Sammlung: "gesicherte" Erkenntnisse mit Quellenang

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Franz Engels
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Beitragvon Franz Engels » Mi 15. Jun 2005, 12:42

Brav! :D

Ich habe noch den Link ergänzt, wenn es recht ist.

Herzliche Grüße

Franz Engels (Webmaster)
Das Gegenteil ist nur die Rückseite derselben Medaille.

Anna3
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Depremierender Mangel

Beitragvon Anna3 » Mo 25. Jul 2005, 23:49

Depremierender Mangel
http://www.lundbeck.de/01_betroffene/01_01_04.asp

Fehlender Rezeptor im Gehirn könnte Hauptursache für Depressionen sein

Ein auf Stresshormone reagierendes Protein im Vorderhirn ist einer der Schlüsselfaktoren beim Entstehen von Depressionen. Amerikanische Forscher konnten diesen bereits vermuteten Zusammenhang in einer Studie mit genetisch veränderten Mäusen nun nachweisen: Fehlte den Tieren der so genannte Glucocorticoid-Rezeptor im Gehirn, entwickelten sie typische Symptome einer Depression und zeigten stark erhöhte Mengen von Stresshormonen im Blut. Offenbar kann ohne den Rezeptor die Hormonproduktion nicht mehr richtig reguliert werden und es kommt zu chronischem Stress, berichten Maureen Boyle von der Washington-Universität in St. Louis und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0406458102).

Christian
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Beitragvon Christian » Di 11. Jul 2006, 16:17

Mäuse mit Mitgefühl

Die Nager zeigen eine rudimentäre Form von Empathie


Auch Mäuse besitzen Einfühlungsvermögen: Wenn sie schmerzgeplagte Artgenossen beobachten, reagieren sie selbst ebenfalls sensibler auf Schmerzen, hat ein kanadisches Forscherteam gezeigt. Das gilt allerdings nur dann, wenn die Mäuse zuvor mit den gepeinigten Tieren einen Käfig geteilt haben. Der Schmerz fremder Artgenossen lässt sie hingegen kalt. Das zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass nicht nur Menschen und vielleicht noch Schimpansen Empathie empfinden können, sondern dass es primitive Varianten davon auch bei einfacheren Wirbeltieren gibt.

Empathie galt lange Zeit als eine rein menschliche Eigenschaft. Mitgefühl und Einfühlungsvermögen, so die gängige Theorie, helfen dem Menschen dabei, persönliche Beziehungen zu knüpfen und Aggressionen oder Krisensituationen zu vermeiden. Seit einigen Jahren glauben Forscher jedoch, auch bei Schimpansen, den engsten Verwandten des Menschen, Anzeichen für Empathie nachweisen zu können. So lassen sich die Menschenaffen beispielsweise von gähnenden Artgenossen dazu animieren, ebenfalls zu gähnen – ein Phänomen, das als eindeutiges Zeichen dafür gilt, dass sich jemand in sein Gegenüber hineinversetzen kann.

Doch Empathie ist im Tierreich möglicherweise zumindest in rudimentären Formen weiter verbreitet als bislang angenommen: Als Jeffrey Mogil und seine Kollegen nämlich einigen Mäusen verdünnte Essigsäure in den Bauch injizierten, zeigten die Tiere sehr viel weniger Anzeichen für Schmerzen, wenn sie sich den Käfig mit einem unbehandelten Artgenossen teilten. Andersherum krümmten sich die Tiere nach einer Injektion länger und mehr, wenn ihr Käfiggenosse ebenfalls sichtbar unter Schmerzen litt. Dazu mussten sich die Mäuse jedoch bereits seit längerer Zeit kennen: Der Effekt war nur bei Tiere zu beobachten, die zuvor mindestens 21 Tage zusammen in einem Käfig gelebt hatten.

