Personal sollte besser ausgebildet werden

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hustensaft
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Personal sollte besser ausgebildet werden

Beitragvon hustensaft » Fr 20. Jun 2008, 06:13

ich kann ein paar Situationen schildern. einmal sollte ich zum tanztee in einer psychiatrischen klinik gehen dort wird tee getrunken und getanzt. ich hatte aber keine lust zum tanzen. dann hat der ergotherapeut zu mir gesagt "Leute die nicht tanzen wollen sollte man gleich auf die Fresse hauen" das hat bei mir Angst ausgelöst :sad: . eine andere Situation. ich hole immer pünktlich meine medikamente von den schwestern und pflegern ab. einmal hat ein pfleger zu mir gesagt das ich zum patienten des monats erklärt werde weil ich immmer pünklich meine medikamente abhole und sehr renitent sei. dann hab ich gefragt was renitent bedeutet darauf er "gute frage stressmachend" und dann hat er gesagt ich sei garnich renitent und hat mich umarmt. ich finde solches personal sollte besser ausgebildet werden bevor es auf die psychisch kranken losgelassen wird :evil: . gruß hustensaft
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Angelita
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Beitragvon Angelita » Fr 20. Jun 2008, 19:39

Hallo hustensaft

Sie haben vollkommen recht, Pflegepersonen mit solch unsensibler Art dürften gar nicht mit Kranken arbeiten - egal ob seelisch o. körperlich krank. Ich bin bestürzt über Ihre Beispiele, sie sind verletzend selbst für Gesund. Konnten Sie sich dagegen wehren? Hatte das keine Konsequenzen für den Pfleger?

Ich wünsche Ihnen in Zukunft nur anständige u. sensible Pfleger.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

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hustensaft
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Beitragvon hustensaft » Sa 21. Jun 2008, 06:46

Wenn ich das irgendwem erzähle glauben sie mir nicht oder sie sagen dass ich es in den falschen Hals bekommen hab. Gruß hustensaft
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hustensaft
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Beitragvon hustensaft » Sa 21. Jun 2008, 06:50

Ich weiß nicht ob es einen emotionalen Intelligenztest gibt aber das wär was für solches Personal.
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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 22. Jun 2008, 14:04

Hallo,

nenne sie lieber Profis weil sie Geld bekommen für die Arbeit und es hat ein wenig etwas gefühlsmäßig abwertendes. Personal klingt wie Hausdiener beim Adel, das trifft einfach nicht zu.

Man kann sich als Patient auf der Station die Menschen nicht aussuchen die um einen drumrum sind, weder die Mitpatienten noch die Pfleger und Ärzte. Aber auch die Anderen müssen mit einem selbst auskommen.

Wo Menschen zusammenkommen "menschelt" es wie es so schön heißt, es werden Fehler gemacht, es gibt Übergriffe, Verletzungen und Missverständnisse usw. Da ist eindeutig im Vorteil wer Humor hat und nicht alles sofort gegen sich bewertet. Wer es doch tut wird drauf hingewiesen und kann es Lernen. So gehören immer mindestens zwei dazu damit es ein Dialog wird.

In der Beziehung zwischen Pfleger und Patient auf Station ist eindeutig der Patient derjenige der etwas neues Lernen sollte, der Pfleger lernt zwar auch Neues aber nicht am Patienten sondern eher auf Weiterbildungen. Wie sich nun die Beziehung Pfleger/Patient gestaltet hängt von beiden ab und ist ganz individuell verschieden.
Vorauseilender Gehorsam z.B. ist auf Station nicht die alles lösende Tugend, ich finde das gut, Eigenverantwortung ist eher eine Tugend.

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Stille
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Beitragvon Stille » So 22. Jun 2008, 18:04

Hallo fluuu,
nenne sie lieber Profis weil sie Geld bekommen für die Arbeit und es hat ein wenig etwas gefühlsmäßig abwertendes. Personal klingt wie Hausdiener beim Adel, das trifft einfach nicht zu.
... eben das ist ja das Problem welches hier beschrieben wurde. Professionalität setzt nunmal eine gewisse Qualifikation voraus, die hier dem "Personal" abgesprochen wurde. Bei einigen Menschen hilft aber auch die nicht, da bestimmte persönlichkeitsbedingte Voraussetzungen fehlen. Da kann man sich noch so sehr fortbilden. Ich finde übrigens den Begriff Personal überhaupt nicht abwertend, er wird in der Wirtschaft ja üblicherweise auch gebraucht.
In der Beziehung zwischen Pfleger und Patient auf Station ist eindeutig der Patient derjenige der etwas neues Lernen sollte, der Pfleger lernt zwar auch Neues aber nicht am Patienten sondern eher auf Weiterbildungen.
Auch das finde ich zu reduziert. Wir lernen doch täglich miteinander und entwickeln uns weiter. Gerade in Berufen die von zwischenmenschlichen Kontakten leben. Der "Pfleger/in" würde eine große Chance verpassen, manche wollen das sicher auch nicht wahrhaben.

In diesem Sinne
Stille

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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 22. Jun 2008, 18:30

Hallo Stille,

was willst Du nun damit sagen?
Die Pfleger haben sich zu Ändern und die Patienten können so krank bleiben wie sie sind?
Bevor in einer psychiatrischen Einrichtung ein Kranker einen Gesunden erfolgreich kritisieren kann, muss er beweisen, dass seine gesunden Anteile überwiegen, ansonsten wird er nicht ernst genommen.
Lasse mir doch auch nicht von einem Kranken Erzählen wie eine gesunde Lebensphilosophie ausschaut, einer der die Krankheit erfolgreich überwunden hat, der weiß es am besten.

Soll heißen, egal wie Profis reagieren, bin für meine Gesundung selbst verantwortlich und nur das sollte mich motivieren an meiner Entwicklung zu Arbeiten.
Ob da mal ein böses Wort fällt oder nicht sollte nicht so viel Gewicht bekommen, egal von welcher Seite.
Man hat als Kranker gegenüber einem Gesunden in einer psychiatrischen Einrichtung keine Chance wenn der Gesunde das nicht will. Das ist auch gut so, denn sonst hätte die Krankheit die Macht über alles und das Leben wäre verwirkt.
Finde es in Ordnung, dass gesundes Empfinden und Kompetenz die Macht haben.

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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 22. Jun 2008, 19:40

fluuu hat geschrieben:
Lasse mir doch auch nicht von einem Kranken Erzählen wie eine
Man hat als Kranker gegenüber einem Gesunden in einer psychiatrischen Einrichtung keine Chance wenn der Gesunde das nicht will. Das ist auch gut so, denn sonst hätte die Krankheit die Macht über alles und das Leben wäre verwirkt.
Finde es in Ordnung, dass gesundes Empfinden und Kompetenz die Macht haben.
Das verstehe ich nicht so ganz, @fluuu. Mir ist doch nicht automatisch jeder überlegen, nur weil er gesund ist und ich krank.
lieber Gruß Remedias

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Stille
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Beitragvon Stille » So 22. Jun 2008, 20:07

Hallo Fluuu,

genau das will ich sagen ;-) Schau mal, wenn ein Pfleger/in in der Chirugie eine Wunde nicht richtig behandelt und sie sich dadurch infiziert und entzündet, dann liegt es doch nicht an der Unfähigkeit des Patienten, sein Abwehrsystem entsprechend zu motivieren.

Unfähige "Profis" können genauso gut großen Schaden anrichten. Warum sollte ein "Kranker" einen Behandler oder eine Einrichtigung nicht kritisieren können?! Eben weil ich für mich selbst verantwortlich bin, muss ich doch versuchen eine gute Behandlung für mich zu ermöglichen. Natürlich ist das nicht immer so einfach, weil viele Menschen die krank, sich auch nicht mehr wehren können, an sich selbst zweifeln und am Sinn der Behandlung. Deshalb haben Menschen die mit Menschen arbeiten eine besondere Verantwortung.

In diesem Sinne
Stille
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß sie nicht hinter dir her sind ;-)

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Stille
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Beitragvon Stille » So 22. Jun 2008, 20:09

.. ach und mir fällt noch was ein. Glaubst du wirklich, dass alle Menschen die "Profis" auch "gesund" sind?!

