Zwangsgedanke Homosexualität

Herr Betroffen
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Zwangsgedanke Homosexualität

Beitragvon Herr Betroffen » Sa 30. Sep 2017, 05:09

Hallo Psychiatrie forum,

ich habe zurzeit echt probleme, ich leide unter meiner Gefühlskälte und wenn ich erzähle das ich keine Reue oder Liebe (Empathie) empfinden kann. Trennen sich die Leute von mir. Laut der Psychologin sind es Zwangsgedanken, die zeigen sich in kleine Tests, erregt = ja/nein. fehlende empfindungen, keine emotionen mehr. Impuls etwas mit Männern haben zu müssen (gegen meinen Willen). Nervosität in der Nähe von Männern, erotische/sexuelle Gedanken, die mich nicht befriedigen. Dazu hatte ich eine Weile Angst das Interesse an Frauen zu verlieren. Habe immer noch sehr starkes Verlangen nach Frauen und leider auch Drogen und programmierte Empfindungen. Ich hatte auch mal einen Alptraum, indem ich Sex mit einer Frau hatte und es furchtbar war einzudringen. Danach kam immer wieder der Gedanke des Ekels hoch. Ich weiss, jetzt mittlerweile das ich die Vagina sehr mag und gerne lecke. Trotzdem denke ich immer noch "iihh vagina" ohne grund. Auch hatte ich mal den programmierten Gedanken, ein freund von mir hat wieder eine Freundin (verdammt vor mir). Dann dachte ich mir: "Wenn ich schwul wäre, wäre ich auf das Mädchen neidisch und traurig das er vergeben ist." Jetzt habe ich mittlerweile nicht nur bei Mädchen diese Enttäuschung wenn Sie vergeben sind, sondern auch wenn ich mich gut mit einem Kerl verstehe (Schade, er ist vergeben). und dann kommt: "Nein, ich stehe nicht auf den". Ich bin auch richtig genervt wenn, ich überall diese knutschenden Pärchen sehe :shock:

Ich denke eher ich habe ein Problem wenn die Leute vergeben sind, weil ich mich wie ein unglücklicher Single fühle. Wegen diesen blöden Zwängen kann ich auch keinen Kontakt mehr zu Mädchen haben. Nicht einmal küssen geht noch! Ich hasse diesen Zwang und will in endlich loswerden.

Ich muss auch zugeben dass ich gut bei Frauen ankomme und oft angestarrt werde. Ich bemerke auch immer wieder wie nervös die werden, wenn sie mit mir sprechen. Ich denke meistens auch nur Mist! Wegen diesem Zwang kann ich die nicht kennenlernen, sonst müsste ich mit Ihr Schluss machen, dazu bin ich stark Pornosüchtig und Psychologen denken ich könnte Sexsüchtig sein.

Ich habe noch ein anderes Problem ich hatte schon immer das Problem das ich mit körperlichen Kontakt aggressiv reagiert habe. Schon bei einem Schulterklopfen will ich jemanden in den Boden boxen. Ich wurde schon als Kind öfters von Mädchen bezirzt und die wollten mit mir kuscheln, ich habe aber immer Panik bekommen und gedacht die wollen mich sexuell missbrauchen. Ich habe schon lange Angst in der Nacht vergewaltigt zu werden und hatte dieses Problem mit Frauen schon immer. Schon ein Annäherungsversuch, wurde meinerseits als Belästigung angesehen. Diese Angst vor Vergewaltigung ist so extrem das ich als Kind bei meinem besten Freund mit Hosen geschlafen habe. Die Psychologin denkt das könnte ein weiterer Zwang sein, der sich auf Homosexualität fixiert. Ich vermute aber, ein Trauma in der Kindheit was meine Verhaltensweisen erklären könnte. Da, ich unteranderem Flashbacks habe. Ich hatte schon als Kind einen starken Frauenhass auf meine damalige Freundin ohne Grund. Ich kann mich praktisch an gar nichts erinnern. Ich habe nichts gegen Schwule, ich habe sogar jemanden kennengelernt der Schwul war, der war völlig in Ordnung. Er hat nur oft über Männer gesprochen, das war alles.
Meine Familie ist auch sehr schwulen tolerant und haben beide gesagt: "Was wäre so schlimm daran, wenn du schwul wärst" und haben mir alle bestätigt das ich es nicht sein kann.

Habt Ihr auch solche Zwänge oder bin ich der einzige und könnte wirklich eine Vergewaltigung stattgefunden haben?

Meine größte Angst auf die Zwänge ist, dass es gar keine Zwänge sind und ich schwul bin und deprimiert aus der Psychiatrie komme und kein Interesse mehr an Frauen hätte.

Ich habe auch einen Zwang der mit einer starken Angst vor Tintenfischen einhergeht. Diese Angst ist jetzt noch stärker. Zwänge auch in Bezug auf Pädophilie. Ist zwar eine wage Theorie: Aber, ich denke Zwänge (Homosexualität, Pädophilie, Angst aus Kindheit)= Kindheitstrauma. Etwas muss diese Gedanken ausgelöst haben.

Was denkt Ihr?
Zuletzt geändert von Herr Betroffen am Sa 30. Sep 2017, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.

