Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

susi_sorglos
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Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » Di 9. Nov 2010, 21:04

Hallo zusammen!
Ich hatte schon einen ganz langen und ausführlichen Bericht über mein Problem verfasst - leider hat es mit der Übertragung nicht geklappt. Ich fasse mich aus diesem Grund erst einmal kurz.
Ich bin alleinerziehende Mutter eines knapp 18jährigen Jungen. Derzeit haben wir extreme Verständigungsprobleme wobei er sich, meiner Ansicht nach, auf unnatürliche Weise von mir zurückzieht und überaus verschlossen ist. Ich kann machen was ich will, ich komme einfach nicht mehr an ihn heran. Da ich entdeckt habe, dass er sich selber verletzt hat, gehe ich davon aus, dass da was nicht mit ihm stimmt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es frühestens im letzten Winter (also mit 17) angefangen hat. Zeitgleich hat er seine erste unglückliche Liebe erlebt (habe ich hinten herum herausgefunden) und kleidet sich nur noch schwarz (Gothic).
Mein Sohn hat seit geraumer Zeit wenig "reale" Kontakte zu anderen Jugendlichen, spielt extrem viel Online-Spiele und ist gerade dabei hoffnungslos in der Schule zu versagen (12. Klasse).
Was kann man da tun? Ist das eine Form von Borderline oder einfach nur eine ganz besch... Form von Pubertät. Als Mutter gehe ich daran kaputt und habe selber schon Depressionen wegen meiner Hilflosigkeit. Kontakt zum Vater gab es übrigens nur alle 1-2 Jahre mal für eine halbe Stunde oder so.
Wer kennt sich damit aus?

sky
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon sky » Di 9. Nov 2010, 23:13

hallo susi,
Ich hatte schon einen ganz langen und ausführlichen Bericht über mein Problem verfasst - leider hat es mit der Übertragung nicht geklappt.
kann sein, daß du zu lange geschrieben hast, ohne zb zwischendurch mal auf "vorschau" zu klicken, so daß du automatisch ausgeloggt wurdest.
lange texte vorher in ein textprogramm schreiben und dann hier rein kopieren oder eben öfters mal auf "vorschaus" klicken oder beim einloggen einen haken bei "automatisch anmelden" machen (am ende aber abmelden nicht vergessen), dann klappt das auch ;)
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es frühestens im letzten Winter (also mit 17) angefangen hat.
es stört mich etwas, daß du da so eine sicherheit meinst zu haben. woher nimmst du die ?
wenn du nicht an deinen sohn heran kommst, er verschlossen ist, dann hat das meist eine längere vorgeschichte und du hast vermutlich noch einiges mehr nicht mitbekommen, als nur das, was du weißt.
eine unglückliche liebe ist etwas normales in der phase und ein kind, das gefestigt ist und mit genügend liebe, sicherheit und stärke aufgewachsen ist, normalerweise auch gut weg.
wobei es hier nun nicht darum geht, zu suchen, ob und wer was für eine schuld hat, aber es macht einfach auch oft sinn, bekanntes mal kritisch zu hinterfragen.

wenn es borderline ist, dann fing das wohl kaum erst vor einem jahr an. aber nicht jeder, der sich schwarz anzieht und verschlossen ist, ist ein bordi.
für irgendwelche diagnosen sind ärzte zuständig, niemand einigermaßen seriöses würde dir ein definitives ja oder nein auf die ferne hin sagen.
es kann auch schwierige phasen bzw krisen für einen heranwachsenden menschen geben, wenn er als kind nicht genug stärke und reserven mitbekommen hat. man sieht genug solcher menschen auf den straßen, wo es eben nicht so gut lief, aus welchen gründen auch immer.
Als Mutter gehe ich daran kaputt und habe selber schon Depressionen wegen meiner Hilflosigkeit.
naja, ich möchte hier mal unterscheiden :
geht es um deinen sohn und darum, daß er vielleicht hilfe braucht ?
oder geht es um dich, weil du überfordert bist und dich hilflos und depressiv fühlst ?
vermutlich beides.

