Schizophrenie | Häufigkeit (Epidemiologie)

Prävalenz, Inzidenz und Verteilung in Europa:

  • Prävalenz der Schizophrenie: 0,5 – 1,0%
  • Lebenszeitprävalenz: 0,6 – 1% (schizoaffektive Erkrankungen mit eingeschlossen)
  • Punktprävalenz: 2,5 – 5,3 pro 1000 Einwohner
  • Jährliche Inzidenz der Schizophrenie : 0,2 – 0,6 pro 1000 Einwohner, 0,05%
  • Verteilung der Schizophrenie :
    • erhöhte Prävalenzzahlen in Irland, Schweden, Kroatien
    • erniedrigte Prävalenzzahlen z.B. in der Gemeinde der Hutterer (USA) und in Papua Neuguinea
    • Frauen und Männer etwa gleich häufig betroffen
    • Männer scheinen früher zu erkranken

 

Aussereuropäisch:

  • hinsichtlich Punktprävalenz und Inzidenz der Schizophrenie finden sich aussereuropäisch ähnliche Ergebnisse.

Die in früheren epidemiologischen Arbeiten gefundenen überproportionale Häufigkeit der Schizophrenie in niedrigen sozialen Schichten wird inzwischen nicht mehr von der Ursachenseite, sondern von der Folgenseite her interpretiert: Schizophrenie führt häufig zu sozialem Abstieg!

Das bevorzugte Erkrankungsalter (abhängig vom Subtyp! S. unten) ist bei Männern und Frauen wie folgt:

  • Männern: 21. Lebensjahr; 90% vor dem 30. Lebensjahr
  • Frauen: 26. Lebensjahr; nur 66% vor dem 30. Lebensjahr

Der hebephrene Subtyp der Schizophrenie beginnt meist im Jugendalter. Schizophrene Psychosen, die jenseits des 40. Lebensjahres beginnen, werden als Spätschizophrenien bezeichnet und bedürfen einer besonders gründlichen Abklärung zum Ausschluss möglicher zugrundeliegender somatischer (v.a. hirnorganischer) Ursachen.

 

Achtung:Epidemiologische Daten in der Forschungsliteratur weisen oft erhebliche Schwankungen und Unterschiede auf. Dies liegt oft an unterschiedlichen Ein- und Ausschlusskriterien hinsichtlich Definition der Störung, Einbezug von Einzelphasen oder Gesamtverlauf, sämtlicher Manifestationen oder nur bestimmter Schweregrade etc.. Deshalb sind die nachfolgend genannten und aus der Fachliteratur zusammengestellten Zahlen und Daten zur Häufigkeit und Verteilung der Schizophrenie nur als grobe Anhaltspunkte zu werten und sind bei Bedarf persönlich durch eigene Beschäftigung mit der Literatur zu überprüfen!

 

Häufig verwendete Begriffe (Glossar)

Prävalenz:

Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung bzw. Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (z.B. Lebenszeit prävalenz).

Prävalenzrate:

Anzahl der Erkrankten bzw. Häufigkeit des Merkmals im Verhältnis zur Anzahl der untersuchten Personen.

Inzidenz:

Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Inzidenzrate:

Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung oder die Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (z.B. Lebenszeitprävalenz).

Komorbidität:

das gleichzeitge Erkranktsein an mehreren Erkrankungen (z.B. Depressionen und Zuckerkrankheit).