Wie (Ex-)Partner auf seine narzist. PS aufmerksam machen?

sin-dee
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Wie (Ex-)Partner auf seine narzist. PS aufmerksam machen?

Beitragvon sin-dee » Mi 8. Feb 2006, 20:03

Hallo, mein (seit kurzem Ex-)Partner hat laut Aussagen seiner Ex (sie ist Krankenschwester in einer Psychiatrie), zweier Psychologen (aber nur Ferndiagnose) und meiner Erfahrung und vielem Nachlesen im Net eine narzistische Persönlichkeitsstörung. (will jetzt nicht alles Symptome aufzählen, kann jeder im Netz nachlesen).
Da ich sehr viel Geduld und Verständnis in der Beziehung aufgebracht habe, entwickelte er doch etwas Vertrauen und man konnte auch mal über kleine Fehler mit ihm reden (alles immer sehr vorsichitg und nur nachdem man vorher ganz deutlich macht, dass man ihm nichts will und ihn lieb hat...).
Vor vier Wochen hab ich aber rausgefunden, dass er mich da betrogen hat- aber von ihm weiß ich das nicht. (Möchte hier nicht die ganze Situation schildern, das wär zu lang.) Hab ihn damit konfrontiert, was dazu führte, dass er ging und sich erstmal nicht gemeldet hat, nach 2 Wochen nur um mir meine Sachen vorbeizubringen, dass er seitdem total abblockt, wenn es um uns oder seine Gefühle geht, und gibt auch noch mir die Schuld, weil ich ja lieber anderen glaube und nicht ihn zuerst gefragt hab (Die Fakten waren leider eindeutig, mit ihm reden wollte ich dennoch, das lehnte er aber von Anfang an ab).
Seitdem konnte ich mit ihm nur über banales reden, ein richtiges Gespräch lehnt er weiterhin ab, die ganze Sache ist für ihn einfach erledigt. Auf die Frage, wie er plötzlich so kalt zu mir sein kann:"So bin ich eben." Und er wüsste auch nicht, warum er so ist, aber ihm geht es jetzt grad gut so damit. Auf meine Aussagen, dass ich mir bei dieser Gefühlskälte nicht vorstellen kann, dass er mich wirklich mal so geliebt hat und mich sogar als etwas besonderes bezeichnet hat, sagte er: "Doch, das bist du ja auch". (Versteh ich dann nicht so ganz...)
Also, die eigentliche Frage:
Kann ich, und wenn ja, wie diesen Menschen irgendwie darauf Aufmerksam machen, dass sein Verhalten einen leicht "krankhaften" Hintergrund haben könnte (dass er sich mit seinem sturen Verhalten manchmal Dinge kaputt macht, die ihm eignetlich lieb sind, weiss er; hat er mir in einer ruhigen Minute vor einigen Monaten gesagt), und dass er, wenn er sich damit nicht ständig selbst schaden möchte, sich Hilfe suchen kann? Muss ja nicht gleich ein Psychologe sein, seine Schwester ist auch ganz vernünftig für so was. Hauptsache er macht sich das mal irgendwie klar und "öffnet sich" für ein paar weitere Schritte der Erkenntnis. Kann man sowas geeignet verpacken, so dass das wenigstens zum darüber nachdenken anregt?
(Ich weiß, man merkt, dass ich diesen Menschen sehr liebe....)
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SvenT
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Beitragvon SvenT » Mi 8. Feb 2006, 22:33

Wäre schon interessant wie Du (die anderen,Psychologen per Ferndiagnose,Krankenschwestern in der Psychiatrie------->dort werden meist andere Diagnosen gestellt,also Erfahrung?Neid?Tratsch?) zu dieser "Diagnose" gekommen seid!

Vielleicht ist`s ein Zwang? Vielleicht seine Rüstung?

Wenn Du ihm etwas nahe bringen möchtest, dann sage NIE "Du machst....Du hast...Du bist.....!!!
Sage ihm wie du dich manchmal in den bestimmten Situationen fühlst. ICH-Form ist hier ganz wichtig.
Und bedenke; Du bist keine Therapeutin! Wer weiß was Du bei ihm evtl. hervor holst und was das bei ihm auslösen könnte.
Ist er wirklich fremd gegangen? Und wenn es 100% sicher ist muss auch darüber gesprochen werden.
Hast Du den eindruck das er zwar sehr kühl und abweisend wirkt, aber doch sehr schnell verführbar ist? Du mußt es wissen wenn Du ihn liebst. Dann quäle ihn aber nicht mit dem was er falsch macht. Vielleicht braucht er mehr Hilfe als Du ihm geben kannst.
Also Fingerspitzengefühl und such Dir selbst professionelle Hilfe, wo Du absolut offen und ehrlich über eure Beziehung reden kannst. Nicht das ihr beide daran kaputt geht.

LG Sven

Jonas
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Beitragvon Jonas » Do 9. Feb 2006, 04:51

Wenn er selber unter seiner Art nicht leidet, dann gibt es ja keinen Grund, ihn davon zu überzeugen, dass er nicht richtig tickt, wäre sowieso sinnlos. Wenn Du aber den Eindruck hast, dass er darunter leidet, kannst Du das ja mal ansprechen ("Kann es sein, dass Du Probleme mit Dir hast?") - aber ohne mit einer psychiatrischen Diagnose zu wedeln, die nützt ihm doch gar nichts.

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Beitragvon SvenT » Do 9. Feb 2006, 19:52

Hallo Jonas,

schwer zu sagen ob er wirklich nicht darunter oder unter etwas anderem leidet.
Die Frage: "Kann es sein das du Probleme mit dir hast?" oder so ähnlich finde ich absolut schlecht.
Aber die Tatsache das er seiner Freundin die Sachen bringt und seitdem mauert deutet schon auf einen Leidensdruck seinerseits hin. So als wolle er sagen "Wenn Du mich so nicht willst, dann lass es." Wenn er aber mit sich zufrieden wäre, würde er versuchen zu verstehen warum sie so mit ihm umgesprungen ist. Schließlich wirft man seine Liebe nicht einfach weg oder gibt sie kampflos auf.
Für mich deutet es darauf hin, dass er unter etwas leidet und dass er Angst hat darüber zu reden; vielleicht eben weil er Angst hat dann noch mehr oder wieder verletzt zu werden.

Sven

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Beitragvon sin-dee » Do 9. Feb 2006, 23:42

Hallo Ihr Beiden,
also mal der Reihe nach:
Seine Ex hat mal mit ihm so einen schriftlichen Test gemacht, der ihre Vermutung bestätigt hat. Das Ergebnis hat sie ihm nie mitgeteilt. Ich wollte aber anfangs auf ihre Aussage auch nix geben, möchte mir immer zuerst selbst mein Bild machen und jedem eine "Chance" geben.
Habe mich in der Beziehung, weil er eben sehr schwierig ist, oft mit einer Psychologin unterhalten, die aus meiner Beschreibung seines Verhaltens auch sehr vorsichtig diese Diagnose abgegeben hat. Und ein weiterer Psychologe hat diese Vermutung eben auch angestellt. Und wie gesagt, die Beschreibungen aus dem Netz passen auch. Würde dennoch nicht 100%ig sagen, dass er das hat, aber sicher ist wohl, dass er sich echt schwierig verhalten hat.
Die Gesprächsform (sage nie "Du hast, Du bist" etc) wende ich ohnehin an, auch bevor ich ihn kannte, weil ich weiß, dass man damit mehr gutes erreichen kann...Deshalb hat er ja in der Beziehung schon einige Fortschritte gemacht, weil ich so geduldig, verständnisvoll und einfühlsam mit ihm umgegangen bin (hoffe das klingt nicht zu selbsthuldigend...)
Also schnell verführbar ist er nicht unbedingt, eher abwartend. Bin mir auch sonst
99, 9%ig seiner Treue sicher gewesen. Allerdings sagte mir seine Schwester mal, dass sie seine Ex für sehr manipulativ hält. Ich weiß halt nicht, welche "Knöpfe" sie bei ihm gedrückt hat. Kann nur sagen, dass sie ihn wohl zum "richtigen" Zeitpunkt im Club (Drogen...) getroffen hat: Wir haben wie gesagt, kurz vorher 11 Tage miteinander verbracht, was ihm früher eignetlich zu viel war. Am letzten Tag wurde er schon leicht nervös, so wie ich das dann von ihm kenn. Die nächsten 3 Tage danach war er auch eher distanziert, und am 4.Tag war er eben in dem Club...
Wünschte die weiteren Fakten würden genug Platz für Zweifel lassen, aber ich müsste schon sehr naiv sein, wenn ich einfach so von seiner Unschuld ausgehe.
Das Gespräch, dies zu klären, habe ich wie gesagt mehrmal gesucht. Würde mich gern vom Gegenteil überzeugen lassen.
Habe ihm in der Zeit danach durch Briefe und sms sehr deutlich gemacht, wieviel mir an ihm liegt, er hat auf nichts geantwortet...
Sven, Du hast sehr recht, wenn er mit sich zufrieden und selbstsicherer wäre, würde er doch selbst im Falle seiner Unschuld, verstehen wollen, warum ich meine Zweifel habe und vielleicht versuchen, mir zu zeigen, dass ich mich dann irre. Und dass er jetzt scheinbar alles einfach so aufgibt, obwohl ich ihm so sehr die Hand entgegenstrecke, ist ja das unbegreifliche für mich ...Diese Gefühllosigkeit/-kälte bei meinem letzten Gesprächsverssuch am Sonntag, an ihm zu sehen, hat mir schon fast Angst gemacht (kann man mit "gesundem" Menschenverstand auch nicht nachvollziehen).
Wär schön wenn ihr oder auch jemand anderes nochmal was dazu schreibt, tut mir auf jeden Fall gut...
(Er fragte heute und am Montag per sms, ob bei mir alles okay ist, dass er sich Sorgen macht. Nachdem er so endgültig erklärt hat, dass die Sache für ihn erledigt ister kein Gesprächsbedarf mit mir sieht und so eiskalt zu mir war, versteh ich das grad nicht so richtig...)
Danke Leute

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Naja, mit dem Recht ists so eine Sache...

Beitragvon SvenT » Fr 10. Feb 2006, 01:35

Hallo sin-dee,

Zu Recht gehört meist auch (leider) Selbsterfahrung. Frag mal meine Freundin was die mit mir durch hat. Ich bin auch kein leichter Zeitgenosse.
Habe verschiedene psychiatrische Diagnosen und werde demnächst `ne Traumatherapie beginnen. Bisher bin ich ohne ausgekommen,viel Arbeiten, Ellenbogen, nicht Bindungsfähig, erfolgsorientiert und eine gute Rüstung, die viele Menschen interessant fanden, aber die war eben so gebaut dass sich keiner getraut hat wirklich drüber zu schauen. Ich war immer ratgebend, hab geholfen und wußte immer viel zu anderen Problemen zu sagen(ist vielleicht immer noch so.... ;o)). So war ich immer gern gesehener Gesprächspartner. Und das schöne daran; ich brauchte nicht über meine Probleme nachzudenken.
Irgendwann brach die scheinbare Rüstung zusammen, war wohl eher ein Kartenhaus. Bei "Freunden" fand ich für diese "Entgleisung" kein Verständnis. "Das hätten wir nie von Dir gedacht", "Nun reiß dich mal zusammen" etc.
also raus aus der Psychiatrie, wieder "aufrüsten", präsent sein, Zusammenbruch, wieder Psychiatrie, wieder aufrüsten, beruflicher Erfolg....für 2 Jahre, wieder Psychiatrie.
Und diese letzten 2 Jahre "Aufrüstung" und beruflichen Erfolg hat meine Freundin miterlebt, zum großen Teil sogar mitgetragen. Und es war sehr schmerzhaft wenn sie bohrte,hinter die Rüstung sehen wollte. Ich versuchte sie mit Fachbegriffen aus der Psychiatrie von meiner verletzten Seele fernzuhalten. Und es kam zu "fast Trennungen". Im Gegensatz zu Deinem Freund wollte ich aber diese Liebe nicht verlieren. Und ich begann dafür zu kämpfen. Sie hat viel über mich erfahren, durfte als erste hinter diese Rüstung schauen. Und immer wieder drängte sie mich zur Therapie. Und immer wieder schob ich es hinaus. Warum? Bei analytischen, tiefenpsychologischen und Traumatherapien gehts einem erstmal schlechter. Das wußte ich von meiner Therapeutin. Und ich wollte mein berufliches Fortkommen nicht wieder gefährden/verlieren. Wie gesagt hat das fast 2 Jahre funktioniert. Dann wieder Akutklinik, wo man mir nicht wirklich helfen kann. Tja, jetzt nehme ich viel Hilfe an. Von echten Freunden, von einem Verein und demnächst auch von einem Therapeuten.
Und auf diesem Weg haben wir beide gelitten.

Sorry, wenn ich sagte "im Gegensatz zu Deinem Freund".
Wenn er sich Sorgen macht und fragt wie es Dir geht empfindet er auch für Dich. Schreib ihm ruhig per SMS was Du so machst. Es wird ihm gut tun. Vielleicht kann auch jeder von euch mal `nen Zettel schreiben; "Das gefällt mir an Dir...." "Das stört mich an Dir". Wichtig ist es dabei realistisch zu sein. Dann drüber reden und die Liebe wieder entfachen. Du kannst ihm aber maximal Halt geben. Du kannst ihn zu nichts zwingen oder überreden. Aber Du kannst ihm sagen was Du gut finden würdest. Therapeutin kannst Du nicht sein! Und was seine Ex so erzählt, sieh es mit Abstand. Es kann stimmen, es kann Neid sein. Hat seine Ex `nen Neuen? Hat sie mit ihm oder neben ihm gelebt?
Ich glaube du willst mit ihm leben. Und Liebe kann wirklich viel ausrichten und bedarf immer gegenseitiges Verständis. Also wecke bei ihm Verständnis für Deine Bedürfnisse und Bedenken. Das ist für ihn das beste Rüstzeug sich vielleicht doch helfen zu lassen. Und irgendwelche Persönlichkeitstests die man einmalig ausfüllt sollten nie für eine Diagnose reichen. Sowas dauert länger und Dein Freund müßte schon viele Gespräche mit einem Psychologen führen um dann eine Diagnose zu erhalten.

Übrigens: dich eiskalt abfertigen und dann sich Sorgen um Dich machen, per SMS Kontakt zu suchen; ich denke er leidet Höllenqualen. Allerdings kann ich das nicht wissen. Dazu müßt ihr euch wirklich wieder so nahe kommen, das ein Gespräch möglich wird.

LG Sven
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nur abhold wählerischer Wahl.
Da, wo man nicht mehr haßt und liebt,
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Beitragvon sin-dee » Fr 10. Feb 2006, 09:26

@Sven: Ja, ein guter Gesprächspartner bist wirklich, danke.

Also, dass es bei meinem Ex zu einem Zusammenbruch kommt, der ihm dann evtl sein "Problem" klar macht, kann ich mir bei seinem dicken Panzer kaum vorstellen. Beruflichen Erfolg hat er auch, und zur Not (z.b. auch jetzt) verschanzt er sich auch total hinter seiner Arbeit, hört nicht mal zu Hause auf, sich da weiterzubilden (anfangs hab ich das bewundert, jetzt seh ich dass das auch eine Art Schutz ist: Wenn sich mein Geist mit Arbeit beschäftigt, kann er sich nicht mit mir selbst beschäftigen...)
Da er sich selbst gern für fehlerfrei hält und auch so darstellt, weiß ich nicht ob er von selbst jemals auf die Idee mit der Therapie kommt. Würde ihm das aber auch so nie vorschlagen, dafür würde er mich "hassen", weil ich ja somit Zweifel an seiner Unfehlbarkeit geäußert hätte...
Ich möchte auch nicht seine Therapeutin sein, sondern ihm nur das Gefühl geben, dass er mir Vertrauen kann und dass er sich bei mir auch mal fallen lassen kann. Ich weiß, dass eine Beziehung mit ihm auch Leid für mich bedeuten kann, aber das bin ich bereit auf mich zu nehmen, weil ich ihn liebe und weil ich mich für gefestigt genug halte.
Leider ist ja die Ausgangssituation diese, dass er die Beziehung scheinbar abgehakt hat, total abgeklärt tut und keine "persönlichen" Gespräche will. Hinzu kommt, dass seit seinem Umzug im November (beruflich natürlich) ca 100 km zwischen uns liegen, was das ganze nicht einfacher macht. Also weiß ich im Moment gar nicht, wie ich überhaupt an ihn rankomm, wenn ich nicht grad nur über das Wetter mit ihm reden möchte.
Auf die Aussagen seiner Ex (sie hat wirklich nur schlechtes über ihn erzählt) hab ich auch nie viel gegeben, wie gesagt jeder soll seine Chance bekommen, jeder kann sich ändern. Nur ihre "Diagnose" wurde ja nun auch von 2 Psychol. gemacht. (Will das aber auch nur als Tendenz sehen, nicht als absolut).
Ob die Ex n Neuen hat oder wie sie mit meinem gelebt hat, weiß ich nicht. Er redet auch nie über Beziehungen in seiner Vergangenheit, will auch nicht, dass ich aus meiner erzähl (?). (Weiß, dass er vor ca 7 Jahren mal eine 2-jährige Beziehung hatte und seit dem immer nur so 2-3Monatsgeschichten. Bei uns waren es immerhin 8)
Auf jeden Fall weiß ich grad nicht, wie ich überhaupt einen Anfang finden kann, um wenigstens ein kleines bisschen erstmal mit ihm reden zu können...Vielleicht fällt Dir/Euch was dazu ein.
(Bin vielleicht etwas neugierig, aber was ist passiert, als Du das erste Mal "zusammengebrochen" bist? Ist okay, wenn Dudarauf nicht antworten magst.)

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SvenT
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100km, das ist schon ein Stück Weg...

Beitragvon SvenT » Do 16. Feb 2006, 21:09

Hallo sin-dee,

sorry das ich so lange nichts geschrieben habe. Hab aber selbst auch zur Zeit einiges auf meinen Schultern zu balancieren.
Bei einem ersten Zusammenbruch habe ich mich direkt von meiner Hausärztin in die Psychiatrie einweisen lassen. Ich hatte Angst davor mich umzubringen. War immerhin schon in einer waldreichen Gegend mit dem Auto unterwegs. Scheinwerfer anderer Autos und Gedanken danach für immer Behindert zu sein, haben mich dann abgehalten. Was genau dazu geführt hat möchte ich hier nicht schreiben. Erstens gehört da viel zusammen und wäre sehr lang. Zweitens hab ich um darüber zu reden andere Orte gefunden. Auf `ne "echte" Thera warte ich jetzt noch`n Jahr. Bis dahin gehe ich zu ProFamilia.

Aber die Geschichte mit dem Auto und so.....;
ich denke das sollte keiner erleben müssen, auch ein vermuteter Narzist nicht, selbst wenn er dir sicher "durch sich" schon sehr weh getan hat.

Narzistisch bin ich übrigens nicht. Andererseits kann kaum einer von sich behaupten nicht ein Wenig Narzistisch zu sein. (Klamotten, Parfüm, lange Zeiten im Badezimmer etc) Wie bei jeder Erkrankung oder Störung können die Grenzen da schonmal verwischen.

Deshalb sagte ich ja beim ersten Posting auf deine Anfrage, dass du ihm erklären sollst wie du dich in verschiedenen Situationen fühlst. Und natürlich sollte man bei einem solchen Gespräch nicht "alle Register" ziehen. Ein paar Fehler hat glaub ich jeder "verdient".
Schade das er keine persönlichen Gespräche möchte. Könnte sein das er die Beziehung für sich wirklich abgehakt hat. Kann sein, dass er nicht will, dass Du ihn dabei störst wie er die Beziehung grad versucht abzuhaken. Kann reiner Selbstschutz sein, vielleicht auch die Angst im persönlichen Gespräch zu viel gefragt zu werden oder Dir in die Augen schauen zu müssen.
und und und.....
das kann leider nur er wissen.
Wichtig für Dich:
Schätze zunächst für Dich realistisch ein, ob Du eine Beziehung mit ihm weiterhin oder wieder haben möchtest. Wäre sicher keine schöne Sache für dich, wenn Du feststellst das Du dich verrannt hast.
Wenn Du das möchtest, könnten die 100km zunächst vielleicht auch ein Vorteil sein.
Wie ich das schonmal schrieb;
schreib ihm ab und an `ne SMS, was Du so machst, wie`s Dir geht, auch das Wetter wäre OK. Nur eben nicht zu aufdringlich. Wenn er positiv reagiert kannst Du etwas weiter gehen. Verabschiede Dich in einer SMS ruhig mal statt mit "LG" mit "HDL"; aber nicht gleich nach der ersten SMS von ihm, die man als positiv werten könnte.
Sollten die "SMS-Gespräche" Hoffnung auf mehr machen, schick ihm ruhig mal einen Brief. Da kannst Du ihm auch sagen, dass du ihn immer noch sehr gern hast.
Wenn das flirten funktioniert, telefoniert ruhig mal miteinander. Wenn er wortgarg ist (so ähnlich hast Du ja seine Art nach euerm Zoff beschrieben), quäl ihn nicht zu lang am Telefon. Und wenn ihr beide das wollt, habt ihr dann auch irgendwann wieder ein Wochenende für euch. Und hier liegt sicher der Teil, in dem man die 100km auch als Vorteil sehen kann:
Nach dem Wochenende ist jeder wieder bei sich, es tritt nicht gleich der "harte Alltag" ein. So habt ihr zunächst erstmal die wirklich schönen Momente. Und ihr habt Zeit nach dem WE jeder für sich über eine Zukunft nach zudenken.

Wenn ich Deine Postings so lese, sind diese sehr schnell geschrieben und sehr emotional. Deshalb zum Abschluss nochmal der Tipp:

Pass auf das Du dich nicht in etwas verrennst. Überstürtze nichts und gebt euch Zeit.

LG

Sven
Der höchste Weg ist gar nicht schwer,
nur abhold wählerischer Wahl.
Da, wo man nicht mehr haßt und liebt,
ist Klarheit, offen, wolkenlos.

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Beitragvon sin-dee » Mo 20. Feb 2006, 13:27

@Sven: (Erstmal muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass Dich die Scheinwerfer "gerettet" haben, sonst hättest Du mir nämlich jetzt gar nicht so sehr helfen können...)

Ich denke auch, dass er mir grad aus dem Weg geht, weil er Angst vor Fragen hat, die er nicht beantworten kann/will, weil er mir nicht in die Augen sehen kann. Ich denke, er weiß eigentlich auch, dass ich das alles (die letzten Wochen) so nicht verdient hab (soll nicht selbstbemitleidend klingen...). Ich dachte mir, dass er vielleicht auch dehallb, aus einer Art schlechten Gewissen, die Sorgen-sms geschrieben hat.
Jdenfalls hab ich, nachdem er am Samstag wieder per sms nach meinem Befinden fragte, mal am Sonntag Abend anrufen wollen. Er ging nicht ran, hab ihm dann eine freundlich neutrale email geschrieben.
Ich habe nämlich auf die ersten sms dieser Art gar nicht reagiert, weil ich nicht wußte, wie. Nachdem er mir ja vor 2 Wochen seine "Schokoladenseite" zeigte und es ihm scheinbar in den Wochen davor überhaupt nicht interessierte, wie es mir geht, finde ich die plötzliche "Fürsorge" nach diesem letzten Treffen schon sehr komisch...
Naja, mal sehen, was da noch so passiert.
Die realistische Einschätzung für die Beziehung, hängt für mich davon ab, ob er überhaupt wieder auf mich zu kommt, ein kleiner Schritt würde für's erste genügen. Ich kann nur für mich selbst nicht darauf verzichten, früher oder eher später mal darüber zu reden was vorgefallen ist. Ich will keine Einzelheiten und auch nicht auf warum-Fragen rumreiten. Aber ohne einen winzigen Funken Einsicht seinerseits, dass er sich "unmöglich" verhalten hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich für eine Beziehung wieder genug Vertrauen aufbauen könnte. Aber für dieses Gespräch würde ich erst ganz viel Zeit vergehen lassen...
Außerdem glaub ich mittlerweile fast gar nicht mehr daran, dass er überhaupt noch daran Interesse hat. Für ihn ist sicher schon genug Zeit vergangen um genug Abstand zu spüren...
Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass ich da einfach gar nichts mehr tun kann, nur abwarten, ob er sich meldet oder darauf, dass mein Gefühl für ihn abschwächt...(Irgendwann ist alles lange her, sagt meine Freundin imme.r)
Naja, ich werde mal berichten.

Sven, Danke nochmal für Deine Postings. Ich wünsche Dir und Deiner Freundin ganz viel Glück, Kraft und Mut. Vielleicht bis bald.
sin-dee


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