Frage an Herrn Engels

Heidi
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Beitragvon Heidi » So 24. Okt 2004, 09:55

Hallo an Alle,
ich habe Eure Diskussion verfolgt und bedanke mich dafür.

@Kratz
Das Problem ist nicht, dass ich mir diese Ausbildung/Beruf nicht zutraue. Auch hätte ich schon den Ausbildungsplatz - eine Schule, die eine 3-jährige Ausbildung zur Ergotherapeutin durchführt. Meine Eltern würden mir das finanzieren.
Der Haken an der Sache aber ist, dass als Voraussetzung ein ärztliches Gutachten über die Eignung zum Beruf, über die geistigen und körperlichen Fähigkeiten, gefordert wird.
Ist man denn dafür geeignet, wenn man einmal eine Psychose hatte? Damit meine ich mal krass ausgedrückt, darf man mich auf andere Menschen "loslassen".
Aus diesem Grunde wollte ich auch die Sicht eines Fachmanns, Herrn Engels, erfragen

Ich muss gestehen, dass ich durch die Erkrankung sehr an Selbstwertgefühl verloren habe.
Viele Grüße
Heidi

SuMu
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Beitragvon SuMu » So 24. Okt 2004, 10:07

Ich kenne auch einige die im Pflegeberuf arbeiten trotz Ihrer Erkrankung.
Ich finde Du solltest Dich ruhig mal informieren welche Möglichkeiten es gibt, es gibt ja auch einige Ausbildungsplätze im `geschützten´ Bereich.
das wäre ja sehr interessant, wenn das zutreffen würde!
diese menschen haben aber diese ausbildung nach ihrer erkrankung begonnen?

wo gäbe es denn dies ausbildungsplätze im geschützen bereich? wer finanziert das?
viele Grüße
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Heidi
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Beitragvon Heidi » So 24. Okt 2004, 10:16

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ich in meiner Psychose für niemanden eine Gefahr war. Ich habe mich nur von allen Seiten beobachtet gefühlt und dachte,dass alle über mich reden, ihr Werturteil über mich abgeben. Alle Gespräche und Gesten habe ich auf mich bezogen und dann habe ich Stimmen gehört, die sich über mich unterhalten haben, mein Leben beurteilt. Es gab Stimmen, die mein Tun und Lassen aus der Sicht Aussenstehender beurteilten und eine Stimme, die mich immer verteidigte.

Ich hoffe sehr, dass ich zu denen gehöre, die nur eine Psychose in ihrem Leben haben - aber das hofft bestimmt jeder.
Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Im Moment jedenfalls gehts mir besch***.
In der Klinik hat man mir gesagt, ich sei hochintelligent. Nur kann ich damit nichts anfangen, wenn ich keine Ausbildung bekomme. Ich möchte auch nicht den ganzen Tag nur mit Zahlen arbeiten, Menschen sind mir lieber. Irgendwie bin ich ziemlich ratlos, was noch aus mir werden soll, bin schon 23 und habe noch nichts erreicht, liege meinen Eltern voll auf der Tasche.
Viele Grüße
Heidi

SuMu
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Beitragvon SuMu » So 24. Okt 2004, 10:29

hallo heidi

was spricht den gegen einem studium zb zum sozialpädagogen?
dafür brauchst du kein gutachten.
viele Grüße
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Heidi
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Beitragvon Heidi » So 24. Okt 2004, 10:51

Hallo SuMu,
ich habe bereits 6 Semster Germanistik, mit NF Soziologie und Philosophie, studiert ohne nach dem 4. Semester meine Prüfungen abzulegen. Die letzten 3 Semester habe ich regelrecht "vergammelt", große persönliche Probleme, Beziehungsstress (Beziehung ohne Zukunftsaussichten), mit Marihuana schlechte Gefühle, Gewissensbisse (auch gegenüber meinen Eltern, weil Bafög weggefallen war) "weggeraucht", immer weiter hineingerutscht in ein Gefühlschaos und habe das Studium total vermasselt. Es war auch die falsche Studienrichtung. Eigentlich wollte ich Psychologie studieren, habe aber keinen Studienplatz dafür bekommen und habe die andere Richtung eingeschlagen, nur, um erstmal überhaupt zu studieren, weg von zu Hause zu kommen. Blöde Fehler habe ich gemacht. Ich weiß im Augenblick nicht, ob ich überhaupt für ein Studium noch geeignet bin. Ich brauche einen geregelten, vorgegebenen Plan, den ich während des Studiums nicht hatte. Ich bin lahmarschig, träge und brauche Druck von außen, ein vorgegebenes Lernpensum, denn lernen tu ich gern.

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Beitragvon SuMu » So 24. Okt 2004, 10:56

hallo heidi

warst du schon beim arbeitsamt?
es gab mal für studienabbrecher geförderte umschulungen...

vielleicht kann dir auch der sozialpsychiatrische dienst deiner stadt etwas helfen.
viele Grüße
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Beitragvon Lydia » So 24. Okt 2004, 10:56

Hallo Heidi,
Der Haken an der Sache aber ist, dass als Voraussetzung ein ärztliches Gutachten über die Eignung zum Beruf, über die geistigen und körperlichen Fähigkeiten, gefordert wird.

Wenn das die Voraussetzung ist, wird Dir wohl nichts anderes übrig bleibe, als dieses Gutachten anfertigen zu lassen. Ich kann Kratz nur Recht geben. Schließ nicht von vorneherein aus, dass Du für den Beruf ungeeignet bist. Wenn es Dein Berufswunsch ist, dann tue alles dafür um diesen auszuüben, auch wenn es nicht immer leicht ist.
Es gibt sicherlich geistige Schwächen, bei denen es ausgeschlossen ist, den Beruf auszuüben, wenn man darunter leidet. Aber ob Deine Erkrankung dazugehört, weisst Du doch noch nicht. Falls es doch so sein sollte, dass Du den Beruf nicht ausüben darfst, weisst Du es dann wenigstens definitiv und kannst Dich nach etwas anderem umsehen.
was spricht denn gegen einem studium zb zum sozialpädagogen?
dafür brauchst du kein gutachten.
Vermutlich, dass es Heidis Wunsch ist, Ergotherapeutin zu werden und nicht Sozialpädagogin. Allerdings wäre SuMus Hinweis vielleicht eine gute Lösung für Dich, wenn es mit dem Gutachten nicht klappen sollte.
Wünsche Dir alles Gute
Lydia

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Beitragvon Heidi » So 24. Okt 2004, 11:20

warst du schon beim arbeitsamt?
es gab mal für studienabbrecher geförderte umschulungen...

vielleicht kann dir auch der sozialpsychiatrische dienst deiner stadt etwas helfen.
nein, dort war ich noch nicht, stecke gerade in einem "schwarzen Loch" postpsychotische Depression. Meine Ärztin meinte, ich solle bis Jahresende mir Zeit lassen, keine größeren Entscheidungen treffen. Nur diese Untätigkeit macht mich alle. Ab Mitte November kann ich allerdings für 4 Std. täglich kleinere Tätigkeiten in einem Unternehmen machen. Hat mir ein Verwander organisiert. Das ist zwar nur für einige Monate aber ich glaube, es wird mir helfen, mich nicht ganz so unnütz zu fühlen. Nächstes Jahr will ich aber wieder richtig starten, dann werde ich auch zum Arbeitsamt gehen.

Im Moment bin ich noch auf der Suche nach Lösungen. Ich werde auch nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen, was meinen Berufswunsch betrifft. Natürlich werde ich mich um ein Gutachten bemühen.
Aber wie gesagt, in meinem jetzigen Zustand wäre das sicher unklug, da muss ich erst wieder stabil sein, um einen Arzt zu überzeugen. Der Arzt in der Klinik hat gemeint, dass ich zur Zeit noch Ruhe bräuchte und Stressvermeidung. Aber Faulenzen ist auch Stress :roll:
Einer Ausbildung im nächsten Jahr stünde seiner Meinung nach nichts im Wege (nur hat der nichts von dieser Ausbildung gewußt.
Viele Grüße
Heidi

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Beitragvon Heidi » Mo 25. Okt 2004, 12:20

Ist der Herr Engels gar nicht da?
Hätt so gern von IHM ne Antwort :roll:

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Angelita
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Beitragvon Angelita » Mo 25. Okt 2004, 13:25

Ist der Herr Engels gar nicht da?
Hätt so gern von IHM ne Antwort :roll:
Schreib ihm doch eine PM! Vielleicht bekommst du dann Antwort.

:lilangel:
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Mo 25. Okt 2004, 19:13

Grüß Dich Heidi,

den Hinweis als Studienabbrecher zum sozialpsychiatrischen Dienst vom Arbeitsamt zu gehen halte ixch für wichtoig und richtig. Das Angebot für Studienabbrecher ist wesentlich besser als normal , hinzu kommt das Behindertenausbildung auch gefördert wird, was deine Möglicvhkeiten verbessert, weil die Töpfe oft voll sind. Gibt unglaubliche möglichkeiten deshalb ist es sehr wichtig sich gut zu informieren.
Habe auch schon mal vom Arbeitsamt drei Jahre Förderung bekommen, ist gerade für Arbeitgeber oft wichtig.
Also bei besserer Stimmung mal dringend ERkundigungen einziehen, hast ja noch genug Zeit bis zum nächsten Jahr. Auch ein praktikum als Ergotherapeutin wäre docj sicher interessant.
Gruß
Detlev


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