Angst vor mir selbst

elke
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Angst vor mir selbst

Beitragvon elke » So 26. Jun 2005, 21:42

Ich bin momentan ziemlich instabil. Das schlimmste Gefühl das hochkommt ist ich werde Amoklaufen, ich werde sie alle abschlachten. Ich kann es nicht mehr ertragen con ihnen ausgelacht zu werden. Diese absolute Respektlosigkeit und von oben herab auf mich
sch**ssen bringt mich in Rage. Das Fass ist am überlaufen, wie es beim Amokläufer von Erfurt (der von Menschen in den Wahnsinn getrieben wurde, die es nie zugeben würden - "Wir waren es nicht! Das lag an den gewaltätigen Computerspielen aus Amerika")...

Wenn ich in diesem Zustand bin und mich in die Psychiatrie einweisen will, weil ich vor mir selbst Schutz brauch - was macht die Psychiatrie? Es war schon einmal so und die haben mich anscheinend nicht ernst genommen, Ich erklärte was in mir vorging und als Antwort bekam ich "Ja, da müssen Sie erst zum Notarzt gehen und sich eine Überweisung holen...und dann....." HAT DER MICH NICHT VERSTANDEN ODER WAS??!! Ich gab auf, klappte zusammen, ich glaube nicht mehr an diese Gesellschaft. Muss den wirklich erst etwas passieren? Leben alle hier im Schlaraffenland oder was? Geht´s denen zu gut und können die sich nicht mehr vorstellen, dass es jemandem gibt den es SEHR SCHLECHT geht?!
OK. Wir sind hier nicht in New York City aber was ist das für eine Einstellung gegenüber so einer Situation?

Als nächstes: Ärzte hassen die Borderliner. Ich hab es selbst erlebt, ich hab es in Büchern gelesen, in Berichte wo geschrieben wurde dass sie sogar MEHR von den Psychiatern stigmatisiert werden als sonstwo. Psychiater und Therapeuten wissen was für ein Potential in einem Borderliner steckt - warum wird ihnen nicht
g e h o l f e n ? Warum giessen sie Hass auf sie, anstatt sie zu verstehen?

Es geht mir besser. Ich darf nur nicht allzusehr an die Ereignisse der letzten Zeit denken.
Aber wie einer sagte "Die Menschen ändern sich nie. Sie bleiben immer dieselbe (ha, ha, ha !) Und morgen ist ein neuer Tag, mit denselben Menschen........

elke
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Beitragvon elke » Mo 27. Jun 2005, 17:55

Hello Leonardo,

Natürlich... hätte mir ja denken können, dass ich nach so einem Text eins oben drauf kriege.
Wie geht es Dir jetzt? Immernoch solche Ohnmachtsgefühle?
Mir geht es besser, der Hass ist verflogen. Aber was ich jetzt fühle....ob ich´s sagen soll?

Was du (oben) geschrieben hast kam an wie eine Ohrfeige. Danke, das hab ich wirklich gebraucht!

Elke

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Lydia
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Beitragvon Lydia » Mo 27. Jun 2005, 18:37

Hallo Elke,
was hast du denn an Leonardos Beitrag so schlimm empfunden?

Ich kann gut nachempfinden, dass man wütend wird und ausrasten möchte, wenn man sich nicht ernst genommen und verhöhnt fühlt, wenn keiner versteht und sieht, was in einem los ist. Allerdings Unrecht mit noch größerem Unrecht zu vergelten ist, ganz sicher kein Weg, den man einschlagen sollte.
Aber ich denke das weißt du auch, denn sonst würdest du ja keine Angst vor diesen Gefühlsausbrüchen haben.
Auch der Amoklauf in Erfurt ist keine angemessene Reaktion gewesen. Anderen Menschen Leid zuzufügen kann nie eine angemessene Reaktion sein und das sollte eine Grenze sein, die man nie überschreiten sollte, egal, wie es einem geht.
Ich konnte den Schüler aus Erfurt schon verstehen, dass er sich ohnmächtig und ausgeliefert gefühlt hat, wenn man bedenkt, dass er unmittelbar vor dem Abi von der Schule verwiesen wurde und nach dem dortigen Schulrecht dann plötzlich vollkommen ohne Schulabschluss und Zukunft dastand. Insofern hast du schon recht, wenn du sagst, dass auch andere Menschen dort Fehler gemacht haben. Trotz alledem rechtfertigt nichts eine Tat, bei denen 17 unschuldige Menschen zu Tode gekommen sind.

