V. Münichshofer | Liebesgedichte

Sehnsucht

Endlos ziehen die Stunden sich.
Endlos wie ein Leid.
Und ich denke nur an dich,
an die schöne Zeit.

Werden wir uns wiedersehen?
Wie und wann und wo?
Werden wir uns noch verstehen?
Brennen lichterloh?

Einsam ist es ohne dich.
Kalt und leer der Raum.
Wenn doch nur die Zeit entwich,
wäre es wie ein Traum.

Und ich sitze tief versunken,
denke lange drüber nach.
Ach mir wird schon fast wie trunken,
halte mit müh die Augen wach.

Und es rollt ganz sanft ne Träne.
Zärtlich leis‘ mir bis zum Mund.
Ach wie ich mich nach dir sehne.
Sehnsucht macht mein Herz mir wund.

Und ich möchte so gerne schreien.
Nicht mal flüstern kann ich leis‘.
Nicht einmal mehr richtig weinen.
Nur hoffen noch. Wie lang? Wer weis.

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Warten

Ich lese deine letzten Briefe,
wenn die Zeit sich nur vertreiben ließe.

Ich warte auf einen Anruf von dir,
das Telefon steht still neben mir.

Ich sehe dein Bild dort an der Wand,
ich nehme es langsam in die Hand.
Ich höre die Musik nur wie von fern,
sie scheint mir traurig, früher mochte ich sie gern.

Ich warte darauf das die Zeit vergeht,
langsam der Zeiger der Uhr sich bewegt.

Ich wandere im Zimmer auf und ab,
ich fühle mich traurig, müde und matt.

Nur ein Anruf, ein kleines Zeichen von dir,
es würde als wäre wieder leben in mir.

Der Tag langsam der nacht entweicht,
heute war nichts, morgen vielleicht?

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Regen

Regen an mein Fenster tropft,
höre mein Herz, wie es wild mir klopft.
Ich sehe den Regen an der Scheibe,
zittern geht mir durch den Leibe

Regen der so stetig fällt,
auf das schöne dieser Welt.
Regen! Fall ganz langsam und ganz leise,
mach dem Leben seine Weise.

Regen fällt auf Blätter nieder,
Sehnsucht brennt im Herz mir wieder.
Regen bring die Nachricht fort,
„Ich liebe Dich“ das sag ihm dort.

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Glücklich

Ich male Herzen aufs Papier,
wünsch mir nur ich wäre bei Dir.

Ich laufe lachend durch den Regen,
die Welt, sie gab mir ihren Segen.

Fremde Menschen drehen sich um,
ich lache und sie wissen nicht warum.

Nur ein paar Tage bis zu Dir,
dann lachst auch Du ganz nah bei mir.

Im Regen will ich mit Dir lachen,
will tanzen, mit Dir Witze machen.

Will einfach nur ganz glücklich sein.
Bin einfach nur mit Dir allein.

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Verwirrt

Ich bin verwirrt von seltsamen Gefühlen,
als würde mein Äußeres nur noch ein Schein,
als wenn zig Mäuschen in meinem Magen wühlen,
als würde ich nicht mehr in mir sein.

Fast als sehe ich mich von Außen,
ein bisschen kritisch und doch stumm,
als wenn Stürme in mir brausen,
und ich doch weis, ich handle dumm.

Dieses Gefühl, das ich nun einmal habe,
und das ich nicht mal ändern will,
und hätte ich es bis zu meinem Grabe,
ich weis: Dir gegenüber bleibe ich still.

Alle von V. Muenichshofer (veröffentlicht 2004)

 

 

 

 
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