Erfahrungen einer Mutter Mein Sohn paranoid-schizophren

Rika Sommer
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Erfahrungen einer Mutter Mein Sohn paranoid-schizophren

Beitragvon Rika Sommer » So 22. Feb 2004, 20:47

Liebe Leser ! Ich habe nun 2mal erlebt meinen Sohn selbst in die Klinik zubegleiten und eines ist mir unverständlich.Ich war das erste mal total selbst Einweisungs fähig gewesen und mir hat niemand von den Ärzten nur annähernd wenigstens ein Gespräch angeboten das was wohl das mindeste sein könnte wenn man als Mutter da steht und die Welt zerbricht.Ich hatte damals gedacht ich wäre eine miese Mutter gewesen als ich meinen Sohn das erstemal besuchen durfte und ihn auf der Akkutstation wieder fand , mich hatte niemand darauf vorbereitet was mich dort erwartete ich war total am Ende und konnte kaum noch klar denken ich machte mir große Vorwürfe Ihn dort abgeliefert zu haben.Ich hatte einen Nerven zusammen Bruch und erholte mich kaum den dazu hatte ich damals keine Zeit, denn nach den Ärzten sollte ich alle 2 tage dort erscheinen da das angeblich gut für meinen Sohn war.Ich machte es auch und ich ging durch die Hölle ich war so verunsichert von den Anweisungen der Ärzte die die Behandlung meines Sohnes bedraf das ich heute weiß geholfen ja aber die DANACH Betreuung finde ich scheiße.Die Ärzte legen Wert auf die Einnahme der Medikamente aber eine Aufklärung wie sich diese Krankheit entwickeln kann oder eine genaue Einstellung der Dosis damit diese Menschen damit klar kommen gibt es zu wenig.Das zweite mal war noch schlimmer konnte ich mir damals nicht voestellen , aber es war so.Wieder auf Akkut nur diesmal wußte ich was auf mich zu kommt zwar auf eine andere Form da mein Sohn damals noch konfuser und verwirrter war aber er stand nicht mehr unter so starken Medikamenten.Eines fiel mir aber auf , ich sprach damals mit vielen Patienten und alle waren einer Meinung SIe kommen nur hier wieder raus wenn sie sich so unauffällig wie nur möglich Verhalten und den Ärzten einfach alles bejahen und sich fügen und das wissen die Ärzte sehr wohl nur laut Ihnen ist das halt so die Patienten sind nun in der Lage selbst klar zu kommen.Ich habe damals meinen Sohn dazu gebracht auf die Reha-Station rüber zu gehen und er hat es wohl mir zu Liebe getan den es war ein harter Weg für uns beide.Ich steckte all meine Energie in meinem Sohn in der Hoffnung es funktioniert dann länger fristig.Das man als Mutter nicht weg schauen kann habe ich als selbst verständlich empfunden heute weiß ich es ist nicht so , denn viele Eltern sind dazu nicht bereit oder besser nicht in der Lage damit zu leben ich verstehe das auch sehr gut.Ich hatte niemanden der mir zur Seite stand im Gegenteil meine Partnerschaft zerbrach daran und auch Bekannte verlor ich dadurch aber das ist Schnee von gestern.Meiner Meinung brauchen Mit-Betroffene genauso Hilfe wie die Kranken und da versagt unser System gewaltig, die ganze Familie leidet darunter und von den finanziellen Problemen könnte ich ein Buch schreiben.Nun ist mein Sohn das 3 mal ganz nah dran wieder in so einem Schub wie man das wohl nennt zu sein ich bin wieder allein mit meinen Problemen und muß zu sehen und das tut verdammt weh.Er hat die Tabletten abgesetzt weil er meint die helfen ihm nicht die unterdrücken alles und er hat Nebenwirkungen wie Schlafstörungen und er kommt sich Manipulierbar vor nun alles schon gehabt und die Anzeichen sind da .Er vernachläßigt so ziemlich alles nur einige Beispiele:Die Wohnung ist wieder eine Müllhalde, er bezahlt keine Rechnungen , er nimmt keine Temine wahr, es ist ihm nicht egal aber es ist als könnte er nicht , kann er sowieso nicht den nun schläft er die meiste Zeit.Er hat keine Kontrolle über sein bißchen Geld das sowieso zum leben zu wenig und zum sterben zu viel ist , er hat nie welches.Ich versuche mal wieder das Chaos in der Wohnung zu erledigen oder wasche seit Tagen rund um die Uhr angesammelte Wäsche er lüftet garnicht was daher kommt das er nicht heizt er kann sichs nicht leisten.Die ganze Wohnung riecht nach Schimmel und es ist irgendwie Sinnlos geworden ,aber ich hab noch nicht auf gegeben nur wie lange ich das noch aushalte keine Ahnung.Da ich in Niederösterreich wohne und die besten Informationen aus Deutschland kommen schreibe ich mal meine ´n frust von der Seele auch wenn es keine Lösung gibt.Ich bedanke mich das Sie mir zugehört haben .Ich bin einfach der Meinung solche Menschen brauchen auch ausserhalb einer Klinik Hilfe und Betreuung denn egal was ich über diese Krankheit lese führt mich dahin das es alle wissen wie es ist aber niemand tut was dafür


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Schmetterling

SuMu
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Beitragvon SuMu » Mo 23. Feb 2004, 08:22

hallo schmetterling,

also, wenn du ein problem hast mit dieser belastenden situation, dann musst DU nach hilfe fragen -für dich. von alleine kommt niemand auf dich zu.

Du könntest zb zu einem psychiater gehen und dich dort mal aussprechen und informieren.
ausserdem ist der sozialpsychiatrische dienst der stadt hilfreich, dort gibt es sozialarbeiter und so weiter , die dir helfen können.

wenn dein sohn nicht entmündigt ist oder einen vomund hast, dann wirst du nicht viele machen könnnen, er kann selber entscheiden, auch wenn das scheinbar nicht gut für ihn ist!
viele Grüße
SuMu / http://psychomuell.de - http://blogzicke.de - http://su-mu.de/

delfin
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Beitragvon delfin » Mi 21. Apr 2004, 12:11

hallo scmeterling ich bin zwar erst 18 und habe mit 16 jare wegen konsetrationsschwierigkeiten zyprexa bekommen und wurde auch so in die schule geschickt wieil mein hausazt und schulpsychiater mir helfen wollten ,doch leider konnte ich den abschluss nicht mehr machen.in der zwieschenzeit nach dreimonatiger einahme
20mg pro tag
von zyprexa habe ich es abgesetzt,wegen psychotischen problemen die plötzlich auftauchten.danach habe ich mich an rubi med im internet gewannt.ich ging dann zu diesem arzt der mir empfohlen wurde,seit 15 monaten nehme ich jetzt die alternative medis ,allle unerträglichen symtome sind verschwunden,ich kann mich wieder konsetrieren und die stimme wird immer weniger und leise.jetzt male ich ölbilder,lese viel mein ziel ist jetzt sobald wie möglich den schulabschluss nachzuholen,um dann in die kunstgewerbeschule zu machen.ich wünsche ihrem sohn soviel kraft und vertrauen zum arzt das er hin geht und sich helfen lässt. viele grüsse delfin

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Do 23. Sep 2004, 08:56

Grüß Dich Rika,

vielleicht findest Du im folgenden Forum noch Austauschmöglichkeiten, weil sich dort einige Mütter in ähnlicher Situation wie Du austauschen und unterstützen.

Schau doch mal unter - Schizophrenie und Psychose Forum - nach.

Alles Gute

Detlev

Falter
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Beitragvon Falter » Sa 30. Jun 2007, 20:02

Hallo,
ich habe heute erst das Forum entdeckt und Deinen Beitrag gelesen. Mein Mann ist offensichtlich auch an dieser Krankheit erkrankt und ich habe genau Deine Probleme. Mich würde interessieren, wie es Dir und Deinem Sohn heute geht. Bitte schreibe mir doch.


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