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Beitragvon Hannah71 » So 22. Jun 2008, 21:14

Hallo Hustensaft,
was hielt Dich davon ab die besagten Misstände in dieser besagten Einrichtung,an der richtigen Stelle vorzubringen. Sich hinterher beschweren und sich auszulassen ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg das zu ändern. Krankenschwestern und Pfleger erbringen eine Dienstleistung, wenn diese nicht regelrecht erbracht wird gibt es auch heute noch die Möglichkeit mit der Pflegedienstleiterin zu sprechen. Dieser steht das pflegerische Personal unter und ich versichere dir das es für alle involvierten die beste und einfachste Art ist das abzustellen. Sich im Forum hinstellen und erzählen was einem schlimmes wiederfahren ist und wie schlimm alles ist ist nicht fair. Ich bin selber Krankenschwester ,weiss das es solche Pflegekräfte gibt,und wünschte mir allzu oft das jemand mal etwas sagt,ich kenne es auch zur Genüge das Fragen nach der Zufriedenheit mit "Ja klar, Toll, alles bestens" beantwortet werden und dann hintendrein war alles schlimm.Es ist mir auch klar das in einigen Gegenden die Unterversorgung mit Fachkräften/fachärzten dazu führt, das man diese Klinik wiederholt aufsuchen muss, gerade unter diesem Aspekt sehe ich doch zu das ich mich als Patient sicher fühle.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

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justus jonas
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Beitragvon justus jonas » Mo 23. Jun 2008, 09:23

fluu hat geschrieben:
Wo Menschen zusammenkommen "menschelt" es wie es so schön heißt, es werden Fehler gemacht, es gibt Übergriffe, Verletzungen und Missverständnisse usw. Da ist eindeutig im Vorteil wer Humor hat und nicht alles sofort gegen sich bewertet.
Das finde ich ein wenig einfach.
Wer z.B. eine schwere Depression hat, der kann solche Dinge schwerlich nicht persönlich oder gar mit Humor nehmen.
Das gehört sogar zum Krankheitsbild. Der Patient würde sich sofort verletzt, zurückgewiesen und weniger wert vorkommen.

Ich finde sowas sehr bedenklich. Das personal sollte besser geschult sein.
Solch krasse Fehler, wie oben von Hustensaft erläutert dürfen einfach nicht vorkommen.

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Einfach gesagt

Beitragvon Hannah71 » Mo 23. Jun 2008, 12:33

Auch richtig, wem eine schwere Depression plagt kann sich dagegen nicht wehren, im Moment. Wenn er jedoch geht oder entlassen wird kann er es doch wieder. Erst recht wenn er sich in der Öffentlichkeit so äussert, wird er es doch schaffen eine anonyme e-mail an die Klinik zu senden. Es gehört zum erwachsenensein auch dazu, das man unangenehme Dinge sagt, da wo sie hingehören.
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Beitragvon Hannah71 » Mo 23. Jun 2008, 14:09

Oh nein; die Psychiatrie ist kein Erziehungslager es ist eine Klinik, die sich in aller Regel der Patienten annimmt. Der Aufenthalt dient nicht dazu jemanden zu erziehen, er dient der Anamnese, Diagnostik, Therapie. Natürlich gibt es Regeln an die sich jeder zu halten hat, diese dienen in erster Linie nicht dazu die Erziehung der Patienten voranzutreiben sondern die Therapie aller Patienten zu gewährleisten. In aller Regel werden diese auch nicht willkürlich vom Pflegepersonal aufgestellt sondern sind Bestandteil des Krankenhausvertrages.
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justus jonas
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Beitragvon justus jonas » Di 24. Jun 2008, 11:09

Also ich möchte Keksekekse auch entschieden widersprechen!
Ich weiß ja nicht, was du für schlechte Erfahrungen gemacht hast, aber ich habe es anders erlebt.
Mir hat es in der Psychiatrie zwar nicht gefallen, aber das hatte nichts mit den Ärzten oder dem Personal dort zu tun. Die waren alle sehr freundlich und um das Wohl der Patienten besorgt und haben sich gekümmert.


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