Borderline? emotional instabil?

mum
Beiträge: 7
Registriert: Do 27. Jan 2005, 15:20

Borderline? emotional instabil?

Beitragvon mum » Do 27. Jan 2005, 22:40

Hallo,
meine Tochter, 20 Jahre, wurde Anfang Januar 2005 mit einer emotional instabilen Persoenlichkeitsstoerung diagnostiziert , nach einem Suizidversuch und selbstverletzendem Verhalten .
Da sie sich in den letzten 5 Monaten immer wieder die Arme aufgeritzt hat, und dann nach Einnahme von ca 6 Meth (?) Pillen versucht hat sich die Pulsadern aufzuschneiden, denke ich das das wohl Borderline ist.
Meine Tochter hat in den letzten 2 1/2 Jahren ein College in den USA besucht. Hatte realtiv gute Noten und war meiner Beurteilung nach gluecklich. Sie kommt ca 3 mal im Jahr nach Deutschland. Ostern, Sommer, Weihnachten und mal zwischendurch. Sie hat vor ca 9 Monaten einen Mann kennengelernt, der Dogen nimmt, sie verkauft und hat auch meine Tochter in die bunte Welt des Drogenkonsums eingewiesen. Sie war/ist Kokain, Crank und Meth abhaengig.
Sie wurde nach dem Suizidversuch in die Notaufnahme gebracht, von dort direkt in eine Psychiatrische Anstalt. Wir sind ruebergeflogen und haben Sie mit nach Hause genommen. Sie wurde entlassen, mit der Auflage eine Therapie zu machen und das sie ihe dortiges Umfeld verlaesst hat sich auch positiv auf die Entscheidung der dortigen Probate Richter ausgewirkt.
Seit sie wieder zu Hause ist fuehren wir endlose Diskussionen. Sie will wieder zurueck zu diesem Mann, hat die Schule abgebrochen, hat keinen Pfennig Geld ...wir haben versucht sie von einem Neuanfang in Deutschland zu begeistern. Wir hatten leider keinen Erfolg. Sie ist nun seit einer Woche in den USA. Lebt irgendwo in Texas im Getto mit diesem Mann.
Sie hat "mir zuliebe" ein paar Therapiestunden beim ansaessigen Therapeuten in Anspruch genommen, was in meinen Augen leider nichts gebracht hat. Der Therapeut sagte mir, das seine Haende gebunden waeren, und ich koennte nichts machen. Nur zusehen wie sie ins Unglueck rennt. Er sagte sie haette ein Unabhaengikeitsproblem, sie will los von uns. Er kennt unsere Familiensituation nicht, und wollte es auch gar nicht wissen.
Sie lebte die letzten zwei Jahre alleine in Amerika. Hatte ihr eigenes Zimmer im Campus, Job, genug Freunde und war happy. Sie konnte tun und lassen was sie wollte. Sie war unabhaengig und frei. Konnte sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten. Sie hat all diese Chancen nicht genutzt, sondern entscheidet sich fuer diesen Mann, der sie im Drogenrausch schlaegt und ihr Drogen gibt und selber Drogen nimmt.
Ich brauche ganz dringend Hilfe. Ich kann damit nicht mehr umgehen, bin am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Ich will nur das sie endlich ihr Leben in den Griff bekommt. Ich habe mich bei einer Selbsthilfegruppe fuer Borderliner angemeldet, weiss aber nicht ob das so richtig ist. [/size][/size]

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 07:47

Hallo,

meiner Meinung nach solltest du versuchen nicht mehr so stark auf deine Tochter einzuwirken. Denn, indem du versuchst sie zu ‚gewinnen‘ wird sie versuchen sich immer mehr zu entfernen. Du kommst ihr zu nahe, emotional und geistig. Das hält sie nicht aus. Das beste ist, so finde ich, wenn du auf Abstand gehst und sie mal ihr Ding machen lässt. Damit meine ich natürlich nicht, dass du ihr Geld gibst, dass sie nach Amerika fliegen kann.

By the way, ob das nun eine Borderline-Erkankung ist oder etwas anderes oder ‚nur‘ eine Neurose ist nicht ganz so interessant im Moment. Außerdem ist die Diagnose sowieso nicht so interessant, finde ich. Wichtig ist, dass die Person erkennt, dass etwas getan werden muss und aktiv darin eingreift. Die Person erkennt das aber nicht, indem man ihr sagt: du bist krank.

Grüße

Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

mum
Beiträge: 7
Registriert: Do 27. Jan 2005, 15:20

hmmmm....

Beitragvon mum » Fr 28. Jan 2005, 08:33

Hallo, danke fuer die Antwort. Hilft mir aber nicht weiter.
erstens, habe ich ihr kein Geld gegeben um nach Amerika zu fliegen. Er hat ihr ein Flugticket schicken lassen, das Geld hierfuer hat er wohl aus irgendwelchen Drogendeals.
Ich habe nie auf sie eingewirkt wie sie ihr Leben gestalten soll. Es war Ihre Entscheidung nach Amerika zu gehen. Wir haben sie unterstuetzt so gut wir konnten. Finanziell und emotional.
Wir haben ein sehr gutes Verhaeltnis zueinander. Das ist wirklich so. Ich weiss das das jetzt alles irgendwie seltsam klingt, steck mich nicht in die Schublade der "reichen" Mama, mit allem was dazu gehoert. Das ist nicht so.
Mir ist klar das sie ihr eigenes Ding machen muss, das hat sie ja auch die letzten 2 1/2 Jahre getan. Eigentlich schon davor. Sie hat einen starken Willen. War relativ unanhaengig.
Was ich nicht verstehen kann ist, dass sie sich zu so einem Subjekt hingezogen fuehlt. Wir haben ihn kennengelernt. Er ist total auf Droge. Ein Schlaeger. Sie gibt ihr ganzes Leben auf fuer so was. Sie hat einen tollen Schulabschluss, ist sehr kreativ. Hatte KunstAusstellungen mit Auszeichnungen, alles in kleinen Rahmen aber sie war stolz drauf. Ihr Ziel war es die Schule zu beenden und dann ein Jahr als Praktikantin im asiatischen Ausland zu arbeiten. Versteh bitte, das wir sie immer unterstuetzt haben in ihren Entscheidungen. Diesmal kann ich nicht mein ok geben. Das hat sie aus mir rauszwingen wollen, die letzten 6 Wochen.
Jetzt is' sie weg. Ich kann nachts nicht schlafen, mache mir Gedanken wo sie ist, mit wem und was sie tut. All meine Gedanken drehen sich darum wie ich ihr helfen kann. Ich habe Angst das sie sich wieder was antut. Du weisst nicht wie schlimm das war fuer sie und fuer uns. Dieses State Mental Hospital. Sie war da 10 Tage und hatte angst da raus zu gehen, weil sie sich dort geborgen gefuehlt hat. Habe ich damals nicht verstehen koennen, jetzt weiss ich was sie meinte. Dieser Typ macht sie fertig. Er ist ein gesuchter Drogendealer, weiss ich vom PD in USA. Is' wirklich so!! Ist alles kaum zu glauben, wie in einem billigen Film.
Es ist soviel passiert, das sie einfach so hinnimmt. Sich nicht wehrt. Damit kann ich nicht umgehen. Ich habe Angst um sie. Ich will sie nicht kontrollieren oder ihr Leben bestimmen. Sie kann von mir aus nach Indonesien und die Straende saeubern. Solange sie tut was sie will und sich nicht fremdbestimmen laesst. Und das tut sie gerade.

Ich hab' gestern mit ihr telefoniert. Sie war high, erzaehlte mir irgendwas vom Wetter.......soll ich wirklich einfach sagen.:...na dann lass ich sie mal ihr eigenes Ding machen?!

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 09:48

Hallo,

das Problem ist schwierig. Ich hatte das falsch interpretiert. Ich wusste nicht, dass sie schon in den USA ist.

