die therapeutische Beziehung

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deepnight
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Beitragvon deepnight » Do 31. Aug 2006, 00:12

Nochmal ich, das Thema hat mich zu einer kleinen Geschichte angeregt:

Psychotherapie

Meine Tante Bertha, die hält ja nichts von Psychotherapie. "Von der Gruber Anna die Tochter, die hatte Depressionen", erzählte sie mir. "Die hatte halt keine Ahnung, wie die Männer sind und dann war sie verheiratet und kriegte Depressionen. Lag nur noch im Bett, stell dir vor. Da hat die Gruber Anna sie zu einem Psychotherapeuten gebracht, der sollte das Mädel wieder richten. Aber was tut das dumme Ding? Die verliebt sich in ihren Psychotherapeuten. Weil der so viel Liebe und Wärme ausstrahlt, was ihr Hermann zu Hause nicht tut. Der guckt abends die Tagesschau. Da hab ich ihr gesagt, sie soll mit dem Pyschologen reden, damit der ihr die Flausen wieder austreiben kann - das letzte hab ich natürlich nicht gesagt. Hat sie auch brav gemacht. Aber was macht der Pyschologe? Der guckt sie groß an und fragt voller Liebe und Wärme, womit er sie denn verführt. Da hat sie natürlich nur noch wie ein hypnotisiertes Kaninchen dagesessen. Das Elend konnte ich mir nicht ansehen. Ich hab mir das Mädel gepackt, bin mit ihr in die Videothek von der Erna ihrem Bruder und da haben wir Bollywoodfilme ausgeliehen. 20 Stück auf einmal. Die musste sie sich dann angucken, alle, da war ich ganz streng. So, sagte ich ihr, jetzt kennst du die Tricks. Aber wenn dein Hermann dir einen Kamillentee ans Bett bringt, wenn du erkältet bist, wenn er dir die Decke holt, wenn du auf dem Sofa eingeschlafen bist, wenn er dich zu deinem Pyschologen fährt, obwohl er weiß, daß du sofort mit dem durchbrennen würdest, wenn der nur mit dem kleinen Finger winken würde, dann ist das echt. Na und ich sach dir, das Mädel räumte die Wohnung auf und machte dem Hermann als der abends nach Hause kam einen richtig leckeren Auflauf. Und dann hat sie sich hingesetzt und mit dem Hermann die Tagesschau angeguckt."

Grüßle, Helene
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cyber-grrrrl
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Beitragvon cyber-grrrrl » So 10. Sep 2006, 23:38

Ja, aber doch gerade weil das so eine komische Gefühlsmischung ist, wie man mit dem Therapeuten zusammen ist, bzw. wie er/sie einen behandelt, kann man das doch gar nicht mit anderen Beziehungen, wie z.B. zum Ehemann, vergleichen, oder? Zumindest geht es mir so..

Klar, dein Beispiel ist gut, man sollte das was real ist annehmen in seiner Schönheit genauso wie in seiner Banalität, anstatt sich in die (verliebte) Traumwelt zum Therapeuten zu flüchten..

Trotzdem nette Geschichte :wink:

Gruß,
cyber-grrrrl

Wolfskind
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Beitragvon Wolfskind » Mo 11. Sep 2006, 17:16

Die "Beziehung" - ich mag dieses Wort irgendwie überhaupt nicht - zu meinem Psychtherapeuten ist bei mir total anders, als die zu meinem Ergo.

Über meinen Psychothera weiß ich zwar einiges privates, aber das interessiert mich nicht, oder was er außerhalb der Praxis macht oder wie es seiner Familie geht.

Mir ist wichtig, das ich mit ihm über Dinge reden kann, über die ich mit anderen in der Regel nicht reden kann. Das er mir z.B. auch Verhaltensweisen von anderen Menschen erklärt, oder mir für Situationen auch andere Sichtweisen aufzeigt.

Ich kann zwar nicht sagen, das ich ihm wirklich vertraue, aber irgendwie kann ich mit ihm relativ offen reden.

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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 29. Okt 2006, 16:22

Hallo miteinander,

ein wirklich spannendes Thema, die Beziehungen zwischen
Klienten und Phsychiatrieprofis.
Ich nutze das inzwischen als eine sehr gewinnbringende
Beziehung und möchte da selbstbestimmt sein, der Profi
leistet mir bei meinen Problemen eine Hilfestellung.

