Psychose.....was wenn.....

Maritta
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Psychose.....was wenn.....

Beitragvon Maritta » Di 17. Aug 2004, 23:06

der Betroffene keine Krankheitseinsicht zeigt? Oder ganz richtig ist das jetzt nicht. Er weiß dass er krank ist, lehnt aber jede Behandlung, auch Medikamente ab, weil er meint, sich selbst therapieren zu können?
Er ist weder selbstmordgefährdet noch für andere gefährlich, laut Gesetz muss er nicht zwangseingewiesen werden. Er hat das Gefühl, dass Gespräche und Gesten sich alle auf ihn beziehen (dem ist aber nicht so).....resultierend aus einer respektlosen, demütigenden Bemerkung eines Nachbarn vor anderen, die ihn im innersten verletzt hat. Er hat sich dermaßen hineingesteigert und hört inzwischen Stimmen (wie über ihn geredet wird), die nicht da sind....hat auch Angst vor diesem Nachbarn bekommen (Todesangst)
In seiner Selbsttherapie ist er noch psychotischer geworden und redet ununterbrochen mit diesen "Stimmen".....kommt seit Tagen nicht mehr zum Schlafen.
Was tun???
Der herbeigerufene Arzt kann nichts machen, weil siehe oben.
Was passiert nun mit dem Betroffenen, die Angehörigen sind rat- und hilflos. Sollen sie warten, bis er vollends den Verstand verloren hat oder was passiert???

Geht eine Psychose auch von allein wieder weg?
Ich habe mal ein Buch gelesen, eine Biografie einer Betroffenen, sie hatte im Laufe ihres Lebens 5 Psychosen. Bei der ersten wurde sie in der Hitlerzeit als 19-jährige sterilisiert. Das hat sie noch mehr traumatisiert. Die späteren sind mit irgendwelchen Mitteln behandelt worden und bei der 5. Psychose hat sie die Medikamente wieder ausgespuckt (heimlich). Und dies war ihre letzte, seither ist die psychosefrei (glaub, seit nunmehr 20 Jahren, wenn ichs noch richtig in Erinnerung habe)

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, zumal dieses Gebiet sehr kompliziert ist.

Wie gesagt, mich würde interessieren, was passiert ohne Behandlung, ohne Klinik usw.

Könnte man auch ambulant behandeln, wenn der Betroffene wenigstens Medikamente nähme?

Gruß
Maritta

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Mi 18. Aug 2004, 00:07

Grüß Dich Maritta,
klingt nach paranoiden und halluzinatorischen Gedanken.
Hilfe ist sicherlich dringend angesagt, aber im schlimmsten Fall erst bei Zusammenbruch möglich. Anders eventusell wenn Dritte oder Du selbst bedroht werden.

Sicherlich gibt es einen Sozialpsychiatrischen Dienst in deiner Nähe, vielleicht über die Krankenkase zju erfragen. Ist vielleicht eine erste mÖglichkeit.

Medikamente sind nicht alles. Sicherlich ist dringend fachlicher Rat gefragt.

Gruß

Detlev

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Beitragvon Maritta » Mi 18. Aug 2004, 07:24

Hallo Detlev,
den fachlichen Rat (Psychiater) haben wir schon eingeholt. Der Betroffene lehnt aber Klinikaufenthalt, Medikamente und jegliche Therapie ab. Er kann das selbst :evil: meint er.
Wie sieht denn so ein totaler Zusammenbruch aus (wenn das noch keiner ist...stundenlanges Reden - Gefühl, der Kopf platzt, tagelang nicht schlafen), wie lange kann denn noch gewartet werden. Er geht ja schon in der Nachbarschaft (entfernt vom eigentlichen Wohnort bei Verwandten) umher, klingelt und fragt, ob sie Gäste aus *** haben (die bewußten Stimmen, die sich über ihn unterhalten). Er zweifelt ja selbst ein bisschen, ob diese Stimmen real sind, läßt sich aber nicht 100%ig vom Gegenteil überzeugen. Teilweise denkt er schon über Klinik nach, das hält aber nur ein paar Minuten an. :cry:
Hier gibt es keinen Sozialpsychiatrischen Dienst, hab ich schon gefragt. Die einzige Lösung wäre den Notarzt zu rufen, der nimmt ihn aber doch auch nicht mit, wenn keine Gefährdung seiner selbst oder anderer vorliegt :cry:
Gruß
Maritta

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Mi 18. Aug 2004, 09:34

Grüß Dich Maritta,

ist eine üble Geschichte. Vor allem der Schlafentzug ist gefährlich.
Was bedeutet totaler Zusammenbruch, das heißt da zum jetzigen Zeitpunkt keiner eingreift weil keine Eigengefährdung und auch keine Fremgefährdung vorliegt. Ist natürlich ein Trauerspiel. Vor allem wenn bei Dir vor Ort kein fachliche Unterstützung gegeben ist.
Ich habe früher oft meinen Bruder einweisen müssen. Er hatte auch eine schwere Psychose. Das Spielchen hat sich oft über Wochen und Tage hingezogen ohne dass Hilfe kam, aufgrund des oben angeführten Sachverhalts. Eine Aufenthaltspflegschaft haz das später etwas gebessert. Bin aber oft mit der Polizei usw.. aneinandergeraten, weil Sier geradezu die Hilfe verweigert haben. OManchmal - das muß ich leider zugeben - habe ich deshalb angegeben mein Bruder würde mich und meine Mutter bedrohen um eine Einweisung zu erreichen. Das ist sicherlich nicht schön, auf der anderen Seite ist es total Verantwortungslos wenn das Umfeld die Hilfe verweigert und der Erkrankte immer weiter absaskt. Bedeutet ja auch einen wesentluich längeren Aufenthalt und hohe Medikation.
Kannst Du Ihn vielleicht bewegen sich mal in diesem Forum zu melden um Unterstützung zu bekommen.
Sicherlich hat er auch große Ängste.

Gruß
Detlev

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Beitragvon Kratz » Mi 18. Aug 2004, 09:35

Grüß Dich Maritta,

ist eine üble Geschichte. Vor allem der Schlafentzug ist gefährlich.
Was bedeutet totaler Zusammenbruch, das heißt da zum jetzigen Zeitpunkt keiner eingreift weil keine Eigengefährdung und auch keine Fremgefährdung vorliegt. Ist natürlich ein Trauerspiel. Vor allem wenn bei Dir vor Ort kein fachliche Unterstützung gegeben ist.
Ich habe früher oft meinen Bruder einweisen müssen. Er hatte auch eine schwere Psychose. Das Spielchen hat sich oft über Wochen und Tage hingezogen ohne dass Hilfe kam, aufgrund des oben angeführten Sachverhalts. Eine Aufenthaltspflegschaft haz das später etwas gebessert. Bin aber oft mit der Polizei usw.. aneinandergeraten, weil Sier geradezu die Hilfe verweigert haben. OManchmal - das muß ich leider zugeben - habe ich deshalb angegeben mein Bruder würde mich und meine Mutter bedrohen um eine Einweisung zu erreichen. Das ist sicherlich nicht schön, auf der anderen Seite ist es total Verantwortungslos wenn das Umfeld die Hilfe verweigert und der Erkrankte immer weiter absaskt. Bedeutet ja auch einen wesentluich längeren Aufenthalt und hohe Medikation.
Kannst Du Ihn vielleicht bewegen sich mal in diesem Forum zu melden um Unterstützung zu bekommen.
Sicherlich hat er auch große Ängste.

Gruß
Detlev

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Beitragvon Maritta » Do 19. Aug 2004, 08:03

Hallo Detlev,
ich habs gemacht :cry: ich hab den Notarzt gerufen und gesagt, er will sich umbringen. Ich hab gelogen und er wird mir das nie verzeihen :cry: Er war ganz außer sich, wie er mich angesehen hat, mir blutet mein Herz :cry: ist aber wie benommen mitgetrottet. Aber was hätte ich denn machen sollen.
Maritta

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Do 19. Aug 2004, 10:00

Grüß Dich Maritta,

kann ich gut verstehn auch wenn es deinen Partner erstmal verletzt und schockt. Darüber kann man sich nach Abklingebn der akuten Situation unterhalten. Ich halte das, wenn keine andere Hilfe kommt für richtig. Zum einen schütz man den Erkrankten vor sich selbst, zum anderen erhält man sich eigene Kräfte, die man noch braucht.
Auch meine Partnerin - heißt übrigens Marita - hat mich schon mehrmals einweisen müssen.
Das tut zwar sehr weh verbessert aber die Situation.

Auf Regen folgt Sonnenschein.

Bis bald

Detlev

Maritta
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Beitragvon Maritta » Do 26. Aug 2004, 22:33

Hallo Leonardo,
ich muss mich noch zurückhalten, er will mich nicht sehen. Freunde von uns besuchen ihn und berichten mir - sie sind "Zwischenhändler" (hab keinen anderen Ausdruck gefunden). Inzwischen seien die Stimmen weg, aber der Arzt glaubt nicht, dass es überhaupt diese Beleidigung vom Nachbarn gegeben hätte , er denkt, das sei schon der Anfang seines Wahn gewesen. Ich weiß nun nicht, was ich davon halten soll, weil ich ja nicht dabei war. Ich habe schon über einen Wohnungswechsel nachgedacht, der Arzt (hab persönlich mit ihm geredet) meint aber, dass das sinnlos wäre, manche würden 10 mal umziehen und jedesmal wäre wieder ähnliches :-(
Jedenfalls ist mein Partner immer noch davon überzeugt, dass es eine Verleumdung gegeben hat, weiß aber nicht mehr, was nun alles davon wirklich real war. Dass er einen Wahn hatte, weiss er ja.
Es war für meinen Partner eine sehr negative, demütigende, entwürdigende (entmündigte) Erfahrung, gegen seinen Willen eingewiesen und behandelt zu werden. Ich glaube, das hat ihn noch zusätzlich traumatisiert. Er hätte davon gesprochen, dass er befürchtet, dass ja nun alle wüßten, dass er in der "Klapse" sei und wenn jetzt irgendwer was gegen ihn hätte, jederzeit die Polizei rufen könne um ihn zwangseinweisen lassen zu können. Diese Angst hoffe ich, kann er eines Tages wieder ablegen. Es ist alles eine große Sch***

Das zum derzeitigen Stand
Maritta

Maritta
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Beitragvon Maritta » So 29. Aug 2004, 12:48

Hallo Leonardo,
einerseits beruhigt es mich ein wenig, wenn ich weiß, dass andere meine Lage verstehen. Und trotzdem, ich kann mich in seine Lage (der meines Partners) hineinversetzen. Er ist sonst ein selbstbewußter stolzer Mann und nun musste er feststellen, dass SEIN Wille nicht mehr zählt, dass er, obwohl nicht einverstanden, behandelt wurde mit Neuroleptika.
Ich habe auch inzwischen viel darüber gelesen, z. B. dass man eben in so einer Psychose keine Behandlungsbereitschaft mehr zeigt, andererseits hat er nun ein nächstes Trauma weg, seine Selbstbestimmung ist ihm genommen worden, es ist demütigend.
Ich weiss auch, dass sich stark sein muss.
Ich habe aber auch Berichte gelesen, in denen geschrieben war, dass Psychosen auch ohne irgenetwas wieder gehen, dass es zu Spontanheilungen kommen kann.
In meiner Angst habe ich aber gedacht, dass diese Psychose bei meinem Partner irreparable Schäden anrichten könnte.
Ach Mensch, ich wäre wirklich froh, wenn der Seitenbetreiber mir hierauf geantwortet hätte. Bei meinem ersten Post war er doch noch nicht in Urlaub.

"ER" (mein Partner) hat mir übrigens Grüße ausrichten lassen :D
Vielleicht wird ja doch alles wieder gut. Ich werde jedenfalls, wenn er es zuläßt, an seiner Seite sein, komme was da wolle.
Maritta

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Mo 30. Aug 2004, 19:21

Grüß Dich Maritta,

laß den Mut nicht sinken.

Habe Teddys Kommentar gelesen, muß aber auch sagen, dass ich nichts davon halte. Wenn nichts außer blindem Haß und Ablehnung übrigbleibt ist es schon eher traurig.
Es gibt keine allgemeingültige Lösung, und jeder Ablauf ist unterschiedlich.

Ich bin auch nicht der Auffassung dass eine Krankheit durch Nichtstun verschwindet und auch der Glaube an eine spontane Wunderheilung führt wohl eher zum Orakel von Delphi denn zur Gesundung.

Ich kann deine Verzweiflung verstehn, zumal Du auch kaum Handlungsmöglichkeiten hast. Du kannst derzeit nur abwarten und deinem Partner eine Anlaufstelle anbieten.
Dabei gilt es trotzdem auch deine Gefühle nicht hinterm Berg zu halten und auch klar zu sagen, wenn deine Grenzen überschritten werden.
Es geht doch wohl nicht darum deinem Partner zu schaden sondern Ihm zu helfen die Situation zu bewältigen.
Auch deshalb kann ich Teddys Kommentar nicht ernstnehmen, da verwechselt man wohl Freund und Feind.

Schlechte Erfahrungen hat man allerdings reichlich, wenn man lange genug dabei ist. Die Behandlung ist oft genug miserabel und führt nicht zum Ziel. Aber das ändert nichts daran, dass die Erkrankung da ist. Und damitmuß man sich nun Mal auseinandersetzen.

Gut deine Versuche sind derzeit versandet, aber auch das wird sich ändern, je mehr Erfahrungen Ihr beide bekommt.

Bis bald
Detlev

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snow
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Beitragvon snow » Di 31. Aug 2004, 02:22

Hallo Maritta

Ich habe keinerlei Erfahrung mit Psychiatrie oder Psychotherapie, aber ich nehme mal an das Du die vorher auch nicht hattest. Ich weis nicht wie ich in so einer Situation gehandelt hätte, kann aber sehr gut verstehen, das Du (wie von Dir beschrieben) gehandelt hast, weil du einfach keinen anderen Weg gesehen hattest. Sobald es möglich ist, sprich mit Deinem Partner und versuche ihm Deine Situation darzustellen. Vielleicht kann er Dich und Deine Beweggründe dann sehr gut verstehen und ihr findet wieder einen Weg zusammen. Ich wünsche es Dir.

Wissen die Ärzte in der Psychiatrie eigentlich mittlerweile, das die Sache mit dem angeblichen Selbstmordversuch Deines Partners eine Verzweiflungstat von Dir war? Wie gesagt ich habe keine Ahnung von dem Thema, aber rein aus dem Bauch heraus würde ich an Deiner Stelle wohl das Gespräch auch zu den Ärzten in der Klinik suchen. Wobei ich allerdings keine Ahnung habe, welche Konsequenzen das nach sich ziehen kann, aber das wissen vielleicht die anderen hier im Forum.

Viele liebe Grüße, snow
Wenn Gefühle wie Licht sind,
dann sollte der Verstand ein Glas sein;
welches das Licht in seine Farben aufspaltet.

Maritta
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Beitragvon Maritta » Di 31. Aug 2004, 08:27

Hallo snow,
die Sache ist so gewesen, dass ich am übernächsten Tag schon mit dem behandelnden Arzt gesprochen hatte. Der wollte noch ein paar andere Daten (bisschen Vorgeschichte) haben und dem habe ich erzählt, dass es MEINE Befürchtung gewesen sei, so wie er sich gefühlt hatte, wie er mit seinen "Stimmen" stundenlang diskutiert hatte und die Angstzustände, in denen er sich zitternd verkochen hat, und auch mal gesagt hatte, dass er am liebsten aus dem Fenster springen würde, dass ich deshalb befürchtet habe, er könne sich etwas antun. Der Arzt hat dazu nichts weiter gesagt, nur, dass richtig ist, dass er jetzt in der Klinik ist und pfofessionelle Hilfe bekommt. Da mein Partner, als er dann in der Klinik war, zwar alles widerwillig hat über sich ergehen lassen, aber nicht darauf bestanden hat, wieder entlassen zu werden, musste auch kein richterlicher Beschluss, der für eine Zwangseinweisung nötig ist, beschafft werden. Inzwischen hat er auch einen Behandlungsvertrag unterschrieben. Vielleicht merkt er ja, dass ihm die Medikamente helfen.
Im Übrigen kann ich mir nicht so recht vorstellen, welche Folgen es haben könnte für sein späteres Leben, wenn er wegen eines Selbstmordversuches eingewiesen worden wäre. So etwas kann doch auch in Lebenskrisen passieren, sehr häufig sogar unter Jugendlichen. Darüber habe ich einmal ein Buch gelesen (Authentische Berichte über die Furcht vor dem Leben). Alle diese können doch nicht deshalb ein "Brandmal" mit durchs Leben tragen müssen nur weil sie einmal keinen Ausweg aus einer Krise hatten oder aus einer Kurzschlussreaktion wegen Liebeskummer u.ä.

Tja, es ist immer leicht zu verurteilen, aber eine Alternative hat mir bisher noch keiner gezeigt. Etwa zusehen bis er wirklich so wahnsinnig und verzweifelt geworden wäre und tatsächlich Hand an sich gelegt hätte? Die Links von Teddy helfen mir auch nicht weiter. Was nützen mir die Psychiatrieerfahrungen anderer, wenn ich keinen besseren Weg zur Gesundung finde. Auch der Leidensweg des Herrn "Harald", der auf seiner Website seinen Frust rausläßt, indem er die Ärzteschaft beschimpft, dessen Krankheit sich doch gar nicht mit dem Bild einer Psychose (und mangelnder Behandlungsbereitschaft) vergleichen lässt, hat mir da nicht weiter geholfen. ER wollte sich ja behandeln lassen, dass ihm keiner helfen konnte ist traurig. Aber MIR hilft es auch nicht.
LG
Maritta

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Angelita
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Beitragvon Angelita » Di 31. Aug 2004, 11:14

Hallo Maritta

Ich möchte dir sagen, dass dus gut gemacht hast, so wie du es gemacht hast. Und die Bestätigung dafür hast du ja vom Psychiater in der Klinik bekommen.

Ja, sicher kann man im Nachhinein kritisieren und wer-weisen, aber du alleine steckst in dieser Situation. Du hast recht mit deinen Fragen u. Infragestellungen von Teddys Votum.
m Übrigen kann ich mir nicht so recht vorstellen, welche Folgen es haben könnte für sein späteres Leben, wenn er wegen eines Selbstmordversuches eingewiesen worden wäre. So etwas kann doch auch in Lebenskrisen passieren
Genau, so etwas kann passieren! Dein Partner muss es ja auch nicht jedem unter die Nase reiben. Ich finde gut, wenn man darüber sprechen kann, dazu stehen kann, aber auch immer mit der Überlegung, wem will u. kann ich es erzählen. Wenn eine grössere Lücke im "Lebenslauf" entsteht, muss man auf Arbeitssuche ja nicht grad mit der Tür ins Haus fallen u. sagen: "Ja, ich war halt irre u. daher in der Klappse." Das kann man auch umschiffen, z.B. war man zur Erholung o. auf einer Reise. Also ich glaube nicht, dass da Nachteile entstehen. Wenn man merkt, dass das Gegenüber offen ist, kann mans auch sagen, wies war.

Für die Polizei ist das abgehackt. Die hätten ja viel zu tun, wenn sie für jeden Suzizidgefärdeten eine Akte anlegen wollten #-o

Wenn dein Partner mit dem Klinikaufenthalt überhaupt nicht einverstanden wäre, dann hätte er sich wehement gewehrt u. wie du schreibst, hat er auch keine rechtlichen Schritte eingeleitet. Ergo, kann man annehmen, dass er es im Innersten doch annehmen kann u. er sich auch auf die Behandlung einlässt. Bestimmt merkt er, dass es alle gut meinen, ihm Hilfe anbieten u. er sich auch ausruhen kann. Man muss sich das einmal vorstellen, was das für ein Stress ist, wenn man so von Stimmen, Geräuschen, Vorstellungen geplagt wird. Das muss der reinste Horror sein. Mit den Medis, wirds bestimmt besser; die Stimmen werden leise oder verschwinden ganz, die Verfolger stellen sich in eine Ecke o. verabschieden sich ganz. Was muss das für eine Erleichterung sein. Und genau diese Erleichterung bewegt ihn, sich auf die Behandlung einzulassen.

Begleite ihn, so wie dus ja schon machst, stehe zu ihm, denn das wird ihm gut tun. Auch wenn vielleicht noch der Groll da ist, dass du ihn "verraten" hast, aber wenn das normale Denken wieder voll einsetzt, wird er dir "verzeihen". Weisst du was ich meine?

Hoffentlich verstehst du, was ich dir sagen möchte u. wenn was nicht klar ist oder etwas für dich verletzend ist, sag es mir, damit wir darüber schreiben können :)

Herzlichst :lilangel:
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal

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snow
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Beitragvon snow » Di 31. Aug 2004, 15:34

Hallo Maritta

Im Grunde wollte ich nur sagen, das ich keine Ahnung habe wie ich in einer solchen Situation gehandelt hätte. Aber das ich Deine Entscheidung nachvollziehen kann. Es liegt mir fern Dich in irgendeiner Weise zu beurteilen oder zu kritisieren, auch habe ich leider keinen besseren Vorschlag fürs nächste Mal. Deshalb war alles was mir blieb und was ich auch mit meinem vorigen Schreiben ausdrücken wollte, das ich Dir wünsche das Du mit Deinem Partner wieder einen gemeinsamen Weg findest.
Ich hoffe ich habe es diesmal geschafft, mich etwas verständlicher aus zu drücken.

Viele liebe Grüße, snow
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Maritta
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Beitragvon Maritta » Mi 1. Sep 2004, 06:43

Moin "kleiner Engel"
Hoffentlich verstehst du, was ich dir sagen möchte u. wenn was nicht klar ist oder etwas für dich verletzend ist, sag es mir, damit wir darüber schreiben können
Natürlich habe ich Dich verstanden und was sollte hier verletzend sein.
Und Danke für Deine Zeilen.
Liebe Grüße
Maritta


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