Wenn du nicht mehr schlafen kannst, was verständlich ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Emotionalen Abstand gewinnen und abwarten und zweitens emotionalen Abstand gewinnen und dann in die USA zu ihr fliegen, wenn du weißt wo sie ist, und sie zusammenscheißen und wieder nach Deutschland mitnehmen.

Wenn sie Koks nimmt gibt es noch eine dritte Möglichkeit. Emotionalen Abstand gewinnen, den Typen anzeigen bei der amerikanischen Polizei. Dazu sollte man ein Photo oder Namen oder beides haben.

Das klingt vielleicht alles ein bisschen hart, aber was anderes fällt mir im Moment nicht ein.


Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 09:52

Hallo

habe ich gerade überlesen. Wenn der Typ ein gesuchter Dealer ist, dann kannst du versuchen herauszubekommen, wo deine Tochter sich befindet und dann der Polizei den Aufenthaltsort mitteilen.

Wie kommt sie den in die Staaten wieder hinein, wenn sie in einem Mental Hospital wegen irgendwas war ? Das geht doch gar nicht so einfach.

Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

mum
Beiträge: 7
Registriert: Do 27. Jan 2005, 15:20

USA.... State to State

Beitragvon mum » Fr 28. Jan 2005, 10:06

Hallo, die Bundesstaatlichen Gesetze sind in den USA total verschieden. Was in einem Bundesstaat verfolgt wird, sind den anderen egal. Da habe ich keine Handhabe. Ich hab's versucht. Was ich damit sagen will: sie wurde in SC zwangseingewiesen und ist nun in TX.
Ich habe Angst den Typ anzuzeigen, weil ich dann gleichzeitig ihr auch Probleme bereite. Ich hoffe noch immer das sie zu sich kommt, und ihre Ausbildung in den USA beendet, sie will ja dort auch irgendwann mal arbeiten. Sie studiert Art Therapie. Also, wenn sie irgendwo als "mental" oder "drug related" registriert ist , ist ihre Zukunft im Eimer. Sie bekommt niemals einen Job, die Ami's sind da knallhart.
Einfach rueberfliegen, sie zusammenscheissen bringt nichts.... glaub' mir. Sie ist 20, ich hab' absolut keine Chance die gegen ihren Willen nach Deutschland mitzunehmen. Ausweisung auch keine Moeglichkeit, da sie beide Staatsbuergerschaften hat.
Ich bin immer noch der Meinung, das sie irgendwie gestoert ist (Borderline). Ich hab' mich im I-net mal durch diese Krankheitsbild gelesen, und vieles trifft auf sie zu. Ist vielleicht krass aber ich komme zu keinem anderne Ergebnis. Ist mir alles zu unlogisch, dieses paradoxe Verhalten das sie an den Tag legt.
Bevor sie ging sagte sie mir: "Ich bin sicher das das der groesste Fehler meines Lebens ist, aber ich muss das tun"... kapierst du das? Ich nicht.

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 10:29

Hi,

ich glaube, dass das einzige was du wirklich machen kannst ist: den Typ anzuzeigen, aber das ist deine Sache.

Möglicherweise wird deine Tochter dann nicht mehr in den Staaten arbeiten können. Tja. Die Frage ist nur ob der Dämpfer, den sie dadurch bekommt nicht ganz gut ist. Unter Umständen wird sie auch sauer auf dich sein, gut wenn aber ihr Leben dadurch gerettet wird ? Koks ist nicht gerade ungefährlich, so denke ich.

ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, du hast Angst, dass deine Tochter vielleicht nie wieder ein Wort mit dir redet. Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Die psychische Problematik kann von Drogen induziert worden sein, was aber nicht heißt, dass das die Ursache ist. Wie man das kind nun nennt ist wurscht, in meinen Augen. Sie leidet jedenfalls unter einem gewissen manischen Größenwahn, so würde ich ihr Zitat deuten. Das kann aber in eine Depression abschweifen, und was kommt dann ?

Mein Rat: Zeige den Typen an und deine Tochter (sie ist ja nicht blöd) wird irgendwann verstehen was du getan hast. Die Begründung ihr gegenüber sollte dann auch so aussehen: Der Typ ist ein Verbrecher und keinesfalls: das habe ich für dich getan.

Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

faust
Beiträge: 14
Registriert: Di 25. Jan 2005, 18:14
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitragvon faust » Fr 28. Jan 2005, 10:31

Hallo mum,

Wovon du berichtest ging mir sehr nahe. Ich habe selbst eine Schwester die vor 7 Jahren in die Drogenszene abgerutscht ist. Sie war Kokain- und Heroin-abhängig, ist eine Zeitlang auf den Strich gegangen und ist dann später über ihren Freund zum Dealen gekommen. Ich habe davon ert sehr spät erfahren und obwohl ich die erste Zeit noch mit ihr zusammen gelebt habe, habe ich anfangs ncihts davon gemerkt. Es gab dann später einige Therapieversuche, die aber alle von ihr abgebrochen wurden und einen einjährigen Gefängnisaufenthalt. Ich habe mir immer vorgeworfen nicht auf sie aufgepasst zu haben und tue es manchmal heute noch.
Das sie dan dealte habe ich damals jedoch mit anderen Augen gesehen. Ich glaube das war soetwas wie Glück im Unglück. Auf diese Art brauchte sie nicht anschaffen gehen und hatte trotzdem genug Geld um davon (nicht nur was die Drogen betrifft) leben zu können. Mit der Zeit habe ich versucht das alles als eine "Erkrankung" zu sehen. Ob deine Tochter Borderlinerin ist oder nicht, dass spielt erstmal keine so große Rolle. Ich vermute mal das sie abhängig ist und auch wenn ich die genaueren Umstände niht kenne, halte ich das für das Problem.
Meine Schwester ließ sich zu keiner Therapie "zwingen". Einige Versuche hat sie selbst unternommen und bald wieder abgebrochen. Ich kann mich erinnern dass sie nach etwa 5 Jahren der Abhängigkeit einmal sagte sie wolle dieses Leben nicht mehr und ich hatte das Gefühl sie meinte das in dem Moment auch so. Sich von der Droge zu lösen war ihr aber nicht möglich.
Nun ist mir bekannt dass die Drogen von denen du Sprichst sich von dem Suchtpotential von Heroin durhaus unterscheiden. Trotzdem glaube ich das viele der Probleme hierin liegen. Und du hast völlig recht wenn du deine Tochter gerne in deiner Nähe wüsstest und nicht bei einem Dealer. Das Umfeld oft dafür verantwortlich das Abhängige, auch in Phasen in denen sie nicht mer in der Drogenszene leben wollen, am ende doch "bleiben".
Kayo hat recht, du solltest versuchen dich emotional etwas zu lösen. Das klingt erstmal hart und als unittelbarer Angehöriger ist das verdammt schwer. Aber e hilft euch beiden. Entscheident ist nämlich das sie nicht das Gefühl hat du wärest der Grund aus dem sie vielleicht einmal ihren Freund verlässt oder verlassen muss, sondern das sie das ganz alleine so will. Im moment scheint sie das nicht zu wollen. Es ist wichtig das sie, sollte sie sich einmal von all dem trennen wollen, weiß das sie das nur ihretwegen tut und trotzdem auf deine Unterstützung bauen kann. Meine Schwester hat mich und meine Eltern oft unmöglich behandelt und eswar nicht leicht sie nicht zu ihrem Glück "zwingen" zu wollen, sie zu lassen und trotzdem für sie da zu sein.
Kayos Vorschlag den Freund anzuzeigen hat was für sich. Wird allerdings sehr warscheinlich dazu führen dass ihr den hass eurer Tochter auf euch zieht. Sie wird das nicht verstehen oder verstehen wollen und sich euch vermutlich nicht merh anvertrauen. Einen neuen "Freund" aus der Szene hat sie schnell gefunden und oft sind solche "Liebesbeziehungen" eher Zweckbeziehungen". Aber du Kennst deine Tocher am besten und weißt wie sie reagieren würde, ich sage hier nur wie ich das sehe. Sollte sie aus der Sache raus wollen und wieder zu euch kommen, dann ist eine Anzeige gegen ihren Freund etwas anderes. Allerdings muss sie damit rechnen evtl selbst mit-verurteilt zu werden. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, dann steckt sie selbst ja auch zu sehr in der ganzen Sache drinn. Das kann auch für sie hilfreich sein. Ob das so ist hängt aber von dem Leben im Geängnis und ihrer Person ab. Meine Schwester hat das eine Jahr im Gefängnis trotzdem Heroin konsumiert und gedealt. Und an ihrer Abhängigkei, ihrem Umgang un dihrer Einstellung hat der Aufenthalt nichts geändert.
In eurem Fall ist die räumliche Entfernung natürlich ein Problem. Man versucht immer sovieles um zu helfen und oft hilft man damit nicht. Wichtig ist glaube ich das du für sie da bist wenn sie die Hilfe braucht und damit meine ichnicht wenn es um die Drogen etc. geht. Meine Schwerster ist irgendwann mit ihrem Freund, der selbst abhängig war und dealte,. nach Afrika geflogen. Sie hat sich dort neu verliebt und lebt jetzt seit über einem Jahr dort. Sie sagt sie sei clean und ich habe sie die letzte Zeit vor ihrer abreise erlebt und glaube ihr das auch. Zwar hat sie zu der Zeit viel Valium genommen und ich schließe nicht aus das sie noch immer irgendetwas konsumiert, Aber ich telefoniere gelegentlich mit ihr und schreibe emails und es scheint ihr viel besser zu gehen. Diese Entwicklung war nicht vorherzusehen und schon garnicht zu erzwingen.
Ich weiß nicht ob ich dir hilfreiches sagen konnte, hoffe aber für euch dass das alles am Ende einen guten lauf nimmt...

liebst, Faust
Zuletzt geändert von faust am Fr 28. Jan 2005, 10:43, insgesamt 3-mal geändert.

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 10:32

Hallo,

ich wollte noch sagen: versuche das Ganze rational zu sehen. Das ist sehr wichtig. Es geht um das (zukünftige) Leben deiner Tochter und es ist nicht wichtig zum jetzigen Zeitpunkt, wo es stattfindet in den USA, Europa oder Australien etc.

Ich wollte auch immer den Staaten leben, zur Zeit gefällt es mir in Europa besser.

Grüße Kay[/u]
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

mum
Beiträge: 7
Registriert: Do 27. Jan 2005, 15:20

stille Liebe.....

Beitragvon mum » Fr 28. Jan 2005, 11:52

Nun, ich hab' den Typ im gewissen Sinn schon angezeigt. So ganz unoffiziell. Ich hatte kontakt mit einem Narcotics Officer, der mir sagte das sie diesen Typen schon ne Weile beobachten, aber leider nichts gegen ihn unternehmen koennen bis er nicht irgendwann staffaellig wird. Die hatten ihn schon zweimal fast erwischt. Er hat sich aber jedesmal irdenwie wieder rausgekaempft (einer seiner besten Kunden im Drogenmilieu ist ein, jetzt kommt der Hammer: District Attorney(glaube das ist ein Staaatsanwalt). Ich glaube die spekulieren irgendwie auf den grossen Angriff, er ist ja nur ein "kleiner" Dealer. Meine Tochter weiss das auch alles.
Sein Umzug nach TX ist eine von ihm wohlueberlegte Sache gewesen. SC war ihm zu heiss, sozusagen.
Der Typ ist mir eigentlich relativ egal, mittlerweile. Ich will nur meine Tochter da raus holen, egal wie. Ich probier es zur Zeit auf die "is' mir alles Recht was du machst hauptsache du bist gluecklich" Masche. Ich ueberlege mir genau was ich zu ihr sage bevor ich mit ihr rede. Versuche mir Saetze zurechtzulegen, wo ich denke da spricht sie vielleicht drauf an und aendert ihre Meinung. Ich hab' ihr gestern gesagt das er sie manipuliert, und sie das gar nicht merkt. Da war sie total sauer, sagte nur schnippisch: Well, we will see what happens". (Eigentlich manipuliere ich sie ja auch...das muss ich mir nochmal genau ueberlegen)
Und meine Angst das sie nie mehr mit mir redet ist gross. Sie hat mir schon ein paarmal bei unseren Streitereien ums Amerika fliegen oder nicht, angedroht fuer immer abzuhauen und sich nie mehr bei mir zu melden. Sie sagt das sie dafuer sorgt das ich nie mehr was von ihr hoeren werde. War ich auch jedesmal sprachlos und total verletzt. Ich versuche auch jetzt noch sie nicht zu veraergern, fuehle mich auf irgendeineweise auch von ihr dahingehend manipuliert.

