KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Heums
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KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Mo 30. Nov 2015, 19:42

Guten Tag :wink: ,

schon seit einiger Zeit faszinieren mich soziale Themen wie Politik, Wirtschaft, Religion oder Psychologie. Vor allem von den Big Five der Psychologie und den verschiedenen Facetten der Persönlichkeit war ich sehr angetan. Momentan steige ich in das größte Psycholabor ein, das es gibt: der Berufs-/Arbeitswelt.

Jeden Tag erlebe ich die selbe Leier, und unsere Gesellschaft ist erstaunlich solide. Doch manchmal staune ich darüber, wie lückenhaft die Liste der psychischen Störungen nach ICD-10F noch ist, vor allem ein Dorn im Auge ist der momentane Alleinanspruch des Begriffes Autismus. Autismus ist eine Zusammensetzung aus autos (αὐτός) selbst und ismus, was ein Seinszustand beschreibt. Damit wird ein Störungsbild pathologisiert, was in der Tat starke Beeinträchtigungen im Leben Betroffener auslöst. Daher plädiere ich nicht dafür, dieses Störungsbild aus der Liste zu streichen, eher gibt es etwas noch viel absurderes, was aus meiner Sicht auf die Nachlässigkeit psychiatrischer Studien, ja auf ein lahmes Tempo hindeutet. Vor allem liegt hierbei der Kritikpunkt in der Verblendung der psychiatrischen Forschung der letzten Jahrzehnte, die noch immer nicht die gesamte Pallette aller psychischen Erkrankungen und Besonderheiten entdeckt hat.

Und gerade beim Autismus ist schon eine unentdeckte psychische Erkrkankung da, die die ganze Zeit als logische Option zur Verfügung stand, aber lediglich symptomatisch bei einigen Erkrankungen wie dem HELFERSYNDROM und dem WILLIAMS-BEUREN-SYNDROM Gehör fand. Ich denke, die meisten Psychiater wissen bereits, weil es in aller Munde ist, was Autismus ist. :mrgreen:

Bei der beschriebenen Erkankung lässt sich folgendes Symptombild beschreiben: Außerordentlich großer Freundeskreis (Atemberaubendes Soziales Netzwerk), Gruppensucht, Verhaltensauffälligkeiten im Privaten, Probleme in Mathematik o.ä., Probleme beim Verstehen logischer Zusammenhänge, starke Redlichkeit
Positivsymptome, die in der Wirtschaft gefragt sind, sind Überzeugungskraft, außerordentliche Kommunikationsfähigkeit, außerordentliche Kontaktfähgkeit, sehr gutes Konfliktmanagement sowie der Drang, anderen zu zeigen, wie sie alle Selbstbewusstsein aufbauen können und erfolgreich in den Berusfsalltag einsteigen können. :-"
Negativ auf das Berufsleben wirken sich mangelnde Durchsetzungsfähigkeit, Dominanz, Selbstbewusstsein und mangelnder Ehrgeiz aus. Jedoch werden die allermeisten Social Skills von Betroffenen erfüllt.

Man kann davon ausgehen, dass es genauso viele Betroffene mit dieser Störung gibt wie Autisten. Klare Indizien für die Störung und all ihre möglichen Daseinsformen, deren Vielfalt ebenso groß ist wie beim Autismus, sind:
1. Ein Freundeskreis, der außerordentlich groß ist und aus mehr als 150 Bekanntschaften besteht: das Gehirn Betroffener kommt mit mehr Menschen klar als es bei einem gesunden Menschen der Fall wäre, die Obergrenze wird häufig überschritten. Die Freundschaften müssen real sein. Es ist vor allem in den armen Ländern nicht selten, dass manch eine Person einen ebensogroßen Freundeskreis aufweist, je ärmer die Länder, umso eher ist die Störung feststellbar.
2. Schlechte Noten in Gesellschafts- und Naturwissenschaften, sehr gute Noten in Sport, Kunst, Musik und Sprachen: Betroffene haben ein Hyperaktiver Sprachzentrum, während das Zentrum für logische Zusammenhänge kaum zum Einsatz kommt.
3. Es sind mehr Frauen als Männer betroffen: da Autismus überwiegend Männer trifft, ist davon auszugehen, dass die genannte Störung überwiegend Frauen betrifft.