Warum sie deine Drohungen in der Klinik nicht ernst genommen haben, weiß ich nicht. Hört sich für mich auch unverständlich an, wenn man im akuten Fall den Rat bekommt, sich erst einmal eine Überweisung zu holen. Bist du denn zur Zeit in Therapie? Vielleicht kann dein Therapeut dir da weiter helfen, was du in diesen Situationen machen kannst?

Warum meinst du denn, dass Ärzte Borderliner hassen? Ich hab bisher davon noch nichts gehört.

Ich wünsche dir, dass du es schaffst, deine Gefühlswelt einigermaßen unter Kontrolle zu bringen und das du die Hilfe findest, die du dir erhoffst. Viele Grüße
Lydia

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moni
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Beitragvon moni » Mo 27. Jun 2005, 20:07

Hallo Elke

Hmm .. ich kann im Moment auch nicht sehen, was an Leos Beitrag bei dir wie eine Ohrfeige angekommen ist. Würd mich aber schon interessieren - erklärst dus? Denn diese Absicht hatte er ganz bestimmt nicht!
Aber was ich jetzt fühle....ob ich´s sagen soll?
Ja - falls du willst, heisst das :wink: - dafür bist du und sind wir ja hier, damit wir uns einander verständlich machen :) . Nur so können wir uns auch gegenseitig unterstützen.

Du sprichst von Respektlosigkeit, die "sie" dir entgegenbringen. Vielleicht magst du noch ein bisschen genauer erzählen, was sich in letzter Zeit bei dir ereignet hat?
Wie schlimm es ist, ausgelacht, nicht ernst genommen zu werden, weiss ich aus langjähriger eigener Erfahrung. Auch ich kenne die unbändige Ohnmacht und Wut, die sich dann in einem entwickelt. Und es ist ein gutes Zeichen, dass du dich hier gemeldet hast. Dass du Angst davor hast, was Schlimmes zu tun, was nie mehr rückgängig zu machen wäre und dich und viele andere, auch Unschuldige, ins Unglück reissen würde. Du hast die Notbremse gezogen, und das ist gut. Wandle deine Angst vor dir selber um in den Mut, dir Hilfe und Schutz zu holen - bei jemandem oder einer Institution, wo du wenigstens ein Minimum an Vertrauen haben kannst: in deinem privaten Umfeld, oder z.B. bei den sozialpsychiatrischen Diensten deiner Stadt, deinem Hausarzt ... Diese könnten zumindest mal eine erste Anlaufstelle für dich sein und dir dann allenfalls weiterhelfen.

In Situationen, wo du akut die Kontrolle zu verlieren drohst, kann es auch helfen, wenn du die Situation dann einfach verlässt, dir also räumliche Distanz verschaffst. In einen anderen Raum gehst, aus dem Haus gehst o.ä. So kannst du Abstand gewinnen und erst mal wieder ein bisschen runter-, zu dir kommen. Und dann überlegen, was du tun oder nicht tun willst.

Wichtig scheint mir vor allem, dass du nicht allein bleibst mit deinen Gefühlen. Du kannst gerne auch hier weiterschreiben - es gibt hier viele offene Ohren!

Liebe Grüsse

moni
Zuletzt geändert von moni am Di 28. Jun 2005, 01:42, insgesamt 2-mal geändert.

elke
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Angst vor mir selbst

Beitragvon elke » Di 28. Jun 2005, 06:44

Leonardo,

möglicherweise bin ich in letzter Zeit mit zu vielen zynischen Menschen in Kontakt gekommen. Den das mit der Ohnmacht kam bei mir an wie eine zynische Bemerkung.
Nachdem viele fragten was daran so schlimm war, seh ich jetzt ein, dass ich es ein Missverständniss war.