Das gute am Umgang mit einem Profi ist, er lässt sich
voll auf mich ein, ich bin 50 min der Mittelpunkt des
Themas und ich muss keine Gegenleistung bringen,
er wird materiell entschädigt.
Das ist ein großer Vorteil gegenüber Freunden,
Familienangehörigen und Bekannten, dafür gibt es vom
Profi keine körperliche Streicheleinheit, darf es auch
nicht, denn diese Distanz in der speziellen Beziehung
ist sehr wichtig.
So stellt sich nicht die Frage ob ein Profi der
Freund eines Klienten werden kann, ich sage nein
und begründe es damit, dass ich einen Profi immer
auf dieser Distanz haben möchte und keine persönliche Nähe
zulassen. Gute Therapeuten sind auch gute
Schauspieler, es ist sozusagen eine vorgespielte
Beziehung als Ersatz oder zum Proben, diese Beziehung
ist aus der persönlichen Hilfsbedürftigkeit des Klienten entstanden,
eine schlechte Vorraussetzung für eine gleichwertige
Beziehung wie eine Freundschaft.
Intime Beziehungen gehe ich doch lieber mit Menschen ein
die ich mir selbst gesucht habe, mit denen ich auf
einer Stufe stehe und kein Klient bin.

gruß fluuu
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rosa
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Beitragvon rosa » So 29. Okt 2006, 16:39

Hallo Fluu,

bei diesem Satz
... Gute Therapeuten sind auch gute
Schauspieler, es ist sozusagen eine vorgespielte
Beziehung als Ersatz oder zum Proben, diese Beziehung
ist aus der persönlichen Hilfsbedürftigkeit des Klienten entstanden,
eine schlechte Vorraussetzung für eine gleichwertige
Beziehung wie eine Freundschaft...
gruß fluuu
...kann ich nur sagen, dass ich wohl viel Glück gehabt habe, dass meine Thera keine schauspielerischen Leistungen gebracht hat. Sie war authentisch, und es war immer klar, wie die Beziehung zwischen uns beschaffen war - ein Arbeitsbündnis, auf das wir uns beide gefühlsmässig (mit allen Facetten) eingelassen haben. Die Beziehung zwischen uns wurde auch immer thematisiert. Schauspielerei meiner Thera hätte mich weiter in tiefe Verwirrung gestürzt. Gerade schauspielerische Anwandlungen von Therapeuten finde ich bei Wahrnehmungsstörungen vollkommen daneben.

Ob man nach Abschluss einer Therapie eine freundschaftliche oder andersgeartete Beziehung aufnimmt, hängt sicher davon ab, ob man menschlich und interessenmässig überhaupt ausserhalb des Rahmens einer Therapie zueinander passt, wie bei jeder menschlichen Beziehung.

Wichtig finde ich nur, dass zum Ende der Therapie das Abhängigkeitsverhältnis geklärt und aufgelöst ist.

Gruss
rosa
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fluuu
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Beitragvon fluuu » Di 7. Nov 2006, 23:25

Hallo rosa,

woher weißt Du dass Deine Therapeutin mit ihrer
Authentizität nicht schauspielert, vielleicht kann sie
ein authentisches Verhalten spielen, gute Therapeuten
sollten das können meiner Meinung nach, auch wenn sie
es gegenüber dem Klienten nie zugeben werden.
Sie hat sich nicht gefühlsmässig mit allen Facetten
auf Dich eingelassen, das tut ja noch nichteinmal meine
Freundin und das ist gut so, denn für viele Dinge bin
ich ganz allein Verantwortlich, auch für meine Gefühle.
In der Partnerschaft kann mann sich punktuell treffen
aber bei einem therapeutischen Profie macht man sich
etwas vor, diese Beziehung ist absolut eingleisig und
der Chef, der der die Fäden in der Hand hat ist in
diesem Fall immer der Therapeut, muss er auch, sonst
ist eine Therapie nicht möglich wo es darum geht
jemanden von einem kranken zu einem gesunden Zustand
zu führen.
Wenn es ein Abhängigkeitsverhältnis gibt ist es schon
schlecht und der Therapeut macht etwas falsch meiner
Meinung nach oder der Klient ist so verunsichert, dass
er sich jedem an den Hals wirft der etwas nett ist.
So oder so, wer sein Selbst stärken will bewahrt die
Distanz zum Therapeuten.

gruß fluuu
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rosa
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Beitragvon rosa » Do 16. Nov 2006, 19:46

Hallo fluuu,

[quote="fluuu"]
woher weißt Du dass Deine Therapeutin mit ihrer
Authentizität nicht schauspielert, vielleicht kann sie
ein authentisches Verhalten spielen, gute Therapeuten
sollten das können meiner Meinung nach, auch wenn sie
es gegenüber dem Klienten nie zugeben werden..."

Ich schreib es noch mal: Bei speziellen Wahrnehmungsstörungen ist es ein Fehler, wenn der Therapeut versucht dem Klienten etwas vorzumachen. Bei Sitzungen 2-3 x in der Woche bekommen besonders sensible Leute Versteckspielchen von Therapeuten in der Regel mit. Während einer Psychose können die Antennen für das Gegenüber besonders geschärft sein. Unehrliches Verhalten von Therapeuten führt dann zu noch mehr Verwirrung. Ich kenne von meiner Therapie, dass immer wieder die Beziehung zwischen Klient und Therapeut ein Thema war - auch die Gefühle der Therapeutin mir gegenüber. Das ist nämlich bei einer Psychosentherapie von besonderer Wichtigkeit.

Bei anderen Problemen (Depris, sog. Neurosen o.ä.) mag Deine Therapeutenmeinung vielleicht zutreffen, ich weiss es nicht, eine solche Therapie hatte ich nicht. Viele Therapeuten wagen sich nicht an eine Therapie mit Leuten, bei denen eine Psychose diagnostiziert wurde, heran.


"...Sie hat sich nicht gefühlsmässig mit allen Facetten
auf Dich eingelassen, .."

Woher weisst Du das Fluuu, warst Du etwa bei meiner Therapie dabei? ;-)

Ich finde Deine Meinung/Darstellung von Therapie etwas einseitig. Therapien sind sehr unterschiedlich.

Günstig ist, wenn es auch da so läuft, wie der/die Betreffende es hinsichtlich seiner Schwierigkeiten braucht und ihn/sie weiterbringt, was aber von Fall zu Fall wohl sehr unterschiedlich sein kann.

Gruss
rosa
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fluuu
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Beitragvon fluuu » Fr 17. Nov 2006, 19:46

Hallo rosa,

ich habe Verständnis für Deinen Wunsch nach authentischem Gefühl, das hat wohl jeder Mensch aber das dann vom Therapeuten zu erwarten halte ich für überzogen. Er ist letzendlich ein Dienstleister am Klienten und keine persönlich privat ausgesuchte Person wie ein Partner oder Freund z.B.. Ich finde da sollte man unbedingt trennen. Der Therapeut hilft beim Heilen einer Krankheit, gut zugegeben die Krankheit hat etwas mit negativen Gefühlen zu tun aber diese bezieht der Therapeut nicht auf sich, er bleibt mit seinen Gefühlen weitestgehend draußen und versucht die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Nur so kenne ich es aus der Behandlung von Psychosen, hatte schon mehrmals welche.
Auch bei der Behandlung von Psychosen geht es meiner Meinung nach bei Therapeuten oder Ärzten darum nicht selbst zu einem Behandlungsfall zu werden und das erlaubt einen schauspielerischen Umgang mit dem Psychotiker. Würde sich der Therapeut auf den psychotisch Kranken Patenten gefühlsmäßig einlassen, läuft er meiner Ansicht nach selbst Gefahr psychisch zu erkranken. Deshalb habe ich geschrieben, ein Therapeut der das tut und sich in den Patienten verliebt und nicht damit umgehen kann ist grottenschlecht.

gruß fluuu
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Laura
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Beitragvon Laura » Fr 17. Nov 2006, 22:05

Hallo fluuu!

Ich glaube eher, dass gute Therapeuten, die so etwas wie Menschenliebe besitzen, eher die Distanz als persönliche Sympathien schauspielern müssen. In manchen Büchern, die Therapeuten geschrieben haben oder Interviews mit Startherapeuten geben sie auch zu, dass sie manche ihrer Klienten sehr sympathisch fanden oder sogar verliebt waren. Deswegen müssen sie nicht gleich grottenschlecht sein. Ein Therapeut, der nur "Probleme" und keine Menschen behandeln will, ist wahrscheinlich der erste, der sich im Grunde nur selbst therapieren will.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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rosa
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Beitragvon rosa » Sa 18. Nov 2006, 01:00

Hallo fluuu,
"...ich habe Verständnis für Deinen Wunsch nach authentischem Gefühl, das hat wohl jeder Mensch aber das dann vom Therapeuten zu erwarten halte ich für überzogen. .."
Den Wunsch habe ich jetzt nicht, da ich eine solche Therapie vor vor vielen Jahren hatte. Ist also für mich keine Utopie, sondern gehabte Lebensgeschichte. Und diese mit Gefühlen gelebte Therapie von ca. 5 Jahren Dauer hat bestens funktioniert.
"...Er ist letzendlich ein Dienstleister am Klienten und keine persönlich privat ausgesuchte Person wie ein Partner oder Freund z.B.. Ich finde da sollte man unbedingt trennen..."
In der rein bürokratischen Definition ist er das sicher (auch), aber ich habe mir übrigens meine Thera ganz privat ausgesucht und um meine Therapie(-bezahlung durch die Krankenkasse) gekämpft.
"...Der Therapeut hilft beim Heilen einer Krankheit, gut zugegeben die Krankheit hat etwas mit negativen Gefühlen zu tun aber diese bezieht der Therapeut nicht auf sich, er bleibt mit seinen Gefühlen weitestgehend draußen und versucht die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. .."
Aber das heisst doch nicht, dass sich während einer Therapie dabei keine Gefühle auf beiden Seiten entwickeln. Ist doch keiner ein Automat.
"...Nur so kenne ich es aus der Behandlung von Psychosen, hatte schon mehrmals welche...."
Mit einer so extrem distanzierten Therapie wäre ich nicht weitergekommen.
"...Auch bei der Behandlung von Psychosen geht es meiner Meinung nach bei Therapeuten oder Ärzten darum nicht selbst zu einem Behandlungsfall zu werden und das erlaubt einen schauspielerischen Umgang mit dem Psychotiker...."
Warum soll denn ein offener und ehrlicher Umgang zu einer psychischen Krankheit des Theras führen? Sorry, das verstehe ich einfach nicht. Ich finde Schauspielerei doch sehr viel anstrengender.
"... Würde sich der Therapeut auf den psychotisch Kranken Patenten gefühlsmäßig einlassen, läuft er meiner Ansicht nach selbst Gefahr psychisch zu erkranken...."
Nee, habe ich bei meiner Thera nicht erlebt (übrigens auch nicht bei dem Assistenzarzt in der Klinik). Die konnten sich auf Psychoseinhalte und Gefühle einlassen. Gerade um dieses Durcheinander einzuordnen. Es war für mich wichtig, die Gefühlsäußerungen der Thera zu sehen, als ganz wichtiges Hilfsmittel für mich, um die Wirkung, die ich auf meine Aussenwelt hatte, zu erfassen und um gleichzeitig ein Vorbild zu haben, wie ich meine eigenen Gefühle erfahren, einordnen und geordneter ausleben kann.
"...Deshalb habe ich geschrieben, ein Therapeut der das tut und sich in den Patienten verliebt und nicht damit umgehen kann ist grottenschlecht..."
Das mit dem Verlieben finde ich auch nicht günstig, da finde ich, sollte er ehrlich sein und die Therapie lieber aufgeben und an einen Kollegen/Kollegin delegieren. Finde es dann schlecht, wenn die Therapie auf Biegen und Brechen weitergeführt wird.

Aber ich spreche nicht von Verliebtheitsgefühlen in der Therapie. Da gibts ja noch ein anderes sehr umfangreiches Gefühlsspektrum.

Gruss
rosa
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fluuu
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Beitragvon fluuu » Sa 18. Nov 2006, 18:01

... nun dann dann sei es so wie es Deiner Meinung nach
gut ist, ich möchte da einen anderen Umgang pflegen...

gruß fluuu
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tönchen
Beiträge: 6
Registriert: So 31. Dez 2006, 13:27

Beitragvon tönchen » Mi 17. Jan 2007, 15:09

hallo,,zusammen!

zu diesem thema hätte ich auch noch meinen senf dazuzugeben....
also, ich war 3,5 jahre bei einer verhaltenstherapeutin, wegen einer essstörung (binge).
im laufe dieser zeit sind wir uns schon ziemlich nahe gekommen, allerdings hat sie es geschafft, doch noch eine gewisse distanz zu wahren. ich hab das als unheimlich professionell empfunden, auf der einen seite diese nähe, und auf der anderen die prof. distanz.
jetzt, da meine therapie zu ende ist, sie in rente gegangen ist, haben wir immer noch kontakt, was mich wirklich sehr freut, da ich die person einfach gerne habe........ich denke, problematischer wird das ganze natürlich, wenn der therapeut von anderen geschlecht ist...ich weiss nicht, ob ich dann so locker damit umgehen könnte-aber das werde ich wohl nie erfahren :D


grüsse, tönchen

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Sheena
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Registriert: Fr 6. Okt 2006, 01:59