Zurückzuführen ist dieses Verhalten wohl auf eine allgemeine Sensibilisierung gegenüber Schmerzen und nicht darauf, dass die Mäuse einfach ihr Gegenüber imitierten, schließen die Forscher aus weiteren Tests. Das seien deutlich Hinweise darauf, dass die Mäuse tatsächlich registrieren, was mit ihnen vertrauten Artgenossen passiert. Allerdings verfügen die Tiere wohl nicht um echte Empathie, bei der sie sich tatsächlich in ihr Gegenüber hineinversetzen. Vielmehr scheint es sich hier um einen Fall von so genannter emotionaler Ansteckung zu handeln – den gleichen Effekt, der Babys dazu bringt loszuweinen, wenn sie ein anderes Baby schreien hören.

Jeffrey Mogil (McGill-Universität, Montreal) et al.: Science, Bd. 312, S. 1967

ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

Weitere Meldungen zum Thema - Mäuse -
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Christian
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Beitragvon Christian » Di 11. Jul 2006, 16:17

Versehentlich den obigen Beitrag doppelt erstellt. Dopplung gelöscht.

Grüße

Christian

Christian
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Kausalität zwischen Genialität und psychischer Erkrankung?

Beitragvon Christian » Fr 14. Jul 2006, 13:16

"Beach Boy" zwischen Genie und Krankheit

Von Brian Levine

Brian Wilson, Kopf der "Beach Boys", erkrankte früh an einer psychotischen Störung und gilt trotzdem als Musik-Genie. Beinahe zerbrach er an seiner Krankheit, doch heute komponiert er wieder - ein Musterbeispiel für das heikle Zusammenspiel von Psyche und Kreativität.

Worauf beruht die besondere kreative Begabung von Künstlern? Was unterscheidet bloßes Talent von wahrem Genie? Diese Fragen geben Forschern bis heute Rätsel auf. Rein statistisch werden die meisten Glanzleistungen in Kunst und Wissenschaft von Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren erbracht - in einer Lebensphase also, in der wir bereits vielerlei Wissen und Erfahrungen gesammelt haben, aber noch nicht den starren Gewohnheiten des Alters erliegen.

Belegt ist auch, dass überaus kreative Geister eher psychisch erkranken als der Durchschnittsmensch. Kaum ein anderes Schicksal zeigt aber wohl so deutlich, wie sehr seelische Störungen die künstlerische Kreativität beflügeln können und ihr doch letztlich den Boden entziehen, wie das des Brian Wilson.

Im Alter von knapp 20 Jahren hatte Wilson eine eigene Variante der amerikanischen Folk-Musik geschaffen, die seiner Band - den "Beach Boys" - einen Riesenerfolg bescherte. Zwischen 1962 und 1965 landeten 16 Songs der "Strandjungs" unter den Top-40 der US-Pop-Charts, darunter Evergreens wie "Surfin' USA", "Little Deuce Coupe" und "I Get Around".

Als Songschreiber, Arrangeur und Produzent der Gruppe betrat Wilson dann 1966 mit dem Album "Pet Sounds" musikalisches Neuland. Die darauf versammelten Stücke mit ihren komplexen, teils aus Jazz und Klassik entlehnten Harmonien und Rhythmen und der -ungewöhnlichen Instrumentierung prägten die moderne Popmusik. Der Dirigent und Komponist Leonard Bernstein erklärte Wilson zu einem der größten Musiker des 20. Jahrhunderts. Und Paul McCartney bekannte, dass "Pet Sounds" das berühmte Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von 1967 maßgeblich beeinflusst hatte.

Doch Wilsons Karriere wurde damals bereits von psychischen Problemen überschattet. Es begann mit einer Aufmerksamkeitsschwäche, die Wilson laut seines Biografen Timothy White bei Studioaufnahmen bemerkte: "Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren, um eine Sache zu Ende zu bringen." Schon früher hatte Wilson zu Depressionen geneigt und sich im sozialen Umgang unsicher gefühlt. Innerhalb kurzer Zeit verschlechterte sich sein Zustand nun rapide - bis hin zu Halluzinationen und Wahnideen, die ihn schließlich zum Abschied vom Showbusiness zwangen.

Der Manager im Kopf versagt den Dienst

Wilsons Krankheitssymptome entsprachen denen einer affektiven Psychose. Von dieser Störung waren besonders seine "exekutiven Funktionen" betroffen - womit Psychologen die Fähigkeit bezeichnen, Pläne zu fassen und in die Tat umzusetzen, das eigene Handeln zu steuern und Impulse im Zaum zu halten.

Zuständig für diese Aufgaben ist der Frontallappen des Gehirns. Wie ein Manager wacht er normalerweise über den Geschäftsbetrieb im Kopf (siehe Kasten unten) - doch bei Wilson versagte er mehr und mehr den Dienst.

Wie Neuropsychologen heute wissen, vollbringt das Frontalhirn eine ganze Reihe von kognitiven Leistungen, die es uns erlauben, die vielen Mosaiksteine unserer Wahrnehmung und unseres Denkens zu einem geschlossenen Bild zusammenzusetzen.

Angenommen, Sie träfen etwa Vorbereitungen für eine längere Reise. Ihr interner Manager ordnet dann zunächst die dafür notwendigen Einzelschritte nach Priorität und zeitlicher Reihenfolge: Flugticket besorgen, Hotel buchen, Koffer packen und so weiter. Schließlich entwirft er einen geeigneten Handlungsplan, wie Sie all diese Punkte nacheinander erledigen können, und legt auch Alternativen für den Fall zurecht, dass sich die Umstände plötzlich ändern.

Da der Frontallappen mit vielen anderen Hirnregionen eng verknüpft ist, geraten die exekutiven Funktionen bei Patienten mit neurologischen Schäden, psychischen Störungen oder auch unter Drogeneinfluss sehr schnell in Mitleidenschaft. Eine häufige Folge: Die normalerweise eher fest gefügten Verbindungen zwischen Gedanken und Gefühlen lösen sich zunehmend auf. Der Betroffene droht - zumindest zeitweise - in der Flut seiner losen Assoziationen unterzugehen.

Zwar fördern Denkstörungen keinesfalls per se die Schaffenskraft, doch kann das freie Flottieren der Ideen mitunter den kreativen Output erhöhen. So war es offenbar auch bei Wilsons Arbeit am "Pet Sounds"-Album, die zeitlich etwa mit dem Ausbruch seiner Krankheit zusammenfiel.
Während bei der damals üblichen Musikproduktion relativ einfache Songs in einem einzigen, am Stück gespielten "Take" aufgenommen wurden, ging Wilson dazu über, zunächst einzelne Versatzstücke einzuspielen, um diese anschließend wie Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen. Der Bandleader der "Beach Boys" wollte dabei von den bis dato vorherrschenden Themen Strand, Mädchen und Autos wegkommen. Er komponierte am Klavier einzelne "Feels" - Melodiefragmente, die jeweils eine ganz bestimmte Stimmung wiedergaben.

Um diese dann im Studio zu kompletten Arrangements zu kombinieren, erklärte er jedem Musiker seinen jeweiligen Part: von Gitarre, Bass und Streichern bis hin zum Klopfen auf Wasserkrüge oder dem Bimmeln von Fahrradklingeln als Reminiszenz an die Kindheit. Mitschnitte von Wilsons Studioarbeit - auf den 1996 erschienenen "Pet Sounds Sessions" zu hören - zeigen, wie geschickt der damals 23-Jährige bei den anderen Bandmitgliedern seine musikalischen Vorstellungen durchsetzte.

Als Letztes wurde der Gesang aufgenommen und abgemischt. Der berühmte Song "Good Vibrations", den Wilson selbst als "Taschensinfonie" bezeichnete und der direkt nach "Pet Sounds" als Single erschien, wurde in 17 verschiedenen Sessions eingespielt.

Die verschiedenen Tonspuren zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zu montieren erfordert ein funktionierendes Kurzzeitgedächtnis, denn man muss dabei große Informationsmengen und komplexe musikalische Strukturen im Blick behalten, sortieren und miteinander verknüpfen - allesamt Aufgaben, bei denen wieder unsere exekutiven Funktionen gefordert sind.

Wie konnte Wilson trotz seiner schweren psychischen Probleme ein solches Bravurstück abliefern? Dazu muss man wissen: Psychotische Symptome sind niemals konstant, sondern treten in Schüben auf - mal stärker, mal schwächer. Zwar beeinträchtigen mangelnde exekutive Funktionen nicht direkt das Gedächtnis oder einmal erworbene Fähigkeiten. Sie erschweren es jedoch, diese flexibel einzusetzen, insbesondere in Situationen, in der es kein klares Richtig und Falsch gibt - wie eben beim Einspielen eines Albums.

Wilsons Produktivität war also vermutlich dann am größten, wenn sich die Symptome abschwächten und er das in kreativen Phasen produzierte Material sichten und bearbeiten konnte. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der heiklen Balance von Inspiration und kognitiven Fähigkeiten.

Ungehemmte Impulse

Besonders deutlich wurden Wilsons mentale Probleme bei der so genannten Impulskontrolle. Der "Beach Boy" setzte nicht nur viele unorthodoxe Einfälle sogleich in die Tat um - immer öfter nahmen seine Launen auch bizarre Züge an: Bei Aufnahmen im Studio verlangte er von seinen Musikerkollegen manchmal, dass sie während der Takes Feuerwehrhelme trugen, oder er schüttete säckeweise Sand auf, in den er sein Klavier platzierte, um für die nötige Strandatmosphäre zu sorgen.

Solche Skurrilitäten werden einem Genie gerne verziehen - doch zeugten sie von der sich immer mehr verschlechternden geistigen Gesundheit Wilsons. Womöglich als Folge einer versuchten Selbstbehandlung glitt der Musiker in die Medikamentensucht ab, wenig später kam der Missbrauch von Kokain und Heroin hinzu. Wilson, der inzwischen zwei kleine Kinder hatte, konnte seiner Rolle als Familienvater nicht mehr gerecht werden. 1978 kam es zur Trennung von seiner Frau.

Wilson nahm stark zu, wog zwischenzeitlich über 140 Kilo und verschwand Anfang der 1980er für rund zweieinhalb Jahre völlig von der Bildfläche. In dieser Phase verbrachte er nach eigener Aussage die meiste Zeit im Bett. Nach diversen Krankenhausaufenthalten und Entziehungskuren gab er dann vorläufig alle Behandlungsversuche auf.

Inzwischen war sein Therapeut Eugene Landy zur wichtigsten Person in Wilsons Leben geworden. Landy brachte ihn zwar vom Konsum illegaler Drogen ab und half ihm auch dabei, sein Gewicht deutlich zu reduzieren - machte ihn jedoch auf andere Art von sich abhängig: Er setzte Wilson unter Psychopharmaka und gab sich mehrmals als sein Manager aus.

1990 klagte Wilsons Familie die Vormundschaft ein und ein Gericht unterband jeden Kontakt zwischen Wilson und Landy. Nach seinem Eingeständnis, Wilson ohne dessen Wissen Medikamente verabreicht zu haben, verlor Landy sogar seine Approbation als Psychotherapeut in Kalifornien.

Danach begann Wilson eine konventionelle Behandlung, mit einer Kombination aus Gesprächstherapie und Psychopharmaka. Seine zweite Ehefrau Melinda gab ihm den dringend benötigten Rückhalt. Ihre Unterstützung und die Hilfe befreundeter Musiker wie dem früheren Gitarristen der "Beach Boys", Jeff Foskett, ermöglichten Wilson ein weit gehend normales Leben. Heute arbeitet er sogar wieder als Solokünstler und tritt ab und zu live auf.

2004 veröffentlichte Wilson das Album "Smile" - im Alter von 62 Jahren. Dass er dieses Projekt, das er 1967 krankheitsbedingt hatte abbrechen müssen, am Ende doch verwirklichen konnte, verdankt er nicht zuletzt dem Engagement vieler Freunde. Sie halfen ihm, das in seinem Kopf umherschwirrende Songmaterial zu ordnen und zusammenzufügen - und übernahmen damit sozusagen die Rolle seines Frontalhirns.