Der Störung kann man den Namen KLERISMUS geben, was vor allem in der Soziologie und ihrem Gegensatzpaar begründet liegt. Klerismus ist eine Zusammensetzung aus ebenjenem Ismus und dem griechischen Begriff kleros (κλῆρος), was auf Deutsch Gruppe bedeutet. In der Soziologie spricht man von Individuum (αὐτός) und Gesellschaft (κλῆρος), was ebenjenes Gegensatzpaar begründet.

Autismus- und Klerismusforschung sind nicht zwei verschiedene Forschungsfelder, sondern ein und dasselbe, welches man als "Autismus- und Klerismusforschung" bezeichnen kann. Ebenso, wie Autismus in die eine Richtung vom Normalen abweicht, so weicht Klerismus in die andere Richtung vom normalen ab (rechte Hand und linke Hand), ein und dieselben Gegenden sind betroffen, die Uaswirkungen sind aber gegenteilig, streng genommen sollten Autisten und Kleristen sogar zusammen therapiert werden, denn was der Klerist zuviel hat (Freundschaften, Gruppenzugehörigkeit), hat der Autist dementsprechend zuwenig.

Gruß, Heums

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon fluuu » Di 1. Dez 2015, 12:25

Schöne Geschichte, etwas verworren aber durchaus unterhaltsam. Danke.
Kann die Problematik nicht ganz nachvollziehen weil sie mir in der Psycho-Szene so nicht bekannt ist,
jedoch wer neu im sozialen Bereich arbeitet kommt wohl auf so etwas, das gibt sich.
gruß fluuu

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Tom Sawyer » Di 1. Dez 2015, 22:44

Hallo Heums,

interessanter Beitrag, auf den ich gern einsteige...

Zunächst kann man m.E. "die gesamte Pallette aller psychischen Erkrankungen und Besonderheiten" nicht "entdecken". Denn sie existiert garnicht für sich. Was psychische Krankheit oder Besonderheit ist, wird vielmehr nur definiert und zwar immer wieder neu und auch anders, von Psychiatern und Psychologen, im Kontext der sich ständig wandelnden gesellschaftlichen Normen und Ansichten, wirtschaftlichen Interessen und psychiatrischen Behandlungsmethoden. Man kann sie in weiten Teilen letztlich nur erfinden.

Genau das, nämlich das Definieren und Erfinden, macht auch Dein Beitrag. Was Du beschreibst, ist eine Reihe menschlicher Eigenschaften und Verhaltensweisen, die so bestimmt auch in Kombination auftreten. Sozusagen ein "Typ Mensch". Man könnte ihn vielleicht auch einfach als typisch extrovertiert bezeichnen, psychologisch analysieren und ansonsten in Frieden lassen. Du fügst aber etwas hinzu und das ist ein typischer psychiatrischer Vorgang. Du definierst, oder implizierst vielmehr und nennst sie nicht, eine willkürliche Grenze für das Normale im menschlichen Charakter und pathologisierst das darüber Hinausgehende. Bezeichnest es als Krankheit und gibst ihr einen Namen. Du hast sie damit nicht entdeckt, sondern erfunden.

Die Krankheit "Klerismus" kann aber schon deshalb keine Krankheit sein, weil die darunter Leidenden sehr wahrscheinlich garnicht leiden. Sie fühlen sich vielmehr bei guter Gesundheit und bester Laune. Aber das geht ja manchen "Kranken" so, dass sie partout nicht krankheitseinsichtig sind und erst gemacht werden müssen. Ein verdächtiges Merkmal einiger und ausschließlich psychischer Krankheiten, welches von den Erfindern auch gern mal oder besser notgedrungen als Symptom der Krankheit noch dazudefiniert wird, damit die Sache auch hält. Und behandelt werden darf.

