitern mit auf den Weg geben, dass man als Klient nur dort anruft, weil man sonst niemanden hat, mit dem man über persönliche Dinge sprechen kann. Daraus definiert sich die Abhängigkeit in einem professionellen Verhältnis zwischen einem Helfenden und einem Klienten. Dann mit dem lapidaren Argument abgespeist zu werden "Dann können Sie ja mit einem Kollegen sprechen.", nur weil man nicht demütig genug für das eitle Ego von manchen Mitarbeitern ist, sondern durchaus vorsichtig und zur Äußerung von Kritik fähig, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Und ins Bett geschickt zu werden, wenn man eigentlich etwas Anderes tun möchte (bzw. wenn das Gespräch mit dem Krisendienst einen mal wieder nur noch tiefer runtergezogen hat) nun, es sollte sich auch bei den schlichteren Ihrer Mitarbeiter herumgesprochen haben, dass wir Klienten durchaus in der Lage sind, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, es sei denn, wir bitten explizit um Hilfestellung dabei. Ich ärgere mich zunehmendst über das mangelnde Engagement der Krisendienstmitarbeiter, die sich auf dem Argument auszuruhen scheinen, sie täten ja ein humanitäres Werk und seien allein deshalb schon über jede Kritik erhaben. Und als Klient sei man ja nicht auf den Krisendienst angewiesen. Nun ja, das ist ein Berufsethos, der in der freien Wirtschaft durch den Konkurrenzdruck unhaltbar ist, der aber im psychosozialen Bereich durch seine monopolähnliche Stellung Gang und Gäbe ist. Und wie könnte man als hilfsbedürftiger Klient einem Helfer in die Hand beißen wollen? Wäre das nicht undankbar, bzw. könnte das nicht so uminterpretiert werden, dass man so hilfsbedürftig dann ja doch gar nicht sein kann? Man ist eben doch auf den Krisendienst angewiesen und bekommt dann zynisch vorgehalten, dass man es nicht sei. Nach dem Motto: "Ich verdiene nur meine Brötchen und Lorbeeren hier, was Sie von meiner Arbeitsweise halten, ist mir doch schnuppe, Sie kleiner Kranker. Seien Sie froh, dass ich mich überhaupt dazu herablasse, mir hier ihre Probleme anzuhören."

Ich hoffe, ich habe Ihnen meine Kritik verständlich machen können. Ich will auch lobend erwähnen, dass es auch durchaus Mitarbeiter gibt, mit denen ich gut auskomme. Aber ich sage noch einmal in aller Deutlichkeit: Es ist schlimm in einem Moment, in dem es einem sowieso schon hundeelend geht, von jemandem, der sich zur Hilfeleistung verpflichtet hat, nicht nur keine Hilfe zu bekommen, sondern auch noch tiefer in den Schlamassel geritten zu werden. Deswegen lege ich bei vielen Mitarbeitern, sobald sich diese mit Stimme, bzw. Namen erstmalig am Telefon melden, auf. In letzter Zeit bei den vielen Neu-Einstellungen sogar immer häufiger. Aber ist das der Sinn der Sache?

Freundliche Grüße

Eigentlich ist diese mail symptomatisch für mein ganzes Verhältnis zu Psychoprofis. Sicher, sicher, es kann nicht jeder mit jedem und ich finde ja auch nicht jeden grottenschlecht, aber es gibt einfach Dinge, die manche grundlegend falsch machen. Immerhin lernen doch auch Therapeuten bei ihrer Ausbildung, bestimmte Formulierungen und Äußerungen zu vermeiden. Mich ärgert auch einfach, wie sich manche Psychoprofis in einem Angestelltenverhältnis auf ihrer Sicherheit ausruhen ohne eine gute Leistung zu bringen. Wer soll denn deren Leistung beurteilen, wenn nicht die Klienten? Und wer soll Ansprüche stellen dürfen, wenn nicht die Klienten? Aber so ist das in einem Abhängigkeitsverhältnis, wer nicht hurra schreit, ist undankbar. Na und ob, denn aus dem, was als Hilfe gemeint war, kann leicht Schaden entstehen. Ein Chirurg muss sich ja auch konzentrieren und die Konsequenzen ziehen, wenn er den hundertsten Patienten verstümmelt hat.

