Ich habe Angst

Meerschwein
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Ich habe Angst

Beitragvon Meerschwein » Fr 11. Jan 2008, 02:33

Hallo erstmal an alle.
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, da ich neu bin, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Mein problem bzw. das problem der beziehung zwischen meinem freund und mir, bin ich.

Erstmal vorweg, als ich noch bei meinen eltern gelebt habe mußte ich immer auf meine schwester aufpassen (geistig behindert) und ich hab nie etwas dafür bekommen, kein lob, kein danke, kein gar nichts.
mein vater hat immer meine schulzeugnisse mit ihren verglichen, was total absurd war, den sie hat keine noten bekommen, sondern es stand immer nur sowas drin, wie: sie hat sich bemüht zu lesen und war nett zu den lehrern...
selbst wenn ich mich verbessert hab, kam immer nur der spruch, das lernen hätte dir auch früher einfallen können.
z.B. als ich ganz stolz mit dem zeugnis der 10 .klasse ankam, hat er mich nur enttäuscht angeguckt und gesagt: "schade das du nicht schon vor 10 jahren angefangen hast zu lernen"
wegen der lehre bin ich ausgezogen von zu hause und ich hab mein leben (nach meiner sicht) super gemeistert. aber immer noch (bin jetzt 23) hab ich aus dem mund meines vaters nie ein lob oder ähnliches gehört.
mein damaliger freund hat die tradition meines vaters weitergeführt und hat mir an allem die schlud gegeben, soweit das ich das mittlerweile auch glaube. aber ich habe gedacht, das ich ihn liebe und hab ihm alles geglaubt.
nachdem ich ihn betrogen habe, hat er mich von jetzt auf gleich auf die straße gesetzt.
jetzt bin ich mit meinem jetztigen freund schon über ein jahr zusammen. Ich liebe ihn und ich weiß das er mich liebt. trotzdem bin ich eifersüchtig und gemein ihm gegenüber.

und jetzt kommt das eigendliche problem

wenn wir uns streiten geht es heftig zu, ich gebe mir immer noch die schuld an allem und er kann nichts dagegen tun, als mir gut zureden (was aber meist nichts bringt)
wir versuchen momentan eine zeitweilige trennung aber ich vermisse ihn und habe angst ihn zu verlieren.
wenn er bei mir ist streiten wir uns dennoch.
das schlimmste ist das die streits immer heftiger werden.

das aktuellste

ich habe gestern etwas an seinem computer beschädigt, und als ich gucken wollte ob es noch geht, war er mir im weg. daraufhin habe ich ihn weggestoßen und ihn dabei an der hand verletzt. als mir das klar wurde bin ich weggelaufen, mein ziel war der u bahn hof gleich um die ecke.
unterwegs haben wir telefoniert und ich bin zurückgekommen.

aber jetzt habe ich schon ansgt ihn zu umarmen, aus angst ihm weh zu tun. und ich habe immer noch selbstmord gedanken um ihn von mir zu befreien.

er will sich keine neue freundin suchen, er will mich, aber ich habe einfach nur noch angst das ich irgendwann mit einem messer auf ihn zugehe.


ich hoffe ihr könnt mir helfen.
meine wichtigste frage wäre, kann ich mich selbst in eine klinik einliefern lassen und wer bezahlt das?

danke schon mal im vorraus

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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 11. Jan 2008, 02:55

Hallo Meerschwein!

Ein Klinikaufenthalt könnte Dir in der Tat helfen, Abstand zu Deinen Problemen zu entwickeln und mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Dass Du siehst, dass sich Dein altes Denkmuster, das Du von Deinem Vater mit auf den Weg bekommen hast, also dass Du denkst, Du würdest es den Leuten nie recht machen, dass Du nicht genügst, dass Du grundsätzlich die Schuldige bist, dass Du stets Vorwürfe verdient hast, also dass dieses Denkmuster und Selbstbild verbessert und behandelt gehört, wird aus Dir sicher eine kooperative Patientin machen, bei der ein Therapeut gut ansetzen und Dir helfen könnte.

In Akutfällen kann man auch ohne Einweisung in einer Psychiatrie aufgenommen werden. Akut scheinst Du aber nicht zu sein. An Deiner Stelle würde ich mich an Deinen Hausarzt wenden und ihn nach einer psychosomatischen Klinik fragen, in der Du eine Auszeit nehmen könntest. Er wird Dir dann eine Einweisung schreiben oder Dich an einen Psychiater überweisen, der Dich seinerseits in die Klinik einweisen könnte.

Ich würde Dir weit eher zu einer psychosomatischen Klinik als zu einer Psychiatrie raten, da in ersterer mehr auf den Patienten eingegangen wird, bzw. mehr Gespräche stattfinden. Es kann aber mit Wartezeiten verbunden sein. Sollte es ganz dringend sein, dann kannst Du auch mit einer Psychiatrie vorlieb nehmen, aber zusehen, dass Du auf eine offene Station kommst.

Ob Du danach eine ambulante Psychotherapie machen möchtest, als Stütze, wenn Du wieder im Alltag bist, bleibt Dir dann immer noch überlassen.

Wenn Du krankenversichert (wahrscheinlich bist Du noch bei Deinen Eltern mitversichert, das geht bis zum 25. Lebensjahr) bist, so übernimmt die Krankenkasse die klinische Unterbringung, auch eine ambulante Psychotherapie. Es wird heutzutage für die ersten zwei Wochen in der Klinik eine Zuzahlung für Mahlzeiten, Strom etc. pro Tag verlangt, da müsstest Du insgesamt mit 200 Euro oder mehr rechnen.

Die Angaben beziehen sich auf Deutschland. In der Schweiz ist es sicher ganz ähnlich, nur in Österreich scheint die psychomedizinische Versorgung noch im Argen zu liegen, zumindest, was die Kosten für den Patienten angeht.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Proxifilm
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Re: Ich habe Angst

Beitragvon Proxifilm » Do 21. Jan 2010, 19:43

Mit der Unterstützung Ihrer Eltern bei der Betreuung Ihrer Schwester waren Sie vielleicht überfordert? Können Sie sich vorstellen, dass auch Ihre Eltern überfordert waren mit der Situation? Der Anteil an geschiedenen Eltern mit behinderten Kindern ist sehr hoch, da die Belastungen für die Familie so hoch ist. Vermutlich haben deshalb auch Ihre Eltern Ihnen weniger Zeit gönnen können. Vielleicht ist das der Grund, warum Ihr Vater Sie zu wenig oder gar nicht gelobt hat. Liebe, Geborgenheit und Anerkennung gehen manchmal unter in Situationen, die belastend sind. Haben Sie mit Ihrem Freund über Ihre familiären Erfahrungen einmal gesprochen? Weiß Ihr Freund, was Sie über Ihren Vater denken und welche Einstellung Sie zu Ihrer Vergangenheit, die sicher berechtigt ist, haben? Schuld ist im zwischenmenschlichen Bereich immer sehr relativ, d.h. manchmal macht man sich mehr Vorwürfe als unbedingt erforderlich. Denken Sie nicht, dass Sie, nachdem Sie ausgezogen sind, eine Ausbildung angefangen haben, einen vermutlich guten Schulabschluß gemacht haben, nicht mal mehr an sich selbst denken sollten? Gerade Sie haben schwierige Lebesnverhältnisse (im Sinne von belastend) erlebt, wie wär´s wenn Sie davon jetzt eine Auszeit nehmen würden? Suchen ie sich Menschen, wenn das möglich ist, die Ihnen die Anerkennung entgegen bringen wollen und können, die Sie für Ihre bisherigen Leistungen im Leben (Unterstützung in der Familie für ein schwer behindertes Kind, ein schwieriger Vater, der, so wie Sie schreiben, Ihre Leistungen nicht anerkannt hat, einen Schulabschluß, den Beginn Ihrer Ausbildung) schätzen und anerkennen, die gibt es sehr viel, so denke ich. Behalten Sie die Messervariante für sich als Mittel, mit dem Alles weniger Spaß macht und denken Sie an das Blut, das Sie wegwischen müssten. Das lohnt sich doch nicht für jemand, der Sie nicht schätzt.


Hallo erstmal an alle.
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, da ich neu bin, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Mein problem bzw. das problem der beziehung zwischen meinem freund und mir, bin ich.

Erstmal vorweg, als ich noch bei meinen eltern gelebt habe mußte ich immer auf meine schwester aufpassen (geistig behindert) und ich hab nie etwas dafür bekommen, kein lob, kein danke, kein gar nichts.
mein vater hat immer meine schulzeugnisse mit ihren verglichen, was total absurd war, den sie hat keine noten bekommen, sondern es stand immer nur sowas drin, wie: sie hat sich bemüht zu lesen und war nett zu den lehrern...
selbst wenn ich mich verbessert hab, kam immer nur der spruch, das lernen hätte dir auch früher einfallen können.
z.B. als ich ganz stolz mit dem zeugnis der 10 .klasse ankam, hat er mich nur enttäuscht angeguckt und gesagt: "schade das du nicht schon vor 10 jahren angefangen hast zu lernen"
wegen der lehre bin ich ausgezogen von zu hause und ich hab mein leben (nach meiner sicht) super gemeistert. aber immer noch (bin jetzt 23) hab ich aus dem mund meines vaters nie ein lob oder ähnliches gehört.
mein damaliger freund hat die tradition meines vaters weitergeführt und hat mir an allem die schlud gegeben, soweit das ich das mittlerweile auch glaube. aber ich habe gedacht, das ich ihn liebe und hab ihm alles geglaubt.
nachdem ich ihn betrogen habe, hat er mich von jetzt auf gleich auf die straße gesetzt.
jetzt bin ich mit meinem jetztigen freund schon über ein jahr zusammen. Ich liebe ihn und ich weiß das er mich liebt. trotzdem bin ich eifersüchtig und gemein ihm gegenüber.

und jetzt kommt das eigendliche problem

wenn wir uns streiten geht es heftig zu, ich gebe mir immer noch die schuld an allem und er kann nichts dagegen tun, als mir gut zureden (was aber meist nichts bringt)
wir versuchen momentan eine zeitweilige trennung aber ich vermisse ihn und habe angst ihn zu verlieren.
wenn er bei mir ist streiten wir uns dennoch.
das schlimmste ist das die streits immer heftiger werden.

das aktuellste

ich habe gestern etwas an seinem computer beschädigt, und als ich gucken wollte ob es noch geht, war er mir im weg. daraufhin habe ich ihn weggestoßen und ihn dabei an der hand verletzt. als mir das klar wurde bin ich weggelaufen, mein ziel war der u bahn hof gleich um die ecke.
unterwegs haben wir telefoniert und ich bin zurückgekommen.

aber jetzt habe ich schon ansgt ihn zu umarmen, aus angst ihm weh zu tun. und ich habe immer noch selbstmord gedanken um ihn von mir zu befreien.

er will sich keine neue freundin suchen, er will mich, aber ich habe einfach nur noch angst das ich irgendwann mit einem messer auf ihn zugehe.


ich hoffe ihr könnt mir helfen.
meine wichtigste frage wäre, kann ich mich selbst in eine klinik einliefern lassen und wer bezahlt das?

danke schon mal im vorraus

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fluuu
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Re: Ich habe Angst

Beitragvon fluuu » Do 21. Jan 2010, 22:24

... ganz einfache Antwort, wenn Du Hilfe suchst gehe zu einem Arzt, Psychiater
oder Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) und es wird sich dabei ergeben ob ein
stationärer Aufenthalt die einzige Lösung ist.
Bin selbst HPP aber wohl nicht in Deiner Nähe.

gruß fluuu
gruß fluuu

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