Von Unbekannt | Was wenn?

Was, wenn…?

„Was, wenn die Sonne scheint, aber nicht in Dir,
was, wenn du Urlaub hast und doch gefangen bist,
wenn Italien nicht mehr den Horizont öffnet,
wenn das Meer dich nicht mehr erreicht,
wenn zehn gute Ereignisse ein schlechtes nicht mehr wettmachen, weil dieses sich durch dich hindurchfrißt wie ein Krebsgeschwür?

Wie hilfreich ist es, wenn du für den Kummer,
der in dir ist, einen Namen hast,
wenn du sein Gesicht kennst,
wenn du einen Verlust bezeichnen kannst,
auf eine Enttäuschung weisen,
einen mißlungenen Versuch benennen kannst,
wenn es einen Schuldigen gibt,
jemanden oder ein Ereignis, die haften für dein Unglück?

Was aber, wenn du selber das Mißlungene bist,
wenn du dich erschöpfst in Versuchen,
dem Leben die Stirn zu bieten,
oder nur, einen Sinn zu finden für dein da sein,
wenn du gegen die Auflösung und den Verfall ankämpfst,
wenn du gar nicht weißt, ob etwas verloren ging,
weil du ihm noch nie begegnet bist,
wenn du ertrinkst in der Fülle der Möglichkeiten,
ohne Richtung,
ohne Evidenz?

Wenn alles möglich ist und darum nichts,
wenn du erstarrst in der Teilnahmslosigkeit der Welt,
wenn du dir selber fehlst,
wenn du dir kein gegenüber sein kannst, kein Halt, kein Partner?

Was dann?

In einem unglücklichen Moment. Unbekannt