was deinen sohn betrifft : wenn du dir sorgen um ihn machst, dann geh mit ihm zu einem arzt, psychologen, usw - die sind qualifiziert und können sagen, ob und was für handlungsbedarf evtl besteht.
allerdings ist der zug vielleicht schon durch, da du sagst, er ist 18 - dh, er ist volljährig, muß sich von dir zu keinem arzt mehr schleifen lassen. einige gute argumente deinerseits wären da schon gut, um ihm das auch schmackhaft zu machen.

was dich betrifft : tu was für dich.
es reicht nicht, dich hilflos zu fühlen und zu jammern, sondern du kannst aktiv werden und dir hilfe holen. für dich in erziehungsfragen und umgang mit heranwachsenden als auch hinsichtlich deiner möglichen depressivität.

dein sohn lernt von dir.
überlege dir mal, was er in den letzten monaten und jahren von dir gelernt hat.
wie gehst du mit problemen um ?
unternimmst du etwas und suchst du dir effektiv vor ort hilfe, wenn du welche brauchst ?
wie gehst du mit dir selbst um ?
kümmerst du dich um deine gesundheit und sorgst gut für dich, damit es dir gut geht ?
oder stellst du andere fragwürdige werte höher und verletzt du dich selbst auch, nur vielleicht subtiler ?
wie offen und ehrlich redest du denn über deine probleme und deine gefühle mit ihm ?

wie wäre es, du machst einen deal mit deinem sohn : ihr geht beide mal zum psychiater, psychologen oder zu einer psychologsichen beratungsstelle ?

viele grüße, sky
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cake
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon cake » Mi 10. Nov 2010, 07:44

Da ich entdeckt habe, dass er sich selber verletzt hat, gehe ich davon aus, dass da was nicht mit ihm stimmt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es frühestens im letzten Winter (also mit 17) angefangen hat. Zeitgleich hat er seine erste unglückliche Liebe erlebt (habe ich hinten herum herausgefunden) und kleidet sich nur noch schwarz (Gothic).
Nun, da scheint sich wohl schon Druck aufgebaut zu haben, wenn Er sich selbst verletzt. Da stimmt dann tatsächlich was nicht.
Dazu kann noch eine Sinnkrise kommen- kenn ich in dem Alter auch von mir.( allerdings nicht in diesem Ausmaß)

Fühlt sich Dein Sohn vielleicht abgelehnt- nicht genug angenommen?
Du könntest Dir auf jeden Fall Hilfe holen-wie sky schon geschrieben hat.

Macht Ihr auch mal was gemeinsam? Kino- zum essen etc? Unterhälst Du Dich auch mal mit seinen verbliebenen Freunden?
Als Mutter gehe ich daran kaputt und habe selber schon Depressionen wegen meiner Hilflosigkeit.
Gehst Du in Therapie? Auch da könntest Du Dir Hilfe holen. Wenn Du gefestigt bist kannst Du Deinem Sohn auch eher helfen.
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susi_sorglos
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » Sa 25. Dez 2010, 03:49

Hallo.......Sky, Cake und Alle, die an diesem Thema interessiert sind...............Hat 'ne Weile gedauert,bis ich die Zeit gefunden habe wieder hier zu posten..................vielleicht ein Grund für die Probleme mit meinem SOhn......die fehlende Zeit??????? Denke nicht, weil er ganz ganz ehrlich IMMER in meinem Leben die 1. Geige gespielt hat. Meine Mama, also seine OMa,hat all die Jahre die zeitlichen Lücken ausgefüllt und war immer dann für ihn da, wenn ich es aus beruflichen Gründen nicht konnte.....................ich war zu allen Kindergartenfesten, Schulveranstaltungen - allen Elternabenden da und habe ihn immer, wenn er es verlangte zu Kindergeburtstagen usw gefahren...................ehrlich......IMMER.....wenn er sich mit Freunden treffen wollte.............ich habe dafür gesorgt, dass er
hinkommt.................Ich habe ihm IMMER meine Liebe gezeigt.......habe ihm versucht zu zeigen, dass ich ihn OHNE KOMPROMISSE liebe und immer für ihn da sein würde.................er hat mich plötzlich grundlos abgelehnt.................NEIN, cake, er macht NICHTS mehr mit mir gemeinsam..............ABSOLUT NICHTS.........Kino mit mir.....das wäre ihm OBERpeinlich und ESSEN........damit hat er ja eh ein Problem.......Grade heute an Weihnachten ist mir wieder einmal aufgefallen, dass er sich absolut UNNormal verhält....................Ich bin mit ihm zu Oma und Opa rüber zum Essen......hab mich echt gefreut, dass er mitkam.......weil er kein Fleisch mag, ham wa extra für ihn Kartoffeln mit fleischloser Soße gekocht..............er hat NULL gegessen und behauptet ihm sei schlecht....................

sky
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon sky » Sa 25. Dez 2010, 12:18

hallo susi,
vielleicht ein Grund für die Probleme mit meinem SOhn......die fehlende Zeit??????? Denke nicht, weil er ganz ganz ehrlich IMMER in meinem Leben die 1. Geige gespielt hat. Meine Mama, also seine OMa,hat all die Jahre die zeitlichen Lücken ausgefüllt und war immer dann für ihn da, wenn ich es aus beruflichen Gründen nicht konnte.....................ich war zu allen Kindergartenfesten, Schulveranstaltungen - allen Elternabenden da und habe ihn immer, wenn er es verlangte zu Kindergeburtstagen usw gefahren...................ehrlich......IMMER.....wenn er sich mit Freunden treffen wollte.............ich habe dafür gesorgt, dass er
hinkommt.................
es ist nicht unbedingt das nonplusultra für ein kind, daß die eltern zu solchen veranstaltungen kommen, wie du sie aufzählst - wenn sie sich sonst vielleicht eher alleine gelassen fühlen.
auf solchen veranstaltungen aufzutauchen, hat schließlich auch oft den sinn, nur anderen zu zeigen, man ist eine gute mutter und immer da...
zu freunden gefahren zu werden ist nett, aber in meinen augen nicht das gleiche wie wirkliche nähe und zeit zu zweit zu haben und zu verbringen...
wie die oma die lücken aufgefüllt hat, keine ahnung.
Ich habe ihm IMMER meine Liebe gezeigt.......habe ihm versucht zu zeigen, dass ich ihn OHNE KOMPROMISSE liebe und immer für ihn da sein würde.................
daß du immer für ihn da sein würdest ? - warst du es denn auch ? bist du es ?
oder war das nur ein angebot ?
eine art gutschein, der nie eingelöst wurde außer mit sachgeschenken und fahrdiensten ?

er hat "ganz ganz ehrlich immer die 1. geige gespielt" ? - glaube ich dir nicht, schon allein weil ich das wort "immer" bei dir für eine unangemessene übertreibung halte. und "ganz ganz ehrlich immer" ist für mich lediglich eine steigerung der übertreibung.
alles hat seine gründe...

und vielleicht wäre es langsam an der zeit, etwas ehrlicher zu dir zu sein und von dem "immer"-pferd herabzusteigen und wenigstens mal das "vielleicht... ?"-pferd zu suchen.
solange du ständig nur davon überzeugt bist, immer alles getan zu haben und nur er derjenige ist, der nichts tut usw - solange bist du auch noch nicht sehr offen für einen ehrlichen, kritischen dialog mit dir selbst, geschweige denn mit deinem sohn.
er hat mich plötzlich grundlos abgelehnt.................
wieso kannst du es nicht akzeptieren, daß er gründe hat ?
wieso kannst du ihm dies nicht zugestehen ?
Grade heute an Weihnachten ist mir wieder einmal aufgefallen, dass er sich absolut UNNormal verhält....................Ich bin mit ihm zu Oma und Opa rüber zum Essen......hab mich echt gefreut, dass er mitkam.......weil er kein Fleisch mag, ham wa extra für ihn Kartoffeln mit fleischloser Soße gekocht..............er hat NULL gegessen und behauptet ihm sei schlecht....................
du glaubst ihm nicht mal, daß ihm schlecht war ? - warum ?
und er hat nicht die freiheit, nur dann essen zu dürfen, wenn er sich wohl fühlt ? - warum ?
er hat sich unnormal verhalten, weil er kein theater gespielt hat, um in euer schema f zu passen ?
wo bleibt da der respekt ihm gegenüber, daß er sich so verhalten darf ?
daß er nur essen braucht, wenn er will und nicht, wenn er muß oder sollte ?
Hat 'ne Weile gedauert,bis ich die Zeit gefunden habe wieder hier zu posten..................
am 9. november hattest du geschrieben, heute ist der 25. dezember.
weil er ganz ganz ehrlich IMMER in meinem Leben die 1. Geige gespielt hat.
1,5 monate zeit war dir die ratsuche und die sorgen um deinen sohn wert ?

