Wissenschaftliche Psychotherapie

Proxifilm
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon Proxifilm » Mi 17. Feb 2010, 10:48


Ist nicht auch die Beobachtung eine wichtige Grundlage der Forschung ? Wenn nicht die wichtigste Grundvorraussetzung überhaupt ?
Vor 150 Jahren war das das sicher so und es kommt darauf an, was man heute unter Beobachtung versteht. In den Geisteswissenschaften ist Beobachtung manchmal sicher eine ganz hilfreiche Angelegenheit. Doch leider gibt es kein Beweis für Deine These, sondern es gibt eine paar Personen, die sie bestätigen. Die Herren Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty sehen das wohl differnzierter. Aber Psychologie besteht nun mal mehr aus Mystik.

jade
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon jade » Mi 17. Feb 2010, 21:59

Hallöle prxifilm,

manche These wurde erst Jahre oder Jahrzehnte später bewiesen und manche Beweise später widerlegt.
Wenn man nichts beobachtet, nix mitkriegt, kann man keine Thesen aufstellen, die dann erforscht werden können.
Soweit ich weiß ist die Psychologie keine Mystik sondern eine Wissenschaft :-)
Nun , unsere Meinungen gehen offensichtlich weit auseinander.
Soll ich das nun so verstehen, das du lieber auf deine einzelnen Körperteile und Erkrankungen reduziert wirst , anstatt als der ganze Mensch gesehen zu werden der du bist ?
Ich nicht!

Liebe Grüße, jade
Was du nicht willst , was man dir tu, das füg auch keinem andern zu .

Proxifilm
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon Proxifilm » Do 18. Feb 2010, 10:06

Was mich betrifft, so würde ich niemals im Falle einer intellektuellen Störung oder körperlichen Krankheit jemand um Rat bitten, der oder die Hilfe (auch nur teilweise) auf der Grundlage einer Geisteswissenschaft wie der Psychologie anbietet. Das wäre so wie russisches Roulette (einer der Thesen könnte stimmen, hoffe ich mal, dass die Person, die ich um Rat bitte, gerade die These vertritt, die einigermaßen abgesichert ist). Und wenn mir jemand etwas von der Einheit von Körper Geist und Seele erzählen würde, dann würde ich auf ein paar nette Veröffentlichungen hinweisen, die das widerlegen und den Raum verlassen, denn die Zeit, diese These zu diskutieren, die würde ich mir nicht nehmen. Un tatsächlich, wenn ich was am Herzen habe würde ich einen Kardiologen aufsuchen, denn der hat offentlich die neues Kenntnisse in seinem Denkglied. Die Zeiten, in denen jemand alles wissen kann, die ist vorbei und als letzter vollumfänglich gebildeter Mensch galt Goethe. Seitdem hat sich das Wissen unendlich potenziert und ein Kardiologe oder ein Wirtschaftsrechtler haben, seien sie noch so intelligent, niemals die Kapazität alle Kenntnisse ihres Fachs aufzunehmen. Das kann man gesellschaftlich anprangern, aber den Prozess des alle zwei Jahre stattfindenden Updates in allen Wissenschaften, der ist nicht mehr zu stoppen. Der Begriff Ganzheitlichkeit, der ja ein anthroplogischer Begriff ist, wird sicher auch im thematischen Kontext dieses Forums neu gedacht werden müssen. Und wenn ich mir ein Bein gebrochen habe, möchte ich nicht nach den neuesten wissenschaftlichen Methoden behandelt werden und ich möchte mir nicht mehr unterstellen lassen, als dass mein Bein schmerzt weil es gebrochen ist und dagegen ggf ein ungefährliches Schmerzmittel erhalten. Nein, auf die Betrachtung meiner ganzen Person mit einem gebrochenen Bein will ich hier aus Effizienzgründen verzichten.

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fluuu
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon fluuu » Do 18. Feb 2010, 19:17

...dann hast Du ein großes Problem wenn Du bei einem Beinbruch auf die Betrachtung der Ganzheit verzichten willst
um Zeit oder was auch immer zu Sparen und das gebrochene Bein vom Chirurgen operieren und flicken lässt
ohne einen Gedanken an die Umstände des Bruchs zu verschwenden. Würde alles was ich besitze Wetten, dass
Du bald wieder einen "Bruch" erleiden wirst in welcher Form auch immer.
Wenn Du keinen Gedanken an Ursache und Wirkung verlierst bleibt die Ursache erhalten und somit auch die
Wirkung. Es wäre nie möglich eine Krankheit zu Heilen weil alles im ewigen Kreis drehend immer wieder kommt.
Will Dir Dein Weltbild nicht streitig machen, will mich nur distanzieren um nicht in den Sog dieses Kreislaufs zu
geraten auf geistiger Ebene, es würde das vorzeitige Ende bedeuten.

Ein Weltbild ist eine Philosophie und nicht eine spezialisierte Facette eines kleinen Stücks davon und wenn sich
jeder Mensch mit seinem Weltbild auseinandersetzt und sich selber Antworten denkt auf egal welche Frage
bekommt er einen Überblick auf das Geschehen. Die Wissenschaften sind auch nur ein Teil dessen was die
Welt im innersten zusammenhält da gibt es noch viel mehr und vor allem gibt es Dinge von denen noch
niemand eine Ahnung hat aber auch sie gehören letztendlich zum Ganzen dazu.

Oder kurz gesagt, ganz sein ist das Gegenteil von kaputt sein, wer seinem Tun und Leiden einen Sinn geben kann
ohne jemand anderes für unsinnig zu erklären hat das wichtigste im Ganzen gefunden, egal ob behindert oder nicht.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Proxifilm
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon Proxifilm » Fr 19. Feb 2010, 10:09

Ein Weltbild ist Philosophie? Soweit ich informiert bin leitet sich "Philosophie" aus der altgriechischen Sprache ab und bedeutet "Liebe zu Schlauheit". Ich würde sagen Philosophie als Wissenschaftsbegriff bezieht sich auf Logik im Sinne logischer Schlussfolgerungen, Methaphysik und Ethik. Während sich ein "Weltbild" eher aus den Erkenntnissen verschiedener Disziplinen zusammen setzt, aber letzhin genau so objektiv sein kann. Objektiv ist eine Weltanschauung sicher nicht, denn sie ist vermutlich immer wertgebunden und Werte sind etwas höchst subjektives.
Zuletzt geändert von Proxifilm am Sa 20. Feb 2010, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.

jade
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Re: Wissenschaftliche Psychotherapie

Beitragvon jade » Sa 20. Feb 2010, 12:34

Hallöle,

also, ich meine das so,
natürlich gehe ich mit einem gebrochenem Bein zu einem Chirurgen, hab ich was am Herzen zu einem Kardiologen usw. Natürlich sind Fachleute wichtig und es kann nicht mehr jeder alles wissen. Klar.
Aber: Ich war mal bei einem Othopäden, als Notfall, mir ist ein Pferd auf den Großzeh getrampelt, tat höllisch weh, ich war überzeugt, das er gebrochen war, das spürt man einfach. Ich hab 4 Stunden warten müssen, bis ich dran kam, stehend, weil das Wartezimmer überfüllt war. Dann wurde geröngt, der Arzt hat kurz drauf geguckt, hat gesagt da ist nix, mich wieder nach Hause geschickt . Nachmittags kam der Anruf : ÄH entschuldigung, bei der Röntgenbesprechung ist uns aufgefallen, der Zeh ist doch gebrochen. Hatte mir aber keiner vorher geglaubt.Auf meine Wahrnehmung war ja offensichtlich kein Verlass. Und mit Schmerezn 4 Std. irgendwo rumstehen? Stell dich doch nicht so an, kann schon nicht so schlimm sein. Das meine ich wenn ich von Ganzheitlich rede. Nicht nur meinen Zeh röntgen, da sind Wahrnehmungen die ich habe, Schmerzen, Ängste, das möchte ich bitte genauso ernst genommen sehen. Und das können auch ein Orthopäde und sein Personal lernen!!!!!!
Oder, ich hatte mal die Verdachtsdiagnose Brustkrebs, da möchte ich über die Unsensiblität von Ärzten und auch Kollegen / innen vom Pflegepersonal gar nicht erst berichten.

Nun, ich hoffe ich hab jetzt besser erklären können was ich meine.

Liebe Grüße, jade

,
Was du nicht willst , was man dir tu, das füg auch keinem andern zu .


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