Vielleicht kommen Euch die in der mail genannten Beispiele auch harmlos vor. Ja, zugegeben, mir geht es oft nicht um die Krassheiten, sondern um die Feinheiten, an denen kann man nämlich noch rechtzeitig erkennen, wann man die Flucht ergreifen muss, um nicht krassen Schaden davon zu tragen.

Muss das schön sein, einen sozialen Beruf auszuüben, denn man ist ja immer im Recht. Bzw. man hat Recht, weil man das Gesetz auf seiner Seite hat und Beschwerden von psychisch kranken (!) Kunden nicht ernstzunehmen sind, denn alles, was die an Kritik bringen, ist ja nur Ausdruck ihrer Erkrankung und Überempfindlichkeit. Ich möchte mich aber zunehmendst von meiner Rolle als dankbarer Klientin/Patientin emanzipieren, weil ich nach 21 Jahren Erfahrung in dem Bereich meine Pappenheimer kenne und immer besser weiß, was mir hilft und was mir schadet. Von Herrn Engels und anderen Psychoprofis in diesem Forum kommt ja immer wieder die Aufforderung, Unstimmigkeiten in der professionellen Beziehung zu klären. lol, mach ich jetzt auch, gar nicht mal auf der Palme dampfend, aber zurück kommt nur noch mehr Inkompetenz gepaart mit Arroganz.

Frage: Ist es ein schmaler Grat zwischen Helfersyndrom und Hybris?

Viele Grüße

Laura
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deepnight
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Beitragvon deepnight » Sa 2. Sep 2006, 22:21

Hallo Laura,

ich finde die mail stimmig, kann mir die Dame mit ihrem "hmmmm" richtig gut vorstellen. Haben die da unausgebildete Ehrenamtliche?
Nicht zu viele Beispiele, sonst denkt der, dir kanns keiner recht machen. Auf den Schluss, daß er vielleicht besonders viel unfähiges Personal hat kommt der vermutlich nicht. Wie wärs, wenn du kurz beschreibst, was du dir unter kompetenter Krisenhilfe vorstellst. Als Kontrastprogramm zu den Beispielen, wies nicht sein soll.

Grüßle, Helene
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Heidi
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Beitragvon Heidi » Mo 4. Sep 2006, 12:24

Schneewittchen,
von Dir liest man immer nur, nehmt keine NL, wendet Euch nicht an Psychologen, tut dies nicht, macht jenes nicht.
Noch NIE habe ich von Dir gelesen, WAS und WIE es besser wäre. Nie kamen bisher Alternativen.

An wen soll sich Laura denn wenden, wenn sie Probleme hat. Vielleicht hat sie ja auch niemanden, Familie, Freunde - Rückhalt eben.
Ich z.B. hatte vor meiner Erkrankung viele Bekannte, und Freunde, sogar eine beste Freundin. Keine/r ist mir geblieben. Darf ich dann einmal bei Dir Rat und Trost suchen? Ach ja - das kannst Du ja nicht. DU kannst nur vom hohen Ross aus auf uns "dumme" Psychos herab schauen und herablassende Kommentare abgeben z.B. "dann hast du da auch deinen Ruf weg als die Frau, die ... " :evil:

Könntest uns ruhig mal etwas von Deinen umfassenden Kenntnissen, Deinen Erfahrungen profitieren lassen, an wen man sich z. B. mit psychischen Problemen wenden kann/darf/soll.

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Laura
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Beitragvon Laura » Mo 4. Sep 2006, 13:31

Hallo Schneewittchen!

Du hast 2,5 Jahre Erfahrung in diesem Forum und immer noch nicht gelernt, dass Deine Beiträge meistens auf Kritik stoßen. Warum schreibst DU überhaupt noch hier? DU bist die Frau, die immer dagegen ist, egal, bei was und die immer alles besser weiß, weil sie nicht in der Lage ist zu argumentieren, geschweige denn die Argumente der Anderen zu verstehen.

