Ängste, Panikattacken und Phobien | Häufigkeit (Epidemiologie)

Prävalenz (nach Perkonigg und Wittchen, 1995):

  • Lebenszeitprävalenz: 15%
    • Panikstörung (DSM-IIIR): 3,2 – 3,6 (Median: 3,6%)
    • Agoraphobie: 2,1 – 10,9% (Median: 5,4%)
    • Einfache Phobie: 4,5 – 11,3% (Median: 8,6%)
    • Soziale Phobie (= soziale Angst) (DSM-IIIR): 11,3 – 16,0 (Median: 11,3)
    • Generalisierte Angststörung: 1,9 – 31,1% (Median: 7,5%)
  • Punktprävalenz: 7%

Erkrankungsgipfel:

  • Panikstörung: junges Erwachsenenalter (zwischen 20. und 30. Lebensjahr)
  • Generalisierte Angststörung: Adoleszenz und 40. Lebensjahr
  • Soziale Phobie (soziale Angst) : Pubertät und Adoleszenz
  • Spezifische Phobien: möglich in jedem Lebensalter, vorwiegend aber bereits in der Kindheit und frühe Adoleszenz (Mittel: 15. Lebensjahr)

 

Geschlechtsverteilung:

Frauen : Männer = 2 : 1 (v.a. bei Panikstörung und Agoraphobie)

 

Risikofaktoren:

Nur der Familienstand scheint bedeutsame Auswirkungen auf die Entstehungshäufigkeit zu haben. Getrennt lebend, verwitwet oder geschieden zu sein bedeutet ein erhöhtes Risiko, an einer

  • Panikstörung
  • Sozialen Phobie oder
  • Spezifischen Phobie

zu erkranken.

 

Häufig verwendete Begriffe (Glossar)

Prävalenz:

Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung bzw. Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (z.B. Lebenszeit prävalenz).

Prävalenzrate:

Anzahl der Erkrankten bzw. Häufigkeit des Merkmals im Verhältnis zur Anzahl der untersuchten Personen.

Inzidenz:

Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Inzidenzrate:

Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung oder die Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (z.B. Lebenszeitprävalenz).

Komorbidität:

das gleichzeitge Erkranktsein an mehreren Erkrankungen (z.B. Depressionen und Zuckerkrankheit).

 

Epidemiologische Daten in der Forschungsliteratur weisen oft erhebliche Schwankungen und Unterschiede auf. Dies liegt oft an unterschiedlichen Ein- und Ausschlusskriterien hinsichtlich Definition der Störung, Einbezug von Einzelphasen oder Gesamtverlauf, sämtlicher Manifestationen oder nur bestimmter Schweregrade etc.. Deshalb sind die nachfolgend genannten und aus der Fachliteratur zusammengestellten Zahlen nur als grobe Anhaltspunkte zu werten und sind bei Bedarf persönlich durch eigene Beschäftigung mit der Literatur zu überprüfen!