Mit "Smile" feierte Wilson einen großen Erfolg - nach fast vier Jahrzehnten im Abseits. Seine Stimme ist zwar inzwischen etwas brüchig geworden, doch seine Fans schert das wenig. Wilsons Comeback beweist, dass psychisch erkrankte Menschen bei richtiger Behandlung und Unterstützung nicht nur wieder im Alltag zurechtkommen können, sondern sogar zu großen Leistungen fähig sind. Sein Beispiel sollte anderen Betroffenen Hoffnung und Mut machen.

--------------

ZUR PERSON
Brian Levineist ist Senior Scientist am Baycrest Centre für Geriatrie in Toronto und Professor für Psychologie und Neurologie an der dortigen Universität. Privat ist er Hobbymusiker und Brian- Wilson- Fan.
--------------------

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 51,00.html

sekundär zitiert aus:

Gehirn & Geist
Ausgabe 07/08 2006
www.gehirnundgeist.de/.de

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helXe
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Wissenschaft? Empirik?

Beitragvon helXe » Sa 12. Aug 2006, 23:01

Hallo!

Das bin ich: Kaum im Forum angemeldet - schon habe ich etwas zu meckern.
"Gedanken zu einer neuen, anderen, besseren Psychiatrie" - heißt dieser Thread; dabei soll, bitte schön, alles "wissenschaftlich" sein. Wie passt das zusammen?

Nebenwirkungen, jahrelange Krankheitsgeschichten ohne Besserung etc., kurz: alles, worüber in diesem Forum geschrieben wird, ist die Folge von sog. Wissenschaft.

Wagen wir doch mal ein echt empirisches Experiment:

Wer weiß, was ein EEG ist? Richtig: Aufzeichnung von Hirnströmen.
Wie werden die gemessen/aufgezeichnet? Genau: Mit Hilfe von Elektroden, die am (nicht: im!) Kopf - genauer: außerhalb des Schädels - angebracht werden.
Wo aber entstehen diese Hirnströme? Yepp! Im Kopf.
Frage: Wie kommen denn die Hirnströme raus aus dem Kopf?

Worauf ich hinaus will? Denkt mal nach...

cu all helXe

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helXe
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Wissenschaft? Empirik?

Beitragvon helXe » Sa 12. Aug 2006, 23:01

Hallo!

Das bin ich: Kaum im Forum angemeldet - schon habe ich etwas zu meckern.
"Gedanken zu einer neuen, anderen, besseren Psychiatrie" - heißt dieser Thread; dabei soll, bitte schön, alles "wissenschaftlich" sein. Wie passt das zusammen?

Nebenwirkungen, jahrelange Krankheitsgeschichten ohne Besserung etc., kurz: alles, worüber in diesem Forum geschrieben wird, ist die Folge von sog. Wissenschaft.

Wagen wir doch mal ein echt empirisches Experiment:

Wer weiß, was ein EEG ist? Richtig: Aufzeichnung von Hirnströmen.
Wie werden die gemessen/aufgezeichnet? Genau: Mit Hilfe von Elektroden, die am (nicht: im!) Kopf - genauer: außerhalb des Schädels - angebracht werden.
Wo aber entstehen diese Hirnströme? Yepp! Im Kopf.
Frage: Wie kommen denn die Hirnströme raus aus dem Kopf?

Worauf ich hinaus will? Denkt mal nach...

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Laura
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Beitragvon Laura » So 13. Aug 2006, 01:50

Hallo HelXe!

Ich weiß nicht, worauf Du hinauswillst. Darauf, dass psychiatrische Wissenschaft für die Füße ist? Oder Untersuchungen mit technischem Gerät? Hast DU da gesicherte Erkenntnisse? Darum geht es nämlich in diesem thread.

Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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helXe
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Beitragvon helXe » So 13. Aug 2006, 09:49

Hallo Laura,

Wissenschaft ist nicht "für die Füße", aber es ist eben nur die halbe Wahrheit. "Wissenschaftlich" bedeutet: nachprüfbar, berechenbar, wiederholbar. Gerade letzterer Anspruch ist in der Psychologie/Psychiatrie kaum erfüllbar, weil Menschen (Patienten) nun einmal nicht wiederholbar sind.

Ein weiteres Problem: Messbarkeit. Klar, gab es schon immer Atome, Quanten, Teilchen. Wissenschaftlich anerkannt sind die aber erst, seit man sie "sichtbar" machen kann. Vorher war alles Theorie - sry - "Wissenschaftliche Hypothese".

