Peter Johr | Gedichte

Geduldige Sehnsucht

Ich stehe am Ufer und höre das Rauschen der See.

Ich schaue zum Horizont – Abschied tut weh.

Ich liebe es, hier zu stehen – zu schauen zum Horizont.

Wieviel Tege werden vergehen, bis ich sie wiedersehen kann?

Sie kommt bald wieder – ich werde warten.

Ich werde warten, hier am rauschenden Meer –

denn ich hab Geduld!

Peter Johr

 
 
 
 

Unerträgliche Liebe

Da lieg ich nun
auf einem hohen Berg
mit schillernden Blumen nur runter kann ich nicht
könnt ich fliegen flög ich weg.

Da lieg ich nun
neben einer schönen Blume
mit betäubendem Duft
weg von diesem Rausch kann ich nicht
könnt ich fliegen
flög ich weg.

Da lieg ich nun
im tiefen Schlaf, dem schönen
schwer ist dieser schöne Duft
fliehen vor ihm kann ich nicht
könnt ich fliegen
flög ich weg.

Peter Johr

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Der liebende Baumeister

Einen Steg hab ich mir gelegt
hin zu deinem Herzen
mein Herz sich zu dir regt
eine feste Brücke soll draus werden

Peter Johr

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Gewißheit haben

Du hüllst dich in Schweigen
und ich weiß nicht warum.
Ich weiß nicht warum du leidest
bitte sag mir den Grund.
Willst du es mir nicht sagen
was dich bewegt?
Ich möchte Gewißheit haben
was in dir lebt.
Du weißt, daß ich dich liebe,
drum hab Vertrauen zu mir.
Was ich in meinem Herzen wiege:
ich verlasse dich nie!
Du hast mein Vertrauen,
und du kannst sicher sein:
du kannst auf mich bauen,
du bist nie allein.

Peter Johr

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Eine Frage an die LIEBE

Hast du schon mal geliebt?
Wie ist das – sich lieben?
An sie denken – ein Freudenschauer?
Sie sehen – stürmisdhes Wasser am Staudamm?
Sie berühren, daß beglückt die Welt verschwimmt?
Ja, ich liebe!
Mich schauert vor Freude und Glück!
Der Staudamm bricht!
Ich lebe nicht mehr in der alten Welt!

Peter Johr

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Einige Worte zur LIEBE

Vom Morgentau geküßt
vom Morgenrot geweckt
vom Morgenwind gegrüßt
vor dem Tag noch versteckt
lag sie im Wiesengrung –
ich glaube ich habe die Liebe entdeckt.

Die Schönheit blüht am Morgen
ist der Morgen des Glückes Macht
so vergeht der Tag ohne Sorgen
und schön wird die Nacht

Schön ist das Leben
noch schöner wird es
kannst du wirklich lieben
und hast du jemanden
der dich wirklich liebt

Liebe ist wie die Sonne
sie gibt wärme und Licht
Ist sie da, man lebt vor Wonne
ohne sie lebt man nicht

Peter Johr

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Lächle nicht

Lächle nicht – wenn ich sage: ich liebe dich.

Ich weiß, die Worte sind nicht einmalig – auf dieser Welt.

Aber jetzt – nicht früher, nicht später,

wenn ich sage: ich liebe dich.

Ich weiß, ein Geständnis, nicht einmalig – auf dieser Welt.

Aber jetzt – nicht früher, nicht später,

wenn ich sage: ich liebe dich.

Du sollst es wissen: diese Worte sind einmalig – in unserer Welt.

Jetzt – nicht früher, nicht später,

wenn wir sagen: wir lieben uns.

Du sollst es wissen: eine Geständnis, einmalig – in unserer Welt.

Jetzt – nicht früher, nicht später,

wenn wir sagen: wir lieben uns!

Peter Johr

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Wege

Labe dich nur am Dogma – ich labe mich an der Tugend
du kennst nur einen Weg – mich giert nach allen Früchten
du schleichst nur auf einem Pfad – ich kenne viele Wege,

Tag für Tag bin ich einen anderen gegangen –
Nacht für Nacht war ich auf Abwegen.

Du liebst die Macht und züchtest dir Dumme und Heuchlet –
ich liebe das Licht und rufe das Leben.

Du badest in Tränen – ich trinke den Nektar der Liebe.

Peter Johr

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Wer

Viele Mäuler wollen viel essen!

Viele Augen wollen viel sehen!

Viele Ohren wollen viel hören!

Welch eine Qual – alle zu erreichen?

Welch ein Streben – jedem Recht zu tun?

Wer darf die Zügel nehmen?

Wer darf Richter sein?

Jener – der den größten Mund hat…?

Jener – der die größten Augen hat…?

Jener – der die größten Ohren hat…?

Peter Johr

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