Gruss,
Elke

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Angst vor mir selbst

Beitragvon elke » Di 28. Jun 2005, 06:45

Leonardo,

möglicherweise bin ich in letzter Zeit mit zu vielen zynischen Menschen in Kontakt gekommen. Den das mit der Ohnmacht kam bei mir an wie eine zynische Bemerkung.
Nachdem viele fragten was daran so schlimm war, seh ich jetzt ein, dass es ein Missverständniss war. :wink:

Gruss,
Elke

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Beitragvon elke » Di 28. Jun 2005, 18:21

Hallo Lydia,

Ja, gleiches mit gleichem zu vergelten ist sicherlich nicht gut. Ich gebe jetzt preis, dass ich es schon einmal gemacht habe - und ich hab von diesem Mann dermassen Schläge
bekommen, dass mein ganzes Gesicht grün und blau war. Über das Bild können jetzt einige vielleicht lachen..... ich hab mein Lehrgeld bezahlt und konnte sehr lange keine Wut mehr ausdrücken. Das war wohl das andere Extremverhalten. Ach ja, wenn ich das lese, muss ich sogar selber lachen.

Du hast noch nie gehört, dass man Borderliner hasst.....

Es gibt ein Forum hier mit dem Thema "Verhasste Borderliner..?" Dort hab ich eben etwas geschrieben und da kannst du lesen wieso ich das behaupte. Aber hier auch noch einige Aussagen von meine (ex) Therapeuten:

"Erzählen Sie einem Therapeuten nie, dass Sie eine Borderline Störung haben, denn dann haben die schon aufgelegt!"

"Gehen Sie nicht in die *** Klinik, den dort haben SIE einen STEMPEL"

Und aus einem Buch: "Borderliner werden oft weitergeschoben, den keiner will gern mit diesen "schwierigen" Patienten arbeiten."

.....das ist sowas von traurig und ich hab keine grosse Hoffnung mehr. Ich hab immerhin schon 25 Jahre Therapie hinter mir. Ich wache oft mit Altpräumen von ehemalige Therapeuten auf, und da wäre der Tag für mich schon gelaufen, wenn ich mich nicht mit
etwas beschäftigen würde um es zu vergessen.

Ich würde noch erzählen was hier so vor sich geht in letzter Zeit, aber ich bin im Moment K.O.

Tschüss!

Elke











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Beitragvon elke » Di 28. Jun 2005, 18:38

Hallo Lydia,

Ja, gleiches mit gleichem zu vergelten ist sicherlich nicht gut. Ich gebe zu, dass ich es schon einmal gemacht habe - und hab von diesem Mann dermassen Schläge
bekommen, dass mein ganzes Gesicht grün und blau war. Über das Bild können jetzt einige vielleicht lachen.....aber ich hab mein Lehrgeld bezahlt. Ich hab lange danach keine Wut mehr ausgedrückt, wurde passiv-aggressiv.

Du hast noch nie gehört, dass man Borderliner hasst?

Es gibt ein Forum hier mit dem Thema "Verhasste Borderliner..?" Dort hab ich eben etwas geschrieben und da könnstest du lesen wieso ich das behaupte. Aber hier auch noch einige Aussagen von meine (ex) Therapeuten:

"Erzählen Sie einem Therapeuten nie, dass Sie eine Borderline Störung haben, denn dann haben die schon aufgelegt!"

"Gehen Sie nicht in die *** Klinik, den dort haben SIE einen STEMPEL"

Und aus einem Buch: "Borderliner werden oft weitergeschoben, den keiner will gern mit diesen "schwierigen" Patienten arbeiten."

Wenn ich jetzt in eine Praxis reingehe, sehe ich die Ärzte mit anderen Augen.

Ich würde noch erzählen was hier so vor sich, aber ich bin K.O.

Tschüss!

Elke


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