Rapid Eye Movement im Wachzustand

REMWachFragende
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Rapid Eye Movement im Wachzustand

Beitragvon REMWachFragende » Mi 28. Jun 2017, 16:18

Hallo,

meine Mitbewohnerin hat mich gebeten, etwas für sie zu recherchieren, was ihr an ihr selbst sorgen bereitet.
Mir ist an ihr aufgefallen, dass sie die Augen wie in der REM-Schlafphase bewegt, während sie mit mir redet.
Diese Episoden kommen täglich mehrmals vor und können 2-3 Sekunden oder auch länger dauern.
Sie selbst ist davon sehr erschrocken, ich finde auch, dass es unheimlich wirkt und habe das bei noch keinem anderen Menschen
beobachtet. Sie selbst merkt es nicht, auch nicht, wenn ich sie darauf aufmerksam mache, ist sie erschreckt und findet es unheimlich.
Sie schaut dabei in die Ferne oder in eine Ecke, jedenfalls nicht zu mir oder mich an.
Sie kann sich im Allgemeinen kaum durchringen, jemanden direkt anzuschauen, während sie mit ihm redet, wendet oft auch den Kopf ganz ab.
Sie sagt, sie kann sich dann besser auf das konzentrieren, was sie sagen will.
Sie diagnostiziert ihre Mutter selbst als mit dem Asberger Syndrom versehen und ihre Kindheitsgeschichten sind dementsprechend erschreckend.

Weiß hier vielleicht jemand über ein solches Phänomen Bescheid?
Vielen Dank schon mal und viele Grüße vom Bodensee
REMiW

Llllleona 5x.2
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Re: Rapid Eye Movement im Wachzustand

Beitragvon Llllleona 5x.2 » Do 31. Aug 2017, 22:28

Hallo!

Ich habe Phasen, in denen ich anderen Personen nicht in die Augen sehen kann. Wenn ich das tu, blinzel ich manchmal auch öfter (öfter als normal). Oder ich sag einer Person etwas und muss danach gleich wegsehen, weil ich den Augenkontakt nicht aushalte. Kann mir vorstellen, dass das andere möglicherweise irritiert, versuche, dies zu ändern, aber irgendwie passiert mir das trotzdem sehr oft.

Habe angeblich eine Autismusspektrumstörung. Das hat mir jemand bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gesagt, die mich noch nie vorher im Leben gesehen hat. Eigentlich glaube ich nicht dran, bin schon seit 2003 in psychotherapeutischer Behandlung (3 TherapeutInnen), war ein paar Mal auf der Psychiatrie, psychotherapeutische stationäre Aufenthalte, Tageskliniken bin in teilbetreutem Wohnen, bin in einer sozialtherapeutisch begleiteten Tagesstruktur, das wäre schon jemandem aufgefallen sein :-P

Habe schon öfter gelesen, dass Autismus nicht wegen einer schlimmen Vergangenheit auftritt, sondern dass es genetisch ist. So, Stand der Dinge in der Wissenschaft oder so ähnlich. Alles weiß aber die Wissenschaft auch nicht. Ich denke, es ist doppelt so tragisch, wenn jemand, der/die Autismus hat und dann auch noch viele schlimme Dinge im Elternhaus erfährt, noch einmal mehr belastend sein kann. (ich denke, Autismus ist schon schlimm genug und wenn dann auch noch die Eltern wenig Verständnis dafür haben, stell ich mir das für einen Betroffenen sehr-sehr schlimm vor (ja, Kinder müssen schon sehr viel aushalten, frage mich, wie sie so viel aushalten; naja, das sieht man doch an den vielen kaputten Menschen).

Um zurückzukehren zur Erfahrung: Glaube, bei mir ist dieses nicht-in-die-Augen-sehen-können eine sehr-sehr starke Sozialphobie und vielleicht noch viel größere Angst. Mein Selbstwert wurde von meinen Eltern ruiniert, meine Eltern haben mich isoliert (mit dem gleichzeitigen Wunsch, ich möge mir bitte Freunde suchen und manchmal: ich bin selbst schuld, wenn jemand mich irgendwie schlecht behandelt), ich habe mich selbst isoliert, damit ich die schlimmen Sachen nicht spüren muss, dafür habe ich zu viel von meinem Körpergefühl abgespalten, an dessen Konsequenzen ich heute sehr stark leide (mit hin u. wieder auftretenden Suizid-Wunsch, wenn ich glaube, das nicht mehr aushalten zu können, denn es ist einfach schrecklich!). Also wirklich maßlos geschwächt von den eigenen Eltern.

Ach ja: angeblich können Menschen mit Austismus nicht einschätzen, welches Verhalten in einer sozialen Situation angemessen ist. Ich kann mich sehr wohl Situationen entsprechend verhalten und kann meine Umgebung eigentlich gut einschätzen. Also denk ich nicht, dass ich Autismus habe.

Hoffe, dir ein wenig weitergeholfen zu haben. Weiß nicht, ob ich Selbsttests im Internet empfehlen soll. Geben vielleicht einen ersten Hinweis. Aber wenn deine Freundin genau wissen will, was los ist, würd ich mich an eine Beratungsstelle für Menschen mit Autismusspektrumstörung.

Grüße
Llllleona x
Manchmal ist mein Glas halbvoll,
manchmal ist mein Glas halbleer,
manchmal ist das Leben toll,
manchmal ist das Leben so besch*** wie ein verschissenes Katzenkisterl...

REMWachFragende
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Registriert: Mi 28. Jun 2017, 14:51

Re: Rapid Eye Movement im Wachzustand

Beitragvon REMWachFragende » Fr 1. Sep 2017, 11:10

Danke für deine Antwort,
ich werde ihr das ausrichten. Wobei sie ansonsten keine autistischen Verhaltensweisen zeigt.
Aber sie kann dann ja sehen, was sie daraus machen will.

Vielen Dank und viel Glück auf deinem weiteren Weg!


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