Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Biene
Beiträge: 38
Registriert: Di 24. Aug 2004, 18:22
Wohnort: Brandenburg

Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon Biene » Do 7. Okt 2004, 11:23

Viele Mitglieder dieser Seite reden hier in diesem Forum über ihre teilweise sehr erschütternden Erfahrungen die sie als Patienten mit Ärzten, Pflegepersonal und stationären Einrichtungen gemacht haben.

Mich würde einmal interessieren, wie diejenigen damit umgegangen sind. Was tun die Betroffenen das Ihnen und anderen das gleiche nicht nochmals widerfährt .Es gibt kontrollierende Stellen,
hat sich schon mal jemand an die Ärztekammer oder den Medizinischen Dienst gewendet?

Über Antworten mit Euren Erfahrungen würde ich mich sehr freuen!!!!


Biene

Benutzeravatar
deepnight
Beiträge: 998
Registriert: Di 2. Dez 2003, 17:27
Wohnort: 71272 Renningen
Kontaktdaten:

Beitragvon deepnight » Do 7. Okt 2004, 14:55

Hallo Biene,
ich habe damals angefangen, mich in der Betroffenenbewegung zu engagieren um so auf der psychiatriepolitischen Ebene etwas zu bewirken. Außerdem bin ich regelmäßig als Referentin an der FH für Sozialarbeit und erzähle den Studentinnen, was in der Psychose wichtig für den Betroffenen ist. Auch in der Pflegeausbildung war ich schon eingeladen...
Grüßle, Helene
Jetzt und Hier

Benutzeravatar
moni
Beiträge: 3629
Registriert: Di 30. Nov 2004, 00:35

Beitragvon moni » Di 20. Sep 2005, 23:57

vendetta, mit deinen Socken bist du hier falsch! :razz:
Gruss, moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse

Benutzeravatar
Kratz
Beiträge: 1212
Registriert: Di 23. Mär 2004, 16:44

Beitragvon Kratz » Sa 13. Okt 2007, 19:50

Grüß Dich Biene,

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus,
sag ich jetzt mal ganz böse was Beschwerden angeht.

Von daher führt das meistens zu nichts.

Früher hat sich bei mir bewährt das ich die vorhandene Aufenthaltsplegschaft in Hände eines verwandten Rechtsanwalts gelegt habe.
Dadurch wurde manche Behandlung ich sag mal deutlich vorsichtiger gehändelt, und seltsammerweise musste er nicht Stunden in irgendwelchen Vorzimmern wartend verbringen, wenn es etwas durchzusetzen gab bzw. Probleme auftauchten.

Andere Dinge hängen an den unterschiedlichen Persönlichkeiten, will heissen je nach Behandler entsteht ein Miteinander oder Gegeneinander.
Ich akzeptiere weissgott nicht mehr jeden Behandler, wenn es nicht zu einer Behandlung auf Augenhöhe kommt, schliesslich weiss ich nach nunmehr dreissig Jahren allzuviel über das Geschehen, da kann mir ja nun kaum einer was erzählen.
Heute habe ich mich so abgesichert, dass ich auch nicht zulassen muss mich von jedem behandeln zu lassen.

Ansonsten hab ich mich früher mal an der Gründung des Bundesverbandes der Psychiatrieerfahrenen beteiligt, aber muss sagen aufgrund der überwiegend antipsychiatrischen Einstellungen, mich dort zurückgezogen. Es hat mich dann doch zusehr gelangweilt.Inzwischen sagen wir mal bin ich meine eigene Armee und kann einigen Freunden aufgrund meiner Kenntnisse nötigenfalls ganz gut den Rücken stärken.

Einige zeit habe ich mich soweit ich das konnte überhaupt in der sagen wir mal Psychiatrieszene zurückgehalten, zuviele Geschichten und zuviele Tote. Mein Bedarf war gedeckt. Meine dortigen Freunde - aus den ersten Jahren hatten sich fast alle suizidal verabschiedet.

