psychische krankheiten- schick?

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

psychische krankheiten- schick?

Beitragvon paine 22 » Mi 6. Aug 2008, 08:57

ich habe leider in meinem bekanntenkreis festgestellt, daß man psychische krankheiten als schick betrachtet. man ist also zwangsweise was außergewöhnliches, auch wenn man es nicht sein möchte. anderer lehnen einen jedoch völlig ab. ich mache über die ptbs meistens witze, um mit der situation überhaupt klar zu kommen. ich habe in anderen foren gesehen, daß die unter anderem über einen thread mißhandlungen verfügen. finden die das auch etwa schick? wenn ich über meine mißhandlungen rede; hätte ich extreme suizidgedanken und laut arzt zieht bei mir aufgrund der bewältigung meine erkrankung eine depression heran. schick, ne?

Benutzeravatar
Remedias
Beiträge: 4112
Registriert: Fr 22. Dez 2006, 17:46
Kontaktdaten:

Beitragvon Remedias » Mi 6. Aug 2008, 11:08

Ich habe eher beobachtet, dass psych. Erkrankungen und Psychiatrieaufenthalte zu den letzten Tabus gehören, also das Gegenteil von schick....
liebe Grüße Remedias

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

Beitragvon paine 22 » Mi 6. Aug 2008, 13:14

wie geht es dir? ich denke, daß dies vom alter abhängt. bin mitte zwanzig..

Benutzeravatar
Remedias
Beiträge: 4112
Registriert: Fr 22. Dez 2006, 17:46
Kontaktdaten:

Beitragvon Remedias » Mi 6. Aug 2008, 13:38

Hallo Paine, mir geht es gut, danke der Nachfrage :) Du kannst recht haben, dass das eine Generationenfrage ist und die Jüngeren bis Mitte 20 das anders sehen. An diesen Gesichtspunkt hatte ich noch gar nicht gedacht, bin auch schon und in meiner Altersklasse ist es nur oberpeinlich und man spricht nicht darüber.
lieber Gruß Remedias

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

Beitragvon paine 22 » Mi 6. Aug 2008, 14:25

ach quatsch! außerdem können mich andere leute eh im moment. ich mag deren vorurteile net***

Benutzeravatar
Sucamedica
Beiträge: 172
Registriert: So 6. Mai 2007, 13:02

Beitragvon Sucamedica » Mi 6. Aug 2008, 23:43

Bei den Teenies gilt es derzeit als chique, einen auf depressiv zu machen, viele ritzen sich weil es cool ist und machen einen auf suizidal.

Ich fühle mich dadurch diskriminiert weil ich ernsthaft erkrankt bin und nicht nachvollziehen kann, dass das jemand toll und nachahmenswert findet.
viele Grüße,
Sucamedica

[color=white]______________________
Lascia ch'io pianga mia cruda sorte, e che sospiri la libertà! Il duolo infranga queste ritorte de' miei martiri sol per pietà.[/color]

Benutzeravatar
Sucamedica
Beiträge: 172
Registriert: So 6. Mai 2007, 13:02

Beitragvon Sucamedica » Mi 6. Aug 2008, 23:43

Bei den Teenies gilt es derzeit als chique, einen auf depressiv zu machen, viele ritzen sich weil es cool ist und machen einen auf suizidal.

Ich fühle mich dadurch diskriminiert weil ich ernsthaft erkrankt bin und nicht nachvollziehen kann, dass das jemand toll und nachahmenswert findet
viele Grüße,
Sucamedica

[color=white]______________________
Lascia ch'io pianga mia cruda sorte, e che sospiri la libertà! Il duolo infranga queste ritorte de' miei martiri sol per pietà.[/color]

Benutzeravatar
Molly
Beiträge: 291
Registriert: So 16. Mär 2008, 18:01
Wohnort: Karlsruhe

Beitragvon Molly » Mi 6. Aug 2008, 23:53

Die Teenies nennen das EMO. Das bedeutet irgendwas mit "emotional gemobbter Mensch" oder so. Die haben sogar ihre eigene Mode und sind so eine Mischung zwischen Punk und Gruftie. Meine Kinder haben es auch dauernd von EMOs und MOFs (Mensch ohne Freunde). Wahrscheinlich ist das ein großes Thema im Schüler-VZ, wo sie ständig rumhängen.

LG,

Molly

Benutzeravatar
Sucamedica
Beiträge: 172
Registriert: So 6. Mai 2007, 13:02

Beitragvon Sucamedica » Mi 6. Aug 2008, 23:57

Die wissen ja gar nicht, wovon sie reden. Ich finde das unmöglich. Und Leute wie mich nimmt man dann nicht mehr ernst. :cry:
viele Grüße,
Sucamedica

[color=white]______________________
Lascia ch'io pianga mia cruda sorte, e che sospiri la libertà! Il duolo infranga queste ritorte de' miei martiri sol per pietà.[/color]

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

Beitragvon paine 22 » Do 7. Aug 2008, 00:25

geht mir genauso. bei trauma und antisozialer persönlichkeitsstörung denken die meisten an hannibal lector und müssen sich ein grinsen verkneifen. bei jahrelangen mobbing stellen sich viele leute und nicht nur die jugendlichen vor, daß man irgendwann amok läuft . im fernsehen zeigen sie irgendwelche billigen krimi-serien, wo ein solcher mensch in rasender geschwindigkeit resozialisiert wird. das kotzt mich einfach total an!

Benutzeravatar
moni
Beiträge: 3629
Registriert: Di 30. Nov 2004, 00:35

Beitragvon moni » Do 7. Aug 2008, 07:52

Hallo zusammen
Ich fühle mich dadurch diskriminiert weil ich ernsthaft erkrankt bin und nicht nachvollziehen kann, dass das jemand toll und nachahmenswert findet. (...) Die wissen ja gar nicht, wovon sie reden. Ich finde das unmöglich. Und Leute wie mich nimmt man dann nicht mehr ernst.
Ja, ich kann es auch nicht nachvollziehen und finde es ebenfalls unmöglich. Aber ich glaube nicht, dass solche Teenieströmungen die Gesellschaft derart nachhaltig beeinflussen, dass man deswegen als Erwachsener mit einer psychischen Krankheit nicht ernst genommen wird. Bei Teenies kann ich mir jedoch vorstellen, dass echt psychisch Erkrankte es dadurch schwerer haben könnten, auch als solche (an)erkannt zu werden.
bei trauma und antisozialer persönlichkeitsstörung denken die meisten an hannibal lector und müssen sich ein grinsen verkneifen. bei jahrelangen mobbing stellen sich viele leute und nicht nur die jugendlichen vor, daß man irgendwann amok läuft .
Wie kommst du denn da drauf? Was bringen solche unbegründeten Verallgemeinerungen überhaupt - ausser dass man sich damit selber runterzieht?
im fernsehen zeigen sie irgendwelche billigen krimi-serien, wo ein solcher mensch in rasender geschwindigkeit resozialisiert wird.
Den Fernseher kann man auch einfach ausschalten und sich solches gar nicht erst antun.

Welche Menschen für einen persönlich/privat wichtig sind und welche eben nicht, also das persönliche Umfeld, in dem man sich gerne bewegen möchte, kann man ja immer noch und jederzeit selber beeinflussen und bestimmen - jedenfalls zu einem grossen Teil. Also warum sich durch solchen Quatsch nur noch selber stigmatisieren?

Gruss

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

Beitragvon paine 22 » Do 7. Aug 2008, 08:59

naja,aber vor der realität kann man sich auch nicht immer verkriechen, denn das habe ich lange genug getan. in mir sitzt eine solche extreme wut, da ich bereits schon in der schule wegen meiner erkrankung ausgegrenzt wurde. meine täter haben mir eine F 44.7. angedichtet
(die kinder- und jugendpsychatrie gab bei einem suizidversuch den ausschlag als ich damals 16 jahre war) und der klinikbericht von damals sagte aus, daß ich mich bewußt in den vordergrund drängen wollte und das ich deswegen von meinen mitschülern drangsaliert wurde. das ist eine schande und mein psychiater hat das auch revidiert. ich hasse diese menschen abgrundtief, die mir das angetan haben. ich hasse diese frau, die sich angeblich meine mutter nennt. sie ist ein teufel!!!!!!!!!!!!!!!

paine 22
Beiträge: 257
Registriert: Do 5. Apr 2007, 15:07
Wohnort: Kassel

Beitragvon paine 22 » Do 7. Aug 2008, 10:47

das ist echt schwierig zu erklären ( trigger). hänge gerade mit einer extremen magenverstimmung an meinen sachen. alles klar bei dir?

Benutzeravatar
Remedias
Beiträge: 4112
Registriert: Fr 22. Dez 2006, 17:46
Kontaktdaten:

Beitragvon Remedias » Do 7. Aug 2008, 11:12

F 44.7 ist laut ICD dissoziative gemischte Störung (was immer man sich darunter vorstellen soll)
Emo ist eigentlich eine Musikrichtung; Emo kommt von emotional; es scheint Mode zu sein, dass sie sich r...... ; in der Klasse von meiner Tochter ist das auch schon vorgekommen.
Ich war früher magersüchtig, und es ist wahr, dass ich von manchen beneidet worden bin und dadurch noch mehr in die Essstörung getrieben wurde; es ist ja auch toll, alles unter Kontrolle zu haben....
liebe Grüße Remedias

Benutzeravatar
moni
Beiträge: 3629
Registriert: Di 30. Nov 2004, 00:35

Beitragvon moni » Do 7. Aug 2008, 11:33

Hallo paine 22
naja,aber vor der realität kann man sich auch nicht immer verkriechen
Nein, aber was ich gesagt hatte, hat damit ja auch nichts zu tun. Vor der persönlichen Realität, der eigenen Geschichte kann man sich nicht verkriechen, muss sich ihr stellen, wie auch immer. Du hattest hier jedoch ein gesellschaftliches Phänomen aufgegriffen; das ist was anderes. Ob du dich da reingeben willst oder nicht, und wenn ja, wie und in welchem Mass, ist dir überlassen - bei der eigenen Geschichte hast du diese Wahl nicht.

Gruss

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse


Zurück zu „Persönlichkeitsstörung - Psychiatrische Diagnose oder Werturteil?“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast