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Petra
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Beitragvon Petra » Di 3. Mai 2005, 15:10

Hallo!
Ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll, ich bin in jemanden verliebt der ein sehr komisches Verhalten hat.
zB: 1. Er braucht immer eine Bestätigung dass ich es ernst mein (obwohl ich ihm schon Briefe geschreiben habe und ihm klarmachte, dass ich noch nie jemanden so wollte wie ihm, daß er mir alles erzählen kann, daß ich auf ihm warte, wenn er noch Zeit braucht usw.) Nun ist ein Jahr vergangen, und nichts hat sich geändert, außer dass er mir weiter Hoffnungen macht!
2. ein Treffen mit ihm ist unmöglich, weil er immer kurz davor absagt und wenn wir uns treffen (was 1mal funktioniert hat) dann GLEICH SOFORT und nur für eine halbe Stunde. Wenn ich ihn anrufe, hebt er nicht ab, und selber hat er mich noch nie angerufen.
3. Mir kommts so vor, als könnte er nicht glauben, das ihm jemand will! 4. beim Fortgehn (wenn wir miteinander reden) muss er immer plötzlich weggehen, was "erledigen", dann verschwindet er und beobachtet mich und wenn er merkt, dass ich ihm suche kommt er wieder zu mir und das geht 4 Stunden lang… wir unterhalten uns er verschwindet, wir küssen uns halten uns fest, er muss verschwinden. ich halte das nicht mehr aus!!!! ich weiss schon nicht mehr was ich machen soll od. was ich falsch mache. Er sagt zwar immer er brauche noch Zeit, aber wie lange noch?? noch 1 Jahr kann ich das nicht mehr mitmachen, sonst werd ich selber noch so wie er, mir macht das fortgehen keinen Spaß mehr und Freunde hab ich auch bald keine mehr, weil ich nur an ihm denke und ihm helfen will!
Am Schluss verschwindet er ganz plötzlich und sagt er muss jetz nach Hause gehen, es wäre nicht wegn mir, aber er kann das jetzt nicht… er geht: ohne sich zu verabschieden! er ist zornig auf sich selber, schaut immer sehr nachdenklich, ich hab ihm noch nie lachen gesehen, wie wenn er immer mit sich selber so beschäftigt wäre.
5. Er geht sehr selten fort, hat keine richtigen Freunde und wenn er fort geht sitzt er alleine auf einem Tisch und beobachtet leute!
Ich hoff ihr könnt mir helfen und mir erklärn was in dem Menschen vorgeht, ich weiss einfach nicht mehr weiter. Ich glaube, er will, kann aber nicht! (wenn er mir nur wenigstens den Grund sagen würde) Kann das vielleicht eine Selbstunsicher vermeidende Persönlichkeitsstörung sein oder hat er Bindungsangst?? können sich solche Menschen nicht ändern/verbessern?? Würde mich echt freuen, wenn mir jemand antwortet. Danke im Voraus, Liebe Grüße

Petra
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Beitragvon Petra » Mi 18. Mai 2005, 18:31

Hallo Leonardo,

Vielen Dank für deine Antwort, mir geht´s jetzt zwar nicht viel besser, aber naja... du hast wohl recht, ich sollt aufwachen und mehr auf mich schauen… ich weiß schon länger, dass mit mir etwas nicht stimmt, hab auch schon eine Therapie hinter mir… aber irgendwie glaub ich dass ich in dieses alte Schema wieder zurückgefallen bin und depressiv geworden bin durch diesen Mann.. bin selber schuld, aber ich hab mir eben soviel Hoffnungen gemacht und jetzt ärger ich mich so sehr, weil alles um sonst war… da will man jemanden helfen und dann hat man erst nichts davon und keiner versteht dich… das Leben ist einfach zu traurig und die schlechten Sachen überwiegen immer. Ich war vor einem Jahr nicht so schlecht gelaunt wie jetzt.. ich bin eigentlich eine starke Persönlichkeit und mich kann keiner so schnell fertig machen… aber jetzt fühle ich mich so, als wäre alles (oder ich) unnötig auf dieser Welt!
Ja ich spür das, dass er große Ängste hat mich zu treffen, aber irgendwann muss man doch über seinen Schatten springen und sich trauen, oder nicht? Ich wollte es ihm immer so einfach wie möglich machen und wollte mich auch nur kurz (Zigarettenlänge) treffen, damit es für ihm einfacher ist… doch nicht einmal da schaffte er es… JA das mach ich alles, nur um ihn als Partner zu gewinnen! Sicher, wenn ich jemanden liebe, wieso sollt ich mich nicht anstrengen und ihm zeigen, dass ich es ernst mein??? Wenn man jemanden wirklich will, versucht man doch alles, oder? Tja, is egal, er hat sich sowieso nicht geändert... ich hab ihm vielleicht deswegen so gern, weil er SO ist. Kann es sein, dass ich mich nur in Männer verliebe, die irgendwie eine Störung haben?? Ich hatte noch nie solche Gefühle für jemanden… ich hatte auch noch nie einen richtigen Freund, deswegen sind jetzt so viele Träume geplatzt!
Wer hat schon richtige Freunde??? ich bin lieber alleine und denke über mein Leben nach, als wenn falsche Freunde mit mir die Zeit verbringen… nein danke! und nein, ich warte auch nicht mehr so lange auf ihm, es ist halt nicht so leicht diese ganze Geschichte zu vergessen… es war nicht einmal eine schöne Zeit der ich nachtrauern kann, aber ich find´s trotzdem so schade…

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moni
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Beitragvon moni » Do 19. Mai 2005, 04:42

Hallo Petra

Ich hab dir schon auf deinen ersten Beitrag was schreiben wollen, es dann aber nicht geschafft - und Leonardo hat mir nun hier aus der Seele gesprochen.

In deinem zweiten Beitrag bist du jetzt schon ordentlich "aufgewacht" - du sprichst in erster Linie von dir, und das finde ich sehr gut! Denn ich glaube, genau das solltest du jetzt wirklich tun: dich um dich kümmern. Du bist dir auch deiner selbst bewusst und beschreibst dich als starke Persönlichkeit, die keiner so schnell fertig machen kann. Dass es dir zurzeit trotzdem nicht gut geht, und das auch noch, obwohl du bereits einmal eine Therapie gemacht hast, schmälert diese Tatsache deshalb nicht - auch starke Menschen können mal mit ihrem Latein am Ende sein ... Ich frage mich allerdings, ob es für dich gut ist, wenn du am liebsten allein über dein Leben nachdenkst. Enttäuscht vom Leben und den Menschen, wie du klingst, sehe ich da eher die Gefahr, dass du dich weiter im Kreis herum drehst - in einer Negativspirale, die dich in deiner Enttäuschung bestätigt und nur noch weiter runterzieht. Der Gedanke an eine zweite Therapie, die dich aus diesem Negativsog herausbegleitet, liegt mir nahe. Denn der Mensch ist nun mal ein "Gewohnheitstier" und geht gern den Weg des geringsten Widerstandes, der oft ein ausgetretener Pfad ist, und fällt deshalb gern in alte Verhaltensmuster zurück, auch wenn er mal Alternativen kennen gelernt hat (z.B. in einer Therapie). In einer neuen Therapie könntest du noch einmal an deinem "alten Schema", das dir jetzt wieder zu schaffen macht, arbeiten und Alternativen dazu üben und festigen. Was meinst du dazu - könntest du dir das vorstellen?

Dieses "alte Schema" schimmert in vielem, was du schreibst, durch:
ich hab mir eben soviel Hoffnungen gemacht und jetzt ärger ich mich so sehr, weil alles um sonst war
da will man jemanden helfen und dann hat man erst nichts davon
JA das mach ich alles, nur um ihn als Partner zu gewinnen!
Wenn man jemanden wirklich will, versucht man doch alles, oder? Tja, is egal, er hat sich sowieso nicht geändert...
Du meinst es gut, du möchtest diesem Mann helfen, aus seinem "Gefängnis" herauszukommen, und du versuchst alles dabei und hoffst, dass er sich ändert. Das passiert aber nicht. Denn man kann andere Menschen nicht ändern und schon gar nicht "therapieren" - etwas salopp gesagt: Partner kann man sich nicht "zurechtbasteln". Das gäbe dem einen zu viel Macht in der Beziehung und dem anderen zu wenig - also ein Ungleichgewicht. Man kann höchstens durch Worte und/oder eigenes, entsprechendes Verhalten beim anderen ein Nachdenken in Gang bringen - falls dieser es will und auch zulässt. Und vom Nachdenken zur Veränderung ist es dann noch einmal ein Schritt, den jeder selber entscheiden muss zu machen - oder eben auch nicht. Als Freund oder Partner muss man die Entscheidung des anderen akzeptieren und dann für sich die Konsequenzen daraus ziehen, so dass man lebendig und sich selber bleiben kann. Es gibt keinen Lohn in dem Sinn: Ich helfe dir, dafür erwarte ich von dir, dass du so und so bist, damit ich glücklich sein kann.
ich hab ihm vielleicht deswegen so gern, weil er SO ist. Kann es sein, dass ich mich nur in Männer verliebe, die irgendwie eine Störung haben??
Meinst du, dem so genannten Helfersyndrom zu unterliegen? Das würde bedeuten, anderen über die eigenen Kräfte hinaus helfen zu wollen, u.U. bis zur Selbstaufgabe; sich vom Gefühl des Gebrauchtwerdens abhängig zu machen und dabei sich selber zu verlieren ... Das ist zwar gut gemeint, kommt aber für niemanden gut heraus - aber man kann lernen, sich aus diesem Kreis zu befreien, wenns nötig ist auch in einer Therapie.

Dein Traum ist geplatzt, und das macht dich traurig, tut weh. Lass dir Zeit, um durch deine Trauer hindurchzugehen - und hole dir Hilfe und Begleitung, wenn du denkst, dass sie dir gut täte. Ich bin sicher, mit der Zeit wirst du deine Stärke wieder spüren, und sie wird dir helfen, neue Träume zu träumen, vielleicht auch zu leben; neue Erfahrungen mit dir selber, mit anderen und der Welt zu wagen und darauf zu vertrauen, dass die schlechten Sachen zwar manchmal schon, aber nicht immer überwiegen und du ganz und gar nicht unnötig auf dieser Welt bist ...

Ich wünsche dir dazu viel Mut und Kraft!

Liebe Grüsse

moni

kayo
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Beitragvon kayo » Fr 20. Mai 2005, 00:09

Ich würde ihm ganz ernsthaft eine Therapie vorschlagen. Irgendwie hat er ein tiefes Problem.

Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

Jasi
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Beitragvon Jasi » Mi 1. Jun 2005, 22:20

Also wenn dir dieser Mensch wirklich so wichtig ist oder die Beziehung an sich dann rede offen und ehrlich mit ihm darüber und wenn er sich immer noch in Ausflüchte begibt, dann hak es ab

Petra
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Beitragvon Petra » Do 2. Jun 2005, 11:32

Vielen Dank für eure Antworten!!


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