Ansonsten habe ich soweit mir möglich gelernt meine Krankheit in den Griff zu kriegen und mir einen lebenswerten Käfig geschaffen, Prügel hatte ich irgendwann genug gekriegt, und mich gut organisiert.
So dass ich nicht mehr allzusehr entgleiten kann.
Den Fakt ist leider ebenso, dass ich einiges auf den Kopf stellen kann, wenns mich richtig einholt und keiner mich stoppt.

Gleichzeitig hab ich gelernt meine Rechte wahrzunehmen und durchzusetzen, so dass ich nicht sagen kann, dass ich nicht ein lebenswertes Leben führe.

Das alles klingt nun doch etwas allzu dunkel, insofern, dass ich natürlich auch Hilfe und Unterstützung gefunden habe.
Wo viel Schatten ist gibts auch viel Licht,vieles ist eben auch sagen wir mal krankheitsbedingt.
Nicht alles was falsch abgelaufen ist lag an den Behandlern, und manch eigene wichtige Einsicht kommt allzu spät. So dass ich zugeben muss, bei dem Zinnober den ich manchmal verzapft habe - ist es kein Wunder, dasss ich weggesperrt werden musste oder in tagelangen Fixierungen gewesen bin.

Gruss

Detlev
Des deutschen Bürgers ehrliches Sicherheitshirn vermag nicht den scheinbaren Sinn einer ausschließlich von der Nützlichkeit der Dinge bestimmten Wertung als Unsinn zu begreifen.

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » Do 8. Nov 2007, 19:08

... erschütternden Erfahrungen ...stationären Einrichtungen ...
Biene
Zitiere nur Deine Worte, es sind erschütternde Erfahrungen die ein Betroffener mit seiner akuten Krankheit macht wenn er stationäre Einrichtungen in Anspruch nehmen muss. Das ist das Wesen aller Krankheiten aber besonders wohl der psychischen Betroffenheit, weil oft ein Realitätsverlust und eine verzerrte Wahrnehmung mit einhergeht. Somit gibt es keinen Menschen der die Einlieferung in eine Psychiatrie als glücklich, entspannende Situation empfunden hat. Das wird es auch nie geben, bei allem Kampf.
Eine entspannte und ausgeglichene gesunde Empfindung ist nur außerhalb der Klinik möglich.
Das ist auch gut so, sonst würde die Mehrheit der Menschen in einer stationären Einrichtung hocken wollen.

gruß fluuu
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Maulbeere
Beiträge: 97
Registriert: Fr 10. Aug 2007, 18:29

Beitragvon Maulbeere » Mi 21. Nov 2007, 15:42

Hallo!

Ich hatte auch extremst grausamste Erfahrungen in der Psychiatrie.
Und wie ich auch herausgefunden hatte ist mein Fall kein einzelfall.

Den meisten Leuten ist es nicht bewust , wie sie in der Psychaitrie erpresst, maltrediert, der Persönlichkeit beraubt usw. werden.

Ihn wurde all möglicher Plunder eingeredet, von wegen , Wenn Sie die Medikamnete nicht weiter nehme bekommen Sie einen Rückfall

Benutzeravatar
deepnight
Beiträge: 998
Registriert: Di 2. Dez 2003, 17:27
Wohnort: 71272 Renningen
Kontaktdaten:

Beitragvon deepnight » Mi 23. Sep 2009, 15:29

Es gibt keine Anatomie der Seele die nach medizinischen Prinzipien untersucht und behandelt werden kann.
Woher weißt du das? Hältst du die Seele für immateriell?
Jetzt und Hier

Benutzeravatar
Stille
Beiträge: 271
Registriert: Mo 10. Okt 2005, 19:13

Beitragvon Stille » Sa 26. Sep 2009, 11:22

Hallo deepnight,

die Seele ist immarteriell. Sie ist die Summe unserer Persönlichkeit, unserer Gefühle, unserer Erfahrungen, Eindrücke und noch einiges mehr. Aber man kann sie nicht anfassen, nicht sehen und die Meisten können sie auch nicht begreifen. Soweit ich weiß gibt es noch kein medizinisches bildgebendes Verfahren, dass die Seele sichtbar macht, obwohl einige sich daran versuchen, z.B. was passiert wenn wir wütend sind. Ich bin auch froh, dass man meine "Seele" nicht auf einen "Blick" erfassen kann, man will ja niemanden erschrecken ;-). Außerdem wäre das Leben dann völlig uninteressant.

Ein Prima Thema übrigens, wäre einen eigenen Thread wert.

LG
Stille
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß sie nicht hinter dir her sind ;-)

Benutzeravatar
deepnight
Beiträge: 998
Registriert: Di 2. Dez 2003, 17:27
Wohnort: 71272 Renningen
Kontaktdaten:

Beitragvon deepnight » Sa 26. Sep 2009, 11:55

Hallo Stille,

ich sehe es auch so, daß es in der Person etwas - vielleicht Immaterielles - gibt, das dann auch seine Identität mit sich selbst ausmacht. Daraus leitet sich für mich die unantastbare Würde einer Person ab, auch wenn sie eine Gehirnkrankheit wie Demenz hat.

Aber kann die Seele krank werden/sein? Ich jedenfalls hatte in meinen Psychosen das Gefühl, daß mein Innerstes, meine Seele, gleich geblieben ist und nicht von der Krankheit erfasst war. Ich hätte auch nicht gesagt, ich bin schizophren, sondern ich erleide schizophrene Symptome. Man sagt ja auch nicht, ich bin Grippe, sondern ich bin grippekrank. So ist Schizophenie etwa für mich keine Eigenschaft der Seele.

Gruß, Helene
Jetzt und Hier

Benutzeravatar
Stille
Beiträge: 271
Registriert: Mo 10. Okt 2005, 19:13

Beitragvon Stille » So 27. Sep 2009, 12:54

Hallo deepnight,

genau, man sagt ja auch "ich habe Rücken" und nicht ich bin Rücken ;-)

Ich finde die alten Ausdrücke wie "Geisteskrankheit" oder "seelisch krank" auch nicht passend. Oder die Bezeichnung "Nervenarzt". Ich hatte mal auf einen Fragebogen bei einem Gutachter die Frage, ob ich etwas mit den Nerven habe. Das musste ich natürlich verneinen, denn soweit ich fühle sind meine Nerven noch ganz okay.

Ich glaube schon, dass die Seele krank werden kann. Sie kann entäuscht werden, verletzt und erkranken. Das muss ja nicht immer im pathologischen Sinne sein. Die Krankenheiten die wir aber im allgemeinen ansprechen wie Schizophrenie, Depression, Angsterkrankungen sind für mich ganz nüchtern psychische Erkrankungen. Klar können sie die "Seele" berühren, aber krank muss sie deshalb schon lange nicht sein. Ja und ein Seelendoktor, hmm, den habe ich persönlich auch noch nicht kennengelernt. Mal theoretisch gesehen, beeinflussen aber meine Symtome meine Seele, weil sie entsprechen nicht meinem "Ich" und das was ich bin oder denke eigentlich zu sein. Vielleicht ist liegt aber gerade darin der Irrtum.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Silke
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß sie nicht hinter dir her sind ;-)

Benutzeravatar
Eisbombenentschärfer
Beiträge: 75
Registriert: So 28. Jun 2009, 00:48

Beitragvon Eisbombenentschärfer » So 13. Dez 2009, 21:39

Der Kopf im Himmel

die Füsse freizappelnt in der Luft

mal abwarten ob uns das Eigengewicht noch so in die Länge zieht dass wir die Erde mit unseren Füssen berühren

wir werden Riesen sein

dann müsste ich nicht mehr schrein

am kalten Polar

alles wär so klar

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » So 17. Jan 2010, 12:41

...oh je, klingt sehr nach Opfer elwand, nur von was oder wem?
Macht Therapie Menschen zu Opfern nur weil sie mal ihren eigenen
Schweinehund überwinden müssen um Blockaden zu beseitigen?
Psychische Störungen sind durch Schmerz und Verletzung entstanden
und so lassen sie sich auch nur mit einer gewissen Gewalt wieder
beheben, es ist Überwindung und Zähne zusammenbeißen notwendig.
Dem Betreuer oder Therapeuten die Schuld geben hilft Dir persönlich
keinen Zentimeter weiter, sie haben Dein Problem nicht und sind auch
nicht die Ursache davon. Bedenke das einmal bevor Du unterschwellig
Amoklauf ins Spiel bringst.

gruß fluuu
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » So 17. Jan 2010, 17:35

Bin Heilpraktiker Psychotherapie, es ist mein Beruf
psychisch kranken Menschen zu helfen auch in Verbindung
mit Ärzten und der Psychiatrie.
Meine Stärke ist, hatte selbst die Diagnose bipolare Störung.
Vielleicht überlegst Du vorher bevor Du Deine Naivität
lauthals in den Raum schmetterst...

gruß fluuu
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » So 17. Jan 2010, 18:58

...bitte Dich, lass es sein Maiken, Deine Sicht widerspricht meiner Überzeugung
und persönlichen Erfahrung von Psyche so dermaßen.
Würdest Du bei mir als Klient auftauchen, würde Dich wahrscheinlich wegschicken
der Sinnlosigkeit wegen.
Ich mache meine Arbeit und behandle psychisch kranke Menschen,
tu Du was Du nicht lassen kannst aber nicht auf Kosten Anderer.
Letztlich landet jeder der mit seinen psychischen Problemen nicht klar kommt
im Krankenhaus wo sonst, schlimmsten Falls auf dem Friedhof.
Das kannst auch Du nicht ändern auch wenn Du noch so naiv und dümmlich tust.
Also bitte, halte Dich zurück in deiner dummdreisten Art.

gruß fluuu
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

Benutzeravatar
Lydia
Beiträge: 11224
Registriert: Fr 10. Sep 2004, 13:24

Re: Umgang mit schlechten Erfahrungen in der Psychiatrie

Beitragvon Lydia » So 17. Jan 2010, 19:59

Hallo fluuu
Bin Heilpraktiker Psychotherapie, es ist mein Beruf
psychisch kranken Menschen zu helfen
Würdest Du bei mir als Klient auftauchen, würde Dich wahrscheinlich wegschicken
der Sinnlosigkeit wegen.
Ich mache meine Arbeit und behandle psychisch kranke Menschen,
Gestern warst du nach eigenen Angaben noch in der Ausbildung zum Heilpraktiker Psychotherapie, heute hast du mehrfach erwähnt, dass du den Beruf bereits ausübst und psychisch kranke Menschen behandelst.
Nach deinen herablassenden Äußerungen Maiken und auch z. T. Proxifilm gegenüber, vor denen du extra betont hast, dass du als Heilpraktiker Psychotherapeut tätig bist, kann ich nur hoffen, dass du nicht wirklich eigenverantwortlich auf Klienten losgelassen wirst, sondern dir vorher die Zeit nimmst, die du brauchst, um reflektiert mit Klienten arbeiten zu können. Betont in seiner Eigenschaft als (Heilpraktiker) Psychotherapeut solche Äußerungen zu tätigen, finde ich ziemlich unseriös und anmaßend.

Gruß
Lydia
Lebe jeden Tag als wäre es ein neuer Tag!
http://www.sheng-fui.de - Erfülltes Leben dank fernöstlicher Leere


Zurück zu „Gedanken zu einer neuen, anderen, besseren Psychiatrie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast