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Angelita
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Beitragvon Angelita » Mo 1. Nov 2004, 16:48

Hallo gneemlschn

Wer sind Sie? Was wollen Sie? Was bezwecken Sie mit dem Eintrag? Welche Motivation steht dahinter? Warum dieser Aufruf? Wofür brauchen Sie diese Infos?

Ohne Zweifel, jeder Suizid ist dragisch. Für den, der ihn macht u. für die die zurück bleiben müssen.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

SuMu
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Beitragvon SuMu » Mo 1. Nov 2004, 17:44

hallo angelika
wichtige fragen, die du da gestellt hast :!:
viele Grüße
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Franz Engels
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Beitragvon Franz Engels » Mo 1. Nov 2004, 21:28

Hallo gneemischn,

auch mir stellen sich ähnliche Fragen wie Angelita und SuMu. Vor allem diese: Was haben Sie vor und was ist Ihr Motiv für diesen Post...? :-k

Freundliche Grüsse

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Laura
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Beitragvon Laura » Mo 1. Nov 2004, 22:48

Scientology, ick hör' Dir trapsen! :evil:

Weiß nicht, warum sich Scientology gerade psychisch Kranke als besondere Zielgruppe ausgesucht hat oder haben Sie tatsächlich ein privates Interesse und geilen sich tierisch an dem Thema auf? Wie ich Sie verstanden haben, suchen Sie möglichst reißerische Schockerberichte. Wozu? Also, ich für meinen Teil kann damit nicht dienen, mir ist auf den geschlossenen immer noch geholfen worden.

Laura

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Franz Engels
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Beitragvon Franz Engels » Mo 1. Nov 2004, 22:55

Danke für Ihre Antwort. Dann sehen Sie sich gut um, wenn Sie mal hineinkommen in so eine Klinik. Es interessiert mich, ob es Patienten gibt, die Ihre Motive überzeugend finden und sich für Ihr Experiment zur Verfügung stellen. Ich selber habe allerdings immer noch nicht verstanden, was Sie eigentlich mit all den gesammelten Erfahrungsberichten und Eindrücken machen wollen, wozu Sie sie sammeln und weshalb auf diese Weise. Sie könnten ja viel einfacher auch einfach hier im Forum Fragen stellen.

Sei's drum. Freundliche Grüsse

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deepnight
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Beitragvon deepnight » Di 2. Nov 2004, 08:39

Ich war auf ganz normalen geschlossenen Abteilungen und hier meine Kritikpunkte. Gewalt ging von meinen Mitpatienten, nicht vom Pflegepersonal aus. Ich wurde von Mitpatienten verprügelt und bestohlen. Die Mitpatienten waren extrem übergriffig, die Aufenhaltsräume innerhalb kürzester Zeit total zugesifft. Es gab einfach zu wenig Pflegepersonal und zu viele schwer Kranke auf zu engem Raum.
Einmal habe ich eine Fixierung miterlebt. Eine Frau, die in den Schränken ihrer Mitpatienten herumkramte, Sachen an sich nahm und in fremde Betten urinierte, wurde für kurze Zeit fixiert. Sicher eine Folge des Personalmangels, daß nicht anders auf diese verwirrte Frau reagiert werden konnte. Ich fand es jedenfalls total ätzend, daß da ein Haufen komplett verwirrter Leute zusammen eingesperrt und sich mehr oder weniger selbst überlassen wurde.
Das Pflegepersonal erlebte ich bemüht, aber überfordert. Und die Überforderung liegt nicht an der Bösartigkeit des Pflegepersonals, sondern daran, daß für die Psychiatrie zu wenig Geld da ist.
Gruß, Helene
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Beitragvon SuMu » Di 2. Nov 2004, 09:18

gneemlschn hat geschrieben: ein Bekannter hat vor ein paar Jahren sich freiwillig in mehrere geschlossene (und offene) Abteilungen begeben. Ihn hat interessiert, ob etwas Wahres dran ist am "Monitor"-Bericht über ominöse Vorfälle und Zustände in psychiatrischen Krankenhäusern.
so als hobby? kann er sich nicht anders beschäftigen?
gneemlschn hat geschrieben: Ich interessiere mich sehr dafür und sammle Berichte, authentische Erfahrungen und darüberhinaus würde ich mir selbst gerne mal ein Bild davon machen. Da ich den Weg der "Pseudozwangseinweisung" nicht einschlagen möchte, wären Kontakte notwendig, oder besuchbare Patienten oder ähnliche Hinweise.
WARUM? was willst du damit machen?
viele Grüße
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Kratz
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Beitragvon Kratz » Di 2. Nov 2004, 09:49

Grüß Dich gneemischn,

Detlev
Zuletzt geändert von Kratz am Fr 12. Nov 2004, 01:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon SuMu » Di 2. Nov 2004, 10:15

hallo gneemlschn

(zyn)dann betreue doch einen psychisch kranken, du bekommst sogar eine vergütung dabei
(/zyn) und kannst somit private studien betreiben. :evil:
viele Grüße
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Beitragvon Franz Engels » Di 2. Nov 2004, 10:59

Hallo gneemischn,

Sie lösen mit Ihrer Anfrage einige Unruhe aus, das finde ich interessant, es ist aber ja auch klar. Mir kommt auch die Frage, warum Sie es nicht über eine Ausbildung oder eine offizielle gemeinnützige Arbeit in einer Einrichtung Ihrer Wahl probieren. Das ist doch der übliche Weg, sich einem Interessengebiet im sozialen Bereich anzunähern.

Freundliche Grüsse

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Beitragvon deepnight » Di 2. Nov 2004, 12:59

gneemlschn hat geschrieben:
Darf ich fragen, wo sie die Erfahrungen mit jener fixierten Frau gemacht haben ?
gneemlschn
Ich denke, das tut nichts zur Sache. Die Situation mit zu wenig Pflegekräften, zu vielen schwer Erkrankten und zu wenig Raum ist typisch für deutsche Psychiatrieen.

Ich habe niemals böswilliges Pflegepersonal erlebt, kann also mit solchen Berichten nicht dienen. Eher Pflegepersonal, das sich sehr bemüht hat, trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen das Beste für die Patienten zu tun.

Ehrenamtliche Hilfe wäre sicher sehr wichtig und ich finde es einen guten Ansatz, wenn du da etwas tun willst. Ich befürchte aber, daß du nur eigene Vorurteile bestätigt haben willst. Vielleicht ist es ein guter Weg, selber mal in solche Stationen zu schauen, um zu überprüfen, was denn nun wahr ist. Ich will nicht bestreiten, daß es schwarze Schafe unter den in der Psychiatrie Tätigen geben mag, aber ich habe persönlich nie eines erlebt.

Gruß, Helene
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Lydia
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Beitragvon Lydia » Di 2. Nov 2004, 16:28

Guten Tag gneemlschn!
gneemlschn hat geschrieben:Was ist denn so verwerflich daran, wenn ich einen Patienten besuche, mit diesem spazierengehe, rede, mich mit ihm auseinandersetze, Schach spiele o.ä., auch wenn ich andererseits auch Eindrücke sammeln möchte ??
Es ist nicht verwerflich, wenn man einen Patienten besucht, es ist in meinen Augen aber verwerflich, wenn man es nur aus eigenen Interesse tut, um eigene Bedürfnisse zu stillen. Sie besuchen die Patienten ja nicht um deretwillen, sondern nur, um ihre Sensationslust (oder was auch immer Sie treibt) zu befriedigen. Und dann noch gönnerhaft zu sagen, dass Sie als Gegenleistung ja immerhin mit ihnen Schach spielen, spazieren gehen o. ä., empfinde ich als ziemlich herablassend und arrogant.

Es ist ja schon fast abartig, wie Sie einige Sätze formuliert haben:
gneemlschn hat geschrieben:Sie dienen meinem Interesse, meiner Faszination, meiner Antwort auf meine unbewussten Träume..........Ich interessiere mich sehr dafür und sammle Berichte............wären Kontakte notwendig, oder besuchbare Patienten oder ähnliche Hinweise.............das mich seit Jahren auf bestimmte Art und Weise fasziniert, das selbst meine unbewussten Träume infiziert
Falls ich irgendwann mal in eine psychiatrischen Anstalt eingewiesen werden sollte, hoffe ich mal, dass ich Sie dort nicht treffe. Denn als Patient möchte ich Ihnen nicht dazu dienen, Ihre unbewussten Träume zu beantworten. Da dreht sich mir ja echt der Magen um.......
Ich würde mich dem Menschen annehmen, ich würde mich auch für IHN interessieren, ich würde auch IHN besuchen, es wäre also eine Symbiose aus "Eindrücke sammeln wollen" und "ehrlichem Interesse für den Patienten
Wie gütig von Ihnen!

Gruß

Lydia

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Laura
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Beitragvon Laura » Mi 3. Nov 2004, 05:42

Hallo, gneemschln!

Bitte bedenken Sie, dass es Patienten auf der geschlossenen sehr schlecht geht. Ich finde es sehr seltsam, dass Sie sich in so offenkundiger Weise an Therapiebedürftigen selbst mit ihren angedeuteten Träumen therapieren möchten. Falls Sie den "Brief an den Vater" von dem von Ihnen zitierten Hermann Hesse kennen, der darin live aus der Psychiatrie schreibt: Seit Hesses Jugend haben sich die Zustände in der Psychiatrie deutlich verbessert! Und da Sie von Schriftstellern sprachen, die von dem Thema so fasziniert waren: Schriftsteller schreiben und schrieben über die Psychiatrie erst, wenn sie sie selbst mal als Patient erlebt hatten.

Grüße

Laura

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deepnight
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Beitragvon deepnight » Mi 3. Nov 2004, 08:26

Hallo gneemlschn

ich würde ihnen raten, sich den Bürgerhelfern anzuschließen. Die helfen ehrenamtlich und sind auch in Versorgungssystem etabliert. Von dort aus können Sie Kontakte knüpfen und Patienten auch in der Klinik begleiten. Die Bürgerhelfer finden Sie z.b. über die Angehörigengruppe, die können ihnen da sicher weiterhelfen. Ich finde dieses ehrenamtliche Engagement sehr wichtig und es gibt ja viele Kranke, die niemanden haben, der sie begleiten könnte.

Im Dezember kommt der Roman "Die Schattenseite des Mondes" bei Rowohlt heraus. Darin wird auch realistisch die heutige Behandlung der Schizophrenie in der Klinik beschrieben, auch in der geschlossenen Station. Sowohl das Negative, als auch das Positive. Wäre vielleicht mal ein zeitgemäßer Lesestoff:-).

Mich hat meine schizophrene Psychose schon mehrfach auf die geschlossene Station geführt. Und meine Kritik an diesen Stationen ist, daß viel zu viele schwer Kranke dort auf viel zu wenig Personal treffen und auch die räumlichen Verhältnisse zu beengt sind.

Gruß, Helene
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Lydia
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Beitragvon Lydia » Mi 3. Nov 2004, 08:27

Guten Morgen!
Sie finden es tatsächlich arrogant und herablassend !?
Ja, weil Sie die Patienten für Ihre Interessen "benutzen" wollen. Sie wollen sie lediglich dazu benutzen, um Ihre Träume bestätigt zu kriegen.

Sie stellen mich als kalten, gefühllosen und sensationsgierigen Menschen dar.
Wissen Sie wann sich eine Freundschaft anbahnen kann und wann nicht ?
Ich denke jedenfalls, dass sich keine Freundschaft anbahnen kann, wenn das Interesse nur einseitig ist.
Wie Sie schreiben, wollen Sie prüfen, ob Ihre Träume der Realität entsprechen. Was hat das mit Freundschaft und Interesse am Patienten zu tun? Sie haben kein Interesse an den Menschen, denn Sie kennen die Menschen ja gar nicht. Sie wollen nur Ihre Träume bestätigt wissen (oder auch nicht). Und dann? Was wird dann aus dem angeblichen Interesse am Menschen?
Im Psychiatriemuseum liegt ein Buch zum Verkauf. Mit folgendem Inhalt: 2 ehemalige Frauen berichten von ihren Tagen in der geschlossenen Abteilung.
Ich sehe da aber schon einen Unterschied, ob Patienten selber ein Buch über Ihre Situation schreiben oder ob Patienten dazu missbraucht werden, anderer Leute Träume zu bestätigen. Denn das Buch schreiben sie ja freiwillig, weil sie von Ihrer Zeit in der geschlossenen Abteilung ja berichten wollen. Sie wollen sich mitteilen.
Bei Ihrem Vorhaben werden die Patienten jedoch eher ausspioniert und für Ihre Interessen benutzt.
Was denken sie, was für Menschen kaufen diese Bücher ? Sind das in ihren Augen alles Menschen mit Sensationsgier ?
Warum kaufen die Menschen diese Bücher ?
Sie haben Recht, es sind vermutlich Menschen wie Sie, die, aus was für Gründen auch immer, Interesse daran haben zu erfahren, wie es in einer geschlossenen Abteilung zugeht. Nur, wie ich schon geschrieben habe, ist hier der Unterschied, dass die Initiative von den Patienten selber ausgeht.
Selbst das Auseinandersetzenwollen mit einem traurig-einsamen Menschen fehlt nicht, der Wille, ihn oder sie wieder auf den "richtigen", glücklicheren Pfad zu bringen.
Diesen Satz z.B. finde ich arrogant. Wie kommen Sie darauf, dass Sie in der Lage sein könnten, den Patienten wieder auf den "richtigen" Weg zu bringen? Ich will hier ja nicht rumphilosophieren, aber was ist der "richtige" Weg? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Art "Trampelpfad des Glücks" gibt, auf dem Sie als Touristenführer die armen Patienten herausführen aus dem Sumpf, in dem sie stecken.
Sie beäugen so mißtrauisch meine Faszination. Ja, vielleicht ist sie selten, vielleicht etwas unbegreiflich, doch sie ist eben vorhanden.
Ich finde Ihre Faszination nicht unbegreiflich. Jeder Mensch hat vermutlich so seine "Macken". In der Hinsicht möchte und kann ich mir gar kein Urteil bilden. Ich finde nur Ihre Vorgehensweise merkwürdig.
Wie kann man sich so schnell ein Bild von jemandem malen !? Unglaublich !!
Ich muss ja ein regelrechtes Ungetüm für sie sein
Ich habe mir kein Bild von Ihnen gemalt. Dafür, da gebe ich Ihnen Recht, kenne ich Sie nicht. Aber die Art und Weise, wie sie Ihre Wünsche ausdrücken lässt mich schon stutzig werden. Denn Sie haben ja selber geschreiben, dass diese Patienten Ihren Interessen dienen sollen. Und ich habe Ihnen lediglich mitgeteilt, dass ich es mir als Patientin nicht wünschen würde, jemanden zu dienen.
Ich wünsche Ihnen mehr Herzenswärme und Vertrauen.
Ich gebe da jetzt einfach mal Ihre eigenen Worte zurück: "Wie kann man sich so schnell ein Bild von jemandem malen !? Unglaublich !!"
Es geht hier nicht darum, ob ich Herzenswärme und Vertrauen habe, sondern darum, ob man es Ihnen entgegenbringen sollte.
Ihnen, Lydia, ein wahrhaftiges Lächeln schenkend
Danke!

Gruß

Lydia


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