schlechte Gedanken, was kann es sein?

gast1982
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schlechte Gedanken, was kann es sein?

Beitragvon gast1982 » Do 26. Okt 2006, 01:11

Hallo,

ich bin neu hier und weiss leider nicht, ob es das richtige forum hier ist. Ich bin froh, vielleicht hier eine meinung zu hören. erstmal danke ich schonmal vorab wenn sich jemand die zeit nimmt und das sich durchliesst.

Ich habe folgendes problem. Leider habe ich regelmässig total schlechte gedanken. Ich denke oft über den Tod meiner eltern und menschen nach, die mir am herzen liegen. Aber ansonsten auch noch schlimmere gedanken über alles mögliche. manchmal sind es bösartige gedanken oder beleidigende. Es ist so als wenn sich meine gedanken echt selbstständig machen. Ich höre irgendwas oder sehe was schlimmes und verbinde es mit menschen die mir sehr nahe stehen. Das passiert mir eigentlich am häufigsten. Aber mir tut sowas innerlich weh, alleine sowas zu denken. ich fühle mich dabei so schlecht und es zieht mich runter. Es macht mich depressiv.
Ich dachte auch, dass ich gefühlskalt bin. Ich weiss einfach langsam nicht, was wirklich liebe ist. ich habe mir eine zeitlang auch jede krankheit eingebildet. hatte ich kopfschmerzen dachte ich fest dranne, es ist ein gehirntumor.

Ich will an sowas nicht denken aber irgendwie kommt es automatisch. Ich dachte anfangs das es schizophren ist. Ich verstehe selber nicht warum ich sowas denke. Ich liebe meine eltern, es sind für mich die besten und haben viel für mich getan. Ich hasse mich langsam dafür selber, dass ich über Tod von denen usw nachdenke. Es ist so ein selbsthass das ich echt dadurch schon an selbstmord dachte. ich würde sowas nie durchziehen, aber ich fühle mich einfach so schlecht durch die gedanken und will nicht weiter an sowas denken.
Es gab auch einen Tag da habe ich geweint weil ich einfach nicht mehr konnte. Da war es richtig schlimm.

Ich habe auch mit niemand drüber gesprochen weil ich mich dafür total schäme. Ich habe einiges gelesen über schizophrenie und fand bei mir kaum sachen die bei mir zutrafen. Diese Gedanken steuern mein Leben nicht, ich entscheide selber was ich tue.
Nur ich weiss nicht weiter. Ich bilde mir langsam alles mögliche auf mein problem ein. Ich habe früher als ich kleiner war das schonmal gehabt, mit 16 oder 17. Ich bin gerade 24.
Früher war ich auch ein einzelgänger und sass viel vorm pc. Ich habe aber totale realitätskontrolle, habe Freude und meist gute Laune. Ich komme auch bei menschen gut an wegen meiner art. Ich gehe arbeiten und wenn ich mit menschen rede, lache und spass habe kommen solche gedanken kaum vor. diese Gedanken kommen einfach so. Ich weiss einfach nicht weiter. Ich wohne seit kurzen alleine in meiner ersten wohnung und wenn ich nicht arbeiten bin geht mir alles durch den kopf. Ich kenne hier leider niemand und bin meist alleine. Ich weiss nicht ob es nur depressionen sind. Ich will dagegen umbedingt was machen. auf jeden fall tat es gut, darüber zu schreiben.
Ich wäre sehr dankbar für antworten und ratschläge.

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moni
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Beitragvon moni » Do 26. Okt 2006, 16:35

Hallo gast1982
Ich wohne seit kurzen alleine in meiner ersten wohnung und wenn ich nicht arbeiten bin geht mir alles durch den kopf. Ich kenne hier leider niemand und bin meist alleine.
Könnte auch dies mit ein Grund für deine Gedanken sein? Noch nicht ganz weg und losgelöst vom Alten, noch nicht ganz angekommen im Neuen, ein wenig verunsichert, dadurch empfindlicher als sonst und besonders zugänglich für so manches, was gewöhnlich an deiner, wie du sagst, fröhlichen und unkomplizierten Art abprallt? Dass du eine ähnliche Phase mit 16, 17 Jahren schon mal gehabt hast, würde eigentlich auch dafür sprechen - auch dieses Alter ist so eine Weder-Fisch-noch-Vogel-Zeit.
Ich will dagegen umbedingt was machen.
Wie wärs, wenn du erst mal neue Kontakte knüpfen würdest - um auf andere Gedanken zu kommen? Und um dich nicht in Dinge reinzusteigern, die, wie du auch selber sagst, "nur" deine Einbildung sind.

Vielleicht bist du einfach jemand, der auf Veränderungen besonders sensibel reagiert - und gar nicht krank - auch wenn du dich momentan nicht gerade wohl in deiner Haut fühlst.

Alles Gute - und liebe Grüsse

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse

gast1982
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Beitragvon gast1982 » Fr 27. Okt 2006, 13:08

Danke für deine Antwort. Ich habe auch schon daran gedacht. Es wurde seitdem ich alleine wohne schlimmer, weil ich öfters alleine bin und Zeit zum Denken habe. Ich habe nur früher, als ich bei meinen Eltern wohnte, das auch gehabt. Nur seltener aber trotzdem. Ich habe einfach nur Angst, dass das hier nur der Anfang ist. Ich werde wohl einem Termin bei einem Psychiater machen und darüber reden.

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moni
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Beitragvon moni » Fr 27. Okt 2006, 18:19

Hallo gast1982

Ja, deine Situation mal von einer Fachperson anschauen zu lassen, ist auch eine gute Idee und kann dir helfen, deine Angst, dass dein momentanes Seelenleben der Anfang von irgendwas Behandlungsbedürftigem sein könnte, in realistische Bahnen zu lenken. Etwas hellhörig werde ich beim Wort <Psychiater> - Psychiater sind Ärzte, nicht Psychotherapeuten, haben als solche meist wenig(er) Zeit zum Reden und sind oft auch relativ schnell bei der Hand mit Medikamenten. Da du selber den Fokus auf das Reden legst (was ich an deiner Stelle auch erst mal gut finde), wäre es vielleicht von Vorteil für dich, wenn du einen Psychiater suchen würdest, der auch Psychotherapeut ist.

Parallel dazu könntest du dir auch überlegen, wie du dein Privatleben bereichern, neue Kontakte knüpfen könntest - Kontakte, bei denen die Freude an etwas und nicht eine Krankheit im Vordergrund steht :). Das tut immer gut und hat oft einen grösseren Einfluss auf die dunklen Seiten in einem, als man denkt. Was meinst du dazu?

Liebe Grüsse

moni
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