Borderline und DIS

Wer oder was bin ich?
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Borderline und DIS

Beitragvon Wer oder was bin ich? » Di 10. Jan 2006, 14:42

Ich habe die Diagnosen der Borderline Persönlichkeitsstörung und der Dissoziativen Identitätsstörung, doch meiner Meinung nach sind die beiden absolut unzutreffend.

Ja, ich raste regelmäßig aus und werde verbal aggressiv.
Ja, ich verletzte mich gelegentlich.
Ja, ich habe Gedanken die ich nicht zuordnen kann, die nicht mir gehören.
Ja, es werden Sachen gesagt, die ich nicht sagen wollte, und die auch nicht der realität entsprechen.
Ja, ich habe ein sehr starkes Inneres Kind (mit Eigenleben).
Ja, ich habe Depressionen.
Ja, ich nehme gelegentlich Feuergerüche wahr, auch wenn sie nicht da sind.
Ja, ich habe Zwänge.
Ja, ich habe leichte paranoide Züge.
Ja, ich dissoziere gelegentlich.
Ja, ich habe unterschiedliche Persönlichkeitsanteile (Charakterzüge), aber hat die nicht jeder?

Aber das sind doch keine Rechtfertigungen für diese Diagnosen. Die habe ich jetzt kleben, besonders die Borderlinegeschichte.


Ich bin eine gottverdammte Lügnerin, ich kann das nicht kontrollieren. Es werden Sachen gesagt, die ich nicht gesagt habe, aber dennoch aus meinem Mund kamen. Und immer wenn ich versuche das grade zu biegen, wird es nur noch schlimmer.
Woran zum Kuckuck liegt es?

Lucinda
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Beitragvon Lucinda » Mi 1. Mär 2006, 10:30

Hallo!
Jaja, das kenne ich, ich habe zwar noch keine Diagnose, aber dass es auf eine DIS hinläuft lässt sich wohl nicht mehr verleugnen...

Hast Du denn Amnesien? Das ist ja ganz typisch für DIS.
Und gibt es da noch mehr Persönlichkeiten außer diesem starken inneren Kind, wie Du schreibst?
Übrigens kann es sein dass eine Deiner Innenpersonen Borderliner ist, und nicht Du!
Hab ich jetzt schon mal öfter gehört...

Bist Du in Therapie? Und von wem hast Du die Diagnosen bekommen?
Grüßle! :cool:
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betty
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Beitragvon betty » Fr 14. Jul 2006, 23:03

hallo lucinda,

schau doch mal oben in den beitrag borderline ?von soave,
dann bist du vielleicht schlauer.

also,für mich hört sich das teilweise wie in richtung schizophren an.
aber das kann nur ein arzt feststellen.

tipp.es gibt genügend fachliteratur zum "selbststudium",mir hat soetwas geholfen,mich besser zurechtzufinden.

liebe grüße.......... :wink:

danny
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Beitragvon danny » Sa 15. Jul 2006, 03:56

Wieso schizophren? Was ist da psychotisch oder wo sind die Wahnvorstellungen?

Gruß
Danny

Lucinda
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Beitragvon Lucinda » Sa 15. Jul 2006, 08:11

Wieso schizophren? Was ist da psychotisch oder wo sind die Wahnvorstellungen?

Das stimmt wohl, im Gegensatz zur DIS hat man bei der Schizophrenie diese Stimmen, die von außen kommen. Bei ner DIS sind es mehr so "Gedanken-Stimmen", die aber alle im eigenen Kopf hausieren... :roll: und DIS hat wirklich nichts mit ner Psychose zu tun...
also,für mich hört sich das teilweise wie in richtung schizophren an.
aber das kann nur ein arzt feststellen.
Schizophrenie ist von der Symptomatik her (aus meiner Sicht) was gaaaanz Anderes!
Grüßle,
Lucinda
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Beitragvon danny » Sa 15. Jul 2006, 11:09

[quote="LucindaSchizophrenie ist von der Symptomatik her (aus meiner Sicht) was gaaaanz Anderes![/quote]

Hallo,

da sind wir uns absolut einig.