susi, ich glaube dir absolut, daß du dein bestes getan hast und auch immer dein bestes tun wolltest. aber manchmal reicht das für ein kind nicht.
wichtig und entscheidend ist nun, wie es weitergeht. was du jetzt bereit bist zu ändern und zu machen, damit sich an der situation etwas bessert.
damit dein sohn die hilfe bekommt, die er braucht und damit du die hilfe bekommst, die du brauchst.

ich habe extra etwas provokant geschrieben, in der hoffnung, es kommt bei dir etwas an.
denn dein beitrag liest sich für mich nicht nach nachdenken und bereitschaft, etwas für ihn zu tun, sondern vor allem nur nach rechtfertigung von dir selbst, daß du immer alles richtig gemacht hast und er jetzt alles falsch macht.
mit dieser einstellung, das glaube ich dir, wird er dich wohl wirklich nicht mehr sehr an sich heranlassen. wozu auch ?

viele grüße, sky
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susi_sorglos
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » So 26. Dez 2010, 04:30

Hallo! ......wieder einmal ist mir ein langer Text "verloren gegangen" ich habe keine Ahnung warum das bei mir nicht klappt.......Ich habe nicht nur alle paar Wochen Zeit für mein Problem, stellt Euch mal vor, ich war zwischenzeitlich sogar bei einem Psychologen, der sich mit Spielsucht auskennt. Ich habe nicht eher wieder geschrieben, weil ich im Büro keine Zeit dafür hatte und von zu Hause aus nicht schreiben wollte.........muss ja nicht genauso vor dem Rechner hocken wie mein Junge.
Der Text vom 24. war auch noch nicht vollständig. Ich muss wohl demnächst wirklich zwischenspeichern. Kurz zu all den "Vorwürfen", die Ihr mir gemacht habt. Es ist nicht so, wie es vielleicht zu sein scheint! Ich bin sicherlich keine supersupersuper Mutter....die gibt's sicher nicht. Ich habe meine Fehler wie wir alle! Ich habe aber nicht nur die Nach-Außen-Mutter gespielt. Ich denke, ich hab mich schon ganz lieb um meinen Bub gekümmert und so gut es ging auch versucht den fehlenden Vater zu ersetzen. Alleinerziehend und berufstätig (aber nur immer bis 15/16.00 Uhr) bedeutet, dass ab und zu mal ein anderer Mensch aufpassen muss.....außer man macht auf Langzeit-Mutterschaftsurlaub. Schulferien sind nunmal länger als Urlaubsanspruch im Job...........das ist die Oma-Lücke. Meine Mutter ist die beste Oma von der Welt! ich würde mich gerne Auge in Auge mit betroffenen Leuten unterhalten - vielleicht kennt ja Jemand eine Selbsthilfegruppe im Raum Bielefeld????

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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon cake » So 26. Dez 2010, 09:26

Ich denke, ich hab mich schon ganz lieb um meinen Bub gekümmert und so gut es ging auch versucht den fehlenden Vater zu ersetzen
Diese Frage stell ich mir:Wo ist denn der Vater? Hat Er keinen Kontakt zu Ihm oder ein männliches "Vorbild" in der Familie?

Dass Du Dich versuchst rechtzufertigen ist unnötig vor uns. :wink: Das susi_sorglos mußt Du nur mit Dir ausmachen.

Dass Du peinlich bist ist auch komplett normal, in der Zeit der Abnabelung sprich Pupertät. :wink: :wink:
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susi_sorglos
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » So 26. Dez 2010, 10:11

Guten Morgen, cake! Ich habe nie mit seinem Vater zusammen gelebt - er kennt ihn, hat aber sehr sehr selten Kontakt zu ihm gehabt und konnte deshalb nie eine richtige Beziehung zu ihm aufbauen. Leider hat er auch keine richtigen männlichen Bezugspersonen gehabt. Der 2. Mann meiner Mutter (mein Vater ist schon vor über 20 Jahren verstorben) hängt sehr an meinem Sohn, aber seit dieser in der Pubertät ist, hat er naturgemäß keine große Lust auf den Opa.
Ein Psychologe aus der Jugendberatung (da war ich im Juni auch schon) hat mir erklärt, dass viele alleinerziehende MÜtter von vaterlos aufgewachsenen Jungen ähnlich geartete Beziehungsprobleme mit Söhnen haben.............Ich finde es aber trotzdem zuuuu krass wie er sich mir gegenüber verhält. Ich will mich nicht rechtfertigen, ich mache mir ja selber laufend Gedanken und Vorwürfe und überlege immerzu was da schief gelaufen sein kann. Ich habe offen mit guten Freundinnen und auch mit meiner Mutter darüber gesprochen als ich merkte, dass ich damit alleine nicht mehr klar komme..............ich fühlte mich ausgebrannt und war kurz davor zu zerbrechen.....Meine Gefühle und Reaktionen schwankten ständig zwischen Verzweiflung und Wut........ich fühlte mich von meinem Sohn absichtlich verletzt und bestraft und habe nach dem Grund gesucht. Habe ihn sogar mal gefragt was ich ihm eigentlich getan hätte. Er meinte ich wäre "krank im Kopf", würde mir das alles nur einbilden. Ich habe ihm erklärt, dass nicht nur er lernen müsste erwachsen zu werden,sondern auch ich. Immer wenn ich das Gefühl habe, jetzt geht es wieder bergauf mit uns, dann setzt er wieder einen drauf um mich zu verletzen. Oder findet ihr es normal, dass ein Jugendlicher seiner Mutter nicht einmal zum Geburtstag gratuliert........ ? Dass es ihm unangenehm ist wenn seine Mutter ihm zum 18. Geburtstag gratuliert und ihn dafür umarmt...............Dass er immer einen unzufriedenen Eindruck macht und sich nicht mehr freuen kann........Ein ganz kleines Lächeln hat er mir geschenkt, als ich ihm am Geburtstag ein mega-geiles Handy geschenkt habe. Für mich war dieses kleine Lächeln wie ein Sonnenaufgang am Meer........Ich möchte meinen Jungen doch einfach nur glücklich sehen, mehr nicht........

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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon cake » So 26. Dez 2010, 10:17

Das versteh ich ja, aber Du solltest sein Verhalten nicht zu persönlich nehmen.
Viele Jugendliche grenzen sich ab und wenn Dein Sohn das Gefühl hat es wird zuviel von Ihm erwartet grenzt Er sich komplett ab.
Das hat dann weniger mit Dir zu tun, sondern seinem Wunsch nach persönlicher Freiheit.
Versuch es mit mehr Gelassenheit.
Hast Du keinen Partner?
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sky
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon sky » So 26. Dez 2010, 12:39

hallo,
Kurz zu all den "Vorwürfen", die Ihr mir gemacht habt.
mir geht es nicht um vorwürfe, aber ich werde etwas knartschig, wenn jemand rat zu suchen scheint und dann plötzlich nur noch von seiner "ganz ganz ehrlich immer" vorhandenen fehlerlosigkeit etc schreibt, statt vielleicht mal auf ein paar fragen und anregungen einzugehen. damit gibt es einfach kein weiterkommen.
Ich bin sicherlich keine supersupersuper Mutter....die gibt's sicher nicht. Ich habe meine Fehler wie wir alle!
eben, genau. daß du dein bestmögliches versucht hast, davon gehe ich einfach mal aus. aber das sollte für eine mutter mmn selbstverständlich sein - auch wenn das leider nicht für alle zutrifft.
ich war zwischenzeitlich sogar bei einem Psychologen, der sich mit Spielsucht auskennt.
das freut mich für dich. schade, daß du nicht noch dazu geschrieben hast, was er dir rät, ob ihr termine ausgemacht habt, etwas ins laufen kam oder nicht... - darum geht es doch.
ich würde mich gerne Auge in Auge mit betroffenen Leuten unterhalten - vielleicht kennt ja Jemand eine Selbsthilfegruppe im Raum Bielefeld????
3 klicks... - wie wärs denn ganz einfach damit :
Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld
Ansprechpersonen: Christa Steinhoff-Kemper, Ricarda Sahrhage, Uwe Ohlrich
Straße: Stapenhorststraße 5
PLZ / Ort: D - 33615 Bielefeld
Sprechzeiten: Mo Mi Do 10-13, Di 15-18 Uhr
Telefon: 05 21 / 964 06 96
Fax: 05 21 / 964 06 97
E-Mail: selbsthilfe-bielefeld@paritaet-nrw.org
Internet: http://www.selbsthilfe-bielefeld.de , http://www.selbsthilfenetz.de
anrufen/mailen, vorbeigehen, fertig.
Ich finde es aber trotzdem zuuuu krass wie er sich mir gegenüber verhält. Ich will mich nicht rechtfertigen, ich mache mir ja selber laufend Gedanken und Vorwürfe und überlege immerzu was da schief gelaufen sein kann. Ich habe offen mit guten Freundinnen und auch mit meiner Mutter darüber gesprochen als ich merkte, dass ich damit alleine nicht mehr klar komme..............ich fühlte mich ausgebrannt und war kurz davor zu zerbrechen.....Meine Gefühle und Reaktionen schwankten ständig zwischen Verzweiflung und Wut........
dann hast zunächst mal du ein problem, weil du nicht damit klar kommst. dein sohn zwar vermutlich auch, aber das sind einfach 2 paar stiefel, zwischen denen du trennen solltest.
dein sohn kann nicht ausgleichen, womit du ein problem hast. für ihn ist nur wichtig, daß er die für ihn bestmögliche hilfe bekommt - die muß aber nicht auf dein wohlergehen abgestimmt sein, denn dabei geht es um ihn.
wenn es um dein befinden gehen soll, dann brauchst du eine auf dich abgestimmte hilfe.

du hast immer noch nichts dazu gesagt, wie offen oder verschlossen dein sohn sich gegenüber kompetenter hilfsangebote verhält, ob du es ihm überhaupt mal vorgeschlagen hast, er bereit wäre, alleine zb zu einem psychologen bzw einer beratungsstelle hinzugehen (du kannst ja draußen warten).
wenn dein sohn keine hilfe möchte, dann sind dir die hände gebunden, denn das ist seine entscheidung. er ist volljährig. du kannst es ihm empfehlen und schmackhaft machen, aber dazu entscheiden muß er sich.
wenn du hilfe brauchst, dann steht dir nichts im weg, dir welche zu suchen, außer vielleicht du selbst. denn das ist deine entscheidung.
ich fühlte mich von meinem Sohn absichtlich verletzt und bestraft und habe nach dem Grund gesucht. Habe ihn sogar mal gefragt was ich ihm eigentlich getan hätte. Er meinte ich wäre "krank im Kopf", würde mir das alles nur einbilden. Ich habe ihm erklärt, dass nicht nur er lernen müsste erwachsen zu werden,sondern auch ich. Immer wenn ich das Gefühl habe, jetzt geht es wieder bergauf mit uns, dann setzt er wieder einen drauf um mich zu verletzen.
keine ahnung, ob und warum dann etwas passiert, womit du anscheinend nicht klar kommst. aber auszuschließen, daß du schon zu angegriffen bist und dann empfindlicher auf manches reagierst, ist es doch auch nicht, oder ?
es ist bei euch sicher nicht alles bilderbuchhaft, aber diese strukturen haben sich schließlich entwickelt, es gab gründe dafür, die sind nicht plötzlich aus heiterem himmel da.
ein abnabelungsprozeß ist normal, mal läuft er etwas sachter, mal etwas grober ab. das ist nicht nur eine schwierige zeit für dich, sondern auch für deinen sohn.
Ich möchte meinen Jungen doch einfach nur glücklich sehen, mehr nicht........
dann suche dir doch mal professionelle hilfe. für dich und für deinen sohn. wenn etwas lange zeit über schief lief, kannst du das nicht plötzlich erzwingen.
fragen und vorschläge dazu schrieb ich auch schon genug in meinem ersten beitrag.
wieder einmal ist mir ein langer Text "verloren gegangen" ich habe keine Ahnung warum das bei mir nicht klappt.......
auch dazu steht weiter oben schon etwas...

gruß, sky
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susi_sorglos
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » So 26. Dez 2010, 14:28

........der Psychologe der Jugendberatung hat mir geraten offen und ehrlich und vor allen Dingen locker und unbefangen auf meinen Sohn zuzugehen. Er hat mir auch erklärt, dass es sich hier um einen Abnabelungsprozess handelt, der bei manchen alleinerziehenden Müttern von Jungen halt so wäre und deshalb nicht unbedingt unnormal. Das Selbstverletzende Verhalten sollte ich im Auge behalten und ihn aber auf keinen Fall darauf ansprechen...........und auch nicht hinter ihm herschnüffeln. Da ich meinen Sohn schon seit Monaten nicht mehr ohne Armstulpen zu sehe bekommen habe, habe ich angenommen, dass das er sich regelmäßig verletzt......durch Zufall habe ich ihn an einem Morgen ohne Armstulpen und noch schlafend im Bett vorgefunden als ich ihn zur Schule wecken wollte. So konnte ich seine Arme eingehend betrachten. Da sind einige heftige Narben zu sehen gewesen, aber alle schon recht gut verheilt und nichts frisches.....außerdem hatte er an einem Arm ein riesiges Tatoo - ganz offensichtlich um dort vorhandene Narben zu verdecken - Irgendwie ist mir schon ein Stein vom Herzen gefallen....ich weiß nicht wie ich auf frische blutige Schnittwunden reagiert hätte......Ich wollte offen und locker auf meinen Sohn zugehen, also habe ich ihn ein paar Tage später gefragt, warum er sein Tatoo eigentlich vor mir versteckt.........Weil es noch nicht fertig wäre und weil ich wohlmöglich auf die Idee käme den "Künstler" zu verklagen. Er sei ja schließlich noch minderjährig.........Nun, ich wollte mich noch einmal vergewissern wie stark seine Schnittnarben an den Armen sind oder ob er noch woanders welche hat und habe ihn einige Wochen später zu meinem Hausarzt geschickt. Er brauchte eine Auffrischungsimpfung und in diesem Zusammenhang haben wir eine Rundum-Untersuchung angesetzt.....sein erster Besuch beim "Erwachsenen-Doc". Ich habe vorher mit dem Arzt gesprochen und ihn gebeten nach den SV-Narben zu gucken und sich mal einen Eindruck von meinem Jungen zu machen. Fazit: "Ein netter junger Mann, alles ganz normal und....naja da sind schon ein paar ordentlich Narben aber da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, der bringt sich schon nicht um, der lässt damit nur Druck ab........das machen manche jungen Leute so.......ich habe ihm angeboten mir zu erzählen ob er was auf dem Herzen hat, er hat keine Probleme sonst hätte er ja mit mir reden können!" Ich dachte ich sei im falschen Film...........der Doc hat doch ernsthaft geglaubt was er gesagt hat. Der Doc hat mir dann auch noch gesagt, dass ich das nicht so schwer nehmen solle, dass mein Kind sich abnabelt....alles ganz normal…..und wollte mir Johanniskraut verschreiben, damit ich meine Depressionen in den Griff bekomme......(ich hatte ihm erklärt, dass ich vor lauter Sorge zeitweise in Depressionen verfalle – aber ich meinte eigentlich keine Depressionen als Krankheit sondern eher Augenblicke der Verzweiflung und Hilflosigkeit…..ich glaube kaum das Johanniskraut dagegen hilft :). Mann oh Mann, ich lebe zwar alleine und mein Kind ist natürlich (auch) mein Lebensinhalt.......aber ich freue mich über jeden Entwicklungsschritt, den es macht. Ist doch normal, dass die Kinder irgendwann eigene Wege gehen. Das bedeutet doch auch für die Eltern wieder gewonnene Freiheit. Ich bin doch keine krallende Übermutter, die ihr Kind bis ins Rentenalter im Haus halten will. Hilfe lehnt mein Sohn übrigens kategorisch ab…..ich habe mehrfach versucht kleine Brücken in diese Richtung zu bauen…..ohne Erfolg. Er ist der Ansicht, dass bei ihm ALLES ganz normal läuft. Ich versuche ja immer wieder das nicht zu persönlich zu nehmen….glückt mir ja mittlerweile auch schon ganz gut…….aber halt nicht immer. Muss laufend an den Spruch denken: Kleine Kinder, kleine Sorgen……..

susi_sorglos
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon susi_sorglos » So 26. Dez 2010, 14:47

Absichtlich verletzt und bestraft... das wird wahrscheinlich so sein, wenn Du es so wahrnimmst. Man merkt ja die Wut. Man kann für Ihn nur hoffen daß er das mit der Zeit, über die Jahre in den Griff bekommt. Das wäre sein Problem.

Erwin, das mit der Absicht empfinde ich so...........Wut kommt bei ihm nicht zum Vorschein....er legt eine extrem gleichgültige,emotionslose Haltung an den Tag. Wütend würde ich das nicht nennen.....manchmal vielleicht genervt...

Mirjam
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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon Mirjam » Di 28. Dez 2010, 10:51

mit der -diagnose borderline- kommen vielleicht das erste mal viele jugendliche in kontakt, aber das bleibt ja
wäre ja so als hätte es das vor fünfzig jahren noch nicht gegeben

die persönlichkeit bleibt so. man kann damit umgehen oder auch nicht. und wenn man damit umgehen kann wird es immer wieder zeiten geben, wo man in seine :mrgreen: persönlichkeit reinrutscht
LG
Mirjam

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Re: Borderline bei Jugendlichen - wer kennt sich damit aus???

Beitragvon Mirjam » Di 28. Dez 2010, 19:53

.....zu meinem Hausarzt geschickt...... da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, der bringt sich schon nicht um, der lässt damit nur Druck ab........das machen manche jungen Leute so.......ich habe ihm angeboten mir zu erzählen ob er was auf dem Herzen hat, er hat keine Probleme sonst hätte er ja mit mir reden können!" …..
hallo susi !

also ehrlich, ich würde das nicht so hinnehmen. als allgemeinarzt so eine lapidare aussage zu machen wie du geschrieben hast. dass dein sohn da nicht anfängt über irgendwas zu reden, mit einem allgemeinarzt, den er das erste mal sieht!? also bitte... und nur mit "druck ablassen" so einfach geht das mal schon gar nicht. auch abnabelungsprozess... weiß nicht. so wie der psychologe von der jugendberatung gesagt hat: offen drüber reden. wäre das denn für deinen sohn eine möglichkeit, sich mal in einer fachklinik vorzustellen? wenn ihr mal zusammen nach einer googeln würdet und über die möglichkeit nur mal zum vorstellen (wäre ja nicht gleich bindend) sprechen könntet. sorry, wenn ich grad nicht weiß was dein sohn grad schulisch/beruflich macht. aber im prinzip ist es ja so, dass gesundheit vor allem geht.
LG
Mirjam



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