Beitragvon Sheena » Fr 19. Jan 2007, 00:22

Hallo,
meine Ärzte und Therapeuten sind alles Frauen außer mein HNO-Arzt. Ich habe es mir irgendwann vorgenommen nur noch zu gleichgeschlechtlichen Ärzten/Therapeuten zu gehen, da gibt es keine Probleme mit zwischengeschlechtlichen Gefühlen. Ich bin da natürlich besonders empfindlich auf diesem Gebiet, weil ich neben meiner Schizophrenie auch an Sozialer Phobie leide. Mir sind Beziehungen mit Männern immer irgendwie innerlich peinlich. Als meine Psychiaterin die Praxis verließ, wollte man mir einen Mann als Psychiater als Nachfolger vor die Nase setzen. Ich habe mich heftig dagegen gewehrt. Das wäre für mich äußerst unangenehm. So bin ich immer auf der sicheren Seite. Meine Psychiaterin verhält sich mir gegenüber distanziert, mit meiner Therapeutin ist das Verhältnis sowohl distanziert als auch auf Nähe aufgebaut. Von meiner Psychiaterin brauche ich keine große Nähe, die soll mir nur die richtigen Medikamente geben und mich verstehen.
Gruss, Sheena.

tönchen
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Registriert: So 31. Dez 2006, 13:27

Beitragvon tönchen » Sa 20. Jan 2007, 17:47

hallo roddi,
hmmmmmm, das ist so ne sache.....die frage ist, ob deine gefühle tatsächlich denen von verliebtheit ähneln, denn es ist nunmal so, dass deine psych.vielleicht näher an dein innerstes herankommt als vielleicht irgendwelche freunde oder frauen.....vielleicht fühlst du dich ihr auch nur sehr nah-was ja völlig in ordnung ist-und verwechselst das mit verliebtheit.
aber wenn es tatsächlich das ist, würde ich es vielleicht schonmal vorsichtig ansprechen......wer weiss, pychiater sind auch nur menschen.
ich hatte auch länger das gefühl bei meiner thera, dass ihr interesse an mir über die therapie hinausgeht, ich hab das dann aber auf die "therapieform" geschoben, ich dachte, vielleicht gehört das dazu.
aber, wie gesagt, langsam ertwickelt sich jetzt, da die therapie ja auch zu ende ist, soetwas richtung freundschaft. sie hat sich ausserdem-was ich seeeeehr nett finde!- spontan dazu bereiterklärt, mein buch über essstörungen, an dem ich im moment arbeit, durchzugehen und ggf. zu korrigieren.
ich muss sagen, diese therapie , mit GENAU dieser therapeutin hat mein leben soviel lebenswerter gemacht, dafür werde ich ihr ewig dankbar sein.
ich bin ein anderer mensch, ich LEBE!


in diesem sinne, ciao, tönchen

tönchen
Beiträge: 6
Registriert: So 31. Dez 2006, 13:27

Beitragvon tönchen » Sa 20. Jan 2007, 17:47

hallo roddi,
hmmmmmm, das ist so ne sache.....die frage ist, ob deine gefühle tatsächlich denen von verliebtheit ähneln, denn es ist nunmal so, dass deine psych.vielleicht näher an dein innerstes herankommt als vielleicht irgendwelche freunde oder frauen.....vielleicht fühlst du dich ihr auch nur sehr nah-was ja völlig in ordnung ist-und verwechselst das mit verliebtheit.
aber wenn es tatsächlich das ist, würde ich es vielleicht schonmal vorsichtig ansprechen......wer weiss, pychiater sind auch nur menschen.
ich hatte auch länger das gefühl bei meiner thera, dass ihr interesse an mir über die therapie hinausgeht, ich hab das dann aber auf die "therapieform" geschoben, ich dachte, vielleicht gehört das dazu.
aber, wie gesagt, langsam ertwickelt sich jetzt, da die therapie ja auch zu ende ist, soetwas richtung freundschaft. sie hat sich ausserdem-was ich seeeeehr nett finde!- spontan dazu bereiterklärt, mein buch über essstörungen, an dem ich im moment arbeit, durchzugehen und ggf. zu korrigieren.
ich muss sagen, diese therapie , mit GENAU dieser therapeutin hat mein leben soviel lebenswerter gemacht, dafür werde ich ihr ewig dankbar sein.
ich bin ein anderer mensch, ich LEBE!


in diesem sinne, ciao, tönchen


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