Weglaufhäuser

Paula Strassmann
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Beitragvon Paula Strassmann » So 18. Nov 2007, 19:55

Ich bin diesen Sommer der Psychiatrie weggelaufen. Nach einer Woche und zwar nicht in ein Weglaufhaus, denn sowas gibt es in der Schweiz gar nicht, sondern in ein Kurhaus. Dort war ich schon öfters, wenn mir die Familie zuviel wurde, als ich an einer Infektionserkrankung litt. Also war ich mich an die Umgebung - ich kenne dort ein paar Leute im Dorf - und an das Haus mit seinem Personal und Eigenheiten gewöhnt. Man kennt mich auch dort, da ich eine der Wenigen Jungen (44 Jahre) bin, die dort jeweils in die Ferienkur kommt. Ich meine eine anderer Ort, an dem für einem gesorgt wird, kann auch als Weglaufhaus gebraucht werden. Früher waren es meine Eltern, die mich jeweils eine oder zwei Wochen früher als von der Klinik aus gesehen gedacht war in Empfang nahmen. Es ist schon, man kann oft in der Klinik zu hohen Medikamentendosierungen und Falschbehandlungen nicht ausweichen.
Als ich in das Kurhaus ging war ich aber schon recht stabil und nur noch sehr wenig psychotisch. Medikamentenabsetzen und frische Luft, Bewegung und Sonne, Ruhe brachten den vollen Erfolg. In der Klinik wäre alles nicht möglich gewesen. Viel Glück.
Paula
pst

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fluuu
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Beitragvon fluuu » Mi 21. Nov 2007, 11:33

Hallo Negerkuss,

würde sagen, ist eine reine Einstellungsfrage. Wenn Du davon überzeugt bist, dass wenn Du akut erkrankst (Psychose) in der Psychiatrie gefoltert, gequält und massakriert wirst, ist es besser eine Alternative aufzusuchen bei der Du überzeugt bist, Dir wird geholfen.
Aus meiner sich heißt Helfen in akuten Situationen Strenge um an die Eigenliebe zu erinnern und die Selbstheilung zu aktivieren.
Ob Weglaufhäuser mit akuten Psychosen und anderen wahnhaften Erkrankungen umgehen können weiß ich nicht oder ob sie nicht mehr für den Aufenthalt zwischen den akuten Schüben dienen, sozusagen als Heim.
Das Berliner Weglaufhaus z.B. therapiert nicht, sondern ist eine Bleibe für obdachlose psychisch Betroffene.
So würde ich zwischen Aufenthaltsort Weglaufhaus und psychiatrische Fachklinik mit Intensivstation für lebensbedrohliche Erkrankung gewisse Unterschiede sehen was die medizinische Versorgung angeht.

gruß fluuu
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seelera
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Re: Weglaufhaus als meine fixe Idee

Beitragvon seelera » Mo 21. Nov 2011, 22:16

Hallo, grüsst euch,

was und wen braucht man denn (ausser Geldmitteln, wie immer) um eine Soteria /ein Weglaufhaus ins Leben zu rufen und wie trägt sich so etwas? :-k
das spinnt mir seit fast zehn Jahren im Kopf rum, aber ausser ganz rudimentären pflegerischen Kenntnissen habe ich in der Richtung Psychiatrie keine Qualifikationen.
Eigentlich ist das Weglaufhaus -soweit ich das richtig begriffen habe - eine übersichtliche WG auf Zeit, das heisst nachdem man den akuten Schub hinter sich hat, geht man zurück in seinen Alltag...

Vielleicht hat ja einer Ahnung...

PS. Nicht böse sein, wenn ich mich im Moment nicht zeitnah melde - aber im Moment besuche ich meinen Sohn täglich in dr Psych und bin nicht so viel im Netz unterwegs.


glg
Liebe Grüße, seelera
  • ? ???????? ???,

Mirjam
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Re: Weglaufhäuser

Beitragvon Mirjam » Di 22. Nov 2011, 16:26

LG
Mirjam

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seelera
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Re: Weglaufhäuser

Beitragvon seelera » Di 22. Nov 2011, 18:55

Danke ,Mirijam,

Hab mir da gleich ein lesezeichen gesetzt :)
Gleich mal forschen, wie man da mit Fachpersonal bestückt sein muss.

glg Kirsten
Liebe Grüße, seelera
  • ? ???????? ???,


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