Aber eine andere Sache, die ich immer wieder schreibe möchte ich noch erwähnen. Was ist so wichtig für Euch an einer Diagnose? Das ändert doch am Krankheitsbild und an den Symptomen gar nichts. Die Diagnose ist doch eigentlich nur wichtig für die Abrechnung - so blöd das auch klingt.
Immer wieder lese ich, das gerade Leute die Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert bekamen sich schwer tun, es anzunehmen. Es wirkt, als würden sie es als eine negative Bewertung empfinden. Das ist unbegründet und das ist schade. Klar, von leuten, die keine Ahnung hat kann es sein, das man in ne Schublade gerät, das ist aber schon der Fall sobald sie psychische Krankheit hören... .
Ich dissoziiere auch aber ich finde nicht, das es mein eigentliches Problem ist. Es ist halt ein Mittel mit schlimmen Dingen umzugehen, es schützt mich und macht mich überlebensfähiger. Im Moment brauche ich es halt... . Das klingt auch komisch, aber ich sehe es so und ich empfinde diese Methode auch nicht als Krankheit.

Gruß
Danny

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Beitragvon Chaefer » Sa 15. Jul 2006, 17:22

Hallo danny

also ich war froh, als mir gesagt wurde, dass ich eine Borderlinerin bin. Ich konnte mir Literaur darüber beschaffen und sah, dass viele, das ich nicht verstand, halt zu meiner Krankheit gehört. Und jetzt kann und konnte ich, auch dank einer Gruppe, vieles schon abhaken oder lernen besser damit umzugehen.
Wenn du in ein Krankenhaus gehst und du das Gefühl hast irgendwas stimmt nicht mit dir, bist du auch froh, wenn du eine Diagnose hast. So kann dir nämlich geholfen werden.

LIebe Grüsse

Claudia
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Beitragvon Lucinda » Sa 15. Jul 2006, 19:01

Hallo Danny!
Was ist so wichtig für Euch an einer Diagnose? Das ändert doch am Krankheitsbild und an den Symptomen gar nichts
Da hast Du absolut Recht.
Allerding war es bei mir zu Anfang so, dass ich gar nicht wusste, was eigentlich mit mir los ist, es wurde immer chaotischer, ich lernte immer neue Leutchen in mir kennen :shock: :shock: , die immer neue Gefühle und Erinnerungen mitbrachten, die mich teilweise echt umhauten.
Ich dachte ich wäre einfach nur verrückt, und bilde mir das alles nur ein. (Denke ich heute noch ungefähr jeden 3. Tag... :lol: )
Ich brauchte dringend ne Aussage, ne Erklärung, oder ne Schublade, damit ich mich besser verstehen kann.
Meine Thera meinte darauf hin nur, dass es nicht wichtig ist, wie was heißt, sondern was man draus macht. Inzwischen bin ich der gleichen Meinung.
Trotzdem stellt sich mir immer wieder die Frage: Bin ich wirklich multipel, oder bin ichs nicht??? Hab ich vllt. einfach nur zu viel Fantasie???

Verstehst Du was ich meine, sorry, kann mich gerade nicht so richtig verständlich machen.... :roll:
Gruß,
Lucinda
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Beitragvon betty » Sa 15. Jul 2006, 23:49

hallo danny,

ich hatte auch geschrieben in richtung schizophrenie.....das ist ein unterschied.
die schizophrenie ist soooo umfangreich und vielseitig...und es müssen nicht alle symtome zugleich auftreten.
in richtung---damit meine ich,ableitende diagnosen wie z.b.schizotype störung,schizoaffektive störung,schizoide persönlichkeitsstörung,

allein die schizophrenie hat etliche untergruppen:
-paranoide schizophrenie
-hebephrene "
-katatone "
-undifferenzierte "
-postschizophrene "
-schizophrena simplex

und: die stimmen kommen bei der schizophrenie nicht nur von außen.

am besten ihr belest euch mal richtig.
ob jemand schizophrenie hat oder nicht kann sowieso nur ein arzt feststellen.es ist sehr umfangreich und die diagnose darf nur unter gewissen richtlinien gestellt werden die konkret analysiert sind.

liebe grüße... :wink:

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Beitragvon danny » So 16. Jul 2006, 00:45

Hallo Betty,

eigentlich hatte ich Dich gefragt, wie Du zu Deiner Aussage kommst, das hast Du aber nicht beantwortet. Ich habe im übrigens gar nichts von Stimmen hören geschrieben. Ich habe nur gefragt, wo denn die psychotischen Elemente und der Wahn sind. Die Erkrankungen oder Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis gehören zur Gruppe der endogenen Psychosen - ohne Psychose geht es also nicht. ...Du kannst Dich ja mal belesen gehen. :wink:

Im übrigen mag ich es absolut nicht, wenn jemand via Internet Diagnosen in den Raum stellt, was Du getan hast. Das ist nicht wirklich verantwortungsbewußt und auch nicht seriös. Wie Du richtig sagt, das kann nur ein Arzt und auch nur derjenige, der sich persönlich mit dem Patient auseinandersetzt.

Im übrigen kann ich nur raten zum Arzt zu gehen, weil man sich nicht gut fühlt - egal welche Diagnose dahinter steht.

Gruß
Danny

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Beitragvon Chaefer » So 16. Jul 2006, 16:22

Borderline und Schizophrenie oder auch Psychosen liegen sehr nahe zusammen, was teils die Symptome angeht. Darum macht es das Ganze auch so schwierig.

Kurz zur Geschichte: 1925 wurde das Ganze als " Spaltmechanismus des impulsivwen Charakters" betitelt.
1938 wurden wir in eine Gruppe eingeteilt, die " weder neurotisch noch psychotisch" einzusstufen sei.
Eigentlich erst 1980 kam der Name BPS auf.

Trotzdem ist es so, dass ich ab und zu Stimmen höre, die mir befehlen etwas Schlechtes zu tun. Das heisst, ich bin ein schlechter Mensch und ich müsse mich verletzen, töten...

Hier steckt eben doch eine leichte psychotische Störung dahinter.

Ich habe schon verschiedene Bücher gelesen, Vorträge besucht. Es immer wieder interessant und bringt mich immer wieder weiter. Das Schönste war wohl, als ich beim letzten Vortrag hörte, dass auch ein Borderliner nach etwas 12 Jahren gesund werden kann. Natürlich ist das abhängig von der Therapie und auch, ob man gewillt ist, mitzumachen.

Büchervorschläge:

Ich hasse dich- verlass mich nicht von Jerold L. Kreisman vom Köselverlag
Wenn Hass und Liebe sich umarmen von Joachim Gneist

oder für Angehörige: Partnerbeziehung als Brutstätte von Borderline vom Starks-Sture Verlag

Diese Exemplar wurde soeben von mir mit Mineralwasser Getränkt! :evil:

Ich denke, es ist besser, wenn man sich seine " Hilfe " durch lesen und die Therapie holt. Nützt mir enorm.

Liebe Grüsse

Claudia
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posttraumatische belastungsstörung

Beitragvon paine 22 » Di 10. Apr 2007, 15:25

:oops: hui, neu hier. also, ich habe mit 25 jahren erfahren ( jetzt werde ich bald 27, grins..) dass ich adhs habe und vor kurzem kam die diagnose posttraumatische belastungsstörung, die mich jetzt die nächste zeit aus dem verkehr ( klinik) ziehen wird :twisted: . hat einer von euch eventuell ein ähnliches problem und möchte sich ausstauschen? :) ich bin immer noch total geschockt und möchte aufwachen, obwohl ich mit dem ritalin besser wahrnehme und seit dem abbruch des kontaktes mit meiner mutter ( wurde mir von meinem arzt geraten) insgesamt ein wenig besser drauf bin.

ich brauche feedback..

danke

lea


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