Herr Betroffen
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Re: Zwangsgedanke Homosexualität

Beitragvon Herr Betroffen » Sa 30. Sep 2017, 15:40

Hallo :-k

Kann hier jemand antworten, ich bin total verzweifelt :|

mamschgerl
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Re: Zwangsgedanke Homosexualität

Beitragvon mamschgerl » So 1. Okt 2017, 01:20

Hallo,
sorry, aber deine Fragen sind ziemlich schwer zu beantworten, manche Theorien dazu hast du auch schon von deinen Therapeuten gehört.
All deine Gedanken und Probleme sind nicht mal eben so zu lesen und unter den Usern bestimmt nicht so häufig zu finden, um da gleich Parallelen zu entdecken.
Zu den fehlenden Emotionen kann ich mich äußern, das kenne ich von mir. Die Frage, ob die Emotionslosigkeit im Kindheitstrauma begründet liegt, kann ich persönlich mit 'ja' beantworten, doch da du nichts dergleichen weißt oder dich an etwas erinnern kannst, wäre es doch nicht korrekt, eine solche Möglichkeit zu erörtern und damit etwas zu suggerieren, was am Ende dann vielleicht doch nicht zutrifft.
Daß man sich in Gedanken ausmalt, wie etwas sein könnte oder sich im Zwiegespräch wiederfindet und sich selbst Gegenargumente bringt, ist nicht so selten, wie du denkst.
Deine Flashbacks müssten mal genauer unter die Lupe genommen werden, kann schon sein, daß du ein Erlebnis hattest, das du bislang erfolgreich verdrängen konntest und das für vieles Erklärungen bietet, doch ohne Kenntnisse davon kann man nur spekulieren und das bringt weitere ungute Gedanken in diese Spirale, wenig hilfreich also.
Auch dein Verhalten in manchen Situationen lässt Vermutungen zu, aber wie gesagt, solange man nicht wirklich weiß, ob etwas und was passiert ist, bleibt alles ein Rätselraten.
Es tut mir leid, daß du hier anscheinend niemanden findest, der dir irgendwie hilfreich sein könnte, vielleicht findet sich noch jemand, der Besseres dazu sagen kann, ich drück dir die Daumen.
L.G.
mamschgerl

Herr Betroffen
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Re: Zwangsgedanke Homosexualität

Beitragvon Herr Betroffen » So 1. Okt 2017, 01:59

Danke für deine Antwort :D

Ich bin mir doch recht sicher, das etwas traumatisches in meiner Kindheit vorgefallen ist. Ich habe gewisse Szenen da, bin ich dort und kann sogar die Situation riechen und die Kälte spüren, danach raste ich aus und schlage auf Wände ein. Ich habe auch das Gefühl das ich als kleines Kind absichtlich Informationen zurückgehalten habe, weil ich Angst hatte nochmal missbraucht zu werden.

mamschgerl
Beiträge: 1063
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Re: Zwangsgedanke Homosexualität

Beitragvon mamschgerl » So 1. Okt 2017, 07:24

...dann wäre es wirklich wichtig, herauszubekommen, was passiert ist bzw. eine Bestätigung für deine Annahme zu bekommen, nur wie?
Flashbacks traten bei mir vor ca. fast 4 Jahren auf, seitdem begleiten Sie mich fast täglich. Ich erinnere mich nur sehr bruchstückhaft an das, was mir in der Kindheit widerfahren ist, aber ich wusste es schon immer. Vieles, was meine Person ausmacht, ist dadurch geprägt worden und gerade diese Emotionslosigkeit, Beziehungsunfähigkeit und auch die etwas verquere Gedankenwelt kann ich darauf zurückführen und mir so auch vieles erklären.
Ich war aufgrund der heftig aufgetretenen Symptomatik in Therapie, habe Medikamente geschluckt, war 1 1/2 x in einer Klinik, aber bei mir führt das alles leider zu nichts.
Für mich ist klar, daß ich versuchen muß, mit den Symptomen zu leben, die lassen sich nun mal nicht wegtherapieren. Mir ist auch klar, daß ich nie so fühle oder denke, wie es als 'normal' beschrieben wird, aber das ängstigt mich nicht mehr wirklich.
Daß man kaum eine Berührung durch andere ertragen kann, rührt auch daher.
Ich bin nur darüber froh, daß ich das Erlebte nicht weitergebe, also ebenfalls mißbrauche und unterdrücke, sondern alles versuche, anderen kein Leid zuzufügen.
Die Frage ist, was macht man aus dem, was sich nicht mehr ändern lässt?
Wie lebt man mit all dem, ohne daran kaputtzugehen oder sich davon beeinflussen zu lassen?
Ich versuche zumindest nicht mehr, Zielen aus der 'normalen' Welt hinterherzujagen, weil ich begriffen habe, daß ich sie sowieso nie erreichen kann, sondern ich versuche, mich selbst zu akzeptieren, meine Andersartigkeit schadet niemandem und ich bin nicht schlechter als andere, nur weil ich zu gewissen Emotionen nicht fähig bin.
Natürlich behalte ich das meiste meiner Gedanken für mich, weil sie auf andere verstörend wirken und ich werde keine Beziehung mehr eingehen, das ist nur konsequent.
Aber ich werde damit leben und es so annehmen, wie es ist.
Ich kann dir keine Antworten geben, jeder ist anders, jeder reagiert anders auf Mißbrauch in der Kindheit.
Die eigene Sexualität ist sicher davon betroffen, der Umgang mit Menschen leidet darunter, jeder Augenblick des Tages könnte eine Situation bringen, die triggert, ohne daß man das steuern könnte. Das Berufsleben läuft ebenfalls so ab, viele Entscheidungen werden dadurch beeinflusst, manche bewusst, einige unbewusst.
Man stellt sich fast immer die Frage, was wurde objektiv entschieden, was wurde durch das Erlebnis beeinflusst?
Ich denke, wenn du Gewißheit hast, kannst du zum einen verstehen, warum du so bist und zum anderen kannst du eher akzeptieren, wie du bist.
L.G.
mamschgerl


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