Gerade im Bereich der Seelenkunde ist Wissenschaft an ihren Grenzen angekommen. Rationalität hilft bei persönlicher Seelennot einfach nicht weiter - ebenso wenig, wie bei einer - sagen wir - Rechenaufgabe (Wissenschaft) ein Gebet die Lösung bringt.

Zurück zu meiner Ausgangsfrage: Wie kommen Gedanken (besser: die durch sie erzeugten Hirnströme) aus dem Kopf eines Menschen heraus? Kann - wenn die Technik dies noch nicht vermag - ein anderes Gehirn die Hirnströme/Gedanken eines anderen "empfangen"? Frag' doch zur Hilfestellung mal hier im Forum bei sog. Schizophrenen nach: Was meinen die, woher "Zwangsgedanken", "fremde Gedanken" etc. deren Meinung nach kommen.

cu und alles liebe
helXe (nicht: HelXe)

p.s.: Willst Du überhaupt was an Deinem Zustand ändern oder willst Du die Verantwortung für Dich lieber bei einem Arzt abliefern? Das würde ich keinesfalls verurteilen, bringt uns dann aber beide nicht weiter.

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Stille
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Beitragvon Stille » So 13. Aug 2006, 18:29

... ich finde das Beispiel von Levine ehr traurig als aufmunternd. So viele verlorene Jahre.

Ich weiß, das gehört jetzt nicht hier hin.

In diesem Sinne
Stille

Christian
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Eltern-Kind-Bindung: Kindheit bestimmt das Leben

Beitragvon Christian » Di 19. Dez 2006, 16:05

Viele psychische Erkrankungen haben ihren Ursprung in der Kindheit. Vor allem negative Bindungserfahrungen hinterlassen im adulten Gehirn eine „Stressnarbe“.

Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 36 vom 08.09.2006, Seite A-2298 / B-1992 / C-1922
THEMEN DER ZEIT

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... e&id=52567

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Sheena
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Zusammenhang von Darm und Gehirn

Beitragvon Sheena » Fr 22. Dez 2006, 00:27

Hier ein Text über den Zusammenhang von Darm und Gehirn von Elanie Gottschall:

http://www.scdiet.de/gehirn/gehirn.htm

Gruss, Sheena.

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Sheena
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Beitragvon Sheena » Fr 29. Dez 2006, 19:56

Hier ein Artikel über strukturelle Veränderungen im Gehirn unter Antipsychotikumtherapie von Dr. Sitra Tauscher-Wisniewski:

http://www.geriatrie-online.at/dynasite ... aid=533621

Gruss, Sheena.

Johannes Neuerer
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Beitragvon Johannes Neuerer » Di 1. Jul 2008, 11:57

Hallo!

Nachdem kein Experte geantwortet hat:

Das ist auch meines Wissens der aktuelle Forschungsstand.
1. Vitamin E hilft - so jedenfalls der Befund aller einschlägigen Untersuchungen - gegen die unmittelbare Neurotoxität von Neuroleptika. Der zitierte Artikel aus Nature ist meines Wissens der aktuellste zum Thema und gibt den Wissensstand zutreffend wieder.
2. Bezüglich Spätdyskinesien sind die Befunde widersprüchlich, es scheint aber dass Vitamin E in niedrigen Dosen (niedrigeren, als in der zitierten Studie!) bei einer frisch diagnostizierten TD zu empfehlen ist:
http://www.theannals.com/cgi/content/ab ... 39/12/2065.
(Das ist der aktuellste Übersichtsartikel, der alle vorliegenden Studien auswertet.)

Alles Liebe

Johannes

Johannes Neuerer
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Beitragvon Johannes Neuerer » Di 29. Jul 2008, 11:02

Hallo Rumpelstielzchen,

großes Sorry! Das liegt offenbar an dem Punkt (".") nach dem Link. Also nochmal:
http://www.theannals.com/cgi/content/ab ... 39/12/2065

Jetzt müsste es klappen.

Alles Liebe

Johannes


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