Diagnose wider los werden

Anne1553
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Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 00:51

Hallo
Wie kann ich eine Diagnostozierte psychische erkrankung wieder aberkenen lassen ohne dafür teure Gutachten in auftrag zu geben? Oder ist es übehaupt möglich eine Diagnose aberkenen zu lassen? Da eine psychische erkrankung auch heute noch eher eine Stigmatisirung ist und dem der diese hatt oft zum nachteil ist würde ich gerne eine Aberkennung dieser Diagnose erreichen! Möglichst ohne hohe Gutachterkosten da das liebe Geld recht knapp ist. Für ein paar Tipps wäre ich sehr dankbar.
Lg Anne

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Remedias
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Remedias » Di 11. Feb 2014, 12:18

Hallo Anne,
warum möchtest du die Diagnose nicht mehr?
Wenn es nur um den Arzt geht - dann brauchst du nur den Arzt zu wechseln und ihm von der alten Diagnose nichts erzählen; wenn du ihm verschweigst, wo du vorher in Behandlung warst, kann er auch die alten Arztbriefe / deine Akte nicht anfordern.
Bekommst du eine Rente, ist es schon schwieriger. Wenn du die Diagnose bestreitest, bestreitest du auch den Rentengrund.
Einem Arbeitgeber gegenüber bist du nicht verpflichtet, deine Diagnose zu sagen. Sogar wenn du eine Schwerbehinderung hast, ist es keine Pflicht, die zu offenbaren.
Warum möchtest du den Gutachter? Es ist eigentlich nicht nötig, weil du ja entscheidest, wer von deinen Diagnosen was weißt. Wenn ich eine Überweisung von meinem Hausarzt zum Facharzt möchte, sage ich ihm, dass ich keine psychiatrische Diagnose auf der Überweisung haben will und das klappt gut.

liebe Grüße Remedias

Anne1553
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 12:32

Hallo Remedias!
Leider ist mein fall anders gelagert! Da ich mal Forensikpatientin war! Nach der Entlassung hatte ich auf ein Normales leben gehoft dabei stört mich aber diese Forensische Nachsorge! Ich habe die Kriterien des Krankheitsbildes nun mal gelesen und bin der meinung dieses liegt nicht bzw. nicht mehr vor! Deswegen die Frage.
Lg Anne

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Remedias
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Remedias » Di 11. Feb 2014, 12:42

Hallo Anne,
leider kann ich die Frage nicht beantworten, weil ich mich auf dem Gebiet der Forensik nicht auskenne.
Wünsche dir viel glück!

liebe Grüße Remedias

Anne1553
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 12:56

Leider ist das thema Forensik komisch geregelt!
Ich hab versucht mit der Behandelnden zu reden was nur den kommentar gebracht hatt das es dann halt ne andere Störung ist das ist nicht sehr ermutigend! Im übrigen hab ich es satt das die von dieser Forensik-Ambulanz sich überall eimischen!
Lg Anne

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fluuu
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon fluuu » Di 11. Feb 2014, 14:50

Hallo,
satt haben ist nach einer forensischen Behandlung vielleicht nicht das passende Motto
um das zukünftige Leben zu regeln, damit umgehen können wäre vielleicht realistischer.
Umgehen können mit der psychischen Störung, mit der Straftat und dem Aufenthalt
in der Forensik, das lässt sich nicht wegwischen wie eine lästige Fliege.
Sich mit dem eigenen Leben wie auch immer es ist auseinandersetzen bedeutet
zunächst den Istzustand annehmen um dann gegebenenfalls Veränderungen zu schaffen.
Es ist verwunderlich, dass Du so etwas in der Forensik nicht gelernt hast, da wird
annehmen können eigentlich lang und breit geübt, immer und immer wieder.
Wenn man davon ausgeht, dass es psychische Störungen gibt die man ein Leben lang behält,
man kann jedoch frei von Symptomen sein, dann behält man auch die Diagnose
ein Leben lang. Wie Remedias schon sagte ist die Diagnose nicht so wichtig, es fragt kaum
jemand danach und selber sollten man mit seinem Wesen leben können wie es ist.
Es gibt keine Möglichkeit die psychische Störung per bürokratischen Vorgang oder
behördliche Regelung los zu werden, es gibt nur den Weg der Gesundung und der ist meist lang...
Der erste Schritt zur Gesundung ist die Krankheit die man hat als solche zu akzeptieren
um sie dann zu heilen, eine Krankheit die man angeblich nicht hat kann man nicht heilen.
Das bezieht sich nicht nur auf körperliche Konflikte sondern vor allem auch auf seelische Störungen.
Hast Du das in der Forensik nicht mitbekommen? Dann war Dein Aufenthalt zu kurz... :-"
gruß fluuu

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Anne1553
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 19:46

@fluuu!
Nein mein aufenthalt war nicht zu kurz!
Im Normalfall ist für Strafsachen der Knast zuständig!
Arbeitest du etwa in der Forensik? Dann solltest du wissen
das es den Patienten auch nach der entlassung nicht grad einfach
gemacht wird. Normalerweise sucht man sich aus ob man weitere
behandlung wünscht und wer einen behandeln soll! Und ein behandler
mischt sich nicht in andere lebensbereiche ein! Wie du so schön sagst
Krankheiten die angeblich nicht da sind muss man nicht diskutieren ich
denke schon oder magst du vieleicht wegen dingen behandelt werden
die du nicht hast? Gab ja schon genug vorfälle wo Menschen fälschlicherweise
in der Forensik gelandet sind! Und nicht jeder Straffällige muss auch krank sein!
Aber die Richter greifen immer öfter auf die Forensik zurück bei den Verurteilungen!
Lg Anne

Mavros
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Mavros » Di 11. Feb 2014, 21:58

Um welche Diagnose geht es, Anne? Wenn man glaubhaft über ein gutes Ergebnis eigener Introspektion berichten kann, wird es nicht schwer ein gutes Attest zu bekommen. Das ist immerhin die einfachste Art eine frühere Diagnose zu entkräften. Allerdings sollte man sich diese Mühe um sich selbst willen geben, nicht um anderen Menschen ihr urteilendes oder abwertendes Verhalten auszureden.

Gruß,
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Anne1553
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 22:18

Hi Mavros!
Es geht um eine Persöhnlichkeitsstörung! Wobei es eben heisst wenn es die eine nicht ist,ist es halt ne andere! Was ich doch recht dreist finde da es halt nur dem dient ne Diagnose zu stellen. Und somit nicht mehr viel mit helfen zu tun hatt! Und Forensik soll ja neben dem einsperren helfen. Genau wie diese Forensik-Ambulanz!
Es würde mir besser gehen wenn diese Diagnose nicht mehr da wäre! Zumal die Häftlinge eine bessere Resozialisierung erhalten aus meiner sicht und eben nicht von Irgendwelchen Nachsorge einrichtungen das leben extra schwer gemacht bekommen.

Mavros
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Mavros » Di 11. Feb 2014, 22:44

Eine Persönlichkeitsstörung ist kein Grund zur Zwangsbehandlung. Irgendwann wird egal welche Strafmaßnahme, ob im Gefängnis oder in der Forensik durchgeführt, zu Ende sein. Ab dem Zeitpunkt kannst du theoretisch als ein Normalfall in der ambulanten Psychotherapie behandelt werden. Es kommt sicherlich auch auf die Prognose und psychosoziale Einflüsse in deinem jetzigen Leben an, und das hast vor allem du selbst in der Hand. Zu viel Besorgnis und negative Vermutungen in Bezug auf die Motivation Anderer kann auch wieder als Teil der Symptomatik gewertet werden, das deutet z. B. auf zu viel Selbstbezogenheit oder Verfolgungsängste hin.

Liebe Grüße
Mavros
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Di 11. Feb 2014, 23:15

Hallo Mavros!
Forensik selbst ist als Zwangsbehandlung zu werten! Und auch diese Ambulanz ist quasi zwang da es heisst wenn diese nicht aufgesucht wird geht es wieder in die Forensik!
Und auch in der normalen Psychiatrie habe ich selbst Zwangsmedikation erlebt! Ich denke es nicht sinn der Sache wenn die Diagnose nicht vorliegt auf die schnelle ne neue zu erfinden denke ich! Nur ist es so das Psychiatrie nicht als Strafmaßnahme verwand werden sollte! Im gegensatz zur Forensik haben häftlinge sogar die möglichkeiten Ausbildungen zu machen usw. Und werden nicht nach der Entlassung in Betreute wohnformen gesteckt. Wo man dann auch die weisung hatt zu bleiben!

Mavros
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Mavros » Di 11. Feb 2014, 23:49

Mit etwas, was man nicht oder momentan nicht ändern kann, geht man am besten um, indem man auf die Tatsache gefasst ist, dass der künftige Ablauf kein Konzert nach Wunsch sein wird. Das ist aber nicht alles, du hast die Möglichkeit dein Schicksal von Grund auf neu zu gestalten, indem du z. B. besonders viel Wert auf deine Therapie legst und alles dafür tust deine Symptomatik in den Griff zu bekommen. Eine Persönlichkeitsstörung bedeutet nicht, dass man unbedingt viel anders lebt als ein Durchschnittsmensch. Worauf es ankommt, ist deine Akzeptanz der gegebenen Umstäde und daraus resultierende Einsicht, die dir im Bestfall eine angemessene Lebensqualität ermöglichen wird. Wenn du die Situation nicht übermäßig tragisch wertest, kannst du auf jeden Fall jede Menge Lichtblicke erleben und deine Zukunft auf dich ruhigen Herzens zukommen lassen. Ich denke den Wendepunkt in deinem Leben hast du schon überwunden, und nun wird es eben darum gehen, die Folgen der früheren Situation möglichst gut zu gestalten.