Dass nicht jeder Helfende im Psycho-Bereich was taugt, weiß ich übrigens, das sieht man ja schon an Dir. Wenn das Hilfssystem für psychisch Kranke so sinnlos ist, wie Du sagst, dann ist Deine Arbeit in diesem Bereich ja demnach auch sinnlos. Oder hältst ausgerechnet Du Dich mit Deinem Menschenhass für ein betreuerisches Wunder? Wenn das denn überhaupt mal stimmt, dass man Dich auf die Menschheit losgelassen hat.

Gruß

Laura
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Beitragvon Laura » Mo 4. Sep 2006, 13:53

[quote="Laura"]Hallo Schneewittchen!

Du hast 2,5 Jahre Erfahrung in diesem Forum und immer noch nicht gelernt, dass Deine Beiträge meistens auf Kritik stoßen. Warum schreibst DU überhaupt noch hier? DU bist die Frau, die immer dagegen ist, egal, bei was und die immer alles besser weiß, weil sie nicht in der Lage ist zu argumentieren, geschweige denn die Argumente der Anderen zu verstehen.

Dass nicht jeder Helfende im Psycho-Bereich was taugt, weiß ich übrigens, das sieht man ja schon an Dir. Wenn das Hilfssystem für psychisch Kranke so sinnlos ist, wie Du sagst, dann ist Deine Arbeit in diesem Bereich ja demnach auch sinnlos. Oder hältst ausgerechnet Du Dich mit Deinem Menschenhass für ein betreuerisches Wunder? Wenn das denn überhaupt mal stimmt, dass man Dich auf die Menschheit losgelassen hat.

Die Beschwerde-mail, die ich hier anonymisiert veröffentlicht habe, ist übrigens als Schrittchen gedacht, etwas den Schwächen des Hilfssystems zu verbessern. Wenn die Psychiatrie, wie Du sagst, der falsche Ort für psychische Probleme ist, es aber nun mal keinen anderen gibt, dann kann man ja als Betroffener dazu beitragen, dass die Hilfe verbessert wird. Aber dass DIR keiner helfen kann, ist eh klar.

Gruß

Laura
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Beitragvon Laura » Mo 4. Sep 2006, 13:54

Hallo Schneewittchen!

Du hast 2,5 Jahre Erfahrung in diesem Forum und immer noch nicht gelernt, dass Deine Beiträge meistens auf Kritik stoßen. Warum schreibst DU überhaupt noch hier? DU bist die Frau, die immer dagegen ist, egal, bei was und die immer alles besser weiß, weil sie nicht in der Lage ist zu argumentieren, geschweige denn die Argumente der Anderen zu verstehen.

Dass nicht jeder Helfende im Psycho-Bereich was taugt, weiß ich übrigens, das sieht man ja schon an Dir. Wenn das Hilfssystem für psychisch Kranke so sinnlos ist, wie Du sagst, dann ist Deine Arbeit in diesem Bereich ja demnach auch sinnlos. Oder hältst ausgerechnet Du Dich mit Deinem Menschenhass für ein betreuerisches Wunder? Wenn das denn überhaupt mal stimmt, dass man Dich auf die Menschheit losgelassen hat.

Die Beschwerde-mail, die ich hier anonymisiert veröffentlicht habe, ist übrigens als Schrittchen gedacht, etwas den Schwächen des Hilfssystems zu verbessern. Wenn die Psychiatrie, wie Du sagst, der falsche Ort für psychische Probleme ist, es aber nun mal keinen anderen gibt, dann kann man ja als Betroffener dazu beitragen, dass die Hilfe verbessert wird. Aber dass DIR keiner helfen kann, ist eh klar.

Gruß

Laura[/quote]
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Beitragvon Laura » Mo 4. Sep 2006, 13:57

Hallo Schneewittchen!

Du hast 2,5 Jahre Erfahrung in diesem Forum und immer noch nicht gelernt, dass Deine Beiträge meistens auf Kritik stoßen. Warum schreibst DU überhaupt noch hier? DU bist die Frau, die immer dagegen ist, egal, bei was und die immer alles besser weiß, weil sie nicht in der Lage ist zu argumentieren, geschweige denn die Argumente der Anderen zu verstehen.