Grüße

Heums
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KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Di 1. Dez 2015, 23:50

Naja, Tom, was du schreibt, ist zum Teil richtig.

Die Methode, die ich hier anwenden, wurde nämlich auch vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler, dem Erfinder des Autismus angewandt. Er pathologisierte damit erst einmal nur einen sehr stark introvertierten, schüchternen Menschen. Allerdings hat sich die Autismusforschung verselbstständigt und definiert jetzt jeden als Autisten, der einenunterdurchschnittlichen Freundeskreis aufweist. Nicht alle Autisten sind introvertiert, bei AuReA@Salo zum Beispiel habe ich den Nils kennengelernt. Nils quatscht sehr umfangreich, die Menge an Wörtern, die aus ihm heraus rutschen, ist immen. Auch ich kann sehr gesprächig sein. Genauso, wie es eine Pauschalisierung von Autisten ist, wenn man sie als "introvertiert" bezeichnet, so auch bei Kleristen, wenn man davon ausgeht, dass alle "extrovertiert" seien.

Autismus fängt eher da an, wo man wenig bis gar kein Interesse für soziale Beziehungen (relations) aufbringt, obwohl man sehr geschwätzig ist. An der Grundschule habe ich viel Quatsch gemacht, jedoch war ich nie so richtig daran interessiert, mich mit Leuten zu verabreden.
Es gibt also auch introvertierten Kleristen, Mutter Theresa, Nelson Mandela und Mahatma Gandhi sind solche Beispiele. Introvertierten Kleristen neigen dazu, beispielsweise in spirituellen Bereichen oder via Meditationskursen die Massen anzuziehen.

Die Problematik beim Kleristen lässt sich wie folgt beschreiben: Der Klerist ist getrieben von seiner Integriertheit im sozialen Umfeld. Er macht sich keine großartigen Gedanken darüber, mit wem er sich verabredet und schafft es jeden Tag, tausende Verabredungen in seinen Kalender einzutragen. Kleristen sind Weltmeister im Absagen, sie sagen ihrem Freund am Telefon: 'Tut mir Leid, aber ich bin schon hier und da mit dem und dem verabredet, heute musste ich schon mehrere Absagen treffen, weil der gesamte Kalender für die nächsten 12 Wochen verplant ist.'

Und genau hier beginnt der Krankheitswert. Kleristen können nicht anders als dauernd irgendwas mit Freunden zu machen, und es dauert teilweise mehrere Jahre, bis alle Personen noch einmal besucht sind.
Kleristen führen Strichlisten mit all ihren tausenden von Freunden, wo die Anzahl der Treffen aufsteigend und das letzte absolvierte Treffen stehen. Ein Klerist führt mehrere oberflächliche Freundschaften, die nicht in die Tiefe gehen. KLERISTEN sind soziale Banken, die es nicht schaffen, von ihrer Anhäufung loszulassen.

So jetzt wisst ihr auch, warum ich dieses Störungsbild erwähnen. Autismus stellt das eine Extrem dar, Klerismus das andere. AUTISTEN denken nur und verabreden nichts, KLERISTEN denken nichts und verabreden nur!!!

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Tom Sawyer » Mi 2. Dez 2015, 13:35

Hallo Heums,

ach der Herr Bleuler war das? Der hat doch auch die Schizophrenie erfunden. Ein findiger Psychiater. Reich doch mal bei der WHO einen Vorschlag ein für Deine neue Erfindung. Die basteln grad am ICD11. Vielleicht rennst Du da offne Türen ein und wirst noch so berühmt, wie der Herr Bleuler.^^

Mutter Theresa, Nelson Mandela und Mahatma Gandhi waren Kleristen? Denkst Du echt, die haben nur verabredet aber nichts gedacht? Das würd ich dann unbedingt in den Vorschlag mit einbauen. Prominente Krankheitsfälle sind bestimmt überzeugend. Man sollte das Ganze dann wirklich ausdifferenzieren in introvertiert kleristisch gestört und extrovertiert kleristisch gestört. Und dann bietet sich immer auch eine bipolare Variante an. Sofern ein Klerist mal in sich kehrt, warum auch immer, hatter die autistisch-kleristische Störung. Die dann natürlich chronisch ist. Das kennt man ja.

Da fällt mir ein, Jesus Christus hatte ja Schizophrenie. Aber war der nicht auch ein Klerist? Kleristoide Schizophrenie oder schizoider Klerismus? Man könnte es vermuten. Er hatte doch unnormal viele Kontakte, hat ihnen redselig von den Stimmen in seinem Kopf erzählt und das sogar sehr überzeugend. Und was ist mit Hitler? Wär der nicht auch ein Paradebeispiel für einen introvertierten Kleristen? Ich finde allerdings eher, ein extrovertierter Autist. Mir wird ganz schwindelig im Dschungel der Diagnosen. An dem Hitler haben sich ja auch schon einige Psychiater die Zähne ausgebissen. Was der nicht alles schon gehabt haben soll und dann doch wieder nicht. Was denkst Du, was der hatte?

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Mi 2. Dez 2015, 15:04

[...]Sofern ein Klerist mal in sich kehrt, warum auch immer, hat er die autistisch-kleristische Störung. Die dann natürlich chronisch ist. Das kennt man ja.

Da fällt mir ein, Jesus Christus hatte ja Schizophrenie. Aber war der nicht auch ein Klerist? Kleristoide Schizophrenie oder schizoider Klerismus? Man könnte es vermuten. Er hatte doch unnormal viele Kontakte, hat ihnen redselig von den Stimmen in seinem Kopf erzählt und das sogar sehr überzeugend. Und was ist mit Hitler? Wär der nicht auch ein Paradebeispiel für einen introvertierten Kleristen? Ich finde allerdings eher, ein extrovertierter Autist. Mir wird ganz schwindelig im Dschungel der Diagnosen. An dem Hitler haben sich ja auch schon einige Psychiater die Zähne ausgebissen. Was der nicht alles schon gehabt haben soll und dann doch wieder nicht. Was denkst Du, was der hatte?
Man kann nicht autistisch-kleristisch sein, da die Ursachen der Behinderungen entgegengesetzt sind, allerdings werden mehrere Ursachen für sdie Störungen in Anbetracht gezogen, trotz alledem gleichen die sich so stark aus, dass man vollkommen normal ist, trotz zahlreicher Mutationen. Wenn ein Mensch Schizophrenie hat, so kann er durch sein gesellschaftliches Engagement viel bewirken. Allerdings glaube ich nicht, das Jesus Christus schizophren war. Hitler war nekrophil und hassgedrungen-aggressiv, er war weder Autist noch Klerist, was man schon am asozialen Charakter des Diktators festmachen kann.

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Tom Sawyer » Mi 2. Dez 2015, 17:19

Hallo Heums, so einfach ist die Sache nicht mit der Diagnostik.

Bei einer bipolaren Störung schwankt der Patient in Phasen zwischen den gegensätzlichen Extremen. Bei der manisch-depressiven Störung ist das so definiert.

Ein Mensch, der Schizophrenie hat, kann gesellschaftlich in der Regel garnichts bewirken, denn er wird mit hochpotenten Neuroleptika dauerbehandelt und ist davon meist so beeinträchtigt und über lang gesundheitlich ruiniert, dass sich seine gesellschaftliche Rolle auf die Kundschaft in Psychiatrie und betreutem Wohnen beschränkt. Und natürlich hatte Jesus Christus keine Schizophrenie, denn er lebte rund 2.000 Jahre vor der Erfindung dieser Krankheit. Man kann nicht haben, was noch nicht erfunden wurde. Würde er heute leben und sich einem Psychiater offenbaren, dann hätte er Schizophrenie. Die Sache mit dem Definieren und Erfinden muss man erstmal verinnerlichen.

Mit Hitler sollt man sichs nicht so leicht machen...
Nekrophilie? Wie kommst Du darauf? "Nekrophilie bezeichnet eine Sexualpräferenz, die auf Leichen gerichtet ist." Man kann ihm ja viel unterstellen, aber dafür gibts soviel ich weiß keinen Hinweis. "Hassgedrungen-aggressiv" find ich nicht im ICD. Und wie kannst Du sicher ausschließen, dass er kein Autist war, nur weil er asozial veranlagt war. Autisten sind ja nicht gerade durch soziales Verhalten gekennzeichnet.

"Fitzgerald hält viele von Hitlers überlieferten Zügen für ausgesprochen autistisch, besonders seine vielfältigen Obsessionen, seinen starrenden, leblosen Blick, seine soziale Unbeholfenheit, sein geringes Interesse an Frauen, seinen Mangel an persönlichen Freundschaften und seine Neigung zum monologischen Reden, die mit einer Unfähigkeit zu echten Gesprächen verbunden gewesen sei."

Dem Mann wurden schon alle möglichen Störungen angedichtet: Narzissmus, Borderline, Bipolar, Schizo, Psychopathie, Paranoia, PTBS, Hypochondrie, Dangerous Leader Disorder. Meine These: Je mehr Diagnosen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass alle nicht stimmen. Auch meine These: Der Mann war garnicht psychisch krank. Erstens hat ihm zu seiner Zeit niemand eine Diagnose gegeben. Mancheine wie die PTBS war noch nichtmal erfunden. Und außerdem halte ich seine Gestörtheit und Wahnvorstellungen am ehesten für eine Auswirkung des jahrelangen Drogenkonsums (Amphetamine).

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KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Mi 2. Dez 2015, 18:02

Tom, ich gebe die absolut Recht, als ich die Prominenz in meinem Beitrag erwähnte, rumorte in mir die Skepsis darüber, was ich schreibe. Hitler war kerngesund, er war durch sein Abgelehnt werden frustriert und lenkte seinen Frust gegen Millionen Opfer des Holocausts. Hitler war kerngesund aber besessen vom Bösen, nicht jeder Wahnsinnige ist automatisch psychisch krank.

Jesus Schizophrenie zu unterstellen, ist ein bisschen weit hergeholt, oder lassen sich seine "Heilwunder" etwa mit Schizophrenie erklären? Laut biblischer Überlieferung ist Jesus nichts anderes als ein Wesen halb Gott halb Mensch. Ich glaube sogar, dass Jesus, so wie er in der Bibel existiert, nur laut Überlieferung existierte. Wahrscheinlich war Jesus ein armer Bauer, der auf die guten Seiten des Menschen setzte. Außerdem werden die Heilwunder nicht von Jesus, sondern von Zeugen, genauso, wie der Zeuge Johannes den Teufel in der Wüste gesehen und gehört habe
Außerdem haben all die psychischen Störungen nichts mit Klerismus zu tun, ein Mensch, der bipolar ist, sollte beide Störungsbilder behandeln lassen, da ASS und KSS aber genetisch bedingt sind, gibt es hier kein Auf und Ab, sondern die Störungsbilder bleiben ein Leben lang gleich. Ich werde immer ein zu Späßchen neigen der Autist bleiben, auch im hohen Alter.

Gruß, Heums :wink:

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Su Wang » Mi 2. Dez 2015, 19:32

Hallo Ihr Lieben,

So sehr ich mich an solchen Texten freuen kann - ... immer irgendwie bedauernd, nachdem immerhin ja zu vermuten steht, sie könnten ernstgemeint sein -, so sehr ärgert mich dann aber auch, wo die Kontraargumentation sich in Plattheiten verläuft ...

Du wirst ja wohl wissen, Tom, daß Krankheiten nicht "erfunden" werden. Und so kann man sehr wohl schon an etwas leiden, was nur noch nicht erkannt, also entdeckt wurde. (Auf den konkreten Streitfall jetzt bezogen: Sofern nicht "man", dem das hier mangels jedes Beweises eben auch nur angedichtet wird, selbst schon die "Erfindung" an sich war. So nämlich würde es dann wieder stimmen: Ein nur Erfundener kann nicht an irgendwas gelitten haben.

Erfindung - ... und zwar, wenn's jetzt nicht ich gerade wieder bin, die nun endlich aber wirklich vollends verblödet wäre, dann ist's eben genau dieser daher-erfundene Name für die angebliche Sache: blöd, und auch noch ziemlich dilettantisch -, ist hier gerade nur die, nennen wir's am besten gleich mit einem griffigeren Namen: "Heums'sche Verschwörungstheorie".

Eh schon klar, daß Leute, die beseelt sind von dem Gedanken, auch mal Großes zustande zu bringen, und das dann am besten auch gleich noch zu Anfang ihrer noch ausstehenden Karriere - während man vielleicht neidisch auf jene blickt, Ausnahmetalente, und wär man gern selber auch eins von diesen - denen solches gelungen ist, der Sache gern auch selbst dann gleich einen Namen verpassen wollen. Aber warum dann nicht gleich den eigenen (der hier ja sehr wahrscheinlich auch wieder nur ein ausgedachter wäre, aber jedenfalls anders als dieser ziemlich in die Irre leitende ausgedachte.

Mir ist noch nicht so ganz klar, Heums, von welchen Du Dich mehr - ... ja, was ... ausgegrenzt ? - siehst, von den Autisten oder von jenen Anderen, die offenbar nicht im von Dir gewünschten Maße auf Dich eingehen, sodaß Du ihnen strafweise diesen Ismus andichtest.
Aber deswegen nun gleich eine hoch geheime Wissenschaft erfinden zu wollen, halt' ich doch für wenig zielführend.

Werd' Dir besser erstmal klar darüber, was es sein könnte, dessentwegen Du diese Leute, wie sie sich, statt sich auf ihre Nächsten im "richtigen Leben" einzulassen, an so unselige "Erfindungen" wie bspw. dieses Facebook hängen, wo sie dann genau das tun, was Du beschreibst, Du zu denen offenbar keinen rechten Draht mehr finden kannst.

Btw. erreicht mich, während ich dies schrieb, die Meldung, daß jenes "Ausnahmetalent" Zuckerberg, den ich für seine Erfindung nicht weniger hasse als den Erfinder der Atombombe, offenbar vom selben kosmischen Strahl getroffen wie weiland der Heiland ;) , den Großteil des ihm zugeflossenen Reichtums für gute Zwecke zu spenden beabsichtigt ...

... und das nun wieder hat mich sogleich zu Tränen rühren geschafft ...

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KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Mi 2. Dez 2015, 20:58

Im neuen ICD-11 ist Autismus auf jeden Fall schon integriert. Unter "07 Mental and behavioural disorders" findet unter dem Punkt "Neurodevelopmental disorders" der Punkt "7A20 Autism spectrum disorder" (ASS).

Nun müsste unter dem Punkt "Neurodevelopmental disorders" das Unterkapitel "Clerism spectrum disorder" (CSS) eingefügt werden. Die Definition sollte für einen Vorwchlag genügen. :wink:

Gruß, Heums

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon fluuu » Do 3. Dez 2015, 10:57

Natürlich kann man Krankheiten erfinden, KLERISMUS ist das beste Beispiel,
wer daran glaubt leidet und kann behandelt werden.
gruß fluuu

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Su Wang » Do 3. Dez 2015, 14:47

Ich denke nicht, daß da schon einer dran glaubt ;)

Der ertappte Erfinder sucht nur nach einer Form, die er seinen Fragen an die Welt und das Leben verleihen könnte.

... vielleicht noch nicht ahnend, warum resp. wo heraus ihm diese Fragen entstehen.

"Behandlung" braucht's da vorläufig noch keine.
Hinweise sollten vorerst helfen ;)

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Tom Sawyer » Do 3. Dez 2015, 15:53

An Klerismus glaubt noch keiner. Vielleicht, weil noch nicht im Diagnosehandbuch definiert, in Fachartikeln publiziert und durch Fachpersonal diagnostiziert. Wenn was neu erfunden wurde, glaubt erstmal noch keiner dran. Das ist normal und verständlich. Andere "Krankheiten" sind da schon weiter. Und an die glaubt ihr vielleicht, obwohls dafür noch nicht mal bessre Gründe gibt. Der Klerismus macht nur deutlich, wie das Erfinden funktioniert.

Gut möglich auch, dass die Erfinder bestimmter psychischer Krankheiten selbst an was leiden oder litten. Das will ich nicht betreiten. Der Fall Heums hat schon eine Diagnose, "Zu Späßchen neigender Autist".^^ Der Fall Bleuler ist im Nachhinein schwer nachvollziehbar. Ob er gelitten hat, weiß ich nicht, was den Krankheitsbegriff ja ausschließen würde, aber eine gewisse Störung könnte man ihm vielleicht zuordnen. Zum Beispiel sowas wie "eugenoide Paranoia". Aber das wäre auch wieder keine Krankheit, sondern Definitionssache. Denn zu seiner Zeit warn eugenische Ansichten nicht unbedingt abseits der gesellschaftlichen Norm. Die Eugenik jedenfalls ist nicht ganz frei von Relevanz bei der Frage nach der Erfindung psychischer Krankheiten, insbesondere der Schizophrenie. Denn Erfindungen haben immer auch ein Motiv. Das hast Du gut erkannt, Su.

Was dem Herr Heums sein Klerismus, war dem Herr Bleuler sein Autismus, und seine Schizophrenie. Beide Erfinder sind ertappt. Der Unterschied ist das oben erwähnte.

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KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Heums » Fr 4. Dez 2015, 17:07

Jedenfalls bin ich selbstbewusst genug, mich mit der Universität Heidelberg zusammenzusetzen, die Ursachen meines atypischen Autismus aufklären zu lassen und so über die Umkehrung der Ursachen den neuen Krankheitsbegriff "Endler'scher Klerismus" zu definieren, quasi als Umkehrungmeiner Form des Autismus. Daraufhin wird das Thema des Endler'schen Klerismus ebenfalls in den Medien besprochen und kann mir so als Unterform des " Atypischen Klerismus" den Ehrentitel "allererste, jemals propagierte und diagnostizierte Klerismus-Spektrumsstörung der Welt" einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde bescheren. Ich besitze damit die Urkunde als "allererster Entdecker einer Klerismus-Spektrumsstörung in der Geschichte" und könnte dafür sogar den Medizin-Nobelpreis bekommen. Mal schauen, wie weit ich mit der Neuentdeckung komme. :wink:

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Re: KLERISMUS - ein unsichtbarer Begleiter

Beitragvon Remedias » Mo 7. Dez 2015, 18:18

Ich würde auch an die Pharmafirmen schreiben, Pfitzer, Lilly etc. und deine Krankheit vorstellen. Wenn es irgendwo in ihren Schubladen ein Medikament dafür gibt, werden sie sich auf "Klerismus" stürzen , Kampagnen machen : " Hast du viele Freunde?" " Bist du eine Frau?" "Könnte es sein, dass du an Klerismus leidest?" etc, und du könntest recht wohlhabend werden.

Su Wang, natürlich werden Krankheiten "erfunden". Ich verlinke dir ein paar beispiele:
aus dem DSM http://www.spiegel.de/gesundheit/psycho ... 93739.html
Das Sissi Syndrom https://de.wikipedia.org/wiki/Sissi-Syndrom
HSSD ( mangelndes sexuelles Verlangen bei Frauen) http://www.welt.de/print/die_welt/wisse ... erung.html
DMDD - kindliche Wutanfälle (auch im DSM)
Der englische Begriff dafür ist "Disease Mongering".

Aus der Psychiatrie gibt es überhaupt Beispiele wie die
"symptomarme Psychose" = Patient benimmt sich völlig normal und weigert sich mit dem Psychiater zu sprechen.
Der Betrüger Postel hat als Psychiater auch Diagnosen erfunden, die ihm die Fachkollegen nur zu gerne abgekauft hatten, wie die " bipolare Psychose zweiten Grades.

liebe Grüße Remedias


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