Gruß
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Mi 12. Feb 2014, 02:03

Eine Persöhnlichkeitsstörun dürfte nach deinen worten also kein grund sein fürn Forensikaufenthalt.
Ich denke ne krankheit diie nicht vorhanden ist kann man auch nicht therapieren! Ist ja so als würde ein
Arzt dir ein geschwür opperieren wo gar keins ist! Hast du je ne therapie gemacht? Die bestehtt nicht nur aus gesprächen sondern man muss leider auch irgendwelche Medikamente nehmen! Wie kann ich auf etwas wert legen was was ich an sich nicht brauche?
Gruss

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Remedias
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Remedias » Mi 12. Feb 2014, 09:47

Eine Persöhnlichkeitsstörun dürfte nach deinen worten also kein grund sein fürn Forensikaufenthalt.
Ich denke ne krankheit diie nicht vorhanden ist kann man auch nicht therapieren! Ist ja so als würde ein
Arzt dir ein geschwür opperieren wo gar keins ist! Hast du je ne therapie gemacht? Die bestehtt nicht nur aus gesprächen sondern man muss leider auch irgendwelche Medikamente nehmen! Wie kann ich auf etwas wert legen was was ich an sich nicht brauche?
Gruss
Hallo Anne,
eine PS (Persönlichkeitsstörung) ist KEIN Grund für einen Forensikaufenthalt, eine Straftat, begangen von einem Täter mit einer psychiatrischen Erkrankung ist es leider. Ich weiß aber auch, dass strenger geurteilt wird als bei normalen Tätern. Ein Bekannter von mir hat etwas an eine Wand gesprayt ( keine Drohung oder so!) und kam monatelang in die Forensik. Aber wenn man ehrlich ist, ohne Diagnose hätte er doch höchstens ein Bußgeld bekommen. Daher kann ich verstehen, dass dich das ziemlich ärgert.
Nur - eigentlich kann ich dir auch nur raten, das Spiel zunächst mal mitzuspielen. Je mehr du gegen die Diagnose protestierst, für desto kränker hält man Dich, das habe ich auch erfahren, wenn auch in der Akutpsychiatrie. Besser ist es, du gehst schrittweise aus der Überwachung raus, in dem du dich kooperativ verhälst. Zeig allen, dass du kein betreutes Wohnen brauchst, in dem du deine Sachen alleine regelst. Wirst du überwacht während du die Medikamente nimmst? Auch da gibt es Mittel und Wege zu reduzieren. Es gibt auch Psychiater, die helfen; manchmal muss man sie lange suchen oder in eine andere Stadt fahren, aber es gibt sie. Ich bin jetzt endlich bei einem Psychiater, der eine Dosis von 25 mg Seroquel statt 800 mg wie vorher für okay hält. Allein schon das ist ein Zugewinn an Lebensqualität. Mit was beschäftigst du dich? Arbeitest du? Hast du Hobbys oder lernst du gerade was? Hast du Familie oder gute Freunde? Einen Partner? ( Das sollst du NICHT mir beantworten, ich frage dich nicht aus, sondern DIR selbst) Es ist wichtig, dass du dich nach außenhin bürgerlich, als normale Frau gibst. Darunter zählt wichtig (!) dein Umgang mit Alkohol oder Drogen, dein Lebensstil. Du kommst aus deiner Zwangssituation nur raus, wenn keiner denkt, er muss sich um dich Sorgen machen. Wenn sie dich erst mal nicht mehr beobachten, kannst du ja wieder tun, was du für richtig hälst. :wink:

liebe Grüße Remedias

Anne1553
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Re: Diagnose wider los werden

Beitragvon Anne1553 » Mi 12. Feb 2014, 10:42

Hallo Remedias!
Die denken glaub ich die macht zu haben über alles! Das ist das Problem! Ja nur giebts da das Problem das ich in diese Forensische Institutsambulanz muss zur Behandlung! Also wird es schwirig da auch selbst wenn ich zusätzlich nen anderen Arzt hätte der erst bei der Forensik anfragt! Im Knast hätte ich wenigstens ne Ausbildung nachholen können was in der Forensik auch nicht drin ist! Bin dabei ne Arbeit oder Ausbildung zu beschaffen, wobei Ausbildung eher schwierig wird mit 28j. und dem anderen kram am Hals!


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