....und Faust:
tut mir leid was deiner Schwester alles wiederfahren ist. Ich kann deinen emotionalen Schmerz und Deine Hilflosigkeit nachvollziehen. Ich bin froh das sie den Ausstieg aus diesem Leben geschafft hat, und jetzt so normal wie ihr moeglich leben kann. Ist vielleicht in unseren Augen immer noch irgendwie selbstdestruktiv, aber fuer sie ein grosser positiver Schritt. Aber wenn ich bedenke das ihr das fast ein ganzes Jahrzehnt durchgemacht hat, faellt mir das Herz in den Magen vor Angst was noch auf mich zukommt oder zukommen kann.

faust
Beiträge: 14
Registriert: Di 25. Jan 2005, 18:14
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitragvon faust » Fr 28. Jan 2005, 12:14

Ja, es gibt in meinen Augen nichts was man tun kann um die Situation von heute auf morgen zu ändern. Man versucht die Menschen die man liebt immer vor Unheil zu schützen. Zeigt dieser Schutz aber ein "Verbot" auf, dann wird er leicht als ein Versuch empfunden einen zu etwas zu zwingen. Das geht dann oft nach hinten los. Ich kann dir nur eines raten: Vergiss dich dabei nicht. Ich habe sehr viel Zeit mit dem Thema verbracht, wurde depressiv und ich hatte das Gefühl mein eigenes Schicksal hinge von dem Wohlbefinden meiner Schwester ab. Heute muss ich Mediakmente nehmen und damit leben dass ich an einer schizophrenen Erkrankung leide. In meinem fall hat der perönliche Stress duch meine Schwester, den ich über Jahre verdrängt habe zu meinem heutigen Zustand sicherlich nicht unwesentlich beigetragen. Man kann den Menschen die man liebt am besten helfen wenn es einem selbst einigermaßen gut geht. Ich wünschte ich könnte dir ein "Rezept" nennen. Aber vergiss dich dabei nicht. Denn wenn es dir erstmal immer schlechter geht, dann siehst du dich vielleicht an dem Tag an dem deine Tochter zurückkommt, außerstande ihr zu helfen....
Ich glaube eine art Therapie oder Selbsthilfegruppe ist da auch für Angehörige ein sinnvoller Weg. Zum einen lernt man wie andere damit umgehen und findet so vielleicht für sich einen weg und zum anderen, und das geht damit einher, lernt man etwas über die Sichtweise, Probleme und Situation der/des Betroffenen.
Ich habe solche Hilfe nie in Anspruch genommen. Heute weiß ich, dass ich das gebraucht hätte...

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 13:02

Hi,

tja, vielleicht hast du ja Beweise für seine Straftaten. Wenn du die hast, dann wäre das natürlich gut. Wenn nicht könntest du sie vielleicht sammeln. Vielleicht erwähnt deine Tochter irgendwas.

Ansonsten kannst du vielleicht informieren wie das Gesetz in Texas ist; ob deine Tochter für den Drogengenuss ins Gefängnis kommt, oder nur ausgewiesen wird.

Was anderes fällt mir auch nicht ein im Moment.

Deine Tochter fühlt sich abhängig von dir. Vielleicht solltest du für dich persönlich zu einem Psychologen gehen und darüber mit ihm reden. Über deine eigene Situation wohlgemerkt.

Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

mum
Beiträge: 7
Registriert: Do 27. Jan 2005, 15:20

Abhaengigkeit

Beitragvon mum » Fr 28. Jan 2005, 15:00

tja Kay, ich will dich ja nicht ueberfordern, aber:

....was soll ich denn den Psychologen fragen?

Warum ist meine Tochter von mir abhaengig?
Wie habe ich sie dazu gebracht von mir so abhaengig zu sein, das sie solche drastischen Massnahmen ergreift um ihre Unabhaengikeit zu erlangen?
Warum stuerzt sie sich von einer Abhaengikeit in die andere?
Erklaeren Sie mir den Unterschied zwischen Abhaenigkeit und Elternliebe?
Inwieweit kann ich mich emotional von meiner Tochter distanzieren, ohne das das unsere Beziehung belastet?
Sollte ich mir eine "fuck-it" Einstellung aneignen, und dem Leben seinen Lauf lassen.
vielleicht mal ganz egoistisch in Urlaub fahren, und vergessen das meine Tochter sich gerade selbst zerstoert? Waere bestimmt ein toller Urlaub!

Verzeihe meinen Sarkasmus, aber irgendwie bin ich (noch) nicht soweit das alles einfach so zu akzeptieren.

Falls sie wirklich Unabhaengikeit erlangen will, dann auf die falsche Art und Weise.
Und jetzt kommt die "most important" frage: Warum macht sie das auf diese Art und Weise?

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 15:27

Hi,

warum sie das so macht ? Das ist eigentlich im Moment nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du ihr hilfst aus den USA herauszukommen.

Wenn das Gesetz von Texas vorsieht, dass Ausländer wegen Drogenkonsum ausgewiesen werden und nicht ins Gefängnis kommen, oder wenn sie in ein Hospital kommen würde, wäre ihr damit geholfen.

Ich kenne eure Beziehung nicht, aber Eltern, die versuchen alles für ihre Kinder zu tun: das ist nicht so sinnvoll wie es erscheint. Kinder fühlen sich damit irgendwann überfordert und fordern ihre Privatsphäre ein. Das geschieht auf die verrücktesten Methoden und je nach Mensch verschieden hart und zu verschiedenen Zeiten.

Meiner Meinung nach ist es für jedes Individuum gut über seine persönlichen Probleme zu reden. Und wenn dein Problem ist, dass du deine Tochter verlieren willst, dann ist das Problem über das du mit dem Psychologen reden kannst.

Die Frage ist nur, ob das deiner Tochter in dieser Situation im Moment hilft. Kokain ist eine heftige Droge habe ich mir sagen lassen. Und deine Tochter ist im Moment zumindest manisch, wenn nicht größenwahnsinnig. Vielleicht solltest du das dem Psychologen erzählen.

Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)

kayo
Beiträge: 212
Registriert: Di 27. Jul 2004, 22:08
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon kayo » Fr 28. Jan 2005, 16:09

Hi,

tschuldigung. Ich meinte, wenn dein Problem ist, dass du deine Tochter nicht verlieren willst, dann ist es das Problem, dass du mit dem Psychologen diskutieren solltest.

Allerdings, wie gesagt: Kokain ist eine krasse Droge. Vielleicht fragst du einen Psychologen, wie du deine Tochter aus den Staaten herausbekommst. Dabei gehst du eventuell das Risiko ein, dass sie nicht mehr mit dir spricht, für den Moment. Aber jeden Tag Kokain: was ist schlimmer ?

Grüße Kay
Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der Wahrhaftigkeit

(Friedrich Nietzsche)


Zurück zu „Persönlichkeitsstörung - Psychiatrische Diagnose oder Werturteil?“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast