psychiatrische Erkrankungen auf der Bühne

Ella Rentheim
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psychiatrische Erkrankungen auf der Bühne

Beitragvon Ella Rentheim » Mo 3. Dez 2007, 16:00

Ich bin gerade damit beschäftigt, ein Bühnenbildentwurf für Ibsens "John Gabriel Borkman" zu machen. Meiner Ansicht nach geht es in diesem Stück um nichts anderes, als seelische Krankheiten. Leider bin ich als Gestalter nicht entsprechend ausgebildet um die Krankheiten von John, Gunhild und Ella zu diagnostizieren.

Vielleicht kann mir jemand von ihnen helfen.

Wenn sie das Stück nicht kennen, kann ich gern versuchen, die Charaktere zu umreißen, allerdings habe ich Angst, in meiner Wiedergabe schon zu viel zu interpretieren. Ich stelle mir vor, dass es sicher schwer genug sein wird, anhand eines literarischen Textes über eine fiktive Person so etwas wie eine Diagnose zu stellen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiter helfen könnte.

thana
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Beitragvon thana » Mo 3. Dez 2007, 20:49

Das ist ja interessant. Ich hab auch öfter mal mit der Theaterwelt zu tun und würde gerne helfen, auch wenn ich keine Diagnosen stellen kann. Allerdings kenne ich das Stück nicht, würde die Gelegenheit aber gerne aufnehmen, es mal zu lesen. Wann soll der Entwurf denn stehen?

Ella Rentheim
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Beitragvon Ella Rentheim » Fr 7. Dez 2007, 19:54

Das Modell muß fertig sein Ende Januar. Is kurzfristig, ich weiß.

paine 22
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klischee

Beitragvon paine 22 » Fr 7. Dez 2007, 20:13

psychische krankheiten sind so difizil zu beschreiben und eine darstellung vermag das nicht zu fassen, weil das wieder in einer klischeevorstellung münden würde. suchen sie sich aspekte bezüglich dieser sache und machen sie was draus.. :lol:

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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 7. Dez 2007, 20:24

Hallo Ella!

Ich kenne das Stück zwar nicht, aber es könnte sich evtl. lohnen, wenn Sie sich mal über die "Sammlung Prinzhorn" erkundigen. Das ist eine Sammlung von Gemälden von Psychiatriepatienten.

Viel Erfolg

Laura
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Ella Rentheim
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Beitragvon Ella Rentheim » Fr 7. Dez 2007, 20:40

an Peine22:
Das ist genau der Plan, aber ich wüsste gern, in welche richtung die Krankheiten gehen. Ich als Laie würde bei Gunhild von einer Art Zwangsneurose sprechen, John Gebriel hat vielleicht sogar schon paranoide Züge und Ellas Zustand ist erklärtermaßen psychosomatisch.
Aber ob das ne Gute Fährte ist, das weiß ich eben nicht, denn ich verfüge über lückenhaftes Streuwissen.
Ibsen hat diesen Text geschrieben, als die Psychiatrie gerade megahip wurde, also denke ich, dass er durchaus konkrete Krankheitsbilder im Kopf hatte, aber ich kann keine Literatur dazu finden.

An Laura:
Danke, gute Idee

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Laura
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Beitragvon Laura » Sa 8. Dez 2007, 05:50

Hallo Ella!

Ansonsten mal in einer Universitätsbibliothek die Sekundärliteratur zu Ibsen durchforsten, sofern die Universität die Fächer Skandinavistik, Allgemeine Literaturwissenschaft oder Theaterwissenschaften anbietet. Über Ibsen ist sicher viel geschrieben worden. "Hobbypsychologisieren" ist in der Literaturwissenschaft Gang und Gäbe :wink: .Inwiefern das Bibliografieren online geht, weiß ich leider nicht. Oder mal in einer Nationalbibliothek schauen. In der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main kann man alle Bücher, die seit 1945 in deutscher Sprache erschienen sind, sei es im Original oder in deutscher Übersetzung, einsehen und zum Lesen innerhalb der Bibliothek bestellen. Mit nach Hause nehmen darf man die Bücher allerdings nicht und man muss für die Aushändigung ein wissenschaftliches Interesse angeben.

Viele Grüße

Laura
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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 9. Dez 2007, 12:07

Hallo,
ein Bühnenbild ist eine interessante Arbeit, habe in Berlin viele Jahre Off-Theater gespielt und dabei auch Bühnenbilder entworfen und gebaut.
Würde sagen, fast alle guten Theaterstücke handeln um Personen mit starker psychischer Ausprägung. Das bringt eine Dramatisierung menschlicher Stoffe so mit sich.
Warum nun in diesem Stück eine psychische Diagnose der handelnden Personen für das Bühnenbild eine wesentliche Rolle spielen soll leuchtet mir nicht ein. Sollen die Diagnosebegriffe als Schriftzug auf der Bühne zu lesen sein? Habe das Stück nicht gelesen, kenne es auch nur von kurzen Internetrecherchen, das besagt natürlich nicht viel. Stelle nur fest, dass nicht nur Ibsen sondern viele Dramatiker den Stoff über die Psyche in ihren Stücken verarbeitet haben, das ist absolut menschlich und ein Wesenszug des Dramas.

gruß fluuu
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