Dass nicht jeder Helfende im Psycho-Bereich was taugt, weiß ich übrigens, das sieht man ja schon an Dir. Wenn das Hilfssystem für psychisch Kranke so sinnlos ist, wie Du sagst, dann ist Deine Arbeit in diesem Bereich ja demnach auch sinnlos. Oder hältst ausgerechnet Du Dich mit Deinem Menschenhass für ein betreuerisches Wunder? Wenn das denn überhaupt mal stimmt, dass man Dich auf die Menschheit losgelassen hat.

Die Beschwerde-mail, die ich hier anonymisiert veröffentlicht habe, ist übrigens als Schrittchen gedacht, etwas an den Schwächen des Hilfssystems zu verbessern. Wenn die Psychiatrie, wie Du sagst, der falsche Ort für psychische Probleme ist, es aber nun mal keinen anderen gibt, dann kann man ja als Betroffener dazu beitragen, dass die Hilfe verbessert wird. Aber dass DIR keiner helfen kann, ist eh klar.

Gruß

Laura
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Beitragvon Laura » Mo 4. Sep 2006, 14:01

Mann, Editieren ist auch nicht mehr das, was es mal war. Sorry für die Mehrfachposts, es gilt der letzte. Herr Engels, bitte löschen Sie die Wiederholungs-Posts bis auf den letzten von 14:57 Uhr.
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Beitragvon Laura » Di 5. Sep 2006, 15:28

Hallo Schneewittchen!

Ja, danke der Nachfrage, bin wieder ganz cool. Ich habe Helenes Vorschlag durchaus aufgenommen und am Telefon und auch im Chat mit ihr darüber gesprochen. Da ich die mail aber schon abgeschickt hatte, bevor ich sie hier veröffentlicht hatte, kann ich Helenes Vorschlag erst dann in die Tat umsetzen, wenn sich der Leiter des Krisendienstest bei mir gemeldet hat, wenn er es denn überhaupt tut.

Ich kann auch hier mal kurz umschreiben, wie ich mir ein gutes Gespräch vorstelle und wie es auch mit einigen Mitarbeitern gelingt:

Den Klienten erstmal sprechen lassen, nicht in die Enge treiben, ihm nicht von oben herab kommen. Was der Klient sagt, als solches ernst nehmen und wichtig nehmen. Mir gefallen besonders gut Gespräche, bei denen ich mit dem Mitarbeiter dann auch mal auf gleicher Augenhöhe philosophieren kann ohne das Gefühl zu haben, dass er förmlich auf Anrufer wartet, die mit Suizidgedanken kommen, als ob nur diese es "wert" seien, dass man da überhaupt anruft.

Grüße

Laura
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Beitragvon deepnight » Di 5. Sep 2006, 17:28

Hallo Laura,

um mal in Schneewittchens Horn zu blasen: es könnte sein, daß du außerhalb des psychiatrischen Hilfesystems Menschen findest, mit denen sich wesentlich interessanter philosophieren lässt:-).

Auf gleicher Augenhöhe sollte der Klient im psychiatrischen Hilfesystem allerdings schon sein, das ist ein sehr wichtiges Kriterium. Mancher Inkompetenzling zieht ja seine Daseinsberechtigung daraus, daß es welche gibt, die am Boden sind und ihn brauchen. Er vergisst dabei nur sehr gerne, daß morgen er derjenige am Boden sein kann.

Grüßle, Helene
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Beitragvon Laura » Di 5. Sep 2006, 19:17

Hallo Helene!

Nein, nein, es gibt selbst unter den Helfenden ein paar Gute, mit denen sich philosophieren lässt, oder macht auch das nicht die Qualität in der Zusammenarbeit mit Dir und Deinem Arzt aus?

Ja, außerhalb finde ich dann und wann mal ein williges Opfer, das sich mit mir ins Philosophieren stürzt, aber vielen Leuten ist das doch eher zu abgehoben.

Grüßchen

Laura
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Beitragvon Austerlitz » Di 5. Sep 2006, 19:46

Hi Laura! (*g*)


Ich finde es richtig , dass du deine Kritik vorgebracht hast und zwar auch gegenüber den Verantwortlichen beim Krisendienst.

Ich denke es muss bei solchen Diensten einfach Leute geben die professionell mit den Problemen umgehen.

Wenn du bisher gute Erfahrungen mit deinem Krisendienst gemacht hast und nun jüngst feststellen musstest, dass die Leute am anderen Ende der Leitung dich nicht mehr verstehen bzw. nicht im gewohnten Maß auf dich eingehen , kann das schon Verärgerung auslösen.

Und beschweren darf man sich dann auch!

Das ist ganz normal..!!!



Grüße (von)

Christioan G.

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Beitragvon Laura » Di 5. Sep 2006, 20:19

Hallo Ada!

Diese Frage können Dir diejenigen, die nicht gerne philosophieren eigentlich besser beantworten als ich. Vielleicht ist es ihnen zu abgehoben, weil sich da die Gedanken aus dem Alltag wegbewegen hinein in unergründliche Gefilde, die man nicht anfassen und manchmal auch nicht unbedingt "erleben" oder nachvollziehen kann. Sogar mir ist "professionelles" Philosophieren manchmal zu abgehoben, bzw. oft zu abgehoben ausgedrückt.

Viele Grüße

Laura
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Beitragvon Laura » Di 5. Sep 2006, 20:22

Hallo Christian!

Danke für den Zuspruch! :D

lg

Laura
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moni
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Beitragvon moni » Mi 6. Sep 2006, 02:12

Hallo Laura

Ich habe deinen ersten Beitrag jetzt mehrmals gelesen, und ich bekomme immer mehr den Eindruck, viele Interpretationen in deinen Schilderungen zu sehen: deine Mutmassungen darüber, wie jene Gesprächspartner/-innen etwas gemeint haben könnten, wie sie über dich und allgemein über Menschen mit psychischen Schwierigkeiten denken, welche Auffassung sie von ihrer Arbeit haben etc. Interpretationen können durchaus der Realität entsprechen, aber sie können genauso gut auch weit davon entfernt sein, einen manchmal auch geradezu in einen (negativen) Sog hineinreissen.

Interpretation steht im Widerspruch zu sachlicher Kritik.

Folgender zugegebenermassen schon etwas abgedroschene Spruch hat für mich trotzdem noch immer etwas sehr Wahres: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Wenn ich also selber nicht als schlichter Depp behandelt werden möchte, dann sollte ich auch andere nicht als das behandeln - selbst wenn sie es tatsächlich sein sollten ... Auch nicht in Gedanken, denn das Denken beeinflusst mein Handeln. Dies erst recht nicht, wenn ich etwas von diesen anderen möchte.

Das hat in meinen Augen nichts mit Demut, Kriech-/Bittgang, die-andere-Wange-auch-noch-hinhalten-wenn-man-auf-die-eine-gehauen-wird etc. zu tun - davon halte ich selber auch überhaupt nichts. Im Gegenteil. Aber nur ein Gegner, der mit Respekt behandelt wird, wird sich mit einem an einen Verhandlungstisch setzen. Egal, welche Gefühle er bei mir hervorruft. Erst mal kann nur ich an mir was tun - nicht andere verändern.

Was ich zwischen deinen Zeilen lese (das ist jetzt eine Interpretation meinerseits), ist, dass du dich in solchen Momenten ziemlich klein fühlst. Auch, weil du dich klein machen lässt. U.a. vielleicht eben auch durchs Interpretieren, Dichreinsteigern. Also lass dich nicht klein machen - weder von irgendjemandem vom Krisendienst noch von den bitteren Tönen eines Schneewittchens noch von sonst wem oder sonst was. Geh rechtzeitig auf Distanz und wende dich dir selber zu: Tu, was für DICH das Beste ist. Vielleicht heisst das, dich für einen besseren Krisendienst einzusetzen - wenn du die Kraft dazu hast, mach es. Vielleicht bedeutet dies aber auch mal, den Hörer aufzulegen und andere, dir besser entsprechende Möglichkeiten (die es ja auch zu geben scheint) zu suchen. Beides kann genau gleich stark sein - und keins von beiden bedeutet Versagen.

